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Stillgelegte U-Bahnhöfe in London: Pub in der Tube

Wo sich Ratten und Spinnen tummeln, sollen*künftig Kneipenbummler ihren Spaß haben. In London will ein Unternehmer stillgelegte Underground-Stationen in Pubs, Museen und Freizeitparks umwandeln.*Der Bahnbetreiber hält wenig von der Idee - doch das spornt den Mann erst richtig an.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...755662,00.html
  1. #10

    Schnapsidee?

    Interessierte zum Thema verweise ich einmal auf die
    Bücher von J.E. Connor, z.B. London's Disused Underground
    Stations.

    Soweit ich mich erinnere ist das Betreten komplett
    stillgelegter Banhöfe sowieso verboten, weil das
    lebensgefährlich ist, z.B. wegen der fehlenden
    Ventilation. Ich weiß nicht, ob ein Pub da unten
    nicht schon an den Betriebskosten wieder eingeht.
    Einige der alten Eingangshallen wurden tatsächlich
    umfunktioniert und sind heute Restaurants, während
    manche alten Stollen als sicheres Archiv dienen.

    Mich faszinieren solche modernen Ruinen und das Buch
    hat mir deshalb auch wirklich gut gefallen.
    Als ich das erste Mal in London war konnte man noch
    die alten Gleisanlagen und das große Brachgelände des
    abgebrannten Bahnhofs Bishopfsgate sehen.
    Als ich diese moderne Ruine ein paar Jahre später
    fotografieren wollte, war alles weg, die ganzen
    Trödellädchen unter den gemauerten Bögen der Gleise
    mit den Gleisen verschwunden.
    Dass ich damals keine (analogen) Fotos gemacht habe,
    ärgert mich noch heute.
  2. #11

    Unsinn

    Zitat von Driftwood Beitrag anzeigen
    Und in zehn Jahren werden die Pubs wieder dichtgemacht, weil sie die moslemische Mehrheit dann nicht mehr tolerieren wird.
    Manche müssen ihren islamophoben Unsinn wohl überall hinterlassen......

    Ich fände eine nutzung der alten Stationen auf jeden Fall sehr interessant.
  3. #12

    Geht nicht?

    Zitat von tweet4fun Beitrag anzeigen
    Man denke nur einmal an die Bedingungen, die modernen Standards entsprechen müssen. Sichere Ein- und Ausgänge, ausreichende Notausgänge, Feuerschutz, Sprinkleranlagen, Be- und Entlüftungsanlagen, Sicherheitseinrichtungen inkl. Personal, unzählige Toiletten inkl. Abwasseranlagen, Frischwasser-Versorgung, Entfernung und Einebnung der Gleise, Neuverlegung der Stromversorgung und so weiter. Und selbst dann ist noch kein einziges Geschäft gebaut worden. Und oben kommen die Hauptprobleme, da ja auf Straßenebene alles schon bebaut ist. Da kann man nicht mal so eben große Ein- und Ausgänge mit Rolltreppen, Luftschächte oder Notzugänge für Feuerwehr und Polizei dazwischenquetschen.

    Dazu kommt, daß ein Flair von "U-Bahnhof" durch den Umbau vollkommen verloren geht und das, was übrigbleiben würde, nichts weiter als eine große Kelleranlage zum Trinken, Essen und Einkaufen ist.

    Alles das zu einer Zeit, in der es normale Geschäfte und Gaststätten auf Straßenebene schon schwer haben, genug Kunden zu finden um einen gesunden Umsatz zu erzeugen.

    Ich bewundere normalerweise gesunde Träumer, die über Tellerränder blicken können und das scheinbar Unmögliche möglich machen. Aber in diesem Falle scheint es sich eher um einen naiven Deppen zu handeln.
    Woher wissen Sie so genau, dass all das nicht realististisch umsetzbar sein soll? Mir erscheint jemand, der mit 200 Millionen Investitionskosten rechnet, mehrere konkrete Interessenten für die Nutzung der Stationen hat und seit einigen Jahren direkt mit den Behörden dort verhandelt nicht unbedingt ein "naiver Depp" zu sein, sondern jemand, der durchaus auch etwas Ahnung von der Materie haben sollte.

