Wer hat noch nicht, wer will noch mal - ja, ist denn jetzt schon Karneval? Stoiber hat sich vor Jahren auch schon einmal ähnlich eingelassen. Diese Leute haben da eine offene Wunde, die nicht zu heilen scheint.
Vertriebenen-Funktionärin Erika Steinbach twittert erst seit wenigen Wochen - dafür aber umso intensiver: über Hitler, Stalin*und die NSDAP, die sie als "linke Partei" bezeichnet. Eine Provokation, sagt Steinbach selbst. Kritiker und Historiker sind befremdet.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...812950,00.html
Wer hat noch nicht, wer will noch mal - ja, ist denn jetzt schon Karneval? Stoiber hat sich vor Jahren auch schon einmal ähnlich eingelassen. Diese Leute haben da eine offene Wunde, die nicht zu heilen scheint.
Immerhin kann man was positives daraus ziehen: Sie tritt über zeitgemäße Medien mit Bürgern in Kontakt. Und zwar in einem echten Dialog, nichts halbherziges wie man es sonst oft sieht. Wenn das jetzt auch geistig normale Politiker machen würden wär das ne feine Sache.
Was wäre passender, als in einem "Spiegel"-Forum einen Spiegelredakteur zu zitieren?
Jan Fleischhauer schreibt in seinem Bucht "Unter Linken":
"Schon das Wort Nationalsozialismus weist ja auf eine Nähe hin, die Rückblick ziemlich kompromittierend wirken muss. Die Fahne der Bewegung war nicht braun oder schwarz, sondern leuchtend rot wie die der Konkurrenz, und es gibt in der Geschichte der politischen Glaubensrichtungen auch nicht viele Ideologien, deren Anhänger sich mit Genossen angeredet haben. Es sind exakt zwei. Das schöne Wort Sozialismus aus dem hässlichen Nationalsozialismus gerettet zu haben ist vielleicht einer der größten publizistischen Triumphe, die der Linken im Nachkriegsdeutschland gelangen - und eine der entscheidenden Voraussetzungen, um in den Folgejahren die Diskurshoheit zu eroberbn und zu sichern.
Man muss nicht so weit gehen wie der amerikanische Autor Jonah Goldberg, der den Faschismus für eine im Kern linke Idee hält. Aber dass der Marxismus eine der entscheidenden Quellen ist, aus der sich die ersten Faschisten in Italien bei der Abfassung ihrer programmatischen Schriften bedienten, daran kann kein Zweifel bestehen. [...] War Hitler ein Rechter? Die Frage ist nicht ganz so absurd, wie sie klingt. [...] 'Meine gefühlsmäßigen politischen Empfindungen lagen links, das Sozialistische mindestens ebenso betonend wie das Nationalistische', schreibt der spätere Holocaust-Organisator Adolf Eichmann in seinen Memoiren. Als 'eine Art Geschwisterkinder' hätten er und seine Kameraden Kommunismus und Nationalsozialismus wahrgenommen."
Jan Fleischhauer. Unter Linken. Seite 291-294.
Nationale und reale Sozialisten sind wesentlich ähnlicher, als Sie suggerieren. Auch die nationalen Sozialisten haben sich explizit zu einer Arbeiterpartei zusammengeschlossen. Arbeiter und Bauern waren nach außen die erste Zielgruppe, gegenüber Intellektuellen und Großindustriellen hatten die nationalen Sozialisten traditionell eine besonders große Distanz.
Übrigens sind auch heute die Unterschiede verschwindend gering. Wenn man aus dem Wahlprogramm der NPD das Wort "national" oder "deutsch" streicht, geht es praktisch komplett als Wahlprogramm der Linken durch. "Fremdarbeiter" wurden bei den Linken ja auch schon beklagt. Aber Hauptfeind ist eh der böse Spekulant, dieses Motiv aus den 30er Jahren feiert in beiden sozialitischen Lagern fröhliche Urstände.
Laeuft da gerade ein Fraktionsinterner Wettbewerb, wer sich als Troll der Woche am besten macht? Erst Heveling, jetzt die Erika, ich fange an da ein Muster drin zu sehen ;)
Natürlich war die NSDAP auch sozialistisch, "National - sozialistische -Arbeiter Partei:Das "Heer" der Arbeiter musste auch eingespannt werden.Um Parallelen schon im Namen zu verdecken, nennt sich die "Antifa" antifaschistisch und nicht anti -national- sozialistisch, obwohl der Begriff
"Faschismus" von Italien geprägt ist und weit weniger aggressiv war als der NationalSozialismus.
sie versucht ja auch beim fleischer briefmarken zu kaufen und bei der Post brötchen also nicht so schlimm, wenn sie dann rechts links sieht.
Ist etwa links rechts und deshalb vom verfassungschutz unter besonderer beobachtung.
Hab ein wenig angst um die dame wenn sie auto fährt, kann leicht als geistesfahrt enden.
Ach Gottchen, es gibt dazu jede Menge Literatur von renommierten Historikern von Alan Bullock bis zu Joachim Fest. Twitter, Steinbach und auch SPON können diesen geschichtswissenschaftlichen Themen gar nicht gerecht werden, dafür mangelt es an Fachwissen und an der Zeit, die notwendig ist, sich damit auseinanderzusetzen.
Persönliche Meinung: die Politik der NSDAP unter A. Hitler und der Stalinismus waren in ihrer Ausprägung so extrem, dass sie sich in das typische "rechts-links" Muster gar nicht kategorisieren lassen.
waren die Nationalsozialisten links!
Die waren auf garkeine Fall konservativ!
Die wollten ALLES auf den Kopf stellen und den "Neuen Menschen"! Genau wie die Sozialisten. Antikommunistisch zu sein bedeutet doch nicht automatisch das Gegenteil zu sein, oder?
Die haben den Einzelnen nicht als Individuum gesehen sondern nur als Teil einer Gesellschaft, genau wie die nicht nationalistischen Sozialisten.
Selbst die Einordnung der Gesellschaft in kontrollierte Teilorganisationen uniformierter Art (weil nichtindividualistisch) war gleich. Alle Problemlösungen kommen immer von "oben" nie aus der Gesellschaft heraus... Und liberal waren sie geausowenig wie andere sozialistischen Regierungen...
Auch die Kontrolle des Einzelnen war gleich. Denn eine Ideologie, die von "Oben" kommt muß auch von oben kontrolliert/durchgedrückt werden.