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Steuerkonzept: Wer von Kirchhofs Plänen*profitiert - und wer nicht

Es soll mal wieder der ganz große Wurf werden: Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof will das deutsche Steuersystem stark vereinfachen. Das klingt gut und dürfte*viele Bürger freuen. Doch Experten warnen: Gewinnen würden vor allem die Reichen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771115,00.html
  1. #120

    hätte, könnte, würde vs. hat mehrfach

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Wo arbeiten Sie noch einmal?

    Öffentlich-rechtlicher Dienst? Beamter? Gar nicht?
    Nix da, ich bin ganz normal sozialversicherungspflichtig beschäftigt und nicht beim Staat (auch nicht beim neuen Staat im Staate, dem Finanzsektor).

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Denn ich arbeite lieber in einer Firma die bei zu starker Steuerbelastung den Firmensitz verlegt als in einer die pleite ist.
    "zu starke Steuerbelastung" hat bisher die wenigsten (ich würde behaupten keine) Firmen in die Pleite geführt.
    Eklatantes Versagen von Managern, unter anderem solchen, die es wichtiger finden Gewinne zu manipulieren und windige Konstrukte zu ersinnen, auch mal den Firmensitz zu verlegen, um möglicher weise zeiteilig weniger Steuern zu zahlen, als sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, hingegen schon.
  2. #121

    Für ein titelfreies SPON-Forum

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Wirklich?

    Auch dann, wenn er in Deutschland legal und ohne alle Trickserei 75% seines Einkommens behalten kann?
    Hm...irgendwas hat mein Vater anscheinend falsch gemacht, dass er als Spitzenverdiener trotz Steuerberater nie 75% seines Einkommens behalten durfte...

    Zitat von LDaniel Beitrag anzeigen
    Generell ist es doch ein Witz, dass der Prozentsatz steigt oder fällt mit dem Einkommen.

    Nichts in der Welt ist so fair wie Prozent. Jemand der 400.000€ im Jahr verdient zahlt ja nicht die Selben Steuern, wie jemand der 40.000€ im Jahr verdient... .

    Der Erste zahlt 100.000€ Steuern, der Zweite 10.000€.
    Im Moment gibt es auch das bescheuerte Problem, dass man bei 100€ Mehrverdienst plötzlich 300€ mehr Steuern zahlen muss... .

    Gleiche Prozentsatz für alle - es gibt eigentlich nichts Gerechteres... .
    Mathematisch ist es fair. Aber der Gedanke, der da hinter steht ist ja auch, dass ein Mensch für ein Leben mit einem "normalen" Lebensstandard nur eine gewisse Summe braucht. Das Geld, was er über diese Summe hinaus zur Verfügung hat, sollte eben nicht nur für persönlichen Luxus zur Verfügung stehen, sondern ein Teil davon sollte eben auch der Allgemeinheit zugute kommen, damit kleinere Einkommen, die diese Summe erst gar nicht erreichen, keine Steuern zahlen müssen und ein vernünftiges Leben führen können.
    Von daher ist es natürlich sinnvoll, dass höhere Einkommen auch einen höheren Prozentsatz zahlen.

    Ich denke, der Kirchhoff-Vorschlag geht in die richtige Richtung. Ob nun 25%, 30% oder ein progressiver Stufentarif ist ja letztlich nur eine Frage der Ausgestaltung.
  3. #122

    titelfrei

    Zitat von anin Beitrag anzeigen
    Kirchhof wurde damals nicht durch Schröder. sondern durch die CDU selbst erledigt. Diese Partei wusste nur zu gut, dass der politische Laie Kirchhof unter den ausgebufften Politprofis im Wahlkampf nicht bestehen konnte. Im Wahlkampf geht so manches unter die Gürtellinie. Da fasst man den politischen Gegner nicht mit Samthandschuhen an.

    Nein, wenn es der CDU damals mit einer Steuerreform ernst gewesen wäre, dann hätte sie die Person Kirchhof zumindestens im Wahlkampf im Hintergrund gehalten. Dieses als taktischen Fehler abzutun nehme ich dieser Partei einfach nicht ab.
    Der Unterschied zu heute ist: Die Sprechblasenjongleure kann heute keiner mehr sehen und ganz bestimmt auch nicht mehr hören. Die politischen Laien MÜSSEN das Ruder in die Hand nehmen.

    Frei nach Oskar Freysinger: Die Politik ist zu wichtig um sie Politkern zu überlassen.
  4. #123

    Unsinnig

    Zitat von LDaniel Beitrag anzeigen
    Im Moment gibt es auch das bescheuerte Problem, dass man bei 100€ Mehrverdienst plötzlich 300€ mehr Steuern zahlen muss... .
    Das stimmt nicht und sie können es in jeder Tabelle nachlesen. Kirchhofs System wird die Kapitalflucht ins Ausland nicht bremsen. Viele sehr vermögende Steuergestalter möchten nicht weniger sondern gar keine Steuern zahlen. Eine vierköpfige Familie mit 40000 Euro Einkommen zahlt schon jetzt keine Steuern. Nach Kirchhofs Plänen wird sich die Familie mit 200000 Euro weniger Gedanken um die Steuern machen müssen. Sie wird massiv entlastet. Am Ende ist das System doch nicht kostenneutral. Bund und in der Folge auch Länder und Kommunen werden massive Ausfälle verbuchen , Abgaben und Gebühren werden erhöht. Schwimmbäder werden geschlossen, Schulen privatisiert, der Neoliberalismus hat einen neuen Etappensieg zu feiern.
  5. #124

