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Strategien gegen Studienplatzkläger: Unis in der Abwehrschlacht

REUTERSFür Bewerber ist die Studienplatzklage eine Chance, für Unis ein Ärgernis: Das Hochschulmagazin "duz" zeigt, wie Unis die Klagefreude der Studenten eindämmen wollen. Erst treiben sie gezielt die Kosten in die Höhe, kurz vor der Niederlage lenken sie ein - und sie sind damit sehr erfolgreich.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...832318,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Bewerber ist die Studienplatzklage eine Chance, für Unis ein Ärgernis: Das Hochschulmagazin "duz" zeigt, wie Unis die Klagefreude der Studenten eindämmen wollen. Erst treiben sie gezielt die Kosten in die Höhe, kurz vor der Niederlage lenken sie ein - und sie sind damit sehr erfolgreich.

    Studienplatzklage: Wie Unis sich gegen Kapazittätsklage wehren - SPIEGEL ONLINE
    Und diese "Studiengebühren" kommen dann NICHT der Lehre zugute.
  2. #2

    wer's braucht

    Da kann man nur hoffen, dass diese Leute schlau genug sind und an der Uni dann damit hinter den Berg halten, dass sie sich eingeklagt haben.
    Andernfalls wären sie wohl recht schnell bei Professoren und Kommilitonen unten durch.

    Mir wären solche Leute generell schon mal unsympathisch.
  3. #3

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Da kann man nur hoffen, dass diese Leute schlau genug sind und an der Uni dann damit hinter den Berg halten, dass sie sich eingeklagt haben.
    Andernfalls wären sie wohl recht schnell bei Professoren und Kommilitonen unten durch.

    Mir wären solche Leute generell schon mal unsympathisch.
    Mir ist generell unsympathisch, dass man nicht studieren darf, was man will. Schliesslich ist ein fertig ausgebildeter Student für den Staat ein gigantisches Plusgeschäft. Und wenn man sich schon derart ausnehmen lassen muss, dann sollte man wenigstens noch bestimmen können, wofür.

    Was natürlich nur für das Studienfach, nicht den Ort gelten sollte.
  4. #4

    Die hohen Abbrecherquoten inbesondere der Technischen Universitäten zeigen uns, wie erfolgreich die Auswahlverfahren heutzutage sind. Vielleicht sollte eine Uni das Geld nicht für Anwälte und teure Kapazitätserfassungssysteme verwenden, sondern dafür die Lehre zu verbessern oder die Auswahlverfahren zu reformieren.
  5. #5

    Klagen ist Recht und Hochschulen sind Ländersache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Bewerber ist die Studienplatzklage eine Chance, für Unis ein Ärgernis: Das Hochschulmagazin "duz" zeigt, wie Unis die Klagefreude der Studenten eindämmen wollen. Erst treiben sie gezielt die Kosten in die Höhe, kurz vor der Niederlage lenken sie ein - und sie sind damit sehr erfolgreich.

    Studienplatzklage: Wie Unis sich gegen Kapazittätsklage wehren - SPIEGEL ONLINE
    Im Grunde ist das Dilemma doch durch die unfähige Hochschulpolitik unserer Hochschul-Bildungsfürstentümer gegründet. Jahrelang wird von der Politik die Steigerung der akademischen Ausbildung gefordert , es sind gleichzeitig keine ausreichende Anzahl von Studienplätzen vorhanden.
    Dann kommen noch ganz unerwartet zwei Jahrgänge zusammen auf die Hochschulen zu. Die Hochschulen versuchen gerade das Thema einfach auszusitzen.
    Bei den Hochschulen ist nicht nur das Thema Geld, sondern auch die Unfähigkeit sich vernünftig zu organisieren die Herausforderung.
    Eine übergreifende Abstimmung findet grundsätzlich, wenn überhaupt, nur auf höchster Verwaltungsebene im Bereich "letter of intend" statt. Darunter gibt es mal wieder den zähen Verwaltungsmittelstand der sich nur bewegt, wenn sich rechtlich was ändert. Rechtliche Vorgaben sind grösstenteils Ländersache. Hochschulpolitik und Schulpolitik ist in Deutschland ist zudem nicht hochkarätig besetzt. (Da werden auch schonmal kreationistische Unterrichtsmethoden geduldet). Da bleibt halt keine Zeit sich auf operativer Ebene abzustimmen.
  6. #6

