Streit über Gauck: Rot-Grün-Rot spielt Rumpelstilzchen

SPD und Grüne sind stolz auf ihren Kandidaten Gauck - sie haben die Regierung bei der Präsidentenkür düpiert. Doch das Verhältnis zu den Linken ist nach deren Stimmenhaltung auf dem Tiefpunkt, man überzieht sich gegenseitig mit Schmähungen. An eine Annäherung ist derzeit nicht zu denken.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...704091,00.html
  1. #20

    "Gabriel hat Gauck verheizt"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    SPD und Grüne sind stolz auf ihren Kandidaten Gauck - sie haben die Regierung bei der Präsidentenkür düpiert. Doch das Verhältnis zu den Linken ist nach deren Stimmenhaltung auf dem Tiefpunkt, man überzieht sich gegenseitig mit Schmähungen. An eine Annäherung ist derzeit nicht zu denken.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...704091,00.html
    Ein Glück ist Gauck nicht Bundespräsident geworden, das er für das Amt nicht quallifiziert ist, zeigt seine Haltung zur Linkspartei. Wer behauptet eine Partei, die in Teilen Deutschlands Volkspartei ist, wäre überflüssig, der grenzt Teile der Gesellschaft aus und hat auch Demokratie nicht wirklich verstanden.
    Ausserdem ist Gauck so konservativ, das Merkel die Entäuschung gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen hat, darüber das ihr dieser Typ als Kandidat nicht selbst eingefallen ist.
    Es ist gradezu lächerlich wie die SPD sich jetzt echaufiert, das "ihr" Kandidat nicht gewählt worden ist, wenn man anerkennt wie kritisch Gauck SPD und Grünen, und überhaupt allem was mit "links" etikettiert wird gegenübersteht.
    Für Gauck geht Freiheit über Solidarität, deshalb konnten sich ja grade Teile der FDP kaum vor entzücken halten so einen ins Bundespräsidentenamt zu hieven.
    Wie jetzt versucht wird von der SPD der Linkspartei den schwarzen Peter zuzuschieben mit kräftiger unterstützung der Massenmedien ist einfach armselig.
    "Gabriel hat Gauck verheizt", ist mal eine Überschrift die den Gegebenheiten entspricht. Gauck ins Rennen zu schicken war reine Politische Taktiererei, und Gauck hat sich, über seine eigene Eitelkeit stolpernd, darauf eingelassen. Schande über die SPD und Grünen, die so mit Menschen umgehen, das hat auch eine Herr Gauck nicht verdient.

    Ich bin keine Freund der Linken, genausowenig wie der anderen Parteien, aber wenn man den politischen Diskurs verfolgt, muss man konstatieren das die Linke (von einigen abstrusen Querschlägern abgesehen, grade auf Westländerebene) die einzige Partei ist die Vorschläge einbringt die sich zumindest an der Vernunft anlehnen. Das die Linke Gauck nicht gewählt hat ist doch aus oben genannten Gründen doch ganz klar und hat somit auch Haltung bewiesen, davon können sich andere Parteien auch was abscheiden.
  2. #21

    Fest-Stellung oder Starrköpfigkeit

    Fest-Stellung oder Starrköpfigkeit

    Warum machen SPD und Grüne so lange Gesichter?

    Wegen ihrem Crashtest-Dummi Gauck kann es kaum sein. Seit den letzten 15 Jahren und besonders in der Rot/Grünen ReGIERungszeit haben beide kein Herz für Menschen und ihr Einzelschicksal gezeigt. Sonst hätten Parlamentarier beider Parteien für Hartz IV und Afghanistan niemals ihr Fingerchen im „Hohen Hause“ heben können, nur den Daumen nach unten!

    SPD und Grüne haben gestern die Quittung für ihre politische Kurzsichtigkeit kassiert und sich selbst den politischen Dilettanten-Pass ausgestellt. Warum?

    Ganz einfach, 1.: SPD und Grüne erkannten die Realität nicht. Beide Parteien haben nicht gesehen, wie desolat der Zustand der Regierung tatsächlich ist. Sie haben nicht im Traum damit gerechnet, dass ein zweiter Wahlgang notwendig sein wird. Denn sonst hätten sie ihren Kandidaten zum Erfolg verhelfen können.

