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Streit um Buchen: Luftbilder sollen Abholzung von Bayerns Wald belegen

Andreas Varnhorn / GreenpeaceWie intensiv dürfen Deutschlands Wälder genutzt werden? Über diese Frage streiten Umweltschützer und Förster seit einigen Wochen besonders erbittert in Bayern. Nun wollen die Öko-Aktivisten mit Luftbildern belegen, dass schützenswerte Waldgebiete misshandelt werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...829749,00.html
  1. #30

    Biomasse-Irrsinn

    Mit der Umetikettierung der pflanzlichen Natur zu sogenannter "Biomasse" ist im vergangenen Jahrzehnt ein Paradigmenwechsel vollzogen worden, über dessen katastophale Folgen für die naturnahen Flächen in Deutschland der naive Normalbürger völlig im Unklaren gelassen wird. Holzheizen wird als klima- und umweltffreundlich vermarktet und soll obendrein eine kostengünstige Energiequelle sein. Am besten, man baut auch noch mit Holz und gewinnt Strom aus Biomasse. Und fühlt sich als ökologischer Wohltäter.

    Holz wird als Energieträger subventioniert: Durch Zuschüsse für "Biomasse"-Heizungen und durch steuerliche Vergünstigungen (keine Energiesteuer!). Der Bedarf nach Holz ist seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts geradezu explodiert. In Bayern hat die Landesregierung dieser Entwicklung zusätzliche Impulse gegeben, indem vor einigen Jahren die Abholzung großer zusammenhängender Waldflächen per Gesetz freigegeben wurde.

    Die Folge: Waldflächen werden gnadenlos ausgebeutet. Die Profitgier der meisten Waldbesitzer und Endverbraucher schert sich nicht um ökologische Folgen. In meiner bayerischen Heimatgemeinde sind in den vergangenen 5 Jahren 25% der Waldflächen großflächig abgeholzt worden. Solche zerstörten Waldflächen werden in der Waldstatistik weiterhin als Waldflächen gezählt, egal, ob aufgeforstet wird oder nicht. Niemand fragt nach den Konsequenzen für Fauna und Flora: Erosion durch Sonne, Wind und Wasser; Zerstörung der Waldbodenstruktur; gestörter Grundwasser- und Oberflächenwasserkreislauf durch verminderte Speicherfähigkeit; Verlust von Waldfläche durch neu angelegte Forststraßen und Rückegassen; massive Schwächung / Aushungern des Waldsystems und Ausplündern der Nährstoffbasis durch fast vollständige Entnahme des Restholzes (Stichwort "Hackschnitzel"); Verfeuern von Holz und organischer Masse mit hoher Restfeuchte (ebenfalls Stichwort "Hackschnitzel"), um den Rohstoff schneller zu Geld machen zu können; und und und. Die heute praktizierte Biomassenutzung führt - von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. Pellett-Heizung im Passivhaus) - in ein ökologisches Desaster. Auch wenn es ungewohnt oder fast unglaubwürdig klingen mag: Holzheizen ist aktive Umweltzerstörung!

    Was mich allerdings wundert - und hier komme ich auf Ihren Artikel zurück - ist die beschriebene Empörung von Umweltschützern über die Umnutzung von naturnahen Wäldern. Waren es nicht genau diese Umweltschützer, Grüne und Klimaschutz-Aktivisten, die unermüdlich die Biomassenutzung als Wundermittel zur CO2-Reduzierung propagiert haben? Haben die etwa geglaubt, dass das Gros der Waldbauern weniger habgierig ist als die vier Energieriesen im Lande? Oder dass Endverbraucher etwas anderes suchen als möglichst billige Energie? Oder dass gar die Forstverwaltung echte Verantwortung im Sinne des Umweltschutzes übernimmt?

    Es liegt wie so oft am Verbraucher selbst, ob er Abnehmer und Konsument für den Biomassemarkt sein will und die geschilderten Fehlentwicklungen mitverursacht oder ob er nach wirkungsvollen Alternativen - hier vor allem Maßnahmen zu konsequenter Energieeinsparung - sucht und diese umsetzt.
  2. #31

    Zitat von strixaluco Beitrag anzeigen
    "Kann man nicht speziell Flächen für Wälder und Hölzer errichten, die einzig für die Industrienutzung da sind?"

