Forum


 

Street-View-Debatte: Brüllen gegen Google

Schlimmer als jeden Geheimdienst nennt Verbraucherschutzministerin Aigner Google. Das ist falsch und beispielhaft für die Angstdebatte über die Digitalisierung: Politiker sprechen über Verbote, aber nie über die Abwägung von Grundrechten - und reden damit konsequent am Kern des Problems vorbei.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...676609,00.html
  1. #1

    Falsch??

    Schlimmer als jeden Geheimdienst nennt Verbraucherschutzministerin Aigner Google. Das ist falsch und beispielhaft für die Angstdebatte über die Digitalisierung
    Was soll daran falsch sein? Genau so ist es doch. Eine transnationale Datenkrake, die alles zu Geld machen will. Spätestens seit dem dreisten Einscannen urheberrechtlich geschützter Bücher (ohne die Autoren zu fragen) sollte klar sein welche Motive Google wirklich hat.
  2. #2

    Wieso muss ich aktiv werden?

    Unabhängig vom Rest der Diskussion:

    Wieso kann eine Firma Daten sammeln, damit Geld verdienen, und ICH bin gezwungen, falls ich nicht will dass mein (wenn überhaupt) miserabel verpixeltes Gesicht/Auto/Hausnummer sichtbar ist, einen Einspruch zu erheben?

    Hier wird wieder das Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt.

    (Und weil das Netz nichts vergisst: einmal ein Gesicht NICHT unkenntlich gemacht, und das wars dann auch schon...)
  3. #3

    Panoramafreiheit

    "Der Aufnahmestandpunkt muss zudem allgemein ohne Hilfsmittel zugänglich sein. Eine Leiter [...] ist demnach genauso wenig zulässig wie ein Hubschrauber."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit

    In 2,50 Meter Höhe kann ein normal gewachsener Mensch üblicherweise nicht ohne Hilfsmittel fehlerfrei fotografieren.

    Wenn man sich nun auf den Standpunkt stellt, das ein eigens zu dem Zwecke des flächendeckende abfotografierens ganzer Landstriche konstruiertes Auto sei *kein* Hilfsmittel (eine Leiter aber doch), das möchte ich als juristische Laie schon erklärt bekommen...
  4. #4

    eigene verantwortung staerken

    nach intensiver nutzung von google-street-view in den usa kommt man kaum umhin, den erheblichen wert bei der vorbereitung einer reise schaetzen zu lernen. auch in deutschland oder anderswo (vorsichtshalber sage ich nicht wo) wuerde mit sicherheit manch katastrophenurlaub verhinderbar sein, wenn google-street zur verfuegung stuende.

    ganz einverstanden damit, dass es hier im grundsatz um eine abwaegung gehen muss, aber dass im einzelnen fuer jeden das recht einfach realisierbar sein muss, individuelle eingriffe - die in einzelfaellen garantiert auftreten - so rasch als moeglich zu loeschen bzw. unkenntlich zu machen. bitte nicht wieder einen abmahnwellen-schwachsinn, sondern die eigene verantwortung staerken und deren umsetzungsmoeglichkeit handhabbar machen.
  5. #5

    CDU/ CSU die Schützer der Grundrechte! Guter Witz!

    Ich denke auch, dass man über das thema vernünftig diskutieren sollte, da Googles Street View doch eine Menge Vorteile bringt.
    Lächerlich ist Frau Aigners Aussage, dass Google Geheimdiensttätigkeit nachgehen würde.
    Eine Partei, die schnell das Grundgesetz ändert, um verfassungswidrige Gesetze verfassungskonform zu machen, anstatt sie zu ändern, sollte sich an die eigene Nase fassen.
    Wenn das Fotigrafieren von Straßen mit der Geheimdiensttätigkeit gleichgesetzt wird, was ist mit jeden bericht in der tagesschau, wenn z.B. Demonstrationen und ihre Teilnehmer gezeigt werden. Ein verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht wäre das ja auch.
    Dann müsste man konsequenterweise auch die Tagesschau verbieten.
    Frau Aigner, vielleicht erstmal denken und dann reden.
  6. #6

    Höhe

    Einige der konkreten Street-View-Streitfragen:
    ■Die Kameras auf Googles Fotoautos sitzen mehr als zwei Meter hoch. Sie könnten also in einigen Fällen auch über Sichtschutzwände hinweg fotografieren - welche Kamerahöhe ist zulässig?
    Und genau das ist der Punkt, den der Autor komplett übersehen hat. Denn die Panoramafreiheit, auf die er seine Argumentation stützt, verbietet den Einsatz von Hilfsmitteln wie Leitern um die Aufnahmeposition zu erhöhen.

    Zwei Meter sind also glasklar _nicht_ erlaubt. Googles Fotografieren ist also schon per se illegal, ganz egal was sie mit den Daten danach machen. Dadurch erübrigen sich auch die Diskussionen über Passanten und Kunstwerke.

    Und nebenbei bemerkt: Googles Autos sind eine erlaubnispflichtige Sondernutzung des Verkehrsnetzes, das nämlich für sowas nicht mit Steuermitteln gebaut wurde. Und da die Autos recht langsam fahren, sind sie ein Verkehrshindernis.
  7. #7

    Frau Aigner....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schlimmer als jeden Geheimdienst nennt Verbraucherschutzministerin Aigner Google. Das ist falsch und beispielhaft für die Angstdebatte über die Digitalisierung: Politiker sprechen über Verbote, aber nie über die Abwägung von Grundrechten - und reden damit konsequent am Kern des Problems vorbei.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...676609,00.html
    ... hat nach meiner Einschätzung völlig Recht!
    Und der Kollege Lischka, hat doch selbst vor einigen Wochen hier in epischer Breite Tipps gegeben, wie man sich der Kontrolle diesen Datenkraken GOOGLE und ADOBE entziehen könnte!

    Also...
    -- bitte nicht mit zweierlei Maß messen, nur weil Frau Aigner nicht der politischen Grundlinie entspricht!
  8. #8

    Katastrophenurlaub?

    Zitat von zorro.1 Beitrag anzeigen
    auch in deutschland oder anderswo (vorsichtshalber sage ich nicht wo) wuerde mit sicherheit manch katastrophenurlaub verhinderbar sein, wenn google-street zur verfuegung stuende.
    Inwiefern verhindert Google Stree View einen Katastrophenurlaub? Sowas erreiche ich auch durch Kauf eines guten Reiseführers.

    Weshalb um alles in der Welt sollte ich mir die Städte einer Urlaubsreise schon zuhause am PC en detail ansehen, dann ist der Urlaub doch stinklangweilig... Alles schon gesehen... Irgendwie bedeutet Urlaub für mich _neue_ (und überraschende) Dinge zu sehen...
  9. #9

    Demo

    Zitat von Paul Bennard Beitrag anzeigen
    Wenn das Fotigrafieren von Straßen mit der Geheimdiensttätigkeit gleichgesetzt wird, was ist mit jeden bericht in der tagesschau, wenn z.B. Demonstrationen und ihre Teilnehmer gezeigt werden. Ein verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht wäre das ja auch.
    Auf eine Demo geht man, _damit_ das Fernsehen darüber berichtet. _demonstrare_...

    Frau Aigner, vielleicht erstmal denken und dann reden.








TOP



TOP