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Steigende Selbstmordraten: Wenn die Krise tötet

DPASeit Beginn der europäischen Wirtschaftskrise steigen in den betroffenen Ländern die Selbstmordraten. Häufig wird der Freitod öffentlich inszeniert, um auf die schlechte Lage aufmerksam zu machen. Experten sehen die harte Sparpolitik als Ursache für die Verzweiflung vieler Menschen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...827618,00.html
  1. #90

    Ein interessanter Ansatz....

    Zitat von reggaebrezel Beitrag anzeigen
    Wenn ich schon die Absicht hätte, meinem Leben freiwillig wegen der Schuld der Politik ein Ende zu setzen...dann würde ich es die Schuldigen auch spüren lassen. Gäbe genug potenzielle Ziele...oder noch besser wäre natürlich die Schuldigen zu töten anstatt mich selber...
    Ein interessanter Ansatz. Nun ist es aber stets so, dass jedes herrschende Regime dieser Erde sich durch Gesetze, die es selbst geschaffen hat, gegen seine Untertanen dergestalt absichert, dass jedweder Angriff auf ihr Leib und Leben als Angriff gewertet, und bestraft wird. Will der Untertan diese Gesetze nicht brechen, bleibt ihm nur ein Ausweg aus seiner Ausweglosigkeit: Statt Tötung des Verursachers Tötung seines Selbst.
  2. #91

    Warum nicht?

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    die Frau die immer will das sie für ihre Kindererziehung ein Gehalt bekommt.
    Wie hoch darf das denn sein? Und wie finanziert sich das? Und was passiert wenn Sie damit nicht klar kommen?

    Ich denke schon, dass Erziehungsarbeit ordentlich bezahlt werden sollte. 2000 € monatlich halte ich für angemessen. Was ist denn daran falsch?

    Finanzierungsmöglichkeiten gibt es zur Genüge und gute Vorschläge auch. Einfach mal Onkel Google fragen...
  3. #92

    Zitat von thueringenomsker Beitrag anzeigen
    dieser Krise zeigt der Kapitalismus sein wahres Gesicht! Es ist die Fratze des Imperialismus mit all seinen Grauen!
    Armut, Hunger, soziales Elend und schliesslich als letzter Ausweg der
    Selbstmord fuer die Aermsten der Armen!! Und eine kleine Oberschicht
    wird immer reicher, waehrend die grosse Masse der Bevoelkerung immer
    weiter in Armut versinkt!!
    Wann endlich gehen die Menschen auf die Strassen und jagen diese
    geldgierigen Ausbeuter zum Teufel??!
    Es wird hoechste Zeit, das wir wieder zu den Montagsdemos aufrufen
    und das Millionen an Menschen daran teilnehmen!
    Denn dann werden wir die regierenden zwingen endlich ihre assoziale
    Politik zu aendern!!
    Das hat nichts mit Kapitalismus zu tun. Im Kapitalismus wäre nicht nur Griechenland bankrott, sondern eine lange Liste von Banken für deren Finanzierung alle möglichen Rettungschirme, LTRO's, etc. erfunden werden. Bankrott ist dem Europäischem Bürger aus dessen Sicht aber nicht zuzumuten, entsprechend agiert die Politik.
  4. #93

    Ja: Nicht nur der Kommunismus frisst seine eigenen Kinder

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    Dieses Krebsgeschwür der entkapitalisierung frißt sich mehr und
    mehr in die bisherige Mittelschicht.
    Hoffentlich werden DANN mehr Leute wach !
    Ja: Nicht nur der Kommunismus frisst seine eigenen Kinder, sondern auch der Kapitalismus. Im letzteren geschieht das soziale Ableben nur humaner uns stets unter dem Deckmantel der sogenannten Demokratie.
  5. #94

    Aber bitte

    Zitat von minoru Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass Erziehungsarbeit ordentlich bezahlt werden sollte. 2000 € monatlich halte ich für angemessen. Was ist denn daran falsch?

    Finanzierungsmöglichkeiten gibt es zur Genüge und gute Vorschläge auch. Einfach mal Onkel Google fragen...
    die 2000 Euro/Kind.
  6. #95

    Zitat von Iggy Rock Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich selbst glaube, dass die Selbstmordraten ansteigen, in diesem Artikel fehlen genaue Zahlen. Ich erinnere mich, dass vor wenigen Wochen bereits ein Auslandsmagazin der öffentlich Rechtlichen die Suizidrate in Irland ansprach. Demnach sollen, seit Beginn der Wirtschaftskrise, alleine in Cork jeden Morgen drei Leichen im Fluss schwimmen. Ein handfester Beleg mit eindeutigen Zahlen ist diese Meldung allerdings nicht. Auch keine stichhaltige Untersuchung der genauen Gründe für die Suizide. Dahinter stecken wahrscheinlich noch nicht einmal nur die Kürzungen in sozialen Sicherunssystemen, sondern der "soziale Absturz" von Menschen, die einmal glaubten, dass sich Leistung in der EU lohnen müsse.
    das hätt ich aber gemerkt wenn da jeden tag drei drin gewesen wären. ich wüsste nur von einer im fluss und einem jungen, der sich nach einer kneipentour unglücklich den hals gebrochen hat
  7. #96

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    die 2000 Euro/Kind.
    Da haben Banken schon ganze Völker als Kinder.
  8. #97

