Streit mit US-Hedgefonds: Ghana muss argentinisches Segelschulschiff freigeben

AFPGhana muss das beschlagnahmte argentinische Schulschiff "Libertad" freigeben. Es war Anfang Oktober auf Antrag eines US-Hedgefonds festgesetzt worden - die Firma des milliardenschweren Finanzinvestors Paul Singer wollte auf diese Weise Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/arg...-a-873149.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ghana muss das beschlagnahmte argentinische Schulschiff "Libertad" freigeben. Es war Anfang Oktober auf Antrag eines US-Hedgefonds festgesetzt worden - die Firma des milliardenschweren Finanzinvestors Paul Singer wollte auf diese Weise Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben.

    Argentinien vs US-Hedgefonds: Ghana muss Marineschiff freigeben - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht sollte insbesondere das letztgenannte Urteil mal von jenen gelesen werden, die meinen, Griechenland wäre mit einem Schuldenschnitt aller Sorgen ledig.
  2. #2

    GR Gläubiger hört, hört – Ghana, New York, Hamburg

    Nur weil das Schulschiff als Kriegsschiff eingeordnet wurde, kam es von der Kette. Die Justiz scheint zunehmend Staatschulden Privatschulden gleichzusetzen. Wer GR keinen Zwangsschnitt erlaubt hatte, sieht viel Licht. Damit sind Staatsanleihen nicht länger per se mündelsicher.
  3. #3

    Argentinien - Auslandschulden

    Die Zahlungspflicht besteht, das Recht bezueglich Kriegsschiffe it mir nicht bekannt. Ich hoffe sehr, dass Argentinien die Schulden gemaess der rechtlichen Verpflichtungen bezahlt. Und wer dem Schuldenabkommen nicht zugestimmt hat, behaelt Anrecht auf 100 % Zahlung von Schuld und Zinsen. Das sollten die Gerichte bestaetigen. Karl
  4. #4

    Ich hoffe mal,

    dass sich irgendwann die Erkenntnis durchsetzt, dass man aufgenommene Kredite auch wieder zurück zahlt. Oder man lässt es sein, Kredite in Anspruch zu nehmen.
    Das wäre dann die Goldrandlösung.
    Aber Argentinien soll gefälligst seine Schulden zahlen. Kriegsschiffe kann man ja sogar nach Ghana fahren lassen. Da haben sie das Geld. Komisch, nicht?
  5. #5

    Unter Geiern (von Karl May bis Karl Marx;-)

    Hintergrund des Streits ist Argentiniens Staatspleite vor zehn Jahren. Damals hatte sich ein Großteil der Gläubiger an einer Umschuldung beteiligt und dabei auf viel Geld verzichtet. Ein kleiner Teil der Gläubiger besteht jedoch bis heute auf der vollen Rückzahlung des geliehenen Geldes - darunter Elliott Associates.

    NML Capitals, eine Tochter von Elliott Associates, macht mehr als 300 Millionen Dollar (228 Millionen Euro) geltend. Die argentinische Regierung hatte die Investoren als "Aasgeier" beschimpft, weil es zu ihrem Geschäftsmodell gehöre, Profit aus Staatspleiten zu schlagen.
    Ein riskantes Spielchen, das unsere Hardcore-Kapitalisten da spielen.
    Jeder bekommt nach einer Insolvenz eine neue Chance. Wenn dem nicht so wäre, könnte man auch gleich Zinsknechtschaft und Leibeigentum wieder einführen. Wenn Staaten dieses Recht nun faktisch entzogen wird, hat dies unabsehbare Folgen für die Spielregeln des friedlichen Zusammenlebens ... zumindest für Staaten, die nicht wie Griechenland einen Insolvenzverschleppungsmechanismus im Rücken haben, der einen Rettungsschirm nach dem anderen aufspannt.

    Die sollten mal lieber ein paar Panzer oder Kampfjets in Afghanistan beschlagnahmen ... die sind schließlich auch alle auf Pump.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ghana muss das beschlagnahmte argentinische Schulschiff "Libertad" freigeben. Es war Anfang Oktober auf Antrag eines US-Hedgefonds festgesetzt worden - die Firma des milliardenschweren Finanzinvestors Paul Singer wollte auf diese Weise Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben.

    Argentinien vs US-Hedgefonds: Ghana muss Marineschiff freigeben - SPIEGEL ONLINE
    juristisch richtig aber falsches signal
  7. #7

    Na endlich mal

    Ne gute Nachricht... Wer weiß was die sich als nächstes erlaubt hätten..
  8. #8

    Staatsschulden sollten automatisch verfallen...

    ab einem bestimmten Prozentsatz des Bruttosozioalproduktes, sagen wir 100% - was darüber hinausgeht ist sowohl vom Kreditnehmer (Staat) als auch Kreditgeber unverantwortlich, und sollte zum Wohle der Bürger automatisch verfallen.
    Das würde die Überschuldung von Staaten definitiv lösen, da niemand mehr überschuldeten Staaten Geld gibt.
  9. #9

    Aufgenommene Kredite sind zurückzubezahlen!

    Allerdings gibt es auch die Regel, daß die Zinsen das Risiko widerspiegeln. Hoche Zinsen bedeuten also auch ein hohes Risiko. Wenn also Staatsanleihen nicht mehr bedient werden können, weil sozusagen ein nationaler Notstand herrscht, dann kann es zum Schuldenschnitt kommen. Dabei verzichtet der Gläubiger auf einen Teil oder alles Geld. Dies mag man anprangern, tatsächlich sind aber Risiko und Ertrag miteinander verbunden. Ich halte die Entscheidung des Hamburger Gerichts für richtig, allerdings nicht nur für Kriegsschiffe, sondern allgemein.