Streit mit den USA: China verspricht flexiblere Währung

Im Streit um den Wechselkurs des chinesischen Yuan haben die Machthaber in Peking Entgegenkommen signalisiert. Man werde die Handel mit der Währung flexibilisieren, kündigte Premierminister Wen Jiabao an. Ob den Worten auch Taten folgen, ist allerdings fraglich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...798784,00.html
  1. #1

    Es ist grotesk!

    Diese große Nation will Exportweltmeister sein - solange brav in US-Dollar gezahlt wird.
    Eines meiner Unternehmen wollte in China Rohstoff direkt von einer Minengesellschaft kaufen, was in Renminbi geschehen musste. Die für einen solchen Deal überschaubare Summe von ein paar Hunderttausend Euro ließ sich aber nicht einfach umtauschen: Es dauerte sechs (sechs!) Wochen, bis der Tausch des Geldes genehmigt worden war.
    Der Preis für den Rohstoff war in dieser Zeit um mehr als 10 Prozent gestiegen.
    Das im Artikel angesprochene Problem ist in Wahrheit ein Skandal. Die dahinterstehende Politik passt in keiner Weise zur Rolle eines großen Export-Landes.
    Dahinter steht das Konzept, die Währung zu kontrollieren, um deren wahren Wert nicht in Wechselkursen widerzuspiegeln - dies sage ich, während ich von (z.T. technisch komplizierten) Einkäufen in China profitiere, mich aber über künstlich verbilligte Fertigprodukte von dort ärgere.
    Die Zeiten des staatlichen Protektionismus werden wohl noch lange nicht vorbei sein.
  2. #2

    Nicht begriffen

    Zitat von larsmach Beitrag anzeigen
    Eines meiner Unternehmen wollte in China Rohstoff direkt von einer Minengesellschaft kaufen, was in Renminbi geschehen musste. Die für einen solchen Deal überschaubare Summe von ein paar Hunderttausend Euro ließ sich aber nicht einfach umtauschen: Es dauerte sechs (sechs!) Wochen, bis der Tausch des Geldes genehmigt worden war.
    Der Preis für den Rohstoff war in dieser Zeit um mehr als 10 Prozent gestiegen.
    Das im Artikel angesprochene Problem ist in Wahrheit ein Skandal. Die dahinterstehende Politik passt in keiner Weise zur Rolle eines großen Export-Landes.
    Da haben Sie aber was ganz wesentliches nicht begriffen: Intelligentes Verhalten für ein Land ist keine Rohstoffe, sondern so viel wie möglich im Land hergestellte Fertigprodukte zu verkaufen.

    Ein Land, das Geld durch den Verkauf von Rohstoffen sein Geld "verdient" betreibt die tiefstmöglichen Stufe der Wirtschaft.

    Das mag man nicht mögen, aber man kann wohl nicht erwarten, dass ein aufwachendes Land sich freiwillig auf eine niedrige Stufe zurückbewegen will. Es wird auch nicht mehr lange dauern, dass China uns so wie jetzt mit Ramsch, später uns mit Produkten steigender Qualität überschwemmen wird. Haben die Japaner ja auch geschafft. Dann werden sie auch wirklich flexibel mit ihrer Währung werden können.
  3. #3

    seltsam

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Streit um den Wechselkurs des chinesischen Yuan haben die Machthaber in Peking Entgegenkommen signalisiert. Man werde die Handel mit der Währung flexibilisieren, kündigte Premierminister Wen Jiabao an. Ob den Worten auch Taten folgen, ist allerdings fraglich.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...798784,00.html

    die USA haben es doch selbst in der Hand die Wechselkurse zu gestalten . bspweise indem sie nicht mehr in China fertigen lassen.
  4. #4

    ...

    Zitat von MarkH Beitrag anzeigen
    die USA haben es doch selbst in der Hand die Wechselkurse zu gestalten . bspweise indem sie nicht mehr in China fertigen lassen.
    Ja natürich. Wenn USA dies so einfach machen könnte hätten sie es schon längst gemacht. Bloß interessiert es die meisten US Großkonzerne es nicht. Da zählt nur der Gewinn.
  5. #5

    Nur die Illsuionen wachsen

    Zitat von TheBear Beitrag anzeigen
    Da haben Sie aber was ganz wesentliches nicht begriffen: Intelligentes Verhalten für ein Land ist keine Rohstoffe, sondern so viel wie möglich im Land hergestellte Fertigprodukte zu verkaufen.

    Ein Land, das Geld durch den Verkauf von Rohstoffen sein Geld "verdient" betreibt die tiefstmöglichen Stufe der Wirtschaft.

