imagoWie viel Schirrmacher steckt im Skandal-Krimi "Der Sturm"? Sehr viel! Der Mann, den "SZ"-Feuilletonchef Thomas Steinfeld einen grausamen Tod sterben lässt, ist eindeutig sein "FAZ"-Widersacher. Doch durch seinen Kolportage-Roman hat sich der Literaturkritiker selbst blamiert.
http://www.spiegel.de/kultur/literat...850399,00.html
...soll denn da das Sommerloch füllen?! Wenn Steinfeld "Schirrmacher" in seinem Roman zum Mörder geschrieben hätte, wäre es vielleicht schlechter Stil und er müsste sich dafür entschuldigen, aber als Opfer...?!
Der einzige Skandal an der ganzen Sache ist der, dass sich Herr Hammelehle daran stört, dass einer von der Süddeutschen einen Krimi geschrieben hat und wahrscheinlich einen Guten.
Wieviel Schirrmacher steckt in Thomas Steinfelds Krimi "Der Sturm"? - SPIEGEL ONLINE
einfach nur ekelhaft, wie sich Journalisten in Deutschland ausschließlich mit sich selbst befassen können und dabei allen Ernstes eine Farce wie diese hier als große Sache aufbauschen können. Es verschlägt mir die Sprache, dass so etwas nicht als 3-Zeiler Meldung in die hinterste Ecke einer Boulevard-Zeitung verschwindet, sondern im Gegenteil als riesen Skandal, der eigentlich eine Sondersendung im TV erfordert, oder aber mindestens eine Headline im SPON, hingestellt wird.
Mit welchem Selbstverständniss hier eine UNWICHTIGKEIT breitgetreten wird ist schon ziemlich erstaunlich und lässt eine Menge Rückschlüsse auf den Elitendünkel einiger deutsche Journalisten zu.
Na schön: da hat also ein viel geachteter Zeitungsmacher einen anderen in einem Buch unter Pseudonym verfasst ziemlich brutal fiktiv sterben lassen... Oh mein Gott! Was für ein Vergehen -.-
Tut mir leid, aber mehr als das bringe ich vor Entrüstung über die Art und Weise der Berichterstattung bzgl dieser "Story" nicht zu stande, man möge mir verzeihen...
...hat Herr Fleischhauer hier auf den Punkt gebracht. Die Bevölkerung (und auch Herr Schirrmacher) bleiben völlig unbeeindruckt, aber die Feuilletonisten können endlich mal wieder richtig in die Tasten hauen... für sich und ihresgleichen. Wenn man erst die Kollumne von Herrn Fleischhauer liest und dann den Kommentar von Herrn Hammelehle hier, dann weiß man sofort, was und wen ersterer gemeint hat...
Im Endeffekt ist dieser Artikel nichts als Werbung fuer das Buch. Wer ausserhalb eines engen Zirkels von Kulturjournalisten wuerde die Vergleiche zu einem tatsaechlich existierenden Mitglied der Zunft ziehen? Dies ist ein Insider-Witz. Und wenn dies Steinfelds Ruf ruiniert, dann wahrscheinlich nur bei Kollegen, die ihn eh nicht mochten. Na ja, zumindest kennt jetzt jedermann diesen neuen Roman.
Immer direkt vor Ort recherchieren. Der eine Redakteur bereitet dafür in der Küche sogar das Salatdressing für den Herrn Bundesverfassungsgerichtspräsidenten und der andere begleitet den Herausgeber einer Zeitung sogar im Chatroom zum Anbaggern von Minderjährigen
... das ist doch euer Ernst, diese völlig inhaltsleere "Nachricht" jetzt künstlich so dermaßen aufzupimpen?
Gibt's bald auch noch ein Spezial dazu? Ein Dossier? Wann kommt die Analyse von Reich-Ranicki, wann der solidarische Essay von Walser? Wann der kapitelweise Vorabdruck?
Und wo bleibt die 38-teilige Fotostrecke aller Autoren, die schon mal in Verdacht geraten sind, sich an einer lebenden Person delektiert zu haben? Wo der Spiegel-TV-Bericht, gefolgt von der Spiegel-TV-Reportage, gefolgt vom Buch eines Spiegel-Redakteurs?
Ich hoffe ja wenigstens, dass es sich um bloße (und ziemlich akute) Sommerlochnot handelt. Und nicht um Häme der Spiegel-Kulturredaktion.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss den Sack Reis wieder aufrichten.