Vertriebenen-Funktionärin Erika Steinbach twittert erst seit wenigen Wochen - dafür aber umso intensiver: über Hitler, Stalin*und die NSDAP, die sie als "linke Partei" bezeichnet. Eine Provokation, sagt Steinbach selbst. Kritiker und Historiker sind befremdet.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...812950,00.html
Dann schaue man sich mal die Geschichte der Juden in Osteuropa, insbesondere in der Sowjetunion an. Natürlich gibt und gab es auch unter Kommunisten Rassisten! Dort hat das zwar nicht wie bei den Nazis praktisch elementaren Charakter, aber vorhanden war und ist Rassismus dort auch. Ähnliches gilt für die Zigeuner. Und als hellhäutiger "Gringo" hat man es im linken Südamerika auch nicht leicht ;-) - menschen, die andere wegen ihrer Herkunft oder ihres Aussehens diskriminieren, gibt es überall, in allen Ländern, allen politischen Systemen.
Arnulf Baring und Joachim Fest haben bereits auch die Nazis als links charakterisiert.
Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer sagt (ich habe ihn oben zitiert), man müsse zwar nicht so weit gehen, dass man die Nazis eine linke Partei nenne, aber unzweifelhaft fuße der Faschismus im Marxismus. Darüber hinaus betont Fleischhauer in seinem Buch große Gemeinsamkeiten zwischen linker und rechter Ideologie.
Warum gibt es jetzt einen Aufschrei, wenn Erika Steinbach diese These vertritt? Die These ist schon lange bekannt.
Eben. Und zum Schluss sogar als Zwangsarbeit.
Und komme mir jetzt bitte keiner mit Stalins Gulags. Dieses Verbrechen gab es zwar. Aber die haben nichts mit Sozialismus zu tun. Die "Vernichtung durch Arbeit" im Dritten Reich war hingegen direkt in die Ideologie der NSDAP integriert. Weil die eben auch nichts mit Sozialismus zu tun hat.
Reine Wahltaktik. Damals war eben ein Großteil der Wählerschaft "Arbeiter". Wahltaktisch wesentlich dümmer wäre es hingegen wohl gewesen, die Partei "Nationalkapitalistische Deutsche Industriellen-Partei" zu nennen... obwohl das dem inhaltlichen Kern der Sache wesentlich näher gekommen wäre.
Nazis? Eine besonders große Distanz zu Großindustriellen? Schlechter Witz...
Was kommt hier als nächstes? Krupp, Flick und Thyssen als antifaschistische Widerstandskämpfer? Goebbels und Hitler waren zusammen mit Himmler und Heydrich in einer Bürgerinitiative gegen Antisemitismus und Rassismus aktiv? ...
Oh, Mann... wenn ich sowas schon wieder lese... Entschuldigung, aber sowas schreibt hat von Sprache offensichtlich keine Ahnung. Sprache ist nicht logisch... muss sie auch nicht sein. Wenn ich zwei extremistische Parteien z.B. vergleiche... dann kann ich natürlich von einer "extremistischeren" reden. Jeder versteht das. Darum, und um nichts anderes geht es um Sprache. Das Sender und Empfänger verstehen was gemeint ist... Auch wenn das den Grammatik-Nazis unlogisch erscheint...
Stimmt. Wobei links nicht automatisch republikanisch bedeutet, sondern schlicht progressiv/revolutionär, während rechts für konservativ/reaktionär steht. Warum sollte diese Einteilung heute nicht mehr gültig sein? Nur weil Nazis dann eben auch links sind und manche das nicht ertragen können? Denn konservativ sind sie wohl kaum und als revolutionär betrachten sie sich selbst ohne Zweifel...
Auch sollten Linke nicht mit dem Finger auf andere zeigen, wenn es um falsche politische Einordnungen geht. Das Gleichsetzen so völlig unterschiedl. Regime wie das der Nazis in Deutschland, Mussolinis in Italien, Franco in Spanien und diversen anderen in Griechenland und Südamerika als "faschistisch", ist ebenfalls alles andere als historisch korrekt. Das einzige was diese Bewegungen gemein hatten, waren die autoritäre Staatsform und der Führerkult. Dinge die auf fast alle linken Regimes ebenfalls zutreffen...