Zitat von
albert schulz
Langsam fahren ist absolut normal. Einfach mal hinter einem Berliner oder Hamburger durchs Isergebirge. Noch schöner wird es, wenn er Rentner ist, einen Benz hat und die Damen im Fond sitzen. Dann schafft man vier von den Vehikeln in einer Kurve. Jugendlich haben wir mit dem Fahrrad bergab auf kurviger Strecke möglichst viele Autos zu überholen gesucht. Kein Sportsmann wird einem Konkurrenten vorwerfen, daß der langsamer ist. Und kein Geschäftsmann wird traurig, weil sein Gegenüber verblödet ist. In Ehen ist das etwas anders. Da gefällt es, wenn der Partner ausreichend intelligent ist, um seine Pflichten zu kennen, und ausreichend gehorsam, um diese Pflichten zu erfüllen. Der Witz dabei ist, daß Frauen ziemlich unterwürfig und freundlich in die Sache reingehen, um später den Spieß herumzudrehen. Der Mann nimmt das in der Regel klaglos hin, weil er das Verfahren von seinen Eltern kennt. Nur übermäßig verwöhnte Jungs wie die berüchtigten Machos meinen, ihre kindlichen Angewohnheiten weiterhin ausleben zu dürfen. Dann muß Mutti ein ernsthaftes Wort mit ihnen reden. Und der Junge kauft sich ein Motorrad.
Langsam fahren zeugt lediglich von Klugheit. Frauen sind klug. Und wenn die Ökotante in ihrem Volvo mit achtzig durch die Dreißigerzone im Wohngebiet prescht, um die Kleinen in den Kindergarten zu bringen, dann hat sie es eilig. Sie hat eben um neun einen Termin bei ihrer Wahrsagerin oder beim Psychiater. Das wird eng. Und wenn sie langsam fährt, schminkt sie sich oder telefoniert oder stellt einen Einkaufszettel zusammen. Oder sie denkt nach. Männer können das nicht. Wenn die das Autoradio bedienen oder das Navi, sind sie außerstande, auf den Verkehr und ihr Fahrzeug zu achten.