    Das mag man nicht mögen, aber man kann wohl nicht erwarten, dass ein aufwachendes Land sich freiwillig auf eine niedrige Stufe zurückbewegen will. Es wird auch nicht mehr lange dauern, dass China uns so wie jetzt mit Ramsch, später uns mit Produkten steigender Qualität überschwemmen wird. Haben die Japaner ja auch geschafft. Dann werden sie auch wirklich flexibel mit ihrer Währung werden können.
    Ihre "Intelligentes Verhalten" ist schlichtweg keineswegs so intelligent - es ist leider nur eine von der finanwirtschaft betriebene Illusion!

    Wer Export betreibt, der hat prinziell ein Problem - er bekommt nämlich nicht einfach "Geld" sondern eine Währung!!! Und da hackt es - will man selber also seine Eigene Währung haben, dann muss man die Produkte der anderen erstmal kaufen! Das ist der sog. Handelsweg - sehr vernünftig und seit jahrtausenden in Betrieb - der Nachteil - man bekommt nur sein eigenes Geld zurück- aber im allg. Bessere Waren eben! China betreibt genau diesen Handel!

    Das gefällt aber der Finanzindustrie nicht - also haben sie verkündet das man doch gefälligst "Geld" bekommen sollte - Die Folgen sind weltweit absehbar - man hat statt die Waren der anderen erstmal zu kaufen "Kredite vergeben" - was schon das Problem gibt - wie bekommen jetzt die anderen den die andere Währung - nicht nur für die Waren , sondern auch noch für die "Kredite" !
    Solche Länder müssen dann ihre "Importe nicht nur finanzieren - sondern zusätzlich noch die Kredite" - man arbeitet also doppelt für die gleiche Ware!
    Genau diese Unkontrollierte Kreditvergabe hat ja die Schuldensituation der MED Staaten mit verschuldet - sie haben alle "Importe" aus den Krediten bezahlt - während die Exporteure fleissig Kredite vergeben haben .. Siehe Deutschland .. Pech ist nur das dieses "Geld-schieben" nach einer gewissen Zeit auf die Schnauze fällt - die "Schulden können dann nämlich nicht mehr zurückgezahlt werden - der eigene Export bricht dann ein , und man muss wie man sieht Rettungspakete die die eigenen Gewinne aufzehren schnüren"!

    Man kann das also keineswegs als Intelligentes Verhalten bezeichnen - es ist schlicht nur die Wunschvorstellung der Zocker für den "Export" trickreich Geld und Kredite zu verwenden und damit im eigenen Land "Lohndumping" also verarmung der eigenen Bevölkerung auch noch zu begründen!

    China verweigert sich diesem Wahnsinn - die lassen sich eben nicht wie Griechenland, Spanien etc. ausplündern - und das missfällt natürlich den USA wie auch Deutschland .. zahlt eben kein Chinese die dt. Renten und Gewinne, sondern die stecken die selber in die Tasche!

    Sinnvoll ist Export so oder so nur dann wenn man "reale Überschüsse" exportiert, die man nicht selber braucht - es macht keinen Sinn seine Bevölkerung zu verarmen , nur damit man Scheingeld in seine Bilanzen schreibt - so wie in der EU in den letzten 20 Jahren in immer grösseren Umfange passiert!

    Man wird mit Geld nicht reicher - nur die Illusionen und Fantastareien wachsen ins Unendliche ...
  6. #6

    Werthaltiges besorgen

    Zitat von larsmach Beitrag anzeigen
    Diese große Nation will Exportweltmeister sein - solange brav in US-Dollar gezahlt wird.
    Eines meiner Unternehmen wollte in China Rohstoff direkt von einer Minengesellschaft kaufen, was in Renminbi geschehen musste. Die für einen solchen Deal überschaubare Summe von ein paar Hunderttausend Euro ließ sich aber nicht einfach umtauschen: Es dauerte sechs (sechs!) Wochen, bis der Tausch des Geldes genehmigt worden war.
    Der Preis für den Rohstoff war in dieser Zeit um mehr als 10 Prozent gestiegen.
    Das im Artikel angesprochene Problem ist in Wahrheit ein Skandal. Die dahinterstehende Politik passt in keiner Weise zur Rolle eines großen Export-Landes.
    Dahinter steht das Konzept, die Währung zu kontrollieren, um deren wahren Wert nicht in Wechselkursen widerzuspiegeln - dies sage ich, während ich von (z.T. technisch komplizierten) Einkäufen in China profitiere, mich aber über künstlich verbilligte Fertigprodukte von dort ärgere.
    Die Zeiten des staatlichen Protektionismus werden wohl noch lange nicht vorbei sein.
    Ähm, der "Verkäufer" bestimmt die Art des Verkaufspreises - und an wenn und wie er verkauft!
    China hat genügend Euros - die können Europa damit längst auch überfluten - und haben deshalb überhaupt kein Interesse mehr an "Geld" sondern Chinas Probleme liegen im Mangel an Rohstoffen, am wachsen der Wüstengebiete - und damit notwendiger Ackerland kauf anderswo!

