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Streit um Fangquoten: Europäische Union knickt vor Fischern ein

Der Plan war ehrgeizig, der Druck der Mittelmeer-Anrainer aber zu groß: Die Europäische Union rudert beim Rettungsversuch für den bedrohten Roten Thunfischs zurück. Jetzt bestimmen nicht nur wissenschaftliche Daten die Fangquoten - auch die Interessen der Fischer werden berücksichtigt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...730029,00.html
  1. #10

    Lobby

    So ist der Kapitalismus. Profit jetzt! Was schert mich das nächste Jahr? Stirbt der Fisch aus. Na und, ich habe meinen Profit gemacht.
  2. #11

    Hab ich bei dem Atomgesetz schon nicht verstanden...

    Warum bitte verhandelt ein Gesetzgeber mit Parteien?

    Ist es nicht das Hoheitsrecht eines Staates oder Staatenbunds mittels Gesetz einfach etwas festzulegen?
  3. #12

    Die Grenzen der Demokratie...

    Zitat von Mannnomann Beitrag anzeigen
    Warum bitte verhandelt ein Gesetzgeber mit Parteien?

    Ist es nicht das Hoheitsrecht eines Staates oder Staatenbunds mittels Gesetz einfach etwas festzulegen?
    ... finde ich auch, der Staat sollte hier wie auch anderswo grundsätzlich NICHT verhandeln. Er ist mit seinen Vertretern der gewählte Souverän. Entsprechend und genauso sollte der Staat auch Projekte wie z.B. Stuttgart 21 einfach durchziehen ohne langes Fragen und herumdiskutieren.
  4. #13

    Abgesägter Ast

    Zitat von millionär2010 Beitrag anzeigen
    Denn ohne Genaueres über Fischer zu wissen vermute ich, auch sie sägen nicht einfach den Ast ab auf dem sie sitzen.
    Genau das tun sie leider. Siehe Kabeljau auf den Grand Banks vor Neufundland, Nordsee-Hering, King Crabs vor Alaska, um nur die, neben dem Raubbau an den Thunfisch-Beständen, übelsten Beispiele zu nennen.
    Die meisten Länder mit wirtschaftlich interessanten Fischbeständen managen die Fischbestände in ihren Hoheitsgewässern derzeit nicht nachhaltig, sei es wegen fehlender Mittel und Ausrüstung oder wegen fehlenden politischen Willens. So geschehen in Kanada beim lange absehbaren und schließlich auch eingetretenen Zusammenbruch der Bestände des Neufundland-Kabeljaus in den 80er Jahren, um nur ein Beispiel zu nennen.
    Der Raubfischerei ist daher Tür und Tor geöffnet.
    Profit heute! ist die Maxime.
    Noch weiß niemand genau, wie sich die absehbare Ausrottung der großen Thunfische, die hemmungslose Verfolgung der Haie, die Krillfischerei und der Raubbau an den extrem langsam wachsenden arktischen und antarktischen Fischen (z.B. Schwarzer Seehecht) auf die Ökologie der Meere und damit auch auf unser Klima und auf uns auswirkt.
    Nur wir Verbraucher können diesen Katastrophen ein Ende setzen, in dem wir nur noch Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltiger Bewirtschaftung kaufen.
  5. #14

    Bloß kein Sushi!

    Zitat von the_flying_horse Beitrag anzeigen
    Fischer haben sich schon immer und weltweit als sehr kurzsichtig erwiesen, scheinen recht einfach gestrickte Menschen zu sein, die denken halt nur von der Wand bis zur Tapete...
    Aber in nicht all zu ferner Zukunft werden die letzten Thunfische rausgeholt sein und dann wird wohl wieder nach dem Staat geschrien, ein Hilfsprogramm muss her... schließlich sind immer die anderen Schuld.

    Und en Japanern sollte man auch endlich einmal klar machen, das wir auf diesem Planeten als Menschheit eine (Zwangs)Gemeinschaft bilden, da kann es nicht sein, das ein kleines Land massenweise Arten auslöscht, wie den Thun, wenn sie könnten auch die Wale etc. auf Kosten aller anderen Menschen.
    Solange sie Wale schlachten und Thunfische ausrotten, gehören die Japaner nicht zu den Kulturnationen. Begreifen werden sie das aber nur, wenn wir aufhören, in ihre Sushi-Buden zu gehen und ihre Autos zu kaufen.
  6. #15

    Wissenschaftliche Empfehlungen liegen oft ziemlich daneben

    Vor drei Jahren wurde auch von der Wissenachaft behauptet der Dorsch in der östlichen Ostsee wäre kurz vor dem Aussterben. Mittlerweile, keiner auch die Wissenschaftler wissen nicht warum ist dieser totgesagte Bestand der stärkste in der gesamten Ostsee.
    Wo wären wir mit unserer Fischerei hingekommen, wenn man den Vorschlägen der gleichen "Experten" wie jetzt auch wieder gefolgt wäre und die Fischerei in diesem Gebiet total verboten hätte ?? Neben einem immensen wirtschaftlichen Schaden in der Fischerei wäre nichts erreicht worden. Aus diesen Gründen sind allzuschnell geforderte totale Fangverbote jedenfalls immer kritisch zu hinterfragen. Ein Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Erwägungen und der sicherlich wichtigen Bestanderhaltung ist auf jeden Fall den möglicherweise populäreren Extremforderungen von "Experten" vorzuziehen
  7. #16

    Unverständlich

    Zitat von fischerleben Beitrag anzeigen
    Ein Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Erwägungen und der sicherlich wichtigen Bestanderhaltung ist auf jeden Fall den möglicherweise populäreren Extremforderungen von "Experten" vorzuziehen
    Man kann "Experten" noch so sehr in Anführungszeichen setzen, wenn mehr gefischt wird, als nachwächst, ist man auf dem Holzweg.
    Eine Reduzierung des Bestands um 60% in 10 Jahren kann man kaum als nachhaltig betrachten. Und darunter leiden tun, wie immer, die kleinen, die keine Hightech Geräte haben, mit denen sie die Fische auf 20 Kilometer aufspüren und dann mit einem gezielten Netzzugriff einsammeln.

