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Street-View-Debatte: Brüllen gegen Google

Schlimmer als jeden Geheimdienst nennt Verbraucherschutzministerin Aigner Google. Das ist falsch und beispielhaft für die Angstdebatte über die Digitalisierung: Politiker sprechen über Verbote, aber nie über die Abwägung von Grundrechten - und reden damit konsequent am Kern des Problems vorbei.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...676609,00.html
  1. #70

    Re: Verharmlosung

    Zitat von machtjanix Beitrag anzeigen
    Schöne Neue Welt... Privatsphäre adieu. Aber ist ja alles nicht so schlimm..?
    Das Problem ist doch, dass jeder Einzelne von uns nicht um seine Erlaubnis gefragt wurde...
    Die Privatsphäre (mal unabhängig von der StreetView-Diskussion) hebt der auf, der seine Daten zur Verfügung stellt. (Bitte erst nochmal darüber nachdenken, bevor erbost geantwortet wird!) Wenn ich ein Haus baue, dann passiert das nunmal in der Öffentlichkeit und jeder der möchte, kann es sich anschauen und fotografieren, mit StreetView wird es nur einfacher (Die 0,1 Promille, die sich riesige Grundstücke leisten können, die nicht von der Straße einsehbar sind, vernachlässige ich bewusst).
    Wenn ich einen Mehrwert davon habe, kann ich mich damit abfinden, dafür einen Teil meiner Daten herzugeben (was somit einer Erlaubnis gleichkommt). Das war übrigens im Prä-Internetzeitalter schon genauso (man denke nur an die ganzen Gewinnspiele und sonstigen Umfragen)! Davon auszugehen, dass seit Beginn der Internet-Hochzeit ein Unternehmen nicht die vorhandenen Daten nutzen würde, ist einfach nur weltfremd.
  2. #71

    Was für ein Quiatsch !

    Zitat von karsten112 Beitrag anzeigen
    Ich nehme mal an das der Verfasser von einem All-Incl.-Hartschalenkofferpauschalurlaub ausgeht.
    Er möchte also wenigsten ein mal (am PC)sehen wie es VOR dem Hotel aussieht.
    Besser konnte es man nicht sagen.
    Ich wurde schon viel zu oft von Hotel-Prospekten durch dn Kakao gezogen. Ach Gott ja, Frau Ministerin, andere Sorgen haben sie nicht? Meine Daten werden schon seit Jahren zwischen (Privat)Banken, Behörden und alle möglichen anderen schummrigen Gesellschaften ausgetauscht OHNE meine Erlaubniss, und jetzt auf einmal ist ein Strassenbild eine Verletzung der Intimsphäre? Ja ja ich weiss schon wohin der Hase läuft: bloss nicht die Strassen in Königstein oder sonst einem anderem "Nobel" Viertel abbilden JA DANN wenn dann der Ottonormalverbraucher sehen kann wo Herr Graf von der Koksanstalt wohnt.... dann wird es peinlich nicht wahr?
    Diskretion über alles, speziell bei denen Gaunern die es nötig haben!
  3. #72

    Bei einem solchen Gebrüll sollte man sich schlicht die Ohren zuhalten & es aussitzen

    Zitat von amy_wong Beitrag anzeigen

    [Zitat hman2]Und genau das ist der Punkt, den der Autor komplett übersehen hat. Denn die Panoramafreiheit, auf die er seine Argumentation stützt, verbietet den Einsatz von Hilfsmitteln wie Leitern um die Aufnahmeposition zu erhöhen.[/Zitatende]

    Es ist aber schon erlaubt, die Kamera über den Kopf in die Höhe zu halten oder?

    [Zitat hman2]Zwei Meter sind also glasklar _nicht_ erlaubt. Googles Fotografieren ist also schon per se illegal, ganz egal was sie mit den Daten danach machen. Dadurch erübrigen sich auch die Diskussionen über Passanten und Kunstwerke.[/Zitatende]

    Die Aussage dürfte glasklar nur im Zwergenland Gültigkeit haben.
    Stimmt... Und ich würde da auch noch weiter gehen - in meinen Augen sollten technische Hilfsmittel (Stative o.ä.) erlaubt sein, solange sie nicht höher sind als die Höhe, die ein Mensch maximal mit seinen Armen erreichen kann. Der größte Mensch der Welt hat eine Größe von knapp 2,5 Metern, wenn ich mich nicht täusche, dementsprechend sollten seine Arme auf ungefähr 2,8 Meter Höhe über dem Boden kommen. Ein solcher Extremwert, der wissenschaftlich ermittelt werden kann, liefert einfach eine gute Rechtssicherheit.

    => Googles Autos dürften also keinen Aufbau, der höher als 2,5 bis 2,8 Meter ist, haben.

    Grüße, Grand-Duc
  4. #73

    ...

