Zitat von
albert schulz
Das erinnert mich an eine Fahrt ins Beaujolais. Wir fuhren links auf einer recht engen Autobahn ohne Standstreifen mit vielen Kurven, also geringer Sichtweite. Rechts war es ein wenig langsam, also schwammen wir links mit, und zwar weit über den zulässigen 130 km/h, so um die 150. Die Abstände waren optimiert im Sinne von minimiert, ein paar Meter nur zwischen den zahlreichen Wagen, und das Erhebende war die dauernde Lichthuperei der Hintersassen. Selbst wenn sie vorbeigekommen wären, hätten sie nur den Bruchteil einer Sekunde gewonnen, weil alles voll war. Den Macho – Drängler hatte ich zuvor immer in Deutschland verortet, aber hier wurde ich eines Besseren belehrt. In Italien, England oder sonstwo habe ich Vergleichbares nie erlebt. Eine maßlose Hektik. Sarkozy erinnert mich stets daran.
In Frankreich fahre ich Rad. Und da kann es passieren, daß man in kurvigem Gelände eine drei Kilometer lange Schlange erzeugt, weil keiner riskant überholt. Oder wir nähern uns auf einer Nebenstraße einer Route nationale, und beidseitig halten alle Fahrzeuge, damit wir mit unseren Rädern die Straße unbehelligt überqueren können, ohne zu warten oder gar absteigen zu müssen.
Ich frage mich, wie eine französische Frau reagiert, wenn ihre Gatte den Zampano macht oder wegen eines Radfahrers unerklärliche Rücksicht walten läßt.