    Einen Kompromiss zwischen "wirtschaftlichen Erwägungen" und Bestanderhaltung? Wie soll das denn aussehen? Die Art nur ein bisschen langsamer ausrotten?

    Entweder man wirtschaftet nachhaltig, oder man tuts nicht. Wo ist denn der wirtschaftliche Nutzen für die Fischer, wenn es keinen Thunfisch mehr gibt? Wo ist der wirtschaftliche Nutzen von ständig sinkenden Beständen?
  8. #17

    Beleg bitte

    Zitat von fischerleben Beitrag anzeigen
    Vor drei Jahren wurde auch von der Wissenachaft behauptet der Dorsch in der östlichen Ostsee wäre kurz vor dem Aussterben. Mittlerweile, keiner auch die Wissenschaftler wissen nicht warum ist dieser totgesagte Bestand der stärkste in der gesamten Ostsee.
    Beleg für diese Behauptung? Und meinen Sie da jetzt die Bestände in der westlichen oder der östlichen Ostsee?
  9. #18

    Von Fischen und Heuschrecken

    Zitat von georg_lm Beitrag anzeigen
    Welche 'Investoren' sollten das wohl sein? Niemand investiert Geld
    in eine Branche, die dabei ist, sich innerhalb weniger Jahre selbst zu zerstören.
    Oder sind die Gewinne in der Fischerei so dramatisch hoch, daß man schon in
    wenigen Monaten/Jahren das investierte Geld komplett wieder herausbekommt?
    Sie sehen die Zusammenhänge nicht. Im Wirtschaftsbereich fand man den Begriff "Heuschrecken" für diese Art Investoren. Der Shareholder Value aus nachhaltiger Fischerei sind Peanuts, und in diesem Fall irrelevant. Japanische Investoren versuchen den gesamten Blue Fin zu kaufen. Sie kaufen in der Absicht möglichst viele Tiere zu bekommen und damit gleichzeitig auch gezielt die Art auszurotten. Der Mitsubishi Konzern unterhält gigantische Kühlhäuser in der Grösse eine Kleinstadt wo die aufgekauften Tunas tiefgefrohren lagern.

    In dem Moment wo der Blue Fin ausgerottet ist werden sich die zusammengerafften, gefrohrenen Tuna Berge in den Kühlhäusern auf einen Schag im Wert vertausendfachen, die Kühllager werden über Nacht wertvoller als Fort Knox. Je mehr sie dann von ihrem, weltweiten Monopol an Blue Fin häppchenweise und wohl dosiert verkaufen, desto hoher steigt der Rest ihres Lagers progressiv im Wert. Die Ausrottung des Blue Fin Tuna ist eine Lizenz zum Geld drucken für 50-100 Jahre, abhängig von der Marketing Strategy.

    Der Raubtier Kapitalismus hat die Natur als Spekulationsobjekt entdeckt, der Blue Fin ist erst der Anfang! Und auf diesen Artikel hier bezogen in einem Satz zusammengefasst: Die EU hat sich gerade zum unterwürfigen Lakai der Yakuza gemacht, herzlichen Glückwunsch
  10. #19

    Von Fischen und Heuschrecken

    Zitat von georg_lm Beitrag anzeigen
    Welche 'Investoren' sollten das wohl sein? Niemand investiert Geld
    in eine Branche, die dabei ist, sich innerhalb weniger Jahre selbst zu zerstören.
    Oder sind die Gewinne in der Fischerei so dramatisch hoch, daß man schon in
    wenigen Monaten/Jahren das investierte Geld komplett wieder herausbekommt?
    Sie sehen die Zusammenhänge nicht. Im Wirtschaftsbereich fand man den Begriff "Heuschrecken" für diese Art Investoren. Der Shareholder Value aus nachhaltiger Fischerei sind Peanuts, und in diesem Fall irrelevant. Japanische Investoren versuchen den gesamten Blue Fin zu kaufen. Sie kaufen in der Absicht möglichst viele Tiere zu bekommen und damit gleichzeitig auch gezielt die Art auszurotten. Der Mitsubishi Konzern unterhält gigantische Kühlhäuser in der Grösse eine Kleinstadt wo die aufgekauften Tunas tiefgefrohren lagern.

    In dem Moment wo der Blue Fin ausgerottet ist werden sich die zusammengerafften, gefrohrenen Tuna Berge in den Kühlhäusern auf einen Schag im Wert vertausendfachen, die Kühllager werden über Nacht wertvoller als Fort Knox. Je mehr sie dann von ihrem, weltweiten Monopol an Blue Fin häppchenweise und wohl dosiert verkaufen, desto hoher steigt der Rest ihres Lagers progressiv im Wert. Die Ausrottung des Blue Fin Tuna ist eine Lizenz zum Geld drucken für 50-100 Jahre, abhängig von der Marketing Strategy.

    Der Raubtier Kapitalismus hat die Natur als Spekulationsobjekt entdeckt, der Blue Fin ist erst der Anfang! Und auf diesen Artikel hier bezogen in einem Satz zusammengefasst: Die EU hat sich gerade zum unterwürfigen Lakai der Yakuza gemacht, herzlichen Glückwunsch








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