    Ba-Wü schränkt Grundrechte ein

    Es ist schon krank, dass ein Grüner Minsiterpräsident die grundrechte dazu gehört das rechtliche Gehöre einfach einschränkt.
    Wenn die Universitäten einfach mehr Kapazitäten zur Verfügung stellen würden, gäbe es das Problem nicht.
  7. #7

    Hochschulzugangs-Chaos

    Hochschulen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Jeder hat das Recht, an einer Hochschule zu studieren, wenn er ein Abiturzeugnis hat. Das Einklagen von Studienplätzen ist dort besonders virulent, wo der Kampf um Studienplätze besonders hart und die benötigten NCs besonders hoch sind - zB bei Medizin und Psychologie, Die Ergebnisse unterschiedlicher Verfahren bei der Vergabe von Studienplätzen sind aber auch grotesk - so weiß ich sehr genau, dass zB bei der Uni Münster auch nach dem ersten Vergabeverfahren und weiteren vier Nachvergaberunden immer noch nicht alle Studienplätze für den Masterstudiengang Psychologie vergeben worden sind. Da kann es nicht sein, dass ein Bewerber abgelehnt wird OBWOHL noch Studienplätze frei sind; das ist nicht nur Verschwendung, sondern auch noch eine Verletzung des/der Bewerber in seinen/ihren Grundrechten. Ein Geschmäckle hat es natürlich, dass sich idR nur Söhne/Töchter von begüterten Eltern das dann regelmäßig erfolgversprechende Klageverfahren leisten können. Andere Pannen zB bei der Uni Bonn haben zB dazu geführt, dass ein Mal ALLE Berwerber für Jura aufgenommen wurden - weil keine Ablehnungsbescheide verschickt wurden...zu freien Studienplätzen kommt es insbesondere deswegen, weil sich viele Studenten gleich an 6-8 oder mehr Unis bewerben. Wenn ein Bewerber von mehreren Unis Zusagen erhält, entscheidet er sich für die Annahme eines Platzes, aber die anderen Unis bekommen oft erst sehr spät mit, dass der angebotene Studienplatz nicht angenommen und deshalb neu vergeben werden kann. Insgesamt krankt das ganze System, welches den Zugang zur Hochschule regelt. Da wurde die ZVS abgeschafft, eine Mehrheit der Länder gründet eine neue Firma, die wiederum eine Software entwickelt, die den zugang und die verwaltung bis zur Erfassung und das Management der Studienleistungen jedes einzelnen Studenten an den jeweiligen Hochschulen managen soll - aber das ganze ist eine große Katastrophe.
  8. #8

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Mir ist generell unsympathisch, dass man nicht studieren darf, was man will. Schliesslich ist ein fertig ausgebildeter Student für den Staat ein gigantisches Plusgeschäft.
    Das gilt aber nur dann, wenn ein entsprechender Bedarf am Markt für dieses Studienfach vorhanden ist, was sich im Verhältnis von Studenten zum Marktbedarf ausdrückt.

    Es gibt BWLler wie Sand am Meer, aber auch entsprechend viele Stellen in der Wirtschaft. Oder aber wenige Ingenieure der Kernkrafttechnik, die dennoch nicht für alle freien Stellen reichen.

    Umgekehrt gibt es für die vielen Kommunikationswissenschaftsstudenten nur wenige Stellen und auch für die wenigen Archäologiestudenten kaum Arbeit.

    Ob es sich für den Staat lohnt, kommt also darauf an, was studiert wird.
  9. #9

    Kosten nur für eine Minderheit abschreckend...

    Ich finde das Argument mit dem Abschreckungseffekt der Kosten äußerst eigenartig. Für ein Großteil der Studienbewerber dürfte das nicht gelten: entweder sie haben reiche Eltern. Da ist sind 500 Euro für einen Studienplatz gut angelegtes Geld. Viele Bewerber dürften aber von der Rechtschutz ihrer Eltern profitieren oder aber Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben... Die Kosten der Uni sind übrigens Steuergelder, die auch in die Forschung und Lehre fließen könnten, statt in die Verwaltung.


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