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Streit um Betreuungsgeld: Koalition will Hartz-IV-Eltern von Herdprämie ausschließen

dapdDie Regierung müht sich um einen Kompromiss zum umstrittenen Betreuungsgeld: Bezieher des Arbeitslosengelds II sollen von der Regelung ausgenommen bleiben. Zwar erhalten sie die Prämie zunächst - dann wird das Geld jedoch von den Hartz-IV-Bezügen abgezogen.

Betreuungsgeld: Geld wird Empfängern von Hartz-IV abgezogen - SPIEGEL ONLINE
  1. #350

    Zukunftsweisend

    Zitat von Julerockt Beitrag anzeigen
    Das "Betreuungsgeld" sollte lieber zukunftsweisend in den Ausbau von Kindertagesstätten investiert werden und in einen angemessenen Erzieherinnen- Kind Schlüssel. Um wen es bei der Frage nach optimaler Betreuung gehen sollte sind nämlich die Kinder! Und diese, aus welchen Verhältnissen auch immer stammend, können durchaus von früher außerfamiliärer Betreuung profitieren, sofern diese qualitativ hochwertig ist.
    So "richtig" dann alles wäre....zumindest theoretisch, aus wessen Sicht auch immer, es ergäbe sich ein winziges Problem:
    Die Frauen, die unter solchen Umständen Kinder wollen, fehlen dann halt noch.
    Denn die Frauen, die das tatsächlich wollen (solange sie selber nicht betroffen sind), sind zwar laut, aber nicht zahlreich.
    Und umgekehrt.
  2. #351

    Klar sollte das Geld an diejenigen *nicht* fließen, die das Geld am Dringendsten brauchen! Das ist die neue für einen "Sozialstaat" doch recht perfide Ideologie: Wer arm ist, soll auch gefälligst arm bleiben! Dabei treibt man sogar gut ausgebildete junge Leute an den Biliglohnsektor, Hilfen werden aber verweigert. Eine Entwicklung in die Feudalgesellschaft mit einer seit dem Krieg noch nie da gewesenen Diffamierung und Herabsetzung von arbeitslosen Menschen, die systematisch daran gehindert werden, jemals wieder hoch zu kommen.
    Die Autorin Gerlinde Unverzagt hat das gut formuliert:
    Der eigentliche Skandal an dieser Debatte ist: wie man hierzulande über Eltern redet! Die angeblich ohne Bonuszahlung gar nicht auf die Idee kommen, Kinder zu kriegen, sie großzuziehen oder mit ihnen die Vorsorgeuntersuchungen zu besuchen und geschenkte 150 Euro lieber für Wodka und Flachbildschirme ausgeben. Darüber muss man lachen, damit man nicht verzweifelt - und sehr wachsam sein.
    Ganz abgesehen davon, dass das Betreuungsgeld eh großer Unsinn ist. Die familienpolitische Untätigkeit/Inkompetenz der Regierung sollte damit nun vernebelt werden. Ein armseliger Versuch.
  3. #352

    goggolores

    Zitat von munkelt Beitrag anzeigen
    Sentimentales Gerede. Wenn dKinder nix zu beißen haben, hat es sich mit der Zukunft. Wirtschaft ist die Grundlage allen Wohlstandes.
    stimmt so nicht ganz. es gibt genug leute, die schuften ihr leben lang tagein tagaus und haben keinerlei wohlstand. ordentliche bezahlung für ordentliche arbeit ist nämlich die grundlage allen wohlstands, genau wie sicherheit für familien. alles andre ist ziemlicher mumpitz.
  4. #353

    Zitat von Hasenvogel Beitrag anzeigen
    Wer sein Kind zuhause erzieht, sollte belohnt, nicht benachteiligt werden.
    Ausser natürlich, wenn man als Eltern Hartz-IV bezieht. Dann steht einem diese Belohnung natürlich nicht zu. Man scharotzt sich ja schliesslich schon genug durchs Leben, was?

    Dieses ganze Konstrukt gehört einfach in den politischen Mülleimer.
    Eltern bekommen bereits Geld fürs Zuhausebleiben; das Erziehungsgeld. Wer darüber hinaus sein Kind zuhause erzieht, tut es entweder, weil er/sie ohnehin (wegen Arbeitslosigkeit) zuhause ist. Oder weil er/sie es sich leisten kann, auch über die Zeit hinaus, für die das Erziehungsgeld gezahlt wird, zuhause zu bleiben. Mir ist nicht im geringsten klar, warum diese Leute, die sich das leisten können, nun auch auch noch 100€ pro Monat in den Hintern gesteckt bekommen sollen, während der Ausbau der flächendeckenden und kostenlosen Kinderbetreuung gerade in den südlichen Bundeslänern noch erhebliche Defizite aufweist. Und gerade diese Defizite treiben viele Mütter in ein ungewolltes Zuhausebleiben. Weil sie keinen Job finden, wenn sie ihre Kinde rnicht betreut bekommen. Oder weile s sich nicht lohnt, in einem Halbtagsjob zu arbeiten, wen die KiTa annähernd soviel Beiträge kostet, wie das Nettogehalt der halbtagsarbeitenden Mutter ausmacht.
  5. #354

    Äpfel und Birnen

    Zitat von Gebetsmühle Beitrag anzeigen
    stellen sie sich vor, ich gehe nie in oper, teater, ballett, war nur auf der volksschule, nutze keine bibliothek und kein schwimmbad. wo kann ich mir dafür die prämien auszahlen lassen?
    Sie übersehen, dass die Vorhaltung von Opernhäusern etc. eine rein freiwillige Leistung des Staates ist. Wenn das Steuergeld knapp wird, wird dort zuerst gekürzt (was dann wieder von den Kulturschaffenden und Bildungsbürgern lautstark bejammert wird). Und wenn eine Theatervorstellung abgesagt wird oder ausverkauft ist hat man Pech gehabt. Der Bürger hat keinen Anspruch auf Kultur.

    Im Gegensatz dazu ist Kinderbetreuung eine staatliche Pflichtleistung, auf die Eltern einen einklagbaren gesetzlichen Rechtsanspruch haben. Wer das nicht in Anspruch nimmt, spart dem Staat bares Geld. Bei tatsächlichen Kosten von ca 1000€/Monat für einen Kita-Platz sind 150€ Betreuungsgeld für den Staat ein sehr gutes Geschäft, um die Erziehungsleistung der Eltern ein- und den Rechtsanspruch auf staatliche Betreuung abzukaufen.
  6. #355

    Wer Kennt noch "Perter Hartz" den Erfinder der Hartz4-Kinder?

    Zitat von deus-Lo-vult Beitrag anzeigen
    Naja, sind sie von schwarz-gelb etwas anderes gewohnt?
    Hätten Sie etwas anderes erwartet? So bekämen doch dann auch die Bundestagsmamis die Prämie!
    Aber die Alleinerziehende Hartz IV Empfängerin nicht!
    Ist doch super so! Ein hoch auf unsere asoziale Marktwirtschaft.
    Sozial ist irgendwann in den 80ern verloren gegangen...
    Die Hartz4-Gestze wurden von "Gasmann Schröder" eingeführt, daher bekommt die SPD auch nicht die benötigte notwendige Unterstützung bei den Wählern.
    Schröder hat die "Brutale Marktwirtschaft" eingeführt.
    Die SPD ist keine Alternative, die sehnte sich bei der letzten Wahl nach einer Koalition mit der FDP und möchte nun wieder eine "Große Koalition", gerne als Juniorpartner.
    Bekommen werden SPD und Grüne schon bald die PIRATEN und dies nützt Frau Merkel und der CDU.
  7. #356

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Die allgemeinen Preissteigerungen werden bei der Anpassung des Regelsatzes berücksichtigt.
    Nach monatelangem Kampf (als Spiegelfechter) ist es zuletzt der Politik gelungen, eine Erhöhung um 5€ zu beschließen (gleichzeitig wurde aber der RV-Beitrag in Höhe von ca. 40€ gestrichen). Die durchschnittliche jährliche Inflation in Deutschland betrug in den letzten 50 Jahren 2,8%.
  8. #357

    Zitat von J_Curious Beitrag anzeigen
    Lieber Mitforist,

    die Franzosen bekommen mehr Kinder, weil dort die Kinderbetreuung hervorragend staatlich geregelt ist, die Mütter nach kurzer Zeit wieder arbeiten gehen und das auch gesamtgesellschaftlich so gewollt ist.
    Das stimmt so leider NICHT - nur die Kinderbetreuung AB 3 Jahren ist staatlich geregelt! Bei der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren handelt es sich um überwiegend private Initiativen...
  9. #358

    .

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Bisher kenne ich aus Erfahrung nur gute Krippen, mit ansprechender Ausstattung und geschultem Personal.
    Wissen Sie, wie der Betreuungsschluessel fuer Saeuglinge, teilweise ab 2 Monaten alt, ist? 1:4! Das bedeutet, dass eine Betreuerin fuer vier Kleinstkinder zustaendig ist, die ganz sicher nicht brav nacheinander gefuettert, gewickelt und, ja was war denn da noch? ach ja, getragen werden wollen und liebevolle, nicht rationierte, Zuwendung fordern.
    Das Szenario kann man sich vorstellen, wobei ich sogar ueberzeugt bin, dass die allermeisten Betreuerinnen faehig und geeignet sind und vier (manchmal sogar mehr) Saeuglinge adaequat zu versorgen ein Ding der Unmoeglichkeit ist.
    Bei etwas groesseren Kindern sieht das nicht besser aus.
    Bei Kindern unter zwei Jahren bedeutet eine Ganztags-Kitabetreuung oftmals purer Stress.
    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen

    Und Eltern, die in der Lage sind ihre Kleinkinder und Kinder gut behüten, betreuen, erziehen, auf das Leben vorbereiten können, machen das auch ohne 150 € /Monat und zwar früher, heute und morgen.
    Natuerlich, so ein kleiner finanzieller Zuschuss wuerde vielen aber helfen.

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Schauen Sie sich mal in modernen Staaten um - die haben erkannt, welche Anforderungen die wiss.-technische Revolution an die Erziehung stellt.
    Was soll das denn heissen?
    Sie verwechseln hier Erziehung mit Bildung.

    Gute Erziehung bleibt sich immer gleich, egal was die gesellschaftlichen Anforderungen sind. Gute Erziehung findet vor Schuleintritt statt und macht offen fuer Bildung jeder Art.


    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Der Aufenthalt in der Krippe verbietet doch den Eltern nicht, ihren eigenen Erziehungsbeitrag zu leisten.
    Der Beitrag ist sehr gering, die wirkliche Erziehung findet in der Krippe statt.
    Wir reden hier - wohlgemerkt - von Kindern unter 2-3 Jahren.
  10. #359

    darauf kann ich leicht antworten

    Zitat von die_firma Beitrag anzeigen
    Immer dieser an den Haaren herbeigezogene Vergleich. Zum einen muss der Staat es fördern, dass Menschen überhaupt noch Kinder bekommen (wollen).
    der vergleich ist berechtigt, sowohl kita, wie auch opernhaus sind freiwillige sozialleistungen. man kann sie gegen gebühr in anspruch nehmen, oder es sein lassen. der staat fördert aber auch die kultur und opern sind eben die kultur von ganz wenigen schwer reichen. mir wären kitas lieber als opernhäuser und so gehts wohl 95% der bevölkerung. wer opern will, der sollte sie komplett selbst bezahlen. wo ist das problem? warum muss ein dirigent, den nur 0,00001% der bevölkerung jemals sehen will, ein fantasiegehalt bekommen, eine erzieherin in der kita aber mit netto 900 euro nach hause gehn?
    Zitat von die_firma Beitrag anzeigen
    Zum anderen wird ja eine Erziehungsleistung von den Müttern zu Hause erbracht.
    das trifft aber auf ALLE mütter zu. also treten sie für ein allgemeines müttergehalt ein? darüber können wir reden. aber wollen sie das bezahlen?
    Zitat von die_firma Beitrag anzeigen
    Der Aufwand fällt also in der Kita und zu Hause an. Wenn Sie nicht in die Oper gehen, lassen Sie dann stattdessen kulturelle Veranstaltungen bei sich daheim abhalten, die nicht gefördert werden?
    natürlich nutze ich nicht-subventionierte kulturveranstaltungen, zb das feuerwehrfest im dorf, oder ich kaufe mir auf eigene kosten eine cd, OBWOHL ich mit meinen steuern ganze elbphilharmonien mit bezahle!








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