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Streit um Brustkrebs-Screening: Neun Frauen gerettet, vier gepeinigt

CorbisWas bringt die regelmäßige Mammografie der Brust? Erstmals hat ein Ärzteteam die europäischen Programme zur Früherkennung von Brustkrebs ausführlich bewertet und kommt zu dem Schluss: Das Screening kann Leben retten - aber auch fatale Fehlalarme auslösen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-855855.html
  1. #1

    Was ist die richtige Therapie?

    Nicht nur bei der Vorsorge streiten sich die Experten. Wenn ein Brustkrebs zum ersten Mal diagnostiziert wurde, stellt sich sofort auch die Frage, wie groß ist das Rückfallrisiko resp. macht eine Chemotherapie Sinn. Moderne Gen-Diagnostik-Tests, (wie z.B. Oncotype DX) ermöglichen eine Aussage über die biologischen Eigenschaften des Tumors und können sehr konkret bei der Entscheidungfindung helfen, ob eine Chemotherapie Teil des Behandlungsplan sein sollte oder nicht. Leider zahlen die Krankenkassen solche Test (noch) nicht. Dadurch werden viele Patientinnen zur Chemo geschickt, obwohl der Gentest hätte feststellen können, dass der Tumor gar nicht darauf anspricht. Ich halte das für skandalös.
  2. #2

    Wenn die Abläufe stimmen kann die Angst reduziert werden

    Wenn die organisatorischen Abläufe stimmen, dann sollten die Frauen, die zu einer Abklärungsdiagnostik einberufen werden nur eine sehr kurze Zeit (3-4 Tage) mit dieser Angst leben müssen, idealerweise auch in dieser Zeit (zumindest telefonisch) betreut/informiert von einer entsprechend geschulten Person.
    Außerdem, wenn die Radiologen korrekt diagnostizierten, sollten es eigentlich nach den Europäischen Richtlinien nicht 170 sondern nur 50 pro 1000 sein, die eine solchen Abklärung erhalten. Auch hier wären die Belastungen seitens der Frauen durch eine entsprechende Qualitätssicherung verbesserbar.
  3. #3

    Menschenmaterial

    wird massenhaft benötigt, um die ganzen Apparate zu finanzieren.
    Mit der Angst der Menschen lässt sich trefflich Kundschaft generieren. Mittlerweile habe ich das Gefühl, man muss ständig zum Arzt wegen zig Vorsorgeuntersuchungen.

    Ist man nicht krank, wird man eben krank gemacht. Das scheint mir nicht nur bei Brustkrebsscreenings so zu sein, auch das Hautkrebs- und andere Screenings sind vielfach überflüssig bis schädlich; auch bei Prostatakrebs wird vielfach voreilig gehandelt, dito die zahllosen Herzkathetereingriffe usw. usf.
    Ist schwer, noch Vertrauen zu haben, wenn man wirklich mal was hat.
  4. #4

    Erbsen zählen

    Wenn man schon mal dabei ist:

    1. Welches Gesundheitsrisiko haben die Frauen 992 Frauen durch die Strahlenbelastung durch die Mammographie. Gibt es dadurch eine Gefahr hierdurch nach vielen Jahren zu erkranken?

    2. Von den 170 Frauen, die einen positiven befund erhalten. Wie wirkt sich der Stress aus, der dadurch ausgelöst wird?

    3. Wie verläuft das Leben der Frauen die falsch positiv getestet wurden. Wie verläuft das Leben nach den Sinnlosen Behandlungen. Gerade bei den restlichen 4 die das komplette Programm bis hin zur unnötigen Amputation erhalten?

    4. Die schwierigste Frage: Wie sieht es mit dem finanziellen Erfolg oder eben auch Misserfiolg des Programms aus?
    1000 Frauen werde alle 2 Jahre getestet, davon erhalten 170 einen positiven Befund mit nachfolgenden Nachuntersuchungen bis hin zu Amputation mit wachsenden Kosten. Alles in allem werden 7-9 Frauen korrekt positiv erkannt so dass sie vsl. nicht daran sterben.

    Was also kostet uns dieser Erfolg an Leid (durch die falschen Befunde) und an Euro durch falsche - sinnlose Behandlungen aufgrund von Fehldiagnosen durch die Bestrahlungen und durch das Screening insgesamt.


    Dann kommt die Frage: "Wie viele Leben können wir mit diesem Geld retten wenn wir es anders einsetzen würden?"

    ich denke eine offene Diskussion hierüber ist überfällig. Das betrifft natürlich nicht nur dieses Thema. wahrscheinlich ist es ähnlich bei dem Thema Prostatakrebs, was ich aber zur Zeit nicht beurteilen kann.
  5. #5

    Gute Statistik

    ...könnten sieben bis neun von 1000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gerettet werden, wenn sie regelmäßig zur Mammografie gehen. Und nur vier von 1000 Frauen, so das Fazit der Forscher, würden demnach überdiagnostiziert werden.
    Die Statistik wird hier schön allgemeinverständlich dargestellt. Den das ist die eigentliche Frage bei einem positiven Befund.
    Mit welcher Wahrscheinlichkeit habe ich tatsächlich Brustkrebs wenn das Screening positiv war.
    Und die Antwort ist meist "Mit größter Wahrscheinlichkeit haben sie keinen Brustkrebs auch wenn das Screening positiv war."
    170 von 1000 vs. 69 Frauen.

    Diese Aussage ist verblüffend. Widerspricht sie doch dem gesunden Menschenverstand und vermutlich der Aussage des Geräteherstellers "Unser Test liegt zu 99% richtig". Das mag schon sein, aber daneben spielt auch die Fallzahl eine Rolle. Wenn fast keiner Brustkrebs hat, ist die Möglichkeit in diesen 1% der falsch positiv getesteten zu landen für die vielen Getesteten viel größer als bei den tatsächlich positiven zu sein.

    Darüber hinaus fragen wir uns, wieso das Gesundheitssystem so teuer ist. Wieso immer mehr Ärzte für die gleiche Anzahl an Bewohnern in Deutschland immer mehr arbeiten müssen um die Versorgung sicherzustellen.

    Diese Tests sind mit ein Grund dafür. Verdienen tun daran erst einmal die Leute die diese Tests entwickeln und die Gerätschaften herstellen, sowie die Leute die den Test durchführen. Wenn der Nutzen eines Tests geringer ist als der Schaden den er anrichtet sollte man diesen Test nicht durchführen. Und lieber die Ärzte mehr Zeit mit den Patienten verbringen lassen die wirkliche Beschwerden haben.
  6. #6

    Halbwahrheiten

    Ich bin kein Arzt, kann mich aber nicht vorstellen, dass durch die Mammographie keine Schäden entstehen, erstens durch für manche Frauen sehr schmerzhaften Quetschungen und zweitens durch die Strahlenbelastung, die ungleich hõher ist als bei jeder anderen Röntgenaufnahme, weil nicht Knochen dargestellt werden, sondern nur Gewebeunterschiede müssen die Strahlen im Gewebe bleiben, dsmit überhaupt ein Bild entsteht. Das wird grundsätzlich verschwiegen
  7. #7

    Wenn man es genau nimmt, dann handelt es sich bei der Screening-Vorsorge um ein Gewaltverbrechen. Fakt ist, dass für Unsummen von den Krankenkassen/sonst. Behörden die entsprechenden Gerätschaften angeschafft wurden. Diese Investitionen müssen sich jetzt rechnen, so dass Millionen von Frauen ein System aufgezwängt wird, das - wie bereits vom Autor beschrieben - a) gesundheitliche Risiken (Röntgenbestrahlung) mit sich bringt und b) zu vollkommen falschen Weiterbehandlungen führen (kann), weil dieses bildgebene Verfahren nicht in jedem Fall das beste Ergebnis bringt. Für Frauen, die bspw. über ein dichtes Brustgewebe verfügen (mehrheitlich jüngere Frauen) ist die Mammografie bspw. vollkommen ungeeignet, weil die Röntenstrahlen dichtes Brustgewebe nicht durchdringen und ein entsprechendes Bild produzieren können. Wesentlich bessere Verfahren sind - für alle Frauen - die 3-D-Sonografie und das MRT. Diese Verfahren befinden sich jedoch leider nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen und müssen von daher von Patientinnen selbst bezahlt werden, was bei Kosten von gut 400 Euro pro MRT in vielen Fällen sicherlich hinderlich ist. Obwohl die zuvor genannten Punkten allen Institutionen (= Ärzten) bekannt sind,werden die Frauen dennoch in das Mammografie-Screening hineingezwängt - das ist m.E. ethisch nicht vertretbar.
  8. #8

    Experten und Kritiker

    ohne Namen, ohne Gesicht und wahrscheinlich auch noch Männer wollen beurteilen, was Frauen durchmachen, bei denen der Brustkrebs zu spät entdeckt wurde, weil vielleicht 4 von 1000 Frauen einen suspekten Befund haben der aber nicht negativ ist. Was für eine Relation. Gilt das nur für Kassenpatienten oder auch für Privatpatienten?
  9. #9

    In den letzten Tagen werden auffällig oft die Vorsorgeuntersuchungen kritisiert und ihnen Sinnhaftigkeit abgesprochen.
    Kann sein, dass die derzeitigen Methoden nicht vollkommen sind, aber solange es keine Alternativen gibt, trägt dies nur zur Verunsicherung der Patenten bei.
    Das Brustscreening ist nur ein Schritt in der Brustkrebserkennung. So weit ich weiss, ist bei unklaren Befunden oder dem Verdacht auf "falsch-positiv" eine Biopsie (bin kein Arzt, kann sein dass dies anders genannt wird) üblich.
    So habe ich es zumindest im Bekanntenkreis miterlebt.

    Eins stört mich in obigem Artikel:
    1000 Frauen über 50, die noch 30 Jahre leben wollen?
    Das klingt ein bisschen zynisch.
    Es erkranken erschreckend oft Frauen unter 50 an Brustkrebs.








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