Straßenpanorama: Microsoft Streetside wegen Pixel-Problemen offline

MicrosoftÄrger mit der Verpixelungsfunktion: Microsoft hat seinen Straßen-Panoramadienst Streetside in Deutschland komplett abgeschaltet, weil einige Betroffene Datenschutz-Probleme gemeldet haben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...834631,00.html
  1. #1

    Der Hinweis ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ärger mit der Verpixelungsfunktion: Microsoft hat seinen Straßen-Panoramadienst Streetside in Deutschland komplett abgeschaltet, weil einige Betroffene Datenschutz-Probleme gemeldet haben.

    Bing Streetside: Microsoft-Dienst wegen Datenschutz offline - SPIEGEL ONLINE
    Der Hinweis ... dass sich noch weniger gegen Streetside ausgesprochen haben, also qua Widerspruch, als bei Googles Streetview, ist missverständlich: Regelmäßig sind es Menschen mit Rechts- und Datenschutzbewusstsein, die aktiv werden.

    Dieselben aber haben verständlicherweise keine Lust ihre Identität gegenüber den Datenkraken, die in industriellem (!) Maße personenbeziehbare Daten (§ 3 I BDSG) ohne Zustimmung des Betroffenen erheben, offen zu legen.

    Die Politiker ziehen längst gegenüber der Macht der US-Konzerne den ... ein und lassen die auf Kosten der Bürgerrechte gewähren. Sich auf die mehr als hundert Jahre alte Panoramafreiheit zu berufen (damals: Einzelne Bilder, Balgenkameras, KEINE Datenaggregation) oder auch nur mit einzelnen Fotografien von Häusern zu vergleichen, ist keine Dummheit, sondern gezielte Arbeit eines millionenschweren Marketing und Lobbyismus.
  2. #2

    Deutsche Motzkis ohne Plan

    Es hat natürlich rein gar nichts mit Datenschutz oder Privatsphäre zu tun, wenn man sein Häuschen verpixeln lässt, sondern mit deutscher Engstirnigkeit und dagegen-sein auch wenn man gar nicht begriffen hat um was es geht.

    Ich kann von euren Häusern von der Strasse Fotos machen wie ich lustig bin und ins Web stellen - und ihr kriegt es gar nicht mit! Schlimmer noch, all die Leute die da vor euren Buden auf und ab gehen, sehen eure Häuser auch so! Und vielleicht sehen sie sogar durch die Fenster rein...

    Mir fällt da immer wieder diese militante Rentnertruppe ein, die so sehr gegen Google und Streetview waren, dass sie sogar mit der Presse sprachen, sich und ihre Häuschen ablichten liessen und obendrein noch Ort und Namen nannten - nur um zu verhindern, dass Google ihre Privatsphäre stört... Ja, das ging nach hinten los, sie wurden weitläufig bekannt als die Ollen die dazu beitrugen dass das was sie schützen wollten, in der ganzen Republik bekannt wurde.

    Es ist einfach nur beschämend.
  3. #3

    verpixelt?

    Weder Google noch Microsoft haben/wollten Bilder "verpixeln".
    Zum Thema selbst hat Stelzi eigentlich alles gesagt...
  4. #4

    Einbrecher

    Zitat von Stelzi Beitrag anzeigen
    Es hat natürlich rein gar nichts mit Datenschutz oder Privatsphäre zu tun, wenn man sein Häuschen verpixeln lässt, sondern mit deutscher Engstirnigkeit und dagegen-sein auch wenn man gar nicht begriffen hat um was es geht.
    Ein absurdes Gegenargument ist oft, dass Street(view oder side) Einbrechern das Recherchieren erleichtert. Wenn ein Einbrecher (wie in unserer Straße) sieht, dass von vier identischen Reihenhäusern eins verpixelt ist, wo vermutet er wohl, ist am ehesten etwas zu holen?
  5. #5

    Grenzenloser Klickkonsum ...

    Grenzenloser Klickkonsum ... das ist es, was Sie wollen.
    Ohne Rücksicht auf Verluste.

    Geschrei, wie wenn man einem dreijährigen die Rassel wegnimmt.
    Ohne jede rationale Begründung, einfach nur: "Willlll aaaabbbbbberrr !!"

    Da hat SPIEGEL-SPAM ja eine erwachsenere Meinung dazu:

    Das könnte Sie interessieren: Google Home View gestartet - SPIEGEL ONLINE - Spam

    Die sich im Nachhinein übrigens bereits teilweise verwirklicht hat: Google liefert jetzt bereits Videoaufnahmen von Innenräumen - online abrufbar.

