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Steigende Selbstmordraten: Wenn die Krise tötet

DPASeit Beginn der europäischen Wirtschaftskrise steigen in den betroffenen Ländern die Selbstmordraten. Häufig wird der Freitod öffentlich inszeniert, um auf die schlechte Lage aufmerksam zu machen. Experten sehen die harte Sparpolitik als Ursache für die Verzweiflung vieler Menschen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...827618,00.html
  1. #30

    ...

    Zitat von kuddel37 Beitrag anzeigen
    Tragisch, aber deshalb ist es noch lange nicht die Aufgabe des deutschen Steuerzahlers diese fremden Länder auf Dauer zu subventionieren oder endlos Rettungspakete zu schnüren.
    Nö, aber die deutsche Regierung könnte aufhören, den Südstaaten völlig sinnlose und kontraproduktive Sparpolitik aufzuzwingen, oder?

    Einfach die Banken leer ausgehen lassen, Spareinlagen staatlich sichern, Banken pleite gehen lassen, übernehmen, gesundschrumpfen und wieder privatisieren.

    Das käme uns allemal billiger als die Merkel-Politik - und würde Menschenleben retten.
  2. #31

    dunkelziffer

    Zitat von Iggy Rock Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich selbst glaube, dass die Selbstmordraten ansteigen, in diesem Artikel fehlen genaue Zahlen. Ich erinnere mich, dass vor wenigen Wochen bereits ein Auslandsmagazin der öffentlich Rechtlichen die Suizidrate in Irland ansprach. Demnach sollen, seit Beginn der Wirtschaftskrise, alleine in Cork jeden Morgen drei Leichen im Fluss schwimmen. Ein handfester Beleg mit eindeutigen Zahlen ist diese Meldung allerdings nicht. Auch keine stichhaltige Untersuchung der genauen Gründe für die Suizide. Dahinter stecken wahrscheinlich noch nicht einmal nur die Kürzungen in sozialen Sicherunssystemen, sondern der "soziale Absturz" von Menschen, die einmal glaubten, dass sich Leistung in der EU lohnen müsse.
    Bei Selbstmorden gibt es ja generell eine äusserst hohe Dunkelziffer. Und gerade in der jetztigen Situation haben die politischen Kräfte und die Status Quo-Medien ein großes Interesse daran, die Auswirkungen der Krise weiter zu verschleiern. Ähnliches gilt übrigens auch für die Zunahme von psychischen Krankheiten.
  3. #32

    Wie immer gibt es auch für dieses Problem eine Lösung.

    Die Armut in Europa und der Welt können wir nicht durch Zuwanderung
    abschaffen, sondern nur durch eine entschiedene Bekämpfung der schon
    ausgeuferten Weltbevölkerungsexplosion und mittels sozialer Gerechtigkeit.
    Wirtschaft und Politik müssen wieder uns allen dienen und nicht nur einigen,
    wenigen Auserwählten, dann wird es auch weniger Verzweiflung und somit
    weniger Selbstmorde aus wirtschaftlich, sozialen Gründen geben.

    Und hier meine konkreten Vorschläge zum Erreichen dieser Ziele:

    1. Abbau der öffentlichen Verschuldung durch folgende Sparmaßnahmen:
    a) Beendigung aller Kriegseinsätze und Heimholung aller unserer
    europäischen Soldaten
    b) Bildung einer Gesamt-EU-Armee, die nur der Verteidigung der EU
    dienen und nicht in Afghanistan, etc. eingesetzt werden darf
    c) Abschaffung des Asylrechtes und der Zuwanderungsmöglichkeiten
    für Nichteuropäer
    d) Beendigung der Zahlungen an Israel und der Zahlungen an
    jüdische Verbände

    2. Stärkung des sozialen Gedankens und Schaffung einer sozialen Gerechtigkeit
    a) deutliches Heraufsetzen der Spitzensteuersätze und deutliche Entlastung
    der Geringverdiener
    b) Einführung einer einzigen Rentenkasse, in die alle einzahlen müssen,
    auch Reiche, Spitzenverdiener, Politiker und Beamte
    c) Einführung einer einzigen Krankenkasse für alle, auch für Reiche,
    Spitzenverdiener Politiker und Beamte
    d) Einführung des Bürgergeldes und Abschaffung von ALG 1 und 2
    e) Einführung der Kapitaltransaktionssteuer
    f) Verbot der Privatisierung der Infrastruktur, Wasser, Abwasser,
    Müllabfuhr, Stromnetz, etc.
    g) Bindung der Politikerdiäten an das Einkommen und den Wohlstand
    eines Durchschnittsbürgers

    3. Konsequente Weiterverfolgung des Gedankens der Energie- und
    Rohstoffunabhängigkeit
    a) sozialgerechte Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien
    b) Rohstoffwiederverwertung durch Pfand auf möglichst viele Dinge,
    auch Handys, Batterien, etc.