    Ganz einfach, 2.:. Stattdessen gingen SPD und Grüne nach der gewohnt arroganten Ausgrenzer-Masche vor. Keine Gespräche zwischen ALLEN Oppositionsparteien. Stattdessen Aufstellung eines schwarz-rot-gelb-grün karrierten Konsens-Sossen-Kandidaten. Gabriel hat es am 29. Juni versemmelt. Sonst wäre sein Kandidat im ersten Wahlgang gewählt worden.

    Ganz einfach, 3.: Gesprächsaufnahme über die Bundespräsidentenwahl mit der Linken erst vor dem dritten Wahlgang. Zu diesem Zeitpunkt hatte JEDER begriffen, wie es um diese Regierung steht. Der taktische Vorteil, im ersten Wahlgang aus der Opposition heraus die Regierung vor die Wand fahren zu lassen, war bereits passée. Inzwischen hatten sogar CDU/CSU/FDP den Ernst ihrer Lage realisiert, so dass es absehbar war, dass deren Wahlmänner für die Wulff-Mehrheit sorgen.

    Ganz einfach, 4.: Angriffe gegen Die Linke wegen der Abstimmung. Es ist lächerlich und erschreckend zugleich, wenn eine Partei diffamiert wird, weil sie im dritten Wahlgang ihren Kandidaten zurückzieht (den hätte sie ja laut dem speziellen Demokratieverständnis von Rot-Grün ja schon gar nicht aufstellen dürfen) und ihren Wahlleuten die Abstimmung frei gibt. Dieses Vorgehen ist demokratischer Grundsatz! Dazu überschreiten SPD und Grüne die Grenze zur Heuchelei: Wer hat in den letzten vier Wochen die Freigabe der Abstimmung medial gefordert?

    Ganz einfach, 5.: DDR und Konsorten-Vorwurf. Wer zeigt seine Gesinnung als Ewiggestriger? Derjenige, der das demokratische Verhalten einer Partei und die freie, geheime und demokratische Abstimmung von 124 Wahlmänner und Wahlfrauen auf die DDR reduziert und ihnen ihre Lebensläufe vorwirft und sich gleichzeitig mit dem seines Kadidaten brüstet und das, obwohl die Mehrheit der Parlamentarier von Die Linke aus dem "Zonenrandgebiet" Westdeutschlands kommen und/oder so jung sind, dass sie damals niemals das Stasi-Einstellungsalter erreichen konnten. Oder gab es IMs mit Pampers (ostdeutsche Variante, evtl. Stoffwindel)???

    Fazit, ganz einfach:

    Ich habe mich als Wählerin von Die Linke über die Wahl und deren Ablauf sehr gefreut, besonders über den dritten Wahlgang. Denn eines ist glasklar geworden:

    Ohne Die Linke ist die Opposition so schwach, dass sie niemals die Regierung auf grundgesetzkonformen Weg übernehmen kann. Es sei denn, die Regierung ist damit einverstanden. Und für dieses Korrektiv bin ich den Vätern des Grundgesetzes sehr dankbar. Denn sonst würden die Machtgierigen niemals ihr wahres Gesicht zeigen, nicht einmal bei einer Bundespräsidentenwahl.
  3. #22

    Argumente geliefert

    Zitat von Everybodys darling Beitrag anzeigen
    Ach die Linkspartei spielt beleidigte Leberwurst, nur weil die SPD der Linken Stimmen abjagen will? Sowas Dämliches hab ich ja selten gehört. Wer hat denn der SPD seit Jahren die Stimmen genommen? Das ist ja ein absruder Grund. Und in Sachen üble Attacken: Die Linke lässt ja keine Gelegenheit aus um das rot-grüne Lager zu attackieren. Sie werden ja gleich mit Schwarz-Gelb in einen Topf geworfen. Da wundern Sie sich dass rot-grün mal zurück schlägt?
    Als hätten Grüne und SPD in den letzten Jahrzehnten nicht genug Argumente geliefert für Attacken der wahren Linken gegen deren Politik. Was heißt zurückschlagen, Grüne und SPD wollen doch um jeden Preis wieder an die Macht. Das gelingt nur wenn sie sich mit der Linken arrangieren oder sie weiter nach rechts rücken (wovon ich ausgehe, das ist einfach bequemer) und damit weiter den linken Flügel stärken.
  4. #23

