Sehen wir einmal von den fragwürdigen Fehlanreizen, dem absurden Prinzip "Kompensation für die Nicht-in-Anspruchnahme-von-Leistungen" sowie den immensen Kosten in Zeiten der Schuldenbremse an, so frage ich mich vor allem eines:
Wie kann es sein, daß Bavaria die Bundesrepublikanische Politik damit terrorisiert und das Familienbild in andere Bundesländer exportiert? Bayern soll damit Bayern beglücken und den Rest der Republik in Ruhe lassen.
DAS ist für mich der grundlegende Skandal, daß eine Partei mit (bundesweit gerechnet) 6,5% solch einen Schwachsinn in den Koalitionsvertrag diktieren durfte und weder die CDU noch die FDP ihr in den Arm gefallen ist.
Wie schon von einigen erwähnt, gehört die komplette Familienförderung auf den Prüfstand (Kindergeld und Ehegattensplitting abschaffen und stattdessen in Kitas, und Schulen stecken sowie Familiensplitting einführen), aber auch die Forderungshaltung von uns Wählern: Es treibt absurde Blüten, was wir Wähler alles kostenfrei bzw. -günstig geliefert und gefördert bekommen wollen und gleichzeitig Steuersenkungen fordern. Ein Blick in europäische Nachbarländer erweitert den Horizont: wie werden Familien dort gefördert? Wer kennt Kindergeld, sind Kinder beim Vater bzw. Mütter, die zuhause bleiben, beim Mann KOSTENLOS (!!) in der GKV mitversichert, was kosten dort Kindergartenplätze bzw. Kita-Plätze, ist die Schuleausbildung kostenlos, gibt es und wie lange dauert der Mutterschutz, gibt es Elternzeit, Garantie auf Rückkehr an den Arbeitsplatz, ... die Liste ist endlos.
Deutschland investiert 30% überdurchschnittlich mehr für Familien als der OECD-Durchschnitt - der Output ist jedoch beschämend.
Ja, der Staat soll Familie fördern, unbedingt. Aber ganz ehrlich, liebe Frauen (bin selbst eine): es gibt so manche unter uns, die sich auch in die Familienrolle zurückzieht, weil es in der Arbeitswelt auch mal rau und stürmisch zugeht; Plan B heißt das bei Akademikerinnen gerne. Da soll jede Wahlfreiheit genießen. Aber den Anspruch zu haben, daß dieses Modell auch noch besonders gefördert werde, wo zumindest bei Akamdemikerinnen ein weitestgehend kostenloses Studium (exkl. Lebenshaltungskosten) von Steuergeldern finanziert wurde (mal verglichen, was man in anderen Ländern dafür zahlt?) und dann brach liegt, da kann ich den Staat verstehen, wenn er sich auf volkswirtschaftliche Vernunft besinnt (wenn sich auch nicht traut, dies so zu benennen) und es fördert, daß Frauen in den Arbeitsprozeß zurückkehren und in die Sozialkassen einzahlen.



