... dieses "Protokoll" zeitlich von unten nach oben laufen zu lassen.
Die Lokführer wollen den Bahnverkehr in Deutschland lahm legen - SPIEGEL-ONLINE-Redakteurin Anne Seith schaut, ob's klappt. Sie macht sich auf den Weg nach Schell, einen Ort, der kurz hinter der deutsch- französischen Grenze liegt. Hier ihr Reiseprotokoll.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,517491,00.html
... dieses "Protokoll" zeitlich von unten nach oben laufen zu lassen.
Nach den Vorankündigungen nicht streikende Lokführer aus dem Osten im Westen einzusetzen wäre eine Testfahrt Richtung Ostsee sicher interessanter geworden. Aber wegen Schell vielleicht nicht nach Schell zu kommen ... ein flacher Gag.
...eine Reisezentrum, wo man sofort drankommt,
...eine Bahnmitarbeiterin, die sofort einen passenden Bahnhof in Nähe des bahnhoflosen Zielortes findet,
...ein pünktlich abfahrender Zug,
...reichlich freie Plätze im Zug,
...kultivierte Mitfahrer,
Wenn das so weitergeht.
Atemberaubend - habe ich trotz vieler Bahnfahrten noch nie erlebt. Liest sie wie ein Krimi.
Der zurückgewandte Blick hat bei uns Methode.
Früher war halt alles besser!
Zum Artikel: Ersehe ich daraus vorauseilenden Gehorsam oder brauchen wir die Bahn vielleicht gar nicht mehr? Bleiben ab jetzt alle zuhause? Weil es so kalt (physisch und psychisch) bei uns ist oder weil wir keine Lust mehr auf den Stress haben?
Fragen über Fragen
Gut gelaunt zuhause Barmec
Sie hätte lieber durch den Osten fahren sollen, aber vermutlich wuerde sie immer noch in Hamburg stehen.
>Sie darf sich ihre Zugverbindungen nicht im Internet heraussuchen, sondern muss sich an Schaffner oder an die Anzeigetafeln und die Fahrpläne auf den Bahnsteigen halten.<
Das ist so ja schon unmöglich. Finde ich nicht Gut, was ihr da mit eure Redakteurin macht.
Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der Neubaustrecke Köln und Frankfurt, wollte ich von Frankfurt nach Montabaur fahren. Die Gute hinter dem Schalter sagte mir, das es keinen Bahnhof in Montabaur gibt. Dabei gibt es dort sogar zwei.
Was ich jetzt nicht verstanden habe: Ist die junge Frau tatsächlich nach Diedendorf unterwegs, oder hat sie sich am Anutomaten besser informiert?
Diedendorf ist viel weiter südwestlich als Schell, laut Google Maps sind zwischen den beiden Orten 116 Kilometer.
Wer allerdings mit "Diedenhofen" kommt ist selber schuld. Die Datenbank (online) kennt nur "Thionville". Die online vorgeschlagenen Verbindungen gehen meist über Luxemburg. Daran könnte die Reise unter den besten Begleitumständen scheitern (Wobei ich nicht ausschließen möchte, daß die Bahn heute in besserer Form sein könnte als an unbestreikten Tagen)
Die Darstellung des Artikels mit dem neuesten Eintrag oben ist sehr unverständlich. Ansonsten sehr spannend. Ich kann "Lest_das_hier" nur zustimmen.
Andreas Abenteuerfahrt:
Ich wohne auf einem Ausssiedlerhof in der Nähe von Jettingen. Ist relativ billig, wohnlich, und einst kam man sogar mit dem Auto innerhalb von 30 Minuten nach Stuttgart. Da derweil da eine Stunde draus geworden ist, bin ich Kunde der Bahn. Dumm nur daß es außer der S1 keinerlei Alternativen gibt - es sei denn man fährt mit dem Fahrrad. Das sind von der Universität aus nach Herrenberg 75 Minuten.
Heute morgen probierte ich den Busersatzverkehr.... um 8.47 fuhr der pünktlich los, und kam um 10.20 in Vaihingen an. Ich erwischte direkt den Anschlußbus im Nahverkehr, und war um 10.50 auf der Arbeit. Hätte ich keine flexible Arbeitszeit, müßte ich meinen Verdienstausfall von der Bahn einklagen - der liegt dann bei 17 Euro pro Stunde.
Was die Lokführer da treiben - das ist die Spitze eines Eisberges, und weiter drunter: Der Bahnvorstand erhöht sich die Gehälter um 30 % im Jahr 2006, während die Bahnangestellten mit wenigen Prozent abgespeist werden sollten. Was auch passiert ist: Die Angestellten der Bahn sind in drei Gewerkschaften organisiert, hat es aber leider versäumt die Leute alle auf eine Linie einzuordnen.
Daß eine Zwerg-Gewerkschaft den Bahnverkehr lahnlegen kann, hat ja auch was damit zu tun, daß die Bahn ja unbedingt ihre Beamten loswerden wollte - und reichlich Auffanggesellschaften gegründet hat. Man lockte die Beamten in ein Angestelltenverhältnis mit höheren Gehältern, dumm nur daß Angestellte ein Streikrecht haben und Beamte nicht.
Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich als Pendler diesen Artikel/Blog reichlich sinnfrei finde.
Natürlich kann man heute mit der Bahn fahren, es fahren ja immer noch genügend Züge. Die Frage ist also nicht ob man irgendwie zum Ziel kommt, sondern ob man PÜNKTLICH zum Ziel kommt. Die hier gestellten Bedingungen sind von daher völliger Quatsch, was sollen die bitte beweisen?
Mit den realen Problemen, die ich als Langstrecken Bahnpendler (100 km einfacher Weg) heute habe hat dies auf jeden Fall wenig zu tun. Denn die sehen (auf der Fahrt nach Hannover) real so aus:
1. Der IC mit dem ich normalerweise fahre fällt aus (ebenso alle anderen ICs auf dieser Strecke)
2. Die Alternative besteht darin den RE zu nehmen und auf halber Strecke umzusteigen. Das Problem ist jedoch:
- der RE besteht nur aus 2 Wägen, die schon an normalen Tagen brechend voll sind heute dürfte da gar nix mehr gehen
- der RE braucht 1,5 mal so lang wie der IC
- man muss in eine S-Bahn umsteigen welche leider auch nur noch im 1 - 1.5 h Takt fährt. Was das ganze nochmal fast doppelt so lange macht.
Fazit: Entweder man kalkuliert eine Fahrtzeit ein die gut 3 mal so lange ist wie normal oder man steigt auf das teurere Auto um und steht im Stau.
DAS ist die Relität, nicht eine fiktive Fahrt ins französische Grenzland.