    Mir erscheint die Idee toll, und laut dem Artikel geht das anscheinend genug Touristen ähnlich, wenn bei temporären Öffnungen der Andrang so groß ist wie beschrieben. Mit Geschäften auf Straßenebene kann man das auch nicht wirklich vergleichen, schließlich soll hier nicht der x-te Starbucks oder Subway aufgemacht werden, sondern gezielt vereinzelte Touristenattraktionen, die dann in jedem Touristenführer auftauchen.

    Der Ausbau wird mit Sicherheit auch nicht so kompliziert, wie Sie ihn da ausmalen. Schließlich kann man für die geplanten Nutzungszweck jeweils eine passende Station auswählen, die Besucherzahlen soweit limitieren, dass sie den Ausbaumöglichkeiten entsprechen usw. Die Pariser Katakomben (oder diverse touristische Tropfsteinhöhlen, Besucherbergwerke usw.) kommen schließlich auch ohne "unzählige" Toiletten, Rolltreppen u.ä. aus und sind trotzdem attraktiv und anscheinend auch nach modernen Sicherheitsstandards zulässig... Also warum immer gleich "geht nicht" rufen?
  4. #13

    Katastrophe ?

    Zitat von Hubert Rudnick Beitrag anzeigen
    England ist doch dafür bekannt, dass man viele gesellschaftliche Bereiche Privatisiert und danach stillegen muss, so wie man es bei der Privatisierung der Eisenbahn, des Gesundheitswesen gemacht hatte und so wird es weitergehen.
    Aber das dann was danach kommt nur noch eine Katastrophe für die Menschen bedeutet, dass interssiert dem Kapital nicht.
    Bars und andere Amüsiertemple sind ja wichtiger, als ein gut funktioniernedes Gemeinwesen.
    So möchten es diese Leute auch in Deutschland nachen und die FDP steht dabei ganz vorne.
    HR
    Ich wohne seit 4 Jahren in England, und zwar nicht in der Stadt,sondern auf dem Land. Mir ist hier noch keine Katastrophe untergekommen: der Nah- und Fernverkehr funktioniert prima, Busse verkehren zahlreich und regelmaessig, bis auf Ausnahmen im Winter habe ich auch noch keine wesentlichen Zugverspaetungen erlebt. In London selber kommt es natuerlich haufiger zu Problemen mit der Tube, aber man muss dass auch mal in Relation zur Komplexitaet des Londonder Verkehrssystems und des Passagieraufkommens sehen. Das Gesundheitswesen erreicht natuerlich nicht die bekannt phantastische Performance des deutschen, dafuer ist hier die Grundversorgung komplett umsonst und bestimmt nicht schlechter als was der gewoehnliche AOK Kunde gewoehnt ist. Das nenne ich nachwievor eine ungemeine Leistung des britischen Staates. Hier wird nichts stillgelegt und das Gemeinwesen funktioniert sehr gut. Wie immer gilt: Wenn man keine Ahnung hat ...
  5. #14

