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Streit über EU-Sparkurs: Merkel geht auf Hollande los

REUTERSNeue Einmischung in den französischen Wahlkampf: Kanzlerin Angela Merkel hat den sozialistischen Favoriten François Hollande attackiert. Eine Aufweichung des EU-Sparkurses sei indiskutabel. Hollande kontert prompt: "Deutschland entscheidet nicht über Europa."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...830068,00.html
  1. #480

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neue Einmischung in den französischen Wahlkampf: Kanzlerin Angela Merkel hat den sozialistischen Favoriten François Hollande attackiert. Eine Aufweichung des EU-Sparkurses sei indiskutabel. Hollande kontert prompt: "Deutschland entscheidet nicht über Europa."

    Streit über EU-Sparkurs: Merkel geht auf Hollande los - SPIEGEL ONLINE
    Das war doch klar, bis auf GB haben alle dem Fiskalpackt zugestimmt damit neues Geld in Umlauf kommt.
    Jetzt schleichen alle mehr oder weniger wieder von dannen und Mutti steht vor einem Scherbenhaufen, geschieht ihr recht, wenn die Frau schon keine Ahnung von der Materie hat, soll sie doch die Finger davon lassen.
  2. #481

    Merkel hat fuer sich selbst

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neue Einmischung in den französischen Wahlkampf: Kanzlerin Angela Merkel hat den sozialistischen Favoriten François Hollande attackiert. Eine Aufweichung des EU-Sparkurses sei indiskutabel. Hollande kontert prompt: "Deutschland entscheidet nicht über Europa."

    Streit über EU-Sparkurs: Merkel geht auf Hollande los - SPIEGEL ONLINE
    keinen Ausweg aus dem Spardiktat als Alternative ausgedacht, Sie wird sich mit ihrem Schicksal konfrontieren muessen. Das Spiel ist vorbei, Alles sieht unter dem Licht der Wahrheit und der Realitaet ganz anders aus. Vor zwei Wochen fand in Berlin ein Treffen statt, das das Institut INET (Institute for New Economic Thinking) veranstaltete. Fiel nur als zweitklassige Nachricht in den grossen Portals auf. Bei diesem Treffen wurde die Idee des Spardiktates scharf kritisiert, wie durch Beispiele (zB Kaputtsparen) bewiesen, sich dieses letztlich auch gegen die eigenen Buerger der reichsten Staaten (Deutschland vorallem gemeint) wendet. Die Politiker in Deutschland haben diese Gefahr nicht erkannt oder auch sie wussten was davon, aber haben aus bestimmten Gruenden geschwiegen.
  3. #482

    Man sollte die Kanzlerin nicht allzu vorschnell verurteilen,

    wenn sie darauf besteht, dass das bisher verhandelte seine Gültigkeit behält.
    Fr. Merkel balanciert auf einem dünnen Seil deutsche Interessen auf der einen Seite und europäische auf der anderen Seite, aus.
    Sie ist dafür ungeheuerliche Risiken zu Lasten Deutschlands eingegangen!
    Fällt das fragile Gebäude der Eurorettung, zahlt Deutschland und die Kanzlerin ist mindestens ihren Job los.
    Ich darf daran erinnern, es wurde hoch gepokert und auf einen Plan B (zumindest offiziell) immer wieder verzichtet. Das zumindest halte ich schon für grob fahrlässig!

    Der Bundesbankpräsident hat sogar öffentlich verlautbart, es gebe keine Notfallwährung in Deutschland! Nein, wörtlich hat er gesagt, es läge keine neue DM für Notfälle bereit, wir wollen doch bei den Fakten bleiben. Aber wenn da für Notfälle wirklich nicht vorgesorgt wäre, wäre das keine Fahrlässigkeit mehr, das wäre vorsätzliche Inkaufnahme eines finanziellen Zusammenbruchs Deutschlands im Falle eines Euro-Crashs!
    Er selbst hat sinngemäß behauptet, ein Euro-Crash läge beinahe außerhalb der Reichweite des Wahrscheinlichen, als er auf die Targetsalden angesprochen wurde.

    Nun liebe Mitforisten, wer von Ihnen teilt seine immerhin auf dem Gebiet des Monetären maßgebliche Meinung?
    Ich jedenfalls nicht, ich befürchte eher das Gegenteil, wenn ich mir die bevorstehenden Wahlen und die dazugehörigen Prognosen so für mich analysiere.

    Aber zurück zur Kanzlerin, ihre Stellungnahme betrachte ich weniger als eine Einmischung in den französischen Wahlkampf denn als verzweifelten Aufschrei, die Rettung des Euro nicht durch nationale Alleingänge zu gefährden.
    Unglücklicherweise haben Absprachen und Verträge in Europa keine allzulangen Halbwertszeiten, zumindest wenn sie tief in die jeweilige Entscheidungsfreiheit der nationalen Regierungen eingreifen.
    Bestand haben in Europa nur so nachhaltige Regelungen, ob man Gurken nun eher krumm oder gerade in den Handel bringen darf. ;o)
  4. #483

    Da werden sich die angloamerikanischen Spekulanten vom Schlage eines Paulson oder Soros aber freuen, dass sich das D-F-Ehepaar fetzt. Das wird die Märke weiter verunsichern und die Zinsen in die Höhe treiben. Wer gibt schon gerne einer Familie Kredit, die vielleicht bald auseinander fällt.