    4. Überdenken der Globalisierung, d.h. mehr Schutz für die einheimische,
    europäische Wirtschaft, siehe jüngstes Beispiel: Insolvenzen europäischer
    Solarmodulhersteller wegen falscher Förderungspolitik der Solartechnik
  4. #33

    Stattdessen.....

    Zitat von zynik Beitrag anzeigen
    Sie haben das Argument der "Eigenverantwortung" vergessen, dass man gerne höhnisch den sozial Abgehängten hinterherwirft.
    ....werden hierzulande die Rekordhöhen der Sanktionen gegen
    Hartz IV-Empfänger als Erfolg bejubelt, Loblieder auf die
    Leih und Niedriglohnjobs angestimmt.

    Wenn das Rentendebakel hier in Naher Zeit für die dann Betroffenen
    erkennbar und spürbar wird.... dann hat die regierende Regierung
    ein schier unlösbares Problem.
    Es wird weiterhin munter ignoriert und auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben.
  5. #34

    ist die erhöhte selbstmordrate vielleicht das ergebnis unrealistischer hoffnungen ? in den letzten 50 jahren wurde den europäern erzählt, es ginge immer nur aufwärts, alles wird gut, niemand muß verantwortung übernehmen, fun-fun-fun !! jetzt fällt das ganze zusammen und einige wenige sehen leider nur noch im freitod den letzten ausweg.

    absolut unnötig finde ich solche selbstmorde. die meiste zeit in der menschlichen geschichte ging es den menschen um einiges schlechter als heute, von einigen einzelschicksalen mal abgesehen.

    leider sind es gerade die griechen, die jetzt am tiefsten fallen. wir wissen was schief gelaufen ist und immer noch schief läuft, sie wissen es auch, jedoch wollen sie es nicht wahr haben...
  6. #35

    Eigenverantwortung und Machtstrukturen!

    Zitat von zynik Beitrag anzeigen
    Sie haben das Argument der "Eigenverantwortung" vergessen, dass man gerne höhnisch den sozial Abgehängten hinterherwirft.
    Die eigentliche Frage ist doch, welche verdeckte Machtstrukturen es tatsächlich gibt! Und wie sich diese nach außen abschirmen und an ihrem persönlichem Einfluß arbeiten!

    http://www.amazon.de/Die-Macht-Gehei.../dp/3895390690
    http://www.wdr.de/tv/monitor/dossier...lobbyismus.pdf
  7. #36

    Natur- und andere Katastrophen

    Was ich nach wie vor nicht verstehe ist dass es keine erkennbaren Nothilfen gibt für Extrem-Fälle: Obdachlose und obdachlos gewordene, alleinstehende Mütter, Leute die keine medizinische Versorgung mehr haben, Alte, Kinder, für Beschäftigungsprogramme, usw..

    Bei Naturkatastrophen wird sofort geholfen. Hier wird die Katastrophe bewusst verschärft, auch durch unsere Regierung, zumindest vorübergehend. Aber das Ganze wird kühl beobachtet wie ein Versuch mit Labor-Ratten. Diejenigen denen es dabei richtig an den Kragen geht sind ausserdem gar nicht die Verantwortlichen und Haupt-Profiteure. Die müssen nurhöchtens ein wenig Abstriche machen vom Komfort. Wenn überhaupt. Während der Krisen der letzten Jahre ist die Zahl der Milliardäre weltweit gestiegen, im gleichen Maße wie öffentliche Haushalte verschuldet wurden.
    Das Ganze ist ein erschreckendes Zeichen von Mangel an Empathie und von einem falschen Verständnis von Verantwortung und Humanität, seitens der politisch Verantwortlichen.
  8. #37

    Selbstmord als letzte Form des Protestes...

    Ich wohne in Gütersloh, pendele jeden Tag zur Arbeit nach Bielefeld. Seit dem Inkrafttreten von HartzIV passiert es im Schnitt vier- bis fünfmal im Jahr, dass ich auf den Bus ausweichen muss, weil die Bahnstrecke durch einen Suizid lahmgelegt wurde.
    Sich vor den ICE werden ist die letzte verzweifelte Methode Sand ins Getriebe zu streuen - nach der Devise "Alle Räder stehen still..."
    Was wir derzeit in Europa erleben ist der gezielte Genozid der Reichen an den Armen und den systematisch Verarmten. Man bedenke: jeder Empänger von Stütze oder Mini-Rente der den Freitod wählt kurbelt damit die Wirtschaft an und hilft dem Staat sparen...(Ironie off...)
    Einer meiner Vorposter hat die neue Inbetriebnahme der Guillotinen gefordert - dumm ist nur, dass damals, nach der Französischen Revolution - eine neue Führungsschicht entstand, die genau so verkommen war wie die alte - mit dem kleinen aber peinlichen Unterschied, dass sie obendrein auch noch prüde war.
    ("Als der Kopf des Adels fiel, stand ihm wenigstens noch der Schwanz - aber die Bourgeoisie ist es gelungen, sogar die Sexualität zu ruinieren..." Bertold Brecht). ich wage nicht daran zu denken, wie die NÄCHSTE Führungsriege aussehen könnte...
    von daher gesehehen: Vorsicht mit Brachialmethoden! Nehmt den Schmarotzern die Kohle weg... das reicht...
    Hoffe darauf, dass es nach den nächsten Wahlen für die Durchschnittsgriechen und Innen besser aussieht.
    Also liebe Leute: NICHT flennen und keinen Suizid machen - sondern wählen gehen - und zwar LINKS! (So- und jetzt dürfen die Kalten Krieger mit ihrem Schnack von der SED-Nachfolgepartei wieder aus ihren Mottenkisten krabbeln...)
  9. #38

    Genau

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Nö, aber die deutsche Regierung könnte aufhören, den Südstaaten völlig sinnlose und kontraproduktive Sparpolitik aufzuzwingen, oder?