    Wo also China etwas kaufen kann - dort versuchen sie längst die Euros und Dollars loszuwerden - und werthaltige Produkte wie Rohstoffe und Land und Resourcen einzukaufen!

    Der Krieg der Rohstoffe und Resourcen hat längst angefangen - und damit hat Geld als Zahlmittel eine immer geringere Bedeutung - Tauschen gegen Werthaltiges ist da China eben weitaus lieber und deshalb prüfen die gründlich ob sie noch "Geld" annehmen überhaupt!

    Sie sind beiweitem nicht die einzige Firma die merkt das China auf "Geld" weniger wert legt als auf gute Handelsgüter - Tauschware - Geld kann man ja künstlich drucken - davon hat keiner etwas - aber wer Rohstoffe und Land braucht der will eben genau das haben - und daran hält sich China eben!

    Besorgen sie sich doch einfach mal was werthaltiges zum Tauschen, sie werden feststellen das das dann ganz schnell geht ...
  7. #7

    Warum?

    Zitat von Andrycha Beitrag anzeigen
    Zitat von MarkH Beitrag anzeigen
    die USA haben es doch selbst in der Hand die Wechselkurse zu gestalten . bspweise indem sie nicht mehr in China fertigen lassen.
    Ja natürich. Wenn USA dies so einfach machen könnte hätten sie es schon längst gemacht. Bloß interessiert es die meisten US Großkonzerne es nicht. Da zählt nur der Gewinn.
    Und warum stutzen "die USA" ihre Wirtschaftshelden nicht einfach mal auf Normalmaß zurück, statt deren Maxime "lokal denken - global handeln" dem Rest der Welt aufzudrücken? Genug schlaue Leute um das Problem zu erkennen hat's da drüben eigentlich, und genug Leute, die in der derzeitigen Wirtschaft nicht besonders gut leben, auch. Wieso passiert trotzdem nichts? Hmm...


    Gruß,
    Steve
  8. #8

    .

    "So hat sich der Yuan im Vergleich zum Dollar nur leicht verteuert,..."

    Wieder so ein dummer Propagandaarktikel. Von Mai 2005 auf heute ist der Kurs zum Dollar von von 0.12 auf 0.16 gestiegen oder von 8.26 auf 6.36 gefallen. Viele grössere Wohnungen in guter Lage in den grössten Städten in China sind über eine Millionen Doller wert.

    Eine schnellere Flexibilisierung würde vorallem Spekulaten anlocken. Der Westen kann China dankbar sein, dass sie das ganze Chinesische Finanzwesen inkl. der Währung ordentlich im Griff haben. Tatsache ist auch: Wenn es in China kracht, dann steht der Westen still.
  9. #9

    Dollar vs. Yuan

    Zitat von cekay Beitrag anzeigen
    "So hat sich der Yuan im Vergleich zum Dollar nur leicht verteuert,..."

    Wieder so ein dummer Propagandaarktikel. Von Mai 2005 auf heute ist der Kurs zum Dollar von von 0.12 auf 0.16 gestiegen oder von 8.26 auf 6.36 gefallen. Viele grössere Wohnungen in guter Lage in den grössten Städten in China sind über eine Millionen Doller wert.
    Was ist "gute Lage" und "größer"? Für Chinesen sind 100m^2 und 4,5 Zimmer ja schon "groß"... Wenn ich Ihre Angaben mit den Hausnummern vergleiche, die ich vor 1 Jahr in Peking mitbekommen habe, würde ich Ihre "gute Lage" dort auf die besten 5% einschränken wollen.

    Eine schnellere Flexibilisierung würde vorallem Spekulaten anlocken. Der Westen kann China dankbar sein, dass sie das ganze Chinesische Finanzwesen inkl. der Währung ordentlich im Griff haben. Tatsache ist auch: Wenn es in China kracht, dann steht der Westen still.
    Vor allem möchte ich lieber nicht wissen, was die Chinesen selber anstellen, wenn die von den USA eingeforderten Freigaben passieren. Dass sich deren Verständnis solcher Begriffe wie "Geschäft", "Gesetz" und "Vertrag" von unserem oder dem amerikanischen unterscheidet, dürfte ja nicht unbekannt sein. Es ist trotzdem immer wieder... - ich sag mal "überraschend", wie grundlegend diese Unterschiede sind und wozu das führt.


    Gruß,
    Steve