    Hollande verfolgt offenbar einen Kurs, den die griechischen Parteien in der Vergangenheit schon gegangen sind. Es wird massiv im öffentlichen Dienst eingestellt, das Sparen wird ad acta gelegt, man wird versuchen, die EZB zum Staatsfinanzierer umzufunktionieren. Und wenn die Party in 5 Jahren vorbei ist, werden wir alle ämer und schwächer sein.

    Aber das dürfte Hollande wie die ganzen Euro-Apparatschiks nicht wirklich kümmern. Es geht schließlich um Machtgewinnung.
  5. #484

    Grundeinkommen?

    Zitat von Kurt2.1 Beitrag anzeigen
    Frau Merkel hat völlig recht. Hollands Versprechen sollen mit deutschem Geld bezahlt werden. Um nichts anderes geht es bei der Forderung nach Neuverhandlung des Fiskalpaktes. Er hat sich verrechnet, der superschlaue Hollande. Das wissen auch die Franzosen.

    Letztes mal hat die neue sozialistische Regierung unter Jospin die gesetzliche 35h Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt. Das klebt F heute wie Pech an den Hacken. Auch das wissen die Franzosen.
    Das Rentenalter wieder auf 60 herabzusetzen, ist irreal. Ich freue mich schon auf seine Erklärungen, wenn Wahlsieger Hollande das Rentenalter auf 65 heraufsetzt, weil ihm gar nichts anderes übrig bleiben wird.
    Was macht es für einen Sinn Rentner bis 67 arbeiten zu lassen die kein Mensch mehr beschäftigt will.
    Die jüngeren Generationen dafür aber in Arbeitslosigkeit zu belassen?
    Siehe Spanien mit mehr als 25% jungen Arbeitslosen.
    Oder streben Sie 99% Arbeitslosen EU weit an? Grundeinkommen?
  6. #485

    Nein nicht die Schweizer

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Was sagt sei denn? "Der Pakt sei von 25 Regierungschefs unterzeichnet und teilweise ratifiziert worden". Das unterscheidet ja u.a. konservative Menschen von Linken bzw. den Sozis. Wir halten uns an Zusagen, wir brechen keine Verträge!
    ...
    Hollande... so was nennt man Schwätzer. Einfach mal viel behaupten, Märchen erzählen... und hoffen, dass es die einfachen Menschen auf der Straße glauben.... Deutschland entscheidet nicht über Europa... Danke für den Lacher! Man gespannt, wenn Deutschland diesem Kurs nicht folgt und Hollande am Markt auf "eigene Rechnung" einen Kredit möchte, dann werden einige Träumer aufwachen...
    Wer hat zu erst den Maastrichter Vertrag gebrochen?

    Nein, Nein nicht die Schweizer, sondern? na vielleicht Deutschland?

    Beim hinauslehnen aus dem Balkongeländer sollte man sehr vorsichtig sein.
  7. #486

    Falls die Kommunisten in Frankreich gewinnen und tatsaechlich jeglichen Haushaltsdisziplin aufgeben wollen (typisch kommunistisch), sollte Deutschland sofort aus der Eurozone austreten. Wir haben lang genug die faulen Griechen subventioniert, das wir das noch ausweiten sollte nicht in Frage kommen.
  8. #487

    Wo und Wie

    Zitat von Allegorius Beitrag anzeigen
    So sehr ich auch die Kritik an der einheitlichen Europapolitik und die Ängste der Europäer nachvollziehen kann, halte ich die Forderungen nach einer Umkehr in alte natiolonalstaatliche Zeiten für fragwürdig und gefährlich.
    In der heutigen, globalisierten Welt lässt es sich leicht sagen, dass ein solches Nationaldenken nicht mehr zeitgemäß sei. Doch ist diese Aussage allein nicht haltbar. Vielmehr sind die innereuropäischen wirtschaftlichen und politischen Fäden so eng verknotet (worden), dass eine Abkehr nicht ohne immense Nachteile für alle Staaten wären.
    Die EU ist Katastrophe und Chance zugleich. An Frau Merkels Politik mag eine Menge fehlorientiert sein, doch der Sparkurs an sich, ist der richtige Weg. Die Art und Weise, das Wo und Wie gespart wird, darüber muss man diskutieren und dringend neu verhandeln.
    gespart wird, ist uns in der Vergangenheit zuoft vorgeführt worden. Von unten nach oben! Daran wird sich auch in Zukunft bei CDU-CSU-SPD-Grüne nichts ändern. Europa und Euro haben Otto Normalverbraucher in den meisten Mitgliedsländern außer Wirtschaftsdiktatur und mehr Verarmung nichts gebracht. EWG und nationale Währung waren sicherlich für viele Europäer gerechter und sinnvoller! Die EU und Ihre Idee, wird letztendlich an Politiker scheitern und nicht an die Mehrheit der Bevölkerung, die man wohl als Melkkühe betrachtet!
  9. #488

    Guter Beitrag!