    Unfähig sind vor allem die SPD-Genossen

    Zitat von whitemouse Beitrag anzeigen
    Da mögen Herr Gysi und Co. noch so giften, die Linke hat sich als eine völlig politikunfähige Partei gezeigt. Man kann nur hoffen, dass sie und die FDP künfig stets unter 5 % bleiben.
    Unfähig sind vor allem die SPD-Genossen. Das ist mein Fazit der Bundesversammlung. Leider muss man dies auch auf die Grünen ausdehnen, die das gleiche Profil, oder besser NICHT-Profil an den Tag legen: Unfähig und keine Vision, genau das, was sie schwarz-gelb auf der einen und den Linken auf der anderen Seite vorwerfen. Auch der Vorwurf des Feindbildes an die Linke, tritt vor allem im eigenen Lager zutage. Wenn Rot-Grün keine Mehrheit hat, und das haben sie nicht, müssen sie sich bewegen, wenn sie gestalten wollen. D. h. entweder den Konsens im bürgerlichen Lager suchen, Merkel stützen, was sie nicht einmal in der großen Koalition konnten, oder sich auf die Linke zubewegen und wie von der zurecht erwartet, im Vorfeld einen gemeinsamen Kandidaten suchen. Aber nach links und rechts austeilen, die Idee von Gauck als so genial zu erachten und die anderen für dumm, dass man selbst nicht merkt, wie dumm man ist, das ist für mich die Unfähigkeit. Nicht durch Grabenkampf sondern durch Integration erlangt man Mehrheiten. Somit hat Rot-Grün seine eigene Situation nicht verstanden, noch das Amt des Bundespräsidenten.
  5. #24

    Umgang wie mit einer Prostituierten - man verachtet sie, will aber doch mit ihr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    SPD und Grüne sind stolz auf ihren Kandidaten Gauck - sie haben die Regierung bei der Präsidentenkür düpiert. Doch das Verhältnis zu den Linken ist nach deren Stimmenhaltung auf dem Tiefpunkt, man überzieht sich gegenseitig mit Schmähungen. An eine Annäherung ist derzeit nicht zu denken.
    Wenn man von jemanden etws will, dann muß man ihm schöntun, darf ihn aber nicht beschimpfen.

    Letzteres aber haben SPD und Grüne zusammen mit ihrem Kanditaten Gauck gemacht. Die PDS sei nicht poltikfähig, demokratiefähig u.ä.m. (was nebenbei gesagt sogar stimmen mag) Und dann kommt man in seiner höchsten Not und Verzweiflung nach dem zweiten Wahlgang, nachdem es offensichtlich ist, daß man seinen Kanditaten nicht durchbringt, daher und will die PDS als Notnagel mißbrauchen. Die sollen auf einmal ausgerechnet den Mann wählen, der ihre treuesten Mitglieder gnadenlos als Stasi-Jäger verfolgt hat, und ihn zum Bundespräsidenten wählen.

    Also ein blöderes Ansinnen kann man nicht stellen. Seltener Fall von Realitätsverlusts bei der SPD und bei den Grünen. .

    Daß die PDS-Vertreter ihre Zustimmung verweigert haben, spricht nur für deren Charakter - auch wenn man sie nicht mag. Sie haben sich nicht prostituiert.
  6. #25

    Die Linke war konzequent

    Vielleicht ist die Linke die letzte Partei, die noch zu ihren Grundprinzipien steht.

    Ich halte es, was Wulff oder Gauck betrifft mit Georg Lichtenberg:

    "Wenn ich zwischen zwei Übeln wählen soll, so wähle ich keines".

    Ich würde auch keinen wählen der für Agenda Politik, für Hartz IV und den Afghanistan Krieg steht.

    Der Bundespräsident sollte das ganze Volk vertreten und eine Mehrheit hält den Krieg in Afghanistan ab.

    Mit seiner Befürwortung des Krieges stellt sich Gauck ins Abseits genauso wie das der unglückseelige Herr Köhler tat.

    Würde die Linke Gauck wählen oder Wulff, so könnte sie sich gleich selbst auflösen. Sie wäre überflüssig.

    Die Wähler und auch die Mitglieder der Linken aber wollen das ihre Partei zu den verkündeten Prinzipien steht.

    Vieleicht sollten die anderen Parteien sich daran erinnern, das man Grundprinzipien nicht wegen Dienstwagen Mandat oder sonstigen privilegien über Bord wirft.

    Und wer da meint, das die Linke nicht Regierungsfähig wäre, der meint dann, das dazu gehört das man sich und das wofür man angetreten ist, nicht so Ernst nehmen solle. Das ja alle Lügen und das dies zum Geschäft gehöre.