    Für mich macht das nicht sonderlich viel Sinn. Jede Anbaufläche, auch jeder Acker, ist ein Stück Natur. Bioäcker sind übrigens ein buntes Paradies mit zahlreichen seltenen Pflanzenarten... Besser ist es, möglichst alle Flächen nachhaltig zu bewirtschaften - am ehesten funktioniert das, wenn große Konzerne und andere profitgierige Bewirtschafter wo irgend möglich aus der Sache herausgehalten werden. Ein gesunder Wald kann sicher eine solide, kontinuierliche Einnahmequelle sein - wer ihn als Goldgrube missbrauchen will, produziert eine Wüste und verscherbelt das Erbe der eigenen Enkel!!
    Die Sache hier betrifft im wahrsten Sinne des Wortes ein Sachthema. Natürlich gibt es Forst"wirtschaft", die auf die reine Nutzung bedacht ist, so wie die Vieh"wirtschaft" ja auch das Nutztier kennt, die das junge Schwein nach sieben Monaten dem Schlachter zuführt. Einen Eichenwald anzulegen für die Bewirtschaftung heißt, in 60 Jahren ausgewachsene Eichen "ernten" zu können. Pappeln können Sie nach 10 Jahren schlagen. Deutschland hat den Bedarf X +/-an Holz jährlich. Nach dieser mehr-oder-weniger-Konstante kann ein Bedarfsplan erstellt werden. Freichflächen nun gibt es genug.
  3. #32

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Da werden also Setzlinge eingepflanzt, die nicht dem Gusto von Greenpeace entsprechen, und prompt lassen die Ökoterroristen ihre SA aufmarschieren, die die Bäumchen wieder ausreißt. Weil ja nur Greenpeace weiß, was gut für Natur und Mensch ist (auch wenn dafür schon mal Zahlen manipuliert werden müssen). Hoffentlich gibt es noch Richter in Bayern, die dieses selbstherrliche Treiben angemessen bestrafen.
    Wer Buchen "erntet" und dafür die schnell wachsende Nadelholzart Douglasie pflanzt, ist meiner Meinung nach ein Krimineller. Da wird unsere Umwelt dem Kommerz geopfert.

    Ich bin übrigens kein Greenpeace-Anhänger.
  4. #33

    Zitat von giooo Beitrag anzeigen
    11. Die bewusste Falschdarstellung durch Greenpeace ist eine Beleidigung für jeden engagierten Förster und Bürger.
    Ich glaube, mich auf diesem Gebiet etwas auszukennen. Was die deutsche Forstwirtschaft betreibt ist zu einem nicht unbedeutenden Teil Raubbau an der Natur. Schauen Sie sich allein die Ausholzung großflächiger Waldgebiete in der Lausitz an.

    Was Sie in Ihrer Mail zusammenschreiben, kann man getrost in die Welt der Mythen und Märchen einsortieren.

    Ich bin übrigens kein weltfremder Grüner, sondern Manager in einem deutschen Großkonzern, gehe aber mit offenen Augen durch die Welt.
  5. #34

    Wo sehen Sie denn Freiflächen? Haben Sie das Gefühl, dass wir in einer Wüste leben? - Naja, Parkplätze gäbe es genug, das ist wirklich Wüste, und grün wär's schöner ;-) ... aber die wollen Sie wohl auch benutzen, oder?
  6. #35

    Zitat von Edgar230CE Beitrag anzeigen
    Holzheizen wird als klima- und umweltffreundlich vermarktet und soll obendrein eine kostengünstige Energiequelle sein.
    NUR WENN der Kreislauf eingehalten wird, ist es BIO oder ÖKO, ansonsten ist es CO2-Schwindel. Da ein solcher Kreislauf aber Jahrzehnte braucht, um in Gang gesetzt zu werden, kann man hier - ohne Wächter und Kontrollbehörde geht es zudem sowieso nicht - binnen von ein paar Jahren von Öko-Wahn noch gar keine Aussagen treffen.

    Die Sache weiter aufgezogen betrachtet: Die erneuerbaren Energien funktionieren auf die Privatwirtschaft umgelegt und ihr aufgebürdet nicht. Die Pelletheizung hierbei ist nur ein System von vielen.

    Beispiel: Photovoltaik produziert Wasserstoff, Wasserstoff wird an Kohlendioxid angebunden, und es entsteht Methangas. Methan dient dabei als Speicher und Zwischenspeicher für Wasserstoff. Methan verbrennen Sie und heizen damit. Der Strom für die Elektrolyse von Wasser für den Wasserstoff kommt via PV von der Sonne, und wenn sie die PV-Anlage zuerst durch den PV-Strom sich selbst herstellen lassen, bedeudet das, dass der PV-Strom nahezu umsonst ist, weil die PV-Anlage erheblich kostenreduziert ist, womit die Wertstoffkette im Anschluß ebenso nahezu umsonst bleibt. Das heißt: Eine Methangasverbrennung ist im Kreislauf ökonomisch unschlagbar und ökologisch CO2-neutral. Das Gleiche gilt für Benzin aus Algen. Dass die Umstellung eines Industrielandes wie Deutschland von fossilen Brennstoffen und Kernkraft auf erneuerbare Energien ein Mammutprojekt bedeutet, das wiederum Baukosten im Wert von zwei bis acht Billionen Euro bedeuten dürfte, dürfte vom Bauchgefühl her schon klar sein.
  7. #36