    Kein Gefühl

    Zitat von theodorheuss Beitrag anzeigen
    Geschichte. Hier zeigt sich das die Geldgier einiger Weniger ganz reale Konsequenzen hat. Diese Gierhälse die das System an die Wand gefahren haben sind indirekt mitschuldig an dem Tod vieler vieler Menschen. Investmentbanker, Finanzjongleure, Anlageberater. Sicher, alle arbeiten ja nur im Auftrag eines Kunden. Aber dieses "den Hals nicht voll kriegen" immer mehr mehr mehr, hat doch letzendlich zu diesem Eurodesaster geführt. Milliarden und Abermilliarden die die Gierschlünde längst ins Ausland gebracht haben und in der Heimat schießen sich die abgehängten Landsleute Kugeln in die Köpfe. Ich hoffe ihr genießt dem Champus auf euren Millionenschweren Yachten in einer netten, kuscheligen Bucht! Und unsere Politiker sind immer noch zu feige dem ganz klare Riegel vorzuschieben, Regeln aufzustellen damit dieser Moloch nicht weiter und weiter seine Verbreitung findet, wie ein eitriges Krebsgeschwür.
    Das ist eine ebenso krasse wie richtige Analyse. Die europäischen Regierungen regieren irgendwie, sie hangeln sich von Krise zu Krise, die großen Schwungräder müssen weiter laufen im Interesse des Kapitals, koste es was es wolle – aber immer mehr Menschen kommen dabei unter die Räder, Millionen, sie wissen nicht mehr ein noch aus, und viele setzen ihrem Leben selbst ein Ende. Die Regierungen haben keinerlei Gefühl dafür, wieviel Verzweiflung ihre Entscheidungen ausgelöst, sie haben jedes Gefühl verloren, sie haben die Menschen vergessen. Soziale Verwerfungen? – Schulterzucken. Massenarmut? – Desinteresse. Solidarität, Gerechtigkeit? – Fehlanzeige. Fast alle europäischen Gesellschaften sind zu tief gespaltenen Gemeinwesen verkommen, sie pervertieren in ihrem Reichtum. Dekadenz und Ingnoranz sind mit Händen zu greifen.

    Aber jeden Abend kommt wieder das Heute-Journal mit den dressierten Sprechkaspern, die alles weggrinsen, alles wegmoderieren und dann den Wetterbericht ankündigen, morgen bewölkt oder auch nicht – und diese verlogenen Talkshows mit den immer gleichen Schwätzern: die eitlen Virtuosen des einerseits andererseits, jeder von ihnen müsste am Anfang der Sendung wahrheitsgemäß mitteilen, wieviel Geld er im Monat verdient, dann würden die Gespräche über Ein-Euro-Jobs, über Aufstocker und Leiharbeiter anders verlaufen – aber nein, es wird gelabert, gesülzt und gelabert – klar, man muss ja auch das große Ganze sehen, von nichts kommt nichts und überhaupt die Rahmenbedingungen und so... man könnte das Kotzen kriegen.
  9. #98

    Einige historische Gesichtspunkte sind dabei aber schon zu berücksichtigen!

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    selbst. Jeder muss selbst wissen, welche Risiken er eingeht.

    Meine Eltern, Großeltern, Ureltern, Urureltern haben niemals Schulden gemacht - sie alle waren einfahe Leute, Bauern, BErgleute, Maurer, Hilfsarbeiter etc.

    ALLE sind eines natürlichen Todes gestorben - auch die, die 1929 durchgemaht haben. UND 1929 war 1000mal schlimmer als alle anderen Wirtschaftskrisen. Auch der Krieg hat den Menschen schlimmer zugesetzt.

    Jetzt anderen die Schuld zuzuschieben, ist natürlich einfach.

    Wieso sind den in Deutschland die Selbstmordraten nicht gestiegen - bei uns ist es ja das allerschlimmste von H4 leben zu müssen - den Kommentaren nach noch schlimmer, als gar nichts zu erhalten.
    Leider ist diese Analyse etwas oberflächlich. Der erster wirkliche Einschnitt war der erste Weltkrieg mit den daraus resultierenden Nachfolgewirkungen. Versailler Vertrag, Reparationzahlungen, Ruhrkampf, Inflation, Rentenmark, Deflation, Weltwirtschaftskrise. Dann kam das tausendjährige Reich, was in einer völligen Menschheitskatastrophe endete. Auch wirtschaftlich. Währungsreform, kalter Krieg, Teilung Deutschlands, Gebietsverluste.

    Anschließend die Beendigung des kalten Krieges, Wiedervereinigung, Euroeinführung (eine Defacto-Währungsreform, siehe Leistungsbilanzentwicklungen der einzelnen Euroländer, keine Auf- und Abwertungen mehr!).

    Diese historische Abfolge von Ereignissen müssen gerade im Hinblick auf die deutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte immer wieder berücksichtigt werden, die zum Beispiel den skandinavischen Ländern und der Schweiz größtenteils erspart geblieben sind (allenfalls tangiert, Weltwirtschaftskrise, Scheitern der Nordischen Münzunion).

    Deutsche Geschichten
  10. #99

    Das

    Zitat von Tom1869 Beitrag anzeigen
    ...
    Ehrlich gesagt habe ich auch mit dem Gedanken gespielt!

    Ein Hauptgrund war, das ich wegen eines nicht zahlenden Kunden mein gesamtes hab und gut verlieren sollte! Kurz gesagt 40 Jahre für ein mit Absicht zerstörtes Land gearbeitet habe! Bevor ich mein Gesