Zitat von
wurzlbrunft
Nur weil jemand hierzulande sachlich Kritik an der brandgefährlichen, mehrfach praktizierten "Erstschlag"-Politik des Herrn Netanjahu übt, muss sich diese Person keineswegs öffentlich diffamieren oder als Antisemit beschimpfen lassen - unabhängig, ob es sich um Herrn Grass oder den Max Mustermann, ob es sich um eine junge Frau oder um einen alten Herrn handelt. Egal, wie man zur Person des Günter Grass steht - das Recht auf freie Meinungsäußerung hat in der Bundesrepublik einen ziemlich hohen Kurs, eine Tatsache die offensichtlich noch nicht bis zu einigen Medienvertretern durchgedrungen zu sein scheint. Interessant ist dabei, dass gerade die lautesten Plärrer und Grass-Kritiker den Stein des Anstoßes, nämlich sein Gedicht zwar offensichtlich nicht gelesen haben, sich aber nichts desto trotz mit schäbigen, in der Perversion ihres Denkens kaum überbietbaren Äußerungen gegen Herrn Grass zu Wort melden. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Nachkriegsdeutschen ihre im Grundgesetz verankerten Rechte wie Meinungs- und Redefreiheit, auch international wieder lauter artikulieren – demokratisch, sachlich und mit Augenmaß, aber mit erhobenem Haupt. Im Übrigen - zeichnet es nicht einen wirklich guten Freund aus, zu unangenehmen Themen ehrlich seine Meinung zu sagen und nicht, wie heute üblich, alles desinteressiert ab zunicken? Darüber sollte nicht nur ein Herr Netanjahu nachdenken.