    Aber das eben stimmt nicht. Es mag sein, das es Menschen gibt, die wegen der Gradlinigkeit sich verabschieden,die diese Partei an den Tag legt. Aber es gibt auch viele mit denen ich rede, die sagen ich mag die nicht, aber sie haben Charakter bewiesen und das lobe ich mir.
  7. #26

    Das kindische Verhalten der SPD gegenüber den LINKEN

    würde ich nicht mal einem Kindergartenkind durchgehen lassen.
    Vermutlich kommt das vom eigenen schlechten Gewissen.
    Die SPD, die schon so oft die Menschen, die ihr vertrauten, verraten haben, sehen und bekämpfen an den LINKEN, wie sie sich eigentlich selbst verhalten sollten: konsequent und ehrlich.
  8. #27

    Auf Thema antworten

    Zitat von Haywood Ublomey Beitrag anzeigen
    ... liegt ja wohl eher bei jemandem vor, der gar nicht bemerkt hat, daß die Linke bzw. die PDS seit der Vereinigung bereits an vier Landesregierungen beteiligt war (einmal M-V, zweimal Berlin, einmal Brandenburg) und drei weitere Kabinette toleriert hat (zweimal Sachsen-Anhalt, einmal den Übergangssenat 2001 in Berlin). Aber das war wahrscheinlich nur ein besonders übler Trick der totalverweigerischen Protestler, genau wie ihre Versuche, in Thüringen, Hessen, NRW und dem Saarland Regierungskoalitionen zu bilden bzw. zu tolerieren.

    Wie lange wollen Sie denn noch die Kenntnisnahme der Realität total verweigern?
    Na fällt Ihnen nicht selbst was auf? Erstens: Wir reden hier über bundespolitische Perspektiven, auf Landesebene entscheidet man nicht über die Themen, die die Roten und die Tiefroten trennen. Zweitens: Geklappt hat sowas bei den Pragmatikern - im Osten! Die kommen wiederum mit der Stasisache in großen Teilen nicht klar. Kann ich aus persönlichem Umfeld bestätigen, wo ehm. DDR-Funktionäre verharmlosen und immer wieder von einer Art Siegerjustiz schwadronieren. Ich selbst bin noch in der DDR geboren und habe als Kind mitbekommen, wie dieser "Unrechtsstaat" (ein Begriff, den ich auch für recht dünn halte) funktionierte, wenn die Eltern von Mitschülern religiös waren, da brauche ich mir diese albernen Diskussionen nicht anzuhören.
    Im Westen kann man sich nicht mal auf so einen Minimalkonens einigen, da der Anteil sektiererischer Spinner einfach zu groß ist.
  9. #28

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    SPD und Grüne sind stolz auf ihren Kandidaten Gauck - sie haben die Regierung bei der Präsidentenkür düpiert. Doch das Verhältnis zu den Linken ist nach deren Stimmenhaltung auf dem Tiefpunkt, man überzieht sich gegenseitig mit Schmähungen. An eine Annäherung ist derzeit nicht zu denken.
    Dann hatte das Spektakel ja wenig etwas Gutes. Die "Linke" ist eine Partei, von der Demokraten einen großen Mindestabstand halten sollten, ich hoffe, das hat jetzt auch Gabriel gemerkt. Wer die Truppe wählt, dem mangelt es m.E. an politischer Reife, an Geschichtsverständnis und häufig an noch viel mehr.
  10. #29

    Stahlbeton-Statuen

    Wenn eine Partei im dritten Wahlgang die eigene Kandidatin zurückzieht, um sich gleich darauf nahezu geschlossen in Enthaltung zu üben: für was für eine Politik steht eine solche Partei? Demokratieverhinderungspolitik? Stahlbetonkopfdenken?

    Wenn Frau Jochimsen bei aller Sinnlosigkeit noch im dritten Wahlgang angetreten wäre, hätten sich die Linken darauf herausreden können, ihre eigenen, ach so hehren Werte zu unterstützen. Aber dann, als es um die Wurst geht, alles einschließlich der eigenen Überzeugungen zu negieren, zeigt mir nur, wie wenig Interesse diese Partei an einer Demokratie in Deutschland hat.

    Diese Partei ist nicht politikfähig, weil sie offenbar gar nicht politikfähig sein will. Jedenfalls zeigt sie keine Anstrengungen im bestehenden politischen System.