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Streit um Erziehungsprämie: So fragwürdig ist das Betreuungsgeld

DPAIst das geplante Betreuungsgeld wirklich sinnvoll? Neue Zahlen zeigen, dass viele Bundesländer den Kita-Ausbau nicht schaffen werden. Dadurch steigen die Kosten der Maßnahme. Forscher fürchten außerdem negative Folgen für Kinder und Mütter.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825563,00.html
  1. #20

    Seltsam...

    Einerseits gibt der Staat Geld aus, um die frühkindliche Entwicklung in Kitas zu fördern, andererseits soll (Betreuungs-)Geld ausgegeben werden, damit genau das nicht passiert.

    Ganz abgesehen von der Sinnhaftigkeit der einen oder anderen Lösung: ich verstehe das nicht.

    Könnte an dieser Stelle vielleicht symbolhaft sichtbar werden, warum unsere Staatsverschuldung so hoch ist? Sollte es am Ende tatsächlich so sein, dass Politiker nicht verantwortungsvoll mit unseren Steuergeldern umgehen?
    Schlimmer noch: besteht am Ende Politik nur im Bedienen der verschiedenen Klientels der beteiligten Regierungsparteien?
    Fragen über Fragen....
  2. #21

    Zustimmung

    Zitat von mont_ventoux Beitrag anzeigen
    Gerade Kleinkinder brauchen ihre Eltern als feste und verläßliche Bezugspersonen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Liebe und Zuneigung der Eltern zu ihrem Kind durch nichts und niemanden zu ersetzten ist, erst recht nicht durch Tarifangestellte in staatlichen und halbstaatlichen Kinderverwahrungsanstalten. Erziehung sollte auch nach den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts in privater Hand bleiben und kein Vorrecht des Staates werden. Dafür kann das Betreuungsgeld einen wichtigen Beitrag leisten
    Vollkommen richtig! Fremdbetreuung ist wahrlich nicht der pädagogische Stein des Weisen, da Erzieherinnen (und Praktikantinnen) keine emotionale Beziehung zu den Kindern aufbauen können, sondern ihren Job machen.
  3. #22

    Klar auf Linie

    Zitat von mont_ventoux Beitrag anzeigen
    Gerade Kleinkinder brauchen ihre Eltern als feste und verläßliche Bezugspersonen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Liebe und Zuneigung der Eltern zu ihrem Kind durch nichts und niemanden zu ersetzten ist, erst recht nicht durch Tarifangestellte in staatlichen und halbstaatlichen Kinderverwahrungsanstalten. Erziehung sollte auch nach den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts in privater Hand bleiben und kein Vorrecht des Staates werden. Dafür kann das Betreuungsgeld einen wichtigen Beitrag leisten
    Genau, die Tarifangestellten der staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen sind voll auf Linie und erziehen die ihnen anvertrauten Kinder zu "guten Sozialisten" oder Schlimmerem.
    Gleiches gilt dann wohl auch für die Schulen, wohl noch mehr, denn die dort Arbeitenden sind sogar Beamte, die nicht mal streiken dürfen und somit verpflichtet sind, Kinder stramm auf Linie gegen ihre Eltern zu bringen.
    Also, liebe Eltern, schickt Eure Kinder lieber gar nicht in irgendeine Bildungseinrichtung. Das ist gefährlich!
  4. #23

    kein Glaubenskrieg?

    Zitat von Duzend Beitrag anzeigen
    (...)Bevormudung und Förderung der Randständigkeit(...)
    Eine nüchterne Betrachtung der Transferleistungen des Staats und ihren Wirkungen muss unweigerlich zu Ansichten wie der Ihren führen. Aber gerade darum muss man sich gegen verbohrte Ideologie wehren; insbesondere wenn sie im "wissenschaftlichen" Gewand daher kommt. Beispiele?
    "Wer arm ist, lässt natürlich nicht automatisch seine Kinder verwahrlosen - aber 150 Euro im Monat können eben existentiell sein. " Klar, wer arm ist, lässt seine Kinder also gezwungener Maßen für 150,-€ verwahrlosen.
    "'(...)sind deutlich negativ.' So sei der Anteil der ein- bis zweijährigen Kinder, die ausschließlich zu Hause betreut würden, nach Einführung des Geldes um 20 Prozent gestiegen."
    Offensichtlich, obwohl es die Kitaplätze gab. Das ist selbstredend negativ.
    Ein Glaubenskrieg, nach wie vor, geführt mit untauglichen Mitteln und unerwünschten gesetzgeberischen Konsequenzen.
  5. #24

    Zitat von mont_ventoux Beitrag anzeigen
    Gerade Kleinkinder brauchen ihre Eltern als feste und verläßliche Bezugspersonen.
    Der Bezug zu den Eltern geht durch die Kitaunterbringung keineswegs verloren. Denn die meiste Zeit wird das Kinde dabei immer noch von den Eltern betreut (slbst bei einer Vollzeitunterbringung sinds nur 45 Std / Woche, die Woche hat aber 168 Stunden).

    Aufgrund meiner Erfahrung im Vaterschaftsurlaub, halte ich Kitaunterbringung für Kinder ab 1-2 Jahren durchaus für möglich und auch für das Kind sinnvoll. Ich hatte das Kind ganztags alleine betreut, während meine Frau gearbeitet hat. Und obwohl ich den ganzen Tag eigentlich ausschließlich für das Kind da war, hatte ich kaum Zeit es sinnvoll zu beschäftigen (vorlesen, spielen, fördern), die meiste Zeit wurde für Grundversorgung aufgebraucht (Windeln, Kochen, Füttern, ins Bett bringen, Aufräumen, Kochen, Füttern, zwischendurch wieder Windeln..). _Die Kita-Angestellten hingegen haben mehr Zeit sich mit dem Kind selbst bzw. mit mehrern Kindern gleichzeitig sinnvoll zu beschäftigen, da Grundversorgung besser geregelt war (ausreichend Personal, gleichzeitiges Versorgen mehrerer Kinder). Daraus ergeben sich für mich und für unseren Kindgroße Vorteile. Es besucht wirklich gerne die Kita.
  6. #25

    extra3

    Betreuungsgeld und dessen bisher treffendste Kurzdefinition:
    "...in der CSU werden die größten Denker morgens mit einer Glocke um den Hals auf die Alm getrieben. Das ist der Grund, warum es beim Betreuungsgeld darum geht, Menschen Geld dafür zu bezahlen, dass sie eine Bildungseinrichtung NICHT nutzen. ..."
    Ich wär´ gestern beinahe vor Lachen von der Couch gefallen!
  7. #26

    Neoliberales Gedankengut

    Zitat von spydergyrl Beitrag anzeigen
    ...was Sie schreiben. Aber leider ist es das Geschäftsmodell der Politik, erst mal möglichst viel Geld einzusammeln und es dann nach gewünschtem Verhalten und/oder gegen Wählerstimmen wieder auszuteilen. Wer zu von der Politik gewünschtem Verhalten nicht in der Lage ist oder sogar so frech ist was anderes zu wollen, der zahlt, zahlt, zahlt, zahlt, zahlt.....Ebenso der, der zu keiner von der Politik grad ins Auge gefassten .....
    Na, Ihre Ausführungen, denen ich zu 100% zustimme, werden doch genau deshalb auch als neoliberales Gedankentum gebrandmarkt. Wo kämen wir denn hin, wenn die Politik weniger Einfluss darauf hat, wie wir unser Leben zu gestalten haben?
  8. #27

    Die Errungenschaften der DDR

    Zitat von Stef87 Beitrag anzeigen
    ...einen konservativen Spießer, aber wenn ich mir den Artikel so durchlese, befürchte ich immer mehr, dass die mehrzahl der Bevölkerung sich wirklich eine vollbeschäftigung junger Mütter wünscht. Ist es wirklich so erstrebenswert, Kinder bereits mit einem Jahr tagsüber andersweitig betreuen zu lassen? Wenn ich lese, das in Bundesländern teilweise 80% der 1-2jährigen tagsüber nicht zu hause betreut werden, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Da bin ich wirklich froh hier im anscheinend "vorgestrigen" Süden Deutschlands zu leben.
    Die 50-jährige Erfolgsgeschichte Westdeutschland geht zu Ende. Peu a peu werden die Errungenschaften der ach so erfolgreichen DDR übernommen. Merkel steht für "DDR light", auch wenn sie sich noch ziert, dem Betreuungsgeld den Garaus zu machen. Künftig wird die (sehr teure) Kollektiv-Betreuung und Kollektiv-Beschulung die Regel sein. Individuelle Förderung - Fehlanzeige. Mittelmaß ist die Devise der Zukunft. Damit kommt man auch den Vorstellungen der Sozis und der Grünen entgegen.
  9. #28

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Fremdbetreuung ist wahrlich nicht der pädagogische Stein des Weisen, da Erzieherinnen (und Praktikantinnen) keine emotionale Beziehung zu den Kindern aufbauen können, sondern ihren Job machen.
    Diese Aussage ist nicht korrekt. Meiner Meinung nach, kennen sie sich nicht aus und Urteilen aufgrund Ihres eigenen Verhaltens. Ich kenne einige Gegenbeispiele. Mein Kind besucht Kita und hat sehr starke emotionale Bindung zu seinen Betreuerinen aufgebaut umgekehrt sieht es genau so aus. Nicht alle Erzieher und Erzieherinnen "machen nur den Job". Ich würde sogar sagen, die meisten nicht. Auch in anderen Berufen, tun Menschen oft mehr, als nur ihren Job. Zumindest die die Ihre Berufswahl nicht verfehlt haben.
  10. #29

    Ein bisserl windig...

    Zitat von mont_ventoux Beitrag anzeigen
    Gerade Kleinkinder brauchen ihre Eltern als feste und verläßliche Bezugspersonen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Liebe und Zuneigung der Eltern zu ihrem Kind durch nichts und niemanden zu ersetzten ist,...
    Bis hierhin meine Zustimmung.

    Zitat von mont_ventoux Beitrag anzeigen
    erst recht nicht durch Tarifangestellte in staatlichen und halbstaatlichen Kinderverwahrungsanstalten. Erziehung sollte auch nach den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts in privater Hand bleiben und kein Vorrecht des Staates werden. Dafür kann das Betreuungsgeld einen wichtigen Beitrag leisten
    Aber jetzt schießen Sie den Vogel ab!
    Mal eine (rhetorische) Gegenfrage: 100,- € sollen einen Beitrag zur heimischen Erziehung leisten (können)? Glauben Sie das wirklich?








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