    Dass sich youtube/google dann mit den Produkten die Taschen vollmacht, sowohl mit Werbegeldern als auch mit personenbezogenen Daten, das interessiert unsere Totalkonsumenten nicht.

    Beschämend ist ihr Totalkonsumwunsch, der verhindert, dass Sie die Interessen anderer, hier: der Betroffenen, ernst nehmen können.

    Meine Tante hat sich durchaus Mühe bei der Gestaltung dessen, was sie Ihre "bloße Hausfassade" nennen, gegeben. Schön gemacht, mit vielen Details, durchaus persönlich: Blumen, Fensterläden, Fensterdekoration, gestalteter Garten mit Hollywoodschaukel von der Straße aus sichtbar. Davor ein Tisch mit Dekoration, auch mal ein aufgeschlagenes Buch. Man vertraut sich dort, wo die wohnt. Fast lässt man die Haustüren unabgeschlossen.

    Und meine Tante hätte dennoch gar nichts dagegen, wenn Sie vorbeikämen und ein Foto machen würden. Sie dürften das auch ins Internet stellen, wenn Ihnen soviel daran liegt.

    Was Google allerdings macht, ist etwas ganz anderes. Google dringt in einen Bereich in industriellem Maße ein, der grundrechtlich geschützt ist: Informationelle Selbstbestimmung bedeutet, dass ich weiß, wann, wer, was über mich speichert und warum das geschieht. Das, so sagt das Bundesverfassungsgericht, ist so wichtig, wie die Menschenwürde und Entfaltungsfreiheit selbst, nämlich ein Grundrecht. Der gläserne Bürger ist nämlich ängstlich, weil er eben nicht weiß, wer, wann, was, warum über ihn speichert. Und ängstliche Bürger sind gefährlich für die Demokratie, der streitende Bürger braucht.

    Und ich weiß, dass Sie nicht wissen, was Google, wann über Sie speichert.
    Vielmehr ahnen Sie schon, dass genau das passiert, was das Bundesverfassungsgericht verhindern wollte: Google hat ein Persönlichkeitsdossier von Ihnen. Natürlich mit Foto, jetzt auch mit Foto ihrer tristen Mietwohnung, mit der Sie sich offenbar nun auch gar nicht identifizieren können.

    Aber wichtiger ist noch: Google hat eine ganze Reihe weiterer Merkmale von Ihnen, leicht abrufbar gespeichert und damit für die sekundenschnelle Datenaggregation vorbereitet. Eventuell sogar schon den Namen ihres WLANs und einer der zahlreichen Emails, die das Googlestreetviewcar "versehentlich" abgefangen hat.

    Ich verstehe, dass Datenschutz und Datenaggregation abstrakte Begriffe sind. Schwer zu fassen. Aber deshalb ist der Umgang nicht weniger gefährlich. Viel mehr gilt, was auch für Atomkraft gilt: Man schmeckt es nicht, man riecht es nicht und die Folgen .... sind sehr individuell .... und tauchen oft erst viel später auf .... erst hat das Kind sechs Finger, dann der Urenkel sieben.

    Bleiben Sie sorglos, laufen Sie weiter den bunten GOOGLE-Bonbons, die das millionenschwere, intelligente US-Marketing (samt mittlerweile 11 Lobbybüros in der EU?!) Ihnen hinwirft, hinterher. Beschweren Sie sich aber bitte nicht später, über Karies ....
  6. #6

    Fassadenpickel

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    Wenn ein Einbrecher (wie in unserer Straße) sieht, dass von vier identischen Reihenhäusern eins verpixelt ist, wo vermutet er wohl, ist am ehesten etwas zu holen?
    Sie meinen der Hauseigentümer hat einen Anstreicher (oder Graffiti-Künstler?) bestellt und die Hausfassade verpixeln lassen? Gefällt mir. Mach' ich auch, dann denkt der Einbrecher, das ist eine Falle der Pigs. Und klaut nur noch bei Ihnen.
  7. #7

    Vorschlag

    Microsoft oder Google könnten ja mal ein neues Produkt auf den Markt bringen: die "intelligente 3-D-Brille". Damit könnten wir uns dann durch Straßen bewegen und die Brille macht auf Wunsch alle Häuser unsichtbar. Das nenne ich echte "augmented reality".