    Zitat von Brennstoff Beitrag anzeigen
    Nun liebe Mitforisten, wer von Ihnen teilt seine immerhin auf dem Gebiet des Monetären maßgebliche Meinung?
    Ich jedenfalls nicht, ich befürchte eher das Gegenteil, wenn ich mir die bevorstehenden Wahlen und die dazugehörigen Prognosen so für mich analysiere.

    ;o)
    Das Problem ist, dass alle Verträge (s. Maastricht) Makulatur sind, wenn es ans Eingemachte geht, sprich, wenn die eigene Macht gefährdet scheint - reihenweise kippen die Regierungen. Merkel und D. können sich ein Scheitern nicht leisten. Die Vorstellung, alle Bemühungen und sehr schwierigen Verhandlungen mit den Nachbarn in so einem Fall nachträglich als Misserfolg bewerten zu müssen, treibt sie zum Wahnsinn.
    Ich sage aber: wir sind selbst Schuld - die Leidtragenden werden die kleinen Leute sein!! Wir hätten das nicht zulassen dürfen!!
    1. Warum schließt man mit Staaten Verträge, die erwiesenermaßen die Zahlen frisieren - nicht nur G. -, die die bisher bestehenden Verträge nicht eingehalten haben (Inflationsziel 2%, 60- und 3%-Regel) und ein eher zwielichtiges Verhältnis zur Demokratie haben (s. Italien).
    Wer sich für so eine "Bande" vor den Karren spannen lässt und im schlimmsten Fall das mehrfache des deutschen BIP verzockt, der hat den Knall nicht gehört.
    2. Man hätte das ja TROTZDEM machen können, aber doch nicht so!
    Aus ideologischen Gründen hat man die EZB als "lender of last resort" aussen vor gelassen - jetzt macht man über teure Umwege das gleiche.
    Die Spekulation wäre SOFORT beendet gewesen - die EZB KANN NICHT PLEITE GEHEN! Die Zocker hätten sich eine blutige Nase geholt, aber ganz sicher nicht von der Krise profitiert.
    3. Man hat den destruktiven Teil des Finanzmarktes nicht reguliert. Ein äußerst, nicht wieder gut zu machender, schwerer Fehler. Man ist erpressbar, man hat sich ohne Not der Finanzmafia ausgeliefert.
    4. Man hat nicht auf die Handelsbilanzen geachtet. Ein ebenfalls sehr schwerer Fehler (s. die Inflationsraten der Staaten).
    5. Man hat nicht auf unabhängige Experten sondern auf die Ackermänner gehört ...
    6. Man hätte den Euro nicht einführen dürfen ...
    usw.
    Ein einziges Desaster ...
    Der Euro wird zerbrechen, weil man nichts dazu lernt!
  10. #489

    Geschenke an Banken?

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Sie haben erkannt, das Merkel Geschenke verteilt. Und zwar an Banken und deren Aktionäre. Und zwar auf Kosten der Normalbevölkerung.
    Seltsame Einstellung dazu, dass bei Kreditverträgen Zinsen vereinbart werden, die dann auch zu zahlen sind.

    Anders herum:
    Wenn Sie Spargroschen anlegen zu einem vereinbarten Zinssatz und das Institut ihnen nach Ablauf der Anlagefrist die Zinsen nicht gutschreibt, werden Sie das zu Recht nicht akzeptieren.

    Dieses einseitig undifferenzierte Bashen gg. die Banken ist allzu billig.

    Innerhalb der €uro-Zone konnten sich die mediterranen Wackelkandidaten billiges Geld für enorme Neuverschuldungen leihen. Sind daran die Verleiher schuld, haben sie die Kreditnehmer gezwungen, sich zu verschulden, um das Geld dann zu verfrühstücken, anstatt es zukunftsorientiert zu investieren?

    Das "Problem" mit bestimmten Finanzinstituten ist einfach dieses, dass sie zur Gewinnmaximierung (die auch von Kunden verlangt wurde) höchst risikobehaftete Finanzkonstrukte schufen.
    Die Boni für den Verkauf haben die Broker und Banker eingsackt, oft auch Kunden nicht korrekt beraten, um nicht zu sagen, sie über den Tisch gezogen.

    Dass die Politik die Finanzmärkte völlig deregulierte, ist ebenfalls ein Teil des Problems.

    Und dass Institute (insb. die staatl. LZB's, wobei die staatl. Aufsicht Bafin total versagte) nicht bei ihrem ureigendsten Auftrag blieben, sondern bei diesem Monopoly mitzockten, wofür dann der Steuerzahler zur Kasse gebeten wurde.


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