    .
    Man kann sicherlich über das Sparen generell reden, aber irgendwann muss man damit anfangen Oder wollen Sie die nächsten Jahunderte für Griechenland und die anderen die offenen Rechnungen zahlen? Am besten gleich die Rechnung an das Bundesfinanzamt.

    Ich würde sagen Sparen muss die Regierung, die EU könnte aber mit ihren Subventionen dafür sorgen, dass man in das Land investiert. Aber wo soll man investieren, wenn die Menschen lieber streiken gehen.
    Ach ja, alternative zum sparen ist die Pleite. Dann haben die Menschen nichts mehr. Auch was.
  10. #39

    Wie auch

    Zitat von topcheckertopchecker Beitrag anzeigen
    ... zusammengestümpert aus zahlen, die erstens durch nichts bestätigt und zweitens null aussagekräftig sind.

    "... nach angaben von reuters sollen ...", "... berichtet eine zeitung..." auf solcher quellenbasis schlüsse zu ziehen ist ein witz.

    und dass in italien bis 2010 ein dramatischer suizid-anstieg gemessen worden sein soll - wie der autor selbst feststellt, hat die krise damals noch nicht einmal begonnen. was soll diese zahl also im zusammenhang mit selbstmord durch sparpolitik?

    online-"journalismus".

    lachhaft.

    und im forum wird prompt zur revolution aufgerufen.
    immer solche Artikel mit diesem Inhalt zustande kommen mögen. Eines steht für mich fest. Für sehr viele Menschen ist das Leben nicht mehr lebenswert. Viele sind mit dem was das kapitalistische System ihnen abverlangt nicht glücklich.
    Baustelle Nr. 1
    Es beginnt bei den Lebenshaltungskosten im speziellen die Energiekosten. Das bedeutet einen massiven Anstieg der Mietnebenkosten und der Kosten im Verkehr. Dieses Geld, falls es da ist, kann nicht mehr für andere Dinge ausgegeben werden, die auch das Leben lebenswerter machen. Und wenn es nicht da ist, muss es dazuverdient werden.
    Baustelle Nr. 2
    Die Zunkunft der eigenen Kinder und natürlich die der Kinder, die man sonst noch so kennt. Die von Freunden, Verwandten, Nachbarn etc. etc. Man sorgt sich, weil nicht abzusehen ist was aus ihnen wird. Ob sie den Kampf um die verbleibenden noch einigermaßen gut bezahlten Jobs, gewinnen werden.
    Baustelle Nr. 3
    Der Zerfall der Familien. Man verliert Freunde, weil sich befreundetet Paare trennen. Es wirkt sich nicht selten als destabilisierend auf das eigene Leben oder die eigenen Beziehung aus.
    Baustelle Nr. 4
    Die Unsicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Wird es mir zukünftig möglich sein meine Familie angemessen zu versorgen.
    Baustelle Nr. 5
    Betrifft sicher nicht alle, aber genügend Menschen sorgen sich allgemein um die Zukunft dieses Planeten.

    Das ist nur ein Auszug, der mir auf die Schnelle einfällt. Ich sehe, dass es viele Menschen in meinem Umfeld gibt, die verunsichert sind und deren Leben durch die o.g. Punkte destabilisiert ist. Und wenn dann noch Verzweiflung/Ausweglosigkeit, Versagensangst, Schulden, Haltlosigkeit etc. hinzukommen, gibt es durchaus Menschen die ihr Leben nicht mehr beherrschen und den Freitod wählen.
    Ich sage ihnen ganz ehrlich. Ich genieße das Leben schon lange nicht mehr. Denn auch ich bin ein Mensch dessen Wohlbefinden im direkten Zusammenhang steht im Wohlbefinden meiner Mitmenschen.

    Ich kann mir ja nicht mal eine Kochshow im Fernsehen ansehen und das Rezept nachkochen, da ich weiß, dass gleichzeitig Tausende Menschen verhungern. Vielleicht sogar, weil unter anderem mit meiner Altersvorsorge die Versicherung am Lebensmittelmarkt zockt. Nur mal so als kleines Beispiel.
    Einem Menschen, auch wenn es ihm persönlich gut geht, der sich um diese Welt sorgt, wird es jedenfalls schwer gemacht ein ausgeglichenes und glückliches Leben führen.


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