Streit um Betreuungsgeld: Koalition will Hartz-IV-Eltern von Herdprämie ausschließen

dapdDie Regierung müht sich um einen Kompromiss zum umstrittenen Betreuungsgeld: Bezieher des Arbeitslosengelds II sollen von der Regelung ausgenommen bleiben. Zwar erhalten sie die Prämie zunächst - dann wird das Geld jedoch von den Hartz-IV-Bezügen abgezogen.

Betreuungsgeld: Geld wird Empfängern von Hartz-IV abgezogen - SPIEGEL ONLINE
  1. #190

    Warum sollte man auf jeden Fall etwas so wertvolles wie die Erziehung der eigenen Kinder outsourcen?
    Meine Frau hat auch eine Universitätsausbildung und ist zu hause bei den Kindern. Sie wird wieder arbeiten, aber erst wenn das jüngste Kind alt genug ist.
    Einerseits beklagen wir uns über die Probleme von Kindern in der Schule deren Eltern beide arbeiten, andererseits ist das das Ideal vieler Leute hier.
    Ein Kind in der Pubertät auf Kurs zu halten bedarf Eltern die sich intensiv um das Kind kümmern. So etwas kann keine staatliche Institution (Krippe, Nachmittagsbetreuung, ...) leisten.
    Warum Kinder bekommen wenn man sich dann nicht um sie kümmern will?
    Insofern finde ich das Betreuungsgeld eine gute Investition in die Leistungsfähigkeit der nächsten Generation.
  2. #191

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Es gibt Stimmen, die sagen, dass das Kindergeld total abgeschafft werden soll.
    Diese Stimmen verkennen, dass das Kindergeld als steuerlicher Ausgleich für das Existenzminimum der Kinder dient und daher nicht so einfach abzuschaffen ist bzw. der Kinderfreibetrag würde auf jeden Fall bleiben und das lässt sich eben schwer dem Wahlvolk erklären, die schreien dann wieder wegen soziale Ungerechtigkeit etc.
  3. #192

    Zitat von Federal-States-Of-Europe Beitrag anzeigen
    Der einstige "Sozialstaat" Deutschland sorgt zunehmend für eine Verarmung der Ärmsten im Land...
    Das beste Rezept gegen Verarmung ist Berufstätigkeit. Und um Müttern, deren Mann nicht genug für die ganze Familie verdient oder die ganz ohne Ehemann dastehen das Geldverdienen zu erleichtern , muss die Kinderbetreuung verbessert werden. So wie in anderen Ländern auch.
  4. #193

    Danke

    Zitat von findetnemo Beitrag anzeigen
    Da haben Sie etwas nicht verstanden. Ich stimme Ihnen ja zu, aber gerade das Kindergeld bevorteilt nun mal die untere Mittelschicht.
    Es ist unstreitig, dass jedem Bürger ein steuerfreies Existenzminimum zusteht. Dass Eltern, die ihre Kinder versorgen, dies auch für diese anrechnen können, bevor sie Steuern.......
    ein wohltuend sachlicher Diskussionsbeitrag. Herzlichen Dank dafür!

    Leider ist es aber eine Illusion zu glauben, dass in einer aufgehetzten populistischen Diskussion mit Gesinnungsethikern (bzw. denen die diesen nachlaufen) Fakten zählen.
  5. #194

    Ich möchte nicht wissen welcher gigantische Verwaltungsaufwand hier betrieben werden müsste um die Gelder zu verteilen.
  6. #195

    Leistungen für Familien

    Wenn schon gleiche Chancen für alle, dann bitte erstmal den Kita-Ausbau forcieren, damit Eltern auch endlich eine Wahl haben.
    In den 1960er Jahren hat man noch Kinder bekommen, weil man es wollte. Und wir, d.h. die jetzt in Rente gehende Generation, war sozusagen die erste, wo auch Frauen eine Berufsausbildung hatten und eigentlich ganz gerne ihren Beruf ausüben wollten. Kindergeld für das 1. Kind gab es damals noch nicht. Das gab es erst 1975 (soweit ich mich erinnere). Aber das 2. Kind haben wir uns nicht "geleistet" wegen des Kindergeldes, sondern weil wir keine 1.Kind-Familie bleiben wollten. Bei den heutigen 1.Kind-Familien ist es extrem wichtig, dass sie mit anderen Kindern aufwachsen. Die ersten "Ergebnisse" der 1.Kind-Familien sind ja heute schon auf dem "Markt" und wenn man sich näher damit beschäftigt, stellt man fest, dass diese absolut keine Sozialisation haben. Es wurden Egoisten groß gezogen, die heute sofort zuschlagen, wenn sie nicht bekommen was sie wollen.
    Aufgeweckte Kinder, wenn sie denn nicht schon als Baby vor den Fernseher gesetzt werden, haben den unbedingten Drang nach Gesellschaft mit Gleichaltrigen. Und den sollte man ihnen nicht verwehren. Wenn Mama oder Papa versuchen, hier Ersatz zu spielen, bleiben sie selbst auf dem geistigen Niveau ihrer Kinder und sind dann vollkommen ungeeignet für einen Wiedereinstieg in den Beruf.
    Damit möchte ich den Beruf einer Hausfrau und Mutter nicht abwerten, denn es gibt einige, die das mit Leidenschaft machen. Nichts desto Trotz sind diese Kinder benachteiligt, wenn sie keine Kita besuchen dürfen.
  7. #196

    Zitat von bekkawei Beitrag anzeigen
    [...] Damit sind nur staatlich subventionierte Krippen/Kitas gemeint.
    Die private Gruppe, Tagesmutter, etc. zaehlt nicht.

    Man kann also durchaus arbeiten und das Betreuungsgeld erhalten.
    Haben Sie den Beitrag gelesen, auf den ich geantwortet habe? Es ging darum, dass durch das Betreuungsgeld Kinder nicht in den Kindergarten gehen würden - und das ist Unfug...
    Wie hieß es doch letztens: "Kinder lernen kein Deutsch, bevor sie in die Schule kommen, weil sie keine Kita besuchen." Da frage ich mich: Was ist denn mit der Lücke von 3 bis 6 Jahren, in denen Kinder in aller Regel einen Kindergarten besuchen? Oder ist es den Kritikern des Betreuungsgelds entgangen, dass Kita ungleich Kindergarten ist?
  8. #197

    Wo bleibt die Logik?

    Dann müssen Sie mir mal erklären, warum die Zahnarztgattin, die durch ihren Mann gut versorgt ist und auch genügend Zeit hat, dieses Geld bekommen soll.
    Man hat uns doch wochenlang erzählt, dass es eine Unverschämtheit sei alle Unterprivilegierten über einen Kamm zu scheren und zu glauben, diese Leute könnten ihre Kinder nicht richtig erziehen.
    Jetzt will man diese Gruppe separat behandeln. Warum?

    Wenn das Betreuungsgeld eine Honorierung einer bestimmten Lebensform sein soll, warum soll da nicht für alle gelten?
    Warum soll es keine Wahlfreiheit für Hartz4-Empfänger geben?
    Wo bleibt denn die Wahlfreiheit für diese Gruppe, wenn es für sie gar keine KITA-Plätze gibt, weil das Geld fürs Betreuungsgeld draufgegangen ist? Hartz4ler müssen also ihre Kinder zuhause lassen und kriegen dann im Gegensatz zur Zahnarztgattin nichts dafür.
    Dass diese dann ihr Kind gar nicht selbst bei sich haben muss, sondern es zu einer womöglich nicht ausgebildeten, überforderten Tagesmutter geben kann, macht die Sache nicht logischer.

    Fragen über Fragen. Und es werden immer mehr
  9. #198

    Zitat von !Obacht! Beitrag anzeigen
    Es ist schon eine Frechheit, einfach zu behaupten, dass H IV Empfänger nicht in der Lage seien Kinder ordentlich zu erziehen.
    Wer behauptet denn das? Die "Herdprämie" würde einfach wie jedes andere Einkommen mit H4 verrechnet. Wer das nicht möchte, sollte lieber einmal begründen, warum gerade diese Einkommensart von der Verrechnung ausgenommen werden sollte.
  10. #199

    .

    Zitat von spot_an Beitrag anzeigen
    Die einzigen, die bei diesem Thema eine freie Wahl haben, sind diejenigen, deren Partner genug verdient, um alleine eine Familie zu ernähren. Diese Konstellation ist schon durch das Ehegattensplitting steuerlich begünstigt und da braucht es nicht noch zusätzliche 100€ Taschengeld.
    Sehr viele Elternpaare waeren in der Lage, voruebergehend (2-3 Jahre Elternzeit) finanziell ueber die Runden zu kommen. Das Kind ist ja noch klein und die Nebenkosten sind ueberschaubar.

    Viele sind aber nicht bereit, sich waehrend dieser Zeit einzuschraenken.