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Streit um Gedicht: Israels Innenminister will Grass an neutralem Ort treffen

Getty ImagesDer Stasi-Vergleich von Günter Grass empört israelische Politiker, jetzt kontert Innenminister Eli Jischai: Er hätte dem Autor schon viel früher die Einreise verweigern sollen, wettert er. Zugleich bietet er ihm ein Treffen an einem neutralen Ort an.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...827035,00.html
  1. #30

    Zitat von JohannWolfgangVonGoethe Beitrag anzeigen
    3) Grass war nicht freiwillig in der SS. Er wurde dazu eingezogen.

    4) Dass Hr. Grass, als 17 Jähriger, die Juden vernichten wollte ist ja wohl die böswilligste Unterstellung überhaupt!

    1. Sie wissen mehr als alle Historiker. Die gehen mehrheitlich davon aus, daß ein 17jähriger auch 1944 nicht zur Waffen-SS gezwungen wurde, sondern wohl auf eigenen Antrag hin dort diente.

    2. Das System, dem er diente, machte keinen Hehl daraus, daß es die Juden vernichten wollte. Spätestens seit 1938 wußten das auch alle Deutschen.
    Und wer sich diesem System und seiner Vernichtungsmaschinerie in besonderer Weise, nämlich durch Beitritt zur Waffen-SS, verschrieb, muß sich diesen Vernichtungswillen sicherlich zurechnen lassen.
    Das einzige, was ihm zugutegehalten werden kann und muß, ist seine Jugend und die Sozialisation in einer ideologisierten Gesellschaft. Aber das ist nur eine gewisse "Entschuldigung" und setzt ihn nicht zum moralischen Hüter herauf.
  2. #31

    Neutral ? Der war gut.

    Man bekommt es mit der Angst um Israel zu tun, wenn das offizielle Israel tatsächlich keine anderen Sorgen haben sollte, als Bauchrednern eine Bühne zu verschaffen, die sich auf ihre Schultern setzen.

    Grass reist nicht mehr in Israel ein, gut ist. Eichmann reist nicht mehr aus.

    Daß Grass nun Israel mit der Stasi in Verbindung bringt qualifiziert ihn nun doch nicht dafür, mit ihm nun ins Gespräch kommen zu müssen.

    Für bestimmte Sphären ist jede Annahme einer neutralen Bezugsbasis eine Illusion.

    Warum bietet man nicht gleich Ahmadinedschad Verhandlungen über die Auflösung Israels an? Grass könnte solche Gespräche ja begleiten.
  3. #32

    Zitat von das_amt Beitrag anzeigen
    Bevor man die Aussagen vom Innenminister all zu ernst nimmt,
    sollte man sich mal seinen Wikipedia-Eintrag oder diesen spiegelartikel durchlesen:

    Israels Innenminister: Rowdy auf radikaler Mission - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    zitat:

    "Schwule und Lesben sind krank"
    ""Man hat noch keine Medizin dagegen gefunden, aber ich hoffe, es wird irgendwann soweit sein."

    "Gastarbeiter gefährden sie die jüdische Identität des Staates"
    (und sollen abgeschoben werden, in Arbeitslagern arbeiten, ihre in Israel geborene Kinder sollen ebenfalls abgeschoben werden)

    Zuerst wurde Grass zu wichtig genommen, und jetzt dieser ultraorthodoxe Politiker. Peinlich und bedauenswert, auch für die vielen liberalen Israelis.

    Die Tatsache das die intoleranten und gefährlichen Ansichten dieses Menschen nicht Bestandteil unserer journalistischen Recherche sind, sagt doch vieles aus. In Deutschland würde ein solcher Mann schon längst wegen Volksverhetzung im Gefängnis sitzen und das zu Recht.
  4. #33

    Das Grass ist nur in Deutschland gruen

    Zitat von Apologet Beitrag anzeigen
    Wenn Grass Israels Regierung mit der Stasi vergleicht, dann zeigt es erstens, wes Geistes Kind er ist, und zweitens, wie sehr er von sich eingenommen ist.
    Grass, dieser eitle, vor Selbstherrlichkeit und Selbstgerechtigkeit triefende alte Grantler denkt doch tatsaechlich, dass "die Welt" aufmerkt, wenn er ein paar Zeilen verzapft. Unglaublich.

    Alle neuseelaendische, amerikanische, und hollaendische Freunde & Bekannte von mir kennen noch nicht einmal seinen Namen ("Grass... who?"). In der jeweiligen Landespresse: dito. Aber in D machen sie wegen diesem Kasper ein Fass auf. Welche Selbstueberschaetzung hier vorliegt, sowohl bei GG, seinen Lesern, der Presse, und den Politikern... bin ich der Einzige, dem dieser Umstand auffaellt?
  5. #34

    richtig

    Zitat von damtschweli Beitrag anzeigen
    1. Sie wissen mehr als alle Historiker. Die gehen mehrheitlich davon aus, daß ein 17jähriger auch 1944 nicht zur Waffen-SS gezwungen wurde, sondern wohl auf eigenen Antrag hin dort diente.

    2. Das System, dem er diente, machte keinen Hehl daraus, daß es die Juden vernichten wollte. Spätestens seit 1938 wußten das auch alle Deutschen.
    Und wer sich diesem System und seiner Vernichtungsmaschinerie in besonderer Weise, nämlich durch Beitritt zur Waffen-SS, verschrieb, muß sich diesen Vernichtungswillen sicherlich zurechnen lassen.
    Das einzige, was ihm zugutegehalten werden kann und muß, ist seine Jugend und die Sozialisation in einer ideologisierten Gesellschaft. Aber das ist nur eine gewisse "Entschuldigung" und setzt ihn nicht zum moralischen Hüter herauf.
    und es waren nicht alle so!

    Grass' Konstanz ist "berufen zu sein", damals wie heute.

    Mir graut vor dem.
  6. #35

    Aufruf zum Schweigen

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen

    Ach, hätte er geschwiegen und das politische Geschäft denen überlassen, die etwas davon verstehen.
    Ja, rennflosse, schweigen soll man, wenn es um Politik und um das politische Geschäft geht.
    Sie meinten aber damit alle Nichtpolitiker, die nicht mit ihrem Geschäft oder ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt und ihre Altersversorgung und ihrer Familien aus Steuergeldern finanzieren lassen.

    Ach ja, was für eine Gediegenheit und Ruhe wäre in einem Lande, wenn die Diskussion über Politik den im politischen Geschäft vorbehalten wäre, so wie rennflosse sich erträumt.
  7. #36

    Israels Innenminister Eli Jischai verlangt dei Aberkennung seines Literaturpreises

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Stasi-Vergleich von Günter Grass empört israelische Politiker, jetzt kontert Innenminister Eli Jischai: Er hätte dem Autor schon viel früher die Einreise verweigern sollen, wettert er. Zugleich bietet er ihm ein Treffen an einem neutralen Ort an.
    Streit um Gedicht: Israels Innenminister bietet Grass Treffen an neutralem Ort an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Meiner Meinung nach hätte Grass sich in der Sache (wenn überhaupt),anders dazu äußern müssen.
    Dennoch möchte ich an dieser Stelle an einen Literaturpreisträger und Pulitzer Preisträger erinnern,der mit seinen kontroveren Aussagen bei mir auch ein stirnrunzeln hervorruft.
    Und zwar Ernest Heminway.
    Einerseits behauptet Hemingway in einem postum veröffentlichten Brief, er habe in beiden Weltkriegen 122 deutsche Soldaten getötet.In einer anderen Briefstelle gibt er vor, einen Kriegsgefangenen mit mehreren Schüssen getötet zu haben. Aufgrund der Gerüchte über Kriegsverbrechen fand eine Befragung Hemingways durch eine Kommission statt, die ihn jedoch entlastete.Es sollen sich um fiktionale Aussagen gehandelt haben.
    Andererseits befürwortete er die effektive Zerstörung Deutschlands und Zwangssterilisationen für Deutsche (Wikipedia/engl. Fassung Kaufman-Plan)
    Man muss sicherlich diese Sichtweise aus der damaligen Zeit betrachten,er war wohl nie ein Freund der Deutschen.Dennoch auch ein Preisträger mit Ecken und Kanten.Im Gegensatz zu Grass,dem ich es abnehme das er kein Antisemit ist.
    Gibt es eigentlich eine öffentliche Liste für "Persona non Grata`s" ?Soweit ich weiß hat man dem Kritiker Norman Finkelstein auch die Einreise verwehrt,obwohl er jüdischer US Bürger ist.
  8. #37

    Grass als Deutscher behandelt Israel wie Deutsche Deutschland behandeln

    Deutschand hat die einzigartige Fähigkeit an sich selbst unzufrieden rumzunölen und an sich defätistisch umzukritteln, alles ist irgendwie immer eine Katastrophe oder ein Problem und die Welt ist sowieso dem Untergang geweiht (auch wenn unsere Sonne erst in Milliarden von Jahren erlöschen wird).

    Man erinnere sich:
    Als Siemens Mobile einen Fehler bei seinen wirklich hervorragenden Handys hatte, welcher aber kurzfristig zu lösen war, wurde das Unternehmen verflucht, verteufelt und mit Häme, Schimpf und Schande übergossen, viele schworen öffentlich nie wieder ein Siemens Handy zu kaufen. Die Süddeutsche Zeitung, nur ein paar Minuten um die Ecke tat ihr bestes das Unternehmen in der Luft zu zerreißen und den Vorfall nach allen Regeln der Kunst auszuweiden. In der Folge konnte Siemens keine Handys mehr absetzen, der Unternehmensteil ging den Bach runter.

    Weil griechische Verantwortliche Schmiergelder gefordert haben (es gab sozusagen eine Art Abgabe auf Aufträge: Derjenige der den Auftrag bekam, musste zahlen, so der so) haben auch viele Deutsche öffentlich, in Leserbriefen und in Foren erklärt wie tief sie das Unternehmen verabscheuen und niemals wieder eine Waschmaschine oder etwas ähnliches von Siemens kaufen würden. Auch hier wurde Siemens teilweise das Existenzrecht abgesprochen. Das viele Deutsche ihren Arbeitsplatz bei Siemens haben war kein Argument.

    Als es Infineon bzw. Qimonda nicht gut ging wurde dem damaligen Management die Pest an den Hals gewünscht und dem Unternehmen der Untergang gewünscht.

    Insofern handelt Grass in bester Tradition, und es ist glaubhaft wenn er versichert mit Israel unkündbar verbunden zu sein. Er behandelt Israel sozusagen in übertragendem Sinne wie Deutschland.

    Ein Psychologe könnte daraus vielleicht eine Art Liebeserklärung ableiten und begründen.

    Wie auch immer:
    Wir Deutschen sind schon ein seltsames Volk.
    So wie die Israelis auch.
  9. #38

    Fehler

    Zitat von benno18 Beitrag anzeigen
    Und dieser alberne Satz "Gerade unter Freunden sollte doch Kritik möglich sein" wird mittlerweile doch sehr strapaziert. Es gibt kein Land weltweit, welches hier mehr kritisiert wird als Israel. Aber offensichtlich ist Israel der einzige Freund denn andere Länder werden so gut wie nie kritisiert ( Sudan, Saudi Arabien, Russland, Nordkorea etc.)
    Sie vergleichen eine Demokratie mit Dikaturen. Merken Sie den Unterschied? Sie stellen anscheienend Israel auf die gleiche Stufe wie den Sudan, Nordkorea, Saudi-Arbaien oder auch Russland. Nordkorea oder der Sudan werden nicht nur kritisiert, sie werden boykotiert. Die Wirstchaftsboykotte lassen in den betroffenen Ländern Menschen verhungern. Was ist schlimmer? Israel wird dagegen hofiert. Von dem her habe ich an dieses Land einfach ganze andere Erwartungen. Das Einreiseverbot ist kleinlich und einer gestandenen Demokratie nicht würdig. Das ist Fakt.
  10. #39

    Wissen Sie mehr?

    Zitat von damtschweli Beitrag anzeigen
    1. Sie wissen mehr als alle Historiker. Die gehen mehrheitlich davon aus, daß ein 17jähriger auch 1944 nicht zur Waffen-SS gezwungen wurde, sondern wohl auf eigenen Antrag hin dort diente.

    2. Das System, dem er diente, machte keinen Hehl daraus, daß es die Juden vernichten wollte. Spätestens seit 1938 wußten das auch alle Deutschen.
    Und wer sich diesem System und seiner Vernichtungsmaschinerie in besonderer Weise, nämlich durch Beitritt zur Waffen-SS, verschrieb, muß sich diesen Vernichtungswillen sicherlich zurechnen lassen.
    Das einzige, was ihm zugutegehalten werden kann und muß, ist seine Jugend und die Sozialisation in einer ideologisierten Gesellschaft. Aber das ist nur eine gewisse "Entschuldigung" und setzt ihn nicht zum moralischen Hüter herauf.
    Grass sagte:
    "Ich habe mich als 15-Jähriger in Gotenhafen freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, und zwar zum Dienst bei der U-Boot-Waffe, ersatzweise zur Panzerwaffe. Mit einer Meldung zur Waffen-SS hatte das weder direkt noch indirekt irgendetwas zu tun. Die Einberufung zur Waffen-SS erfolgte ohne mein aktives Zutun erst im Zuge der Zustellung des Einberufungsbefehls im Herbst 1944.“

    Ist diese Version widerlegt worden?








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