    Diese Diskussion wäre überflüssig, wenn man sich von Seiten der Privatpersonen und der Politik einige grundsätzliche Benimmregeln oder Freiheiten vor Augen führen würde. Leider sind sowohl der Anstand der Massen, wie der Schutz der Bürger- und Freiheitsrechte durch den Staat in letzter Zeit sehr zurückgegangen. Es ist auch kein Problem von Google, diese Firma ist nur als Erste drauf gekommen, aber ähnliche Vorhaben werden auch in Zukunft weiterentwickelt werden. Was ist denn, wenn die technischen Möglichkeiten einmal einen Echtzeitblick erlauben? Das wird irgendwann kommen. Ist das anders zu bewerten, als wenn eine Person vor dem Haus stünde und es sich ansähe? Ist es überhaupt anders zu bewerten, wie wir heute unsere Daten mitteilen, im Vergleich zu früher? Früher war vielleicht nicht immer alles jederzeit abrufbar, aber auch früher hat man schon anderen Menschen seine persönlichen Daten zuhauf mitgeteilt und noch heute machen das viele Menschen völlig ohne digitalen Hintergrund (z.B. bei Gewinnspielen in Zeitschriften, Kaffeefahrten, auf dem Amt, beim Arzt usw.). Es war bloß alles nicht so offensichtlich, weil man eben schlecht das Gehirn seines neugierigen Nachbarn scannen kann, aber leicht sein altes Profilbild im Netz wiederfindet.

    Der Staat sollte vor allem mal die digitalen Bedürfnisse seiner Bürger ernstnehmen und sich nicht selbst als schlimmste Datenkrake erweisen. Dann wird jede Kritik an Wirtschaftsunternehmen, die dasselbe in viel geringerem Ausmaß und sehr viel transparenter tun, nämlich lächerlich.

    Schließlich gibt es eher zuviel, als zuwenig Geheimnisse. Ich hätte nichts dagegen, z.B. die sichere Lagerung von Nuklearwaffen per Webcam durch eine weltweite Öffentlichkeit kontrollieren zu lassen. Ähnliches gilt für viele andere Geheimniskrämereien, die aus "Staatsräson" begangen werden. Wie heißt es so schön...l'etat cest moi...
  5. #74

    Zitat von CharlieBrown8 Beitrag anzeigen
    Anstatt zu einer Wohnung mit toll angepriesener Lage zu trotteln, konnte ich mir den Weg mehrfach sparen...
    ich habe diese möglichkeit in mehreren foren gleichen themas angesprochen.
    wenn es um das suchen von wohnungen geht, oder die auswahl eines urlaubsortes, ist das soo pratisch und naheliegend, aber bei der vorbereitung von verbrechen "braucht das doch niemand wirklich", ist also paranoia.
    immer wie es gerade passt?
  6. #75

    Unglaublicher Mist

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Machen wir dochmal ein praktisches Beispiel. Angenommen, Sie wollen in München in der Schillerstraße (Münchens Porno- und Elektronikmeile in einem) ein paar Elektronikbauteile einkaufen. In dieser Straße im Bahnhofsviertel gibt es auch eine Reihe von eher halbseidenen Lokalen. Just in dem Moment, wo sie an so einer Bar vorbeilaufen kommt das Google-Auto und ......

    Hihi, ich danke Ihnen vielmals fuer diesen wundervollen Beitrag, lange nicht mehr so gut gelacht :) Sie sollten eventuell noch zusaetzliche Highlights in ihre Story einbauen. Ich schlage die Mafia, Drogen und diverse Gangster vor..
  7. #76

    Wer stellt welche Daten zur Verfügung?

    Zitat von cuwie Beitrag anzeigen
    Die Privatsphäre (mal unabhängig von der StreetView-Diskussion) hebt der auf, der seine Daten zur Verfügung stellt. (Bitte erst nochmal darüber nachdenken, bevor erbost geantwortet wird!) Wenn ich ein Haus baue, dann passiert das nunmal in der Öffentlichkeit und jeder der möchte, kann es sich anschauen und fotografieren, mit StreetView wird es nur einfacher (Die 0,1 Promille, die sich riesige Grundstücke leisten können, die nicht von der Straße einsehbar sind, vernachlässige ich bewusst).
    Wenn ich einen Mehrwert davon habe, kann ich mich damit abfinden, dafür einen Teil meiner Daten herzugeben (was somit einer Erlaubnis gleichkommt). Das war übrigens im Prä-Internetzeitalter schon genauso (man denke nur an die ganzen Gewinnspiele und sonstigen Umfragen)! Davon auszugehen, dass seit Beginn der Internet-Hochzeit ein Unternehmen nicht die vorhandenen Daten nutzen würde, ist einfach nur weltfremd.
    Nur soviel dazu:

    Nicht alle Daten, die im Internet über uns existieren, sind von uns oder mit unserer Zustimmung eingestellt worden, und noch viel schwieriger ist es, diese wieder rückgängig zu machen - viel Glück ohne anwaltlichen Beistand...
    Man denke z.B. an die private (!) Party, bei der irgendein mir Unbekannter mit seinem Handy wie wild Aufnahmen macht und sie dann im Profil seines Freundes bei Facebook, Twitter, etc. in dessen Forum hochlädt, am besten noch mit entsprechenden Kommentaren... ein gefundenes Fressen für Profiler und Personalchefs.


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