    Uber die Gerechtigkeit von Prozentzahlen

    Tjaja, oft gehört und gelesen:"gleiche Prozentzaheln sind ´gerechte´ Prozentzahlen". Der Unfug hat natürlich System. 3% mehr bedeutet eben für niedrige Einkommen weniger als für hohe und somit eine Vergrößerung der Einkommensabstände. Und nicht nur Brot läßt sich für egal wieviel Prozent nicht kaufen. Die Frage nach der Gerechtigkeit ist eine nach dem System. Wem wird was immerhalb des Systems ermöglicht und sollte er dafür einen besonderen Beitrag leisten. Wenn alle ´gleich´sein sollten, könnten sie auch begründeter Maßen als Gleiche gleichmäßig am Erfolg teilhaben, wenn man aber den ´eigentlich´ Gleichen erlaubt, innerhalb des Systems finanziell besonders erfolgreich zu sein, könnte man sie dieses auch etwas ´kosten´ lassen. Bürokratische Erleichterungen, schön und gut, aber wieso muß es ein einheitlicher Steuersatz sein? Oftmals wird eben mit scheinbar verständlichen Argumenten nur Klientelpolitik verschleiert...
  6. #125

    Nix dazugelernt, Herr Professor aus Heidelberg?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es soll mal wieder der ganz große Wurf werden: Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof will das deutsche Steuersystem stark vereinfachen. Das klingt gut und dürfte*viele Bürger freuen. Doch Experten warnen: Gewinnen würden vor allem die Reichen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771115,00.html
    Oh Gott, hat denn dieser unsägliche "Professor aus Heidelberg" seit der letzten Bundestagswahl nix dazugelernt? Er ist doch eklatant gescheitert, und am Schluss sogar aus Merkels "Kompetenzteam" geflogen. Und was bewegt die Medien, diesem geltungssüchtigen Loser mal wieder ne Plattform für seinen unsozialen professoralen Schwachsinn zu bieten? Liegt es am Sommerloch?
  7. #126

    Stufen im Steuermodell

    sind vorsintflutlich. Heutzutage haben wir Computer und können jede beliebige weiche Kurve berechnen, auf der man als Steuerzahler weich rauf- und runterrutschen kann. Was soll diese Angst, die nächte Steuerstufe zu erreichen? Das ist absoluter Blödsinn. Ungerecht ist nicht irgendein Prozentsatz für die Einkommensteuer, sondern die Einkommensteuer an sich.
  8. #127

    Das ist was pschyschologisches

    Zitat von Jox Beitrag anzeigen
    Bei dieser ganzen Diskussion verstehe ich nicht, warum ein einheitlicher Steuersatz ungerecht sein soll.

    Umgekehrt formuliert, warum ist es gerecht, vereinfacht dargestellt, dass, wenn ich 10 Euro verdiene, 2 Euro Steuern bezahle und, wenn ich 20 Euro verdiene, nicht 4 Euro sondern 6 Euro bezahlen soll? Doppelt verdient aber dreifach bezahlt, was ist daran gerecht?
    Der mit den starken Schultern soll mehr bezahlen, weil ich schwache habe. Ist zwar genauso unlogisch wie: der mit den breiten Füssen soll mehr Steuern zahlen, weil ich schmale habe, aber das ist eben Massenpschyschologie.

    Der Gedanke der dahintersteckt ist, dass dem Staat alles gehört, weil die Bürger Leibeigene sind. Und der Leibeigene mit etwas mehr in der Tasche wird ordentlich ausgenommen, weil man es bei dem holen kann und bei dem Armen wird wenig genommen, damit er noch was zum beissen hat und beim nächsten Mal dann besser ausgeplündert werden kann.

    Selbst das BVG mit den Politrichtern hat geäußert, dass eine Abgabenlast von mehr als 50 % konfiskatorischen Charakter hat. Und genauso wird verfahren. Es gefällt der Politik wie Besatzer im eigenen Land zu agieren. Denn die haben mit dem Volk nichts zu tun. Das ist die Oberklasse, die vom Volke lebt, in dem sie es aussaugt, Seit Jahrhunderten unter jeweils anderen Bezeichnungen.
  9. #128

    schlimm

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Einfach noch weitere 30 Jahre Beamte am "sozial gerechtem" Steuersystem basteln lassen und sie haben statt einer dann zwei Millionen Menschen die zur Steuererhebung beschäftigt sind.

    Dann dürfen beide mehr bezahlen. Und genau diesen Beamtenbeschäftigungsapparat verteidigen die Linken.
    Indem sie sich frech gegen den riesigen Umverteilungsapparat der Finanzmärkte auflehnen, der immer komplexere Innovationen hervorbringt (gegen die das Steuerrecht tatsächlich aufn Bierdeckel passt), immer nur in eine Richtung funktioniert und obendrein regelmäßig jede Menge Nichtbeschäftigung hervorbringt.
    Tja, diese Linken, die doch glatt versuchen, die Profiteure wenigstens ein wenig (wenn auch bei weitem nicht im Verhältnis zu ihrem Gewinn) an den Kosten des Gemeinwesens zu beteiligen - die reinen roten Teufel!
  10. #129

    Restlaufzeit

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Einfach noch weitere 30 Jahre Beamte am "sozial gerechtem" Steuersystem basteln lassen und sie haben statt einer dann zwei Millionen Menschen die zur Steuererhebung beschäftigt sind.

    Dann dürfen beide mehr bezahlen. Und genau diesen Beamtenbeschäftigungsapparat verteidigen die Linken.
    Das kann man natürlich nicht ewig so treiben. Firmen und Leistungsbereite wandern ab, und dann können sich Bürokraten und ihre Gehilfen gegenseitig alimentieren.


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