    Geschlossen, nicht stillgelegt

    Durch die meisten Londoner Geisterbahnhöfe fahren nach wie vor Züge. Sie sind einfach geschlossen worden, weil es dort nicht genug Fahrgäste gab, wie etwa British Museum, Down St oder Brompton Rd. Es ist anders als etwa in Berlin, wo Bahnhöfe abseits existierender Linien auf Vorrat gebaut wurden.
    Der Artikel erweckt so ein bisschen den Eindruck, als gäbe es da unten großartige leere Bahnsteige wie in einem James-Bond-Film. Viel mehr nutzbarer Raum als enge Fußgängertunnel oder Fahrstuhlschächte wird da aber nicht sein.
    Aldwych wäre wahrscheinlich der am besten geeignete Bahnhof. Der wird aber von TfL schon kulturell genutzt (Ausstellungen, Theaterstücke usw.) oder vermietet für Filmaufnahmen, genau so wie Charing Cross, Jubilee line (z.B. Bourne, Prodigy - Firestarter). Das bringt regelmäßige Einnahmen, und TfL wäre schön blöd, so ein Tafelsilber einfach zu verscherbeln.
    Vielleicht hätte TfL Mr Chambers einfach mal ein paar Bahnhöfe zeigen sollen, dann hätte sich das Thema wahrscheinlich erledigt.
    Die Idee an sich finde ich aber unterstützenwert. Es wäre schön, wenn TfL mehr temporäre Nutzungen zuließe oder Führungen machen würde, ähnlich wie die Berliner BVG.
    Aber für dauerhafte Nutzungen wären wohl andere Anlagen im Londoner Untergrund besser geeignet, wie etwa die Kingsway Tunnels der Post. Die sehen aus wie Tube-Tunnel, bieten genug Platz und sind fertig ausgebaut.
    http://news.bbc.co.uk/1/hi/7672374.stm
    Ob sich Mr Chambers die mal angesehen hatte?
  6. #15

    S21 und der Alte

    Zitat von AKI CHIBA Beitrag anzeigen
    Riesenchance für ein lebenswertes Stuttgart! Bauen wir das Loch! Um 2030 erinnern wir uns an die grandiose Londoner Geschäftsidee. Wenn wir dann noch Geld für ein Bierchen in der Tasche haben
    S21 garnicht erst bauen,einfach keinen Bahnhof in STR Mitte.Den Alten umbauen, Glasdach drauf, als Einkaufcenter umfunktionieren.Gleisgelaende als Riesenparkplatz. Einfach den Fernverkehr nach Echterdingen umleiten. Das gibt es noch nicht, EZ mit Sbahn Anschluss!!!!

    Stimmt es, dass LKWs nicht mehr die Innenstadt von Stuttgart befahren duerfen??
  7. #16

    Mal reinschauen....

    Zitat von AllesGrau Beitrag anzeigen
    Mich faszinieren solche modernen Ruinen und das Buch
    hat mir deshalb auch wirklich gut gefallen.
    Als ich das erste Mal in London war konnte man noch
    die alten Gleisanlagen und das große Brachgelände des
    abgebrannten Bahnhofs Bishopfsgate sehen.
    Als ich diese moderne Ruine ein paar Jahre später
    fotografieren wollte, war alles weg, die ganzen
    Trödellädchen unter den gemauerten Bögen der Gleise
    mit den Gleisen verschwunden.
    Dass ich damals keine (analogen) Fotos gemacht habe,
    ärgert mich noch heute.
    Falls Sie nicht schon registriert sind oder die Site nicht kennen...

    http://www.geschichtsspuren.de/

    Auch die "Eines Tages" Rubrik des Spiegel weiß diese Site zu schätzen - denn viele interessante Spots liegen gerade mal um die Ecke des eigenen Wohnorts.
  8. #17

    Unter der Erde von St.Paul´s...

    ...gibt´s auch ein Kaffee - mit ganz eigentümlichen Charme, in einem alten Kraftwerk die Tate. Warum also nicht? Würde zu London passen.
  9. #18

    .

    Zitat von timte Beitrag anzeigen
    Manche müssen ihren islamophoben Unsinn wohl überall hinterlassen.......
    So ist das traditionell am Stammtisch, man interessiert sich fürs Bier und redet beim Trinken, und wenn man auch wenig vom Thema versteht, so kann man immer noch die Standardsprüche ablassen. Warum sollte das am Online-Stammtisch anders sein?
  10. #19

    Buchtipp

    Noch ein Buchtipp zum Thema: Neil Gaiman, Neverwhere. Inspiriert von ehemaligen und existierenden Stationen in London baut er eine schöne Geschichte in einer Fantasieparallelwelt auf. Und jedes mal, wenn ich jetzt in der Tube "mind the gap" höre, muss ich ein bisschen grinsen...








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