    genau erkannt,kein Bayerisches Problem.
    Auch in NRW ;hier als Beispiel das Siegerland.
    Habe die letzten Monate die Kolonnen durch den Wald walzen sehen.
    Es ist eine unverschämtheit wie hier mit dem Allgemeingut umgegangen wird.
    Aber die Gier und Dummheit ist halt nicht nur in Bayern dahoam.
    Wer unseren Landrat kennt,Paul Breuer,der stellt keine Fragen mehr,..... bei uns ist es eine kleine gierige Clique ,die sich alles unter den Nagel reisst.
    OttoQuast,Runkel,Bub alles Bauunternehmen die unter dem Deckmänntelchen der Religion,sie haben eine eigene Freihkirche gegründet,alles mit Beton zu kacken wo es nur geht.tja und unsere Stadtoberen lassen es sich gut bezahlen........
    Da wollte unser Landrat der Herr Paul Breuer doch eine Umgehungsstraße durch prügeln,für unsere Betonmafia,und hat promt auf alle Städtischen Fahrzeuge Aufkleber anbringen lassen ,die diesen Wahnsinn unterstützen helfen sollten,Meinungsmache mit Steuergeldern auf von Steuergeldern finanzierten Fahrzeugen.Arnsberg hat es dann verboten,aber das interessiert diese GierigenDümmlichen Beamten in Siegen nicht. die machen einfach immer weiter... naja bei dem IQ der nahe an Lebensunfähig ist in unseren Verwaltungen,einfach nur traurig,diesen Menschen wünscht man einen grausamen Tod und vielviel Leid
  8. #37

    Das ist richtig!

    Zitat von harald_mc Beitrag anzeigen
    Ich sehe diese sogenannten "Forstexperten" von Greenpeace bereits bildlich vor mir, wie sie demnächst auch noch ein plakatives Bild einer kahlen Lärche im Januar veröffentlichen und den betreffenden Waldbesitzer öffentlich anklagen, er hätte diesen Baum heimtückisch und aus reiner Profitgier ermordet!!

    Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man sich über die derzeitige "Waldkampagne" eigentlich schief lachen. Aber offenbar scheint mittlerweile Greenpeace jedes Mittel Recht zu sein, um noch irgendwie auf sich aufmerksam zu machen und die sinkenden Mitgliederzahlen und die einbrechenden Spendenzahlungen aufzuhalten - diese "Kampagne" ist ein Offenbarungseid aller erster Güte!
    Die Jungs von Greenpeace haben kein wirkliches Thema, deshalb suchen sie 'Ersatz'. Buchen müssen - wie alle anderen Bäume - nach einer vernünftigen Zeit geerntet werden, sonst vergammeln sie oder wachsen nicht mehr. Bei Buchen sind das zwischen 80 und 150 Jahre. Bei Eichen bis zu 300 Jahre. Man kann natürlich alles stehen lassen und warten bis es umfällt. Dann wird der Wald für Menschen gesperrt und man nennt ihn Urwald. Solange man Wald nutzen darf und nutzen will, müssen Bäume auch geerntet werden.
    Das macht man in allen Ländern! Schweden hat man sogar mal geplant alle Autos auf Ethanol als Treibstoff umzustellen. Den Alkohol wollte man aus nachwachsenden Bäumen gewinnen. Dazu muss man sie auch absägen durfen. Wenn die Greenpeace-Fuzzis im Spessart das nicht kapieren, ist das einfach traurig. Aber der Wutbürger ist ja nicht notwendigerweise mit Verstand geschlagen. Er ist einfach nur wütend ...
  9. #38

    Akuter Themenschwund bei GP

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Klasse Idee. So können die die Kampagne durch das ganze Jahr ziehen.
    ...
    Aber man muss das Positive sehen: Je lächerlicher die Greenpeace-Kampagnen werden, desto schlechter scheint es um den Laden bestellt.
    Den armen Greenpeacern gehen die Themen aus. Deutschland hat einen zu hohen Durchgrünungsgrad, da suchen sie sich halt neue, abstruse Themen wie

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    Demnächst warnen sie vor Fahrrädern, die durch ausgebeutete Chinesen hergestellt werden.
  10. #39

    Programm

    Zitat von linus40 Beitrag anzeigen
    Die sogenannte Waldexpertin von greenpeace ist Politologin und null-Kenntnisse über Wald und Forstwirtschaft. greenpeace sollte sich besser auf den Schutz der Meere beschränken und Waldarbeit den Naturschutzverbänden überlassen, die ein Minimum an Fachwissen haben. s.a:http://www.aelf-ka.bayern.de/pressem...01.03.2012.pdf
    Fachfremdheit ist bei den Grünen Programm. Beispiel: Der energiepolitische Sprecher der bayr. Grünen, Ludwig Hartmann, ist Grafikdesigner. Hauptaufgabe: Entwurf von Kampagneplakaten der Grünen.


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