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Streit um Fangquoten: Europäische Union knickt vor Fischern ein

Der Plan war ehrgeizig, der Druck der Mittelmeer-Anrainer aber zu groß: Die Europäische Union rudert beim Rettungsversuch für den bedrohten Roten Thunfischs zurück. Jetzt bestimmen nicht nur wissenschaftliche Daten die Fangquoten - auch die Interessen der Fischer werden berücksichtigt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...730029,00.html
  1. #20

    Von Fischen und Heuschrecken

    Zitat von georg_lm Beitrag anzeigen
    Welche 'Investoren' sollten das wohl sein? Niemand investiert Geld
    in eine Branche, die dabei ist, sich innerhalb weniger Jahre selbst zu zerstören.
    Oder sind die Gewinne in der Fischerei so dramatisch hoch, daß man schon in
    wenigen Monaten/Jahren das investierte Geld komplett wieder herausbekommt?
    Sie sehen die Zusammenhänge nicht. Im Wirtschaftsbereich fand man den Begriff "Heuschrecken" für diese Art Investoren. Der Shareholder Value aus nachhaltiger Fischerei sind Peanuts, und in diesem Fall irrelevant. Japanische Investoren versuchen den gesamten Blue Fin zu kaufen. Sie kaufen in der Absicht möglichst viele Tiere zu bekommen und damit gleichzeitig auch gezielt die Art auszurotten. Der Mitsubishi Konzern unterhält gigantische Kühlhäuser in der Grösse eine Kleinstadt wo die aufgekauften Tunas tiefgefrohren lagern.

    In dem Moment wo der Blue Fin ausgerottet ist werden sich die zusammengerafften, gefrohrenen Tuna Berge in den Kühlhäusern auf einen Schag im Wert vertausendfachen, die Kühllager werden über Nacht wertvoller als Fort Knox. Je mehr sie dann von ihrem, weltweiten Monopol an Blue Fin häppchenweise und wohl dosiert verkaufen, desto hoher steigt der Rest ihres Lagers progressiv im Wert. Die Ausrottung des Blue Fin Tuna ist eine Lizenz zum Geld drucken für 50-100 Jahre, abhängig von der Marketing Strategy.

    Der Raubtier Kapitalismus hat die Natur als Spekulationsobjekt entdeckt, der Blue Fin ist erst der Anfang! Und auf diesen Artikel hier bezogen in einem Satz zusammengefasst: Die EU hat sich gerade zum unterwürfigen Lakai der Yakuza gemacht, herzlichen Glückwunsch
  2. #21

    Die bösen Japaner

    Die Japaner sollen schuld sein an der Ausrottung des Blauflossenthuns ? Wer besitzt denn die größte Thunfischflotte der Welt die im Mittelmeer, Atlantik und im Pazifik am meisten fischt ? Die Europäer ! Wer bescheisst am meisten in der Fangstatistik und fängt illegal viel mehr als ihnen zugeteilt ist ? Die Europäer ! http://genevalunch.com/blog/2010/11/...-black-market/
    Wer knickt vor den Fischern ein und erhöht gegenüber jedem wissenschaftlichen Rat die Fangquote ????
    Es ist zu einfach den Japanern die Schuld zu geben. Besser wäre es Frau Aigner einen Brief zu schreiben und mal nachzuhaken was Sie gegen die Misstände in der europäischen Fischerei tun will.
    Die Japaner haben übrigens vorgeschlagen den Verkauf von Thunfisch aus Ländern die illegal fischen zu verbieten. Und wer wäre dann wohl am meisten betroffen ? http://fis.com/fis/worldnews/worldne...db=1%20target=

    Im Forum kam die Frage auf, warum die Fischer so dumm sind den Ast auf dem Sie sitzen abzusägen. Die Antwort ist relativ einfach. Weil sie ihre Bankkredite zurückzahlen müssen. Da kann man nicht einfach ein paar Jahre nicht fischen, es musste ja in den letzten Jahren immer mehr in Boote, Maschienen, Echolots investiert werden um im Kampf um die letzten Fische wettbewerbsfähig zu bleiben.

    Noch ein kurzes Wort zum östlichen Ostseedorsch.
    Zitat von fischerleben:
    Vor drei Jahren wurde auch von der Wissenachaft behauptet der Dorsch in der östlichen Ostsee wäre kurz vor dem Aussterben. Mittlerweile, keiner auch die Wissenschaftler wissen nicht warum ist dieser totgesagte Bestand der stärkste in der gesamten Ostsee.

    Die Wissenschaftler wissen relativ genau warum der Bestand sich erholt hat:
    1.) Seit 2005 gilt ein Fangverbot in den Laichgebieten während der Laichzeit
    2.) Seit 2007 wird die Einhaltung der Fangquote viel stärker kontrolliert
    3.) 2001-2008 kontinuierliche Reduzierung der Fangquoten
    4.) Im Gegensatz zum westlichen Dorsch werden die Eier und Larven nicht so sehr von den Sprotten weggefressen (auf Grund der hydrographischen Bedingungen im Bornholm Becken gegenüber Gdansk Becken)
    5.) Es kam 2003 zu einem großen Einstrom von Nordseewasser in die Ostsee. (Wohl der wichtigste Punkt, aber zu kompliziert um es hier kurz zu erklären)

    Der Bestand hat übrigens immer noch nur 30-35% der Größe verglichen mit Ende 70er- Mitte 80er Jahre.


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