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Streit über Urheberrecht: Gabeln aus dem Drucker

Der Streit ums Urheberrecht wird bislang vor allem um digitale Kulturgüter geführt. Dabei ist dieser Kampf erst der Anfang. Eines Tages werden auch materielle Dinge einfach kopierbar sein - dann surren aus den 3D-Druckern Geschirr, Stühle oder Sonnenbrillen. Das geht uns alle an.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...833147,00.html
  1. #1

    Sehr sehr seltsam

    Also den Nahostkonflikt mit der Urheberrechtsdebatte im Internet gleichzusetzen ist schon eine tolle Leistung. Egal wo er sonst recht hat zur Überarbeitung des Urheberrechts, aber selten war der erste Satz so daneben. Auch wenn die Contentindustrie gerne die illegalen Kopierer zu Räubern macht, was sie rein rechtlich nicht sind, sollte mir Herr Lobo schon mal sagen wer wer in seinem Vergleich ist. Wer sind die Israelis, wer die Palestinenser, wer die ganzen Nachbarn drumherum. Nur so nebenbei dort sterben Menschen jeden Tag egal auf welcher Seite und wer im recht ist.
  2. #2

    Erhöhung der Kaufattraktivität durch kaum kopierbare Zusatzdienste zum Produkt

    mit anderen Worten: das digitale Kulturprodukt ist eine kostenlose Beigabe
  3. #3

    3D-Drucker

    Wenn es genug 3D-Drucker gibt wird HP das Pulver für den 10 bis 100fachen Materialpreis verkaufen. Und der Ärger ist der selbe wie bei den Tintenstrahldruckern. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehn. Aber für "Quatsch mit Soße" halte ich 3D-Drucker schon heute nicht mehr, auch wenn die Technik noch in den Kinderschuhen steckt - genug Potential um mal was ganz großes zu werden hat sie auf jedenfall.
  4. #4

    Gut zusammengefasst

    Die Quintessenz, die sich Lobo diesmal verkniffen hat, lautet:

    Wenn wir die geschilderten Probleme mit den Mitteln des 19. und 20. Jahrhunderts zu lösen versuchen, nämlich mit "durchgreifenden" Gesetzen, mit detaillierter Kontrolle aller Informationsflüsse und mit Repression, werden wir nicht nur schon in wenigen Jahren ein totalüberwachtes, durchkommerzialisiertes Internet haben, das sich fundamental von dem unterscheidet, das wir heute kennen. Wir werden auch bezüglich bürgerliche Freiheiten, Freiheit der Information und Datenschutz weit, sehr weit hinter das zurückfallen, was in der 2. Hälfte des 20.Jahrhunderts und insbesondere seit Bestehen des Internets erreicht wurde.

    Und all die tatsächlichen oder Möchtegern-Künstler, die eilfertig ihre Unterschriften für die von der Content-Industrie initiierten und gesponserten "Aufrufe" etc. hergeben, sollten sich endlich darüber klar werden, dass sie damit an der Versenkung unserer bürgerlichen Freiheiten fleißig mitarbeiten. Wenn es denn soweit kommt, wie sie es gern hätten, werden ihre Freiheiten mit untergehen.
  5. #5

    3D-Drucker

    so sehr ich den Versuch, ein wenig Struktur in die Urheberrechtsdebatte zu bringen begrüße, muß ich dennoch Einspruch bei der Fortentwicklung des Gedankens Einspruch erheben: 3D Drucker werden niemals eine Gefahr für Realprodukte werden (es sei denn sie sind aufgrund Seltenheit / Verfügbarkeit extrem wertvoll) - sie sind wesentlich teurer als das eigentliche Produkt und haben auch abweichende physikalische Eigenschaften (Festigkeit, Gewicht, Material, etc) als das Original.

    Da aber 3D-Modelldaten für ganze Industriebereiche inzwischen gang und gäbe sind, ist deren Sicherheit und Kopierbarkeit natürlich ein Problem. Wie uns die Chinesen mit den Kopien aktueller Fahrzeuge ja eindrucksvoll beweisen...
  6. #6

    Das Ziel...

    ... kann doch nur sein, dass alle, die qualifiziert (!) künstlerisch/erfinderisch/wissenschaftlich usw. tätig sind, von ihrer Arbeit leben können. Und das Urheberrecht, wie es jetzt ist, taugt dafür nur sehr bedingt - zu viele müssen sich mit einem Hungerlohn durchschlagen, andere benutzen das Recht als Lizenz zum Gelddrucken, die dann absurderweise auch noch an am Schöpfungsprozess Unbeteiligte veräußert werden kann. Was könnte man tun?
    1. Einen Abstimmungsmodus finden, mit dem festgestellt wird, wer als Kreativ Tätiger bezahlt werden soll - verlässlich, aber kündbar
    2. einen Bezahlmodus finden - für den Nutzer lässt sich die "Gebrauchsrate" über Downloadzahlen usw. ja durchaus messen - Abrechnung im Internet könnte zB über die Telefonrechnung erfolgen, ggf. auch als Flatrate
    3. Das Geld so verteilen, dass alle akkreditierten Schaffenden erst einmal genug zum Leben (Summe festlegen, absolutes Minimum viell. etwa 1000 Euro...) erhalten, der Rest könnte dann anhand eines Bewertungssystems (sinnvollerweise im Internet) als Boni verteilt werden
    4. Es könnte wirklich besser sein, das Geld direkt an Künstler/Autoren usw. auszuzahlen, die dann Sekundärdienstleister, die sie brauchen, bezahlen, denn bei denen scheint gerade unangemessen viel Geld zu versacken (weil sie i.d.R die Verwertungsrechte in der Hand haben)
  7. #7

    Zitat von Anhaltiner Beitrag anzeigen
    Wenn es genug 3D-Drucker gibt wird HP das Pulver für den 10 bis 100fachen Materialpreis verkaufen. Und der Ärger ist der selbe wie bei den Tintenstrahldruckern. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehn. Aber für "Quatsch mit Soße" halte ich 3D-Drucker schon heute nicht mehr, auch wenn die Technik noch in den Kinderschuhen steckt - genug Potential um mal was ganz großes zu werden hat sie auf jedenfall.
    Ein paar Jahre ist ein bissl untertrieben. Ein paar Jahrzehnte ist da wohl realistischer. Und wenn überhaupt, wird es das nur für ganz einfache Werkstoffe und Bauteile geben. Bevor hier auf dem Planeten irgendjemand ein iPhone oder ein Auto ausdruckt, vergehen, sofern das überhaupt möglich ist, noch mindestens 100 Jahre oder länger. Klar ... ein Bobbycar ist möglich, aber kein Porsche 911.
  8. #8

    Zitat von tirilo Beitrag anzeigen
    so sehr ich den Versuch, ein wenig Struktur in die Urheberrechtsdebatte zu bringen begrüße, muß ich dennoch Einspruch bei der Fortentwicklung des Gedankens Einspruch erheben: 3D Drucker werden niemals eine Gefahr für Realprodukte werden (es sei denn sie sind aufgrund Seltenheit / Verfügbarkeit extrem wertvoll) - sie sind wesentlich teurer als das eigentliche Produkt und haben auch abweichende physikalische Eigenschaften (Festigkeit, Gewicht, Material, etc) als das Original.

    Da aber 3D-Modelldaten für ganze Industriebereiche inzwischen gang und gäbe sind, ist deren Sicherheit und Kopierbarkeit natürlich ein Problem. Wie uns die Chinesen mit den Kopien aktueller Fahrzeuge ja eindrucksvoll beweisen...
    Wir befinden uns hier ganz am Anfang der Entwicklung. Das Internet war auch mal langsam und kompliziert und man konnte darüber nichtmals telefonieren. Reden wir in 10 Jahren nochmal über diese Einschätzung ;)
  9. #9

    Zitat von tirilo Beitrag anzeigen
    so sehr ich den Versuch, ein wenig Struktur in die Urheberrechtsdebatte zu bringen begrüße, muß ich dennoch Einspruch bei der Fortentwicklung des Gedankens Einspruch erheben: 3D Drucker werden niemals eine Gefahr für Realprodukte werden (es sei denn sie sind aufgrund Seltenheit / Verfügbarkeit extrem wertvoll) - sie sind wesentlich teurer als das eigentliche Produkt und haben auch abweichende physikalische Eigenschaften (Festigkeit, Gewicht, Material, etc) als das Original.
    Das ist heute so, wer sagt Ihnen, dass es in 20 Jahren nicht anders ist? Die Geschichte hat gezeigt das vieles was einst als utopisch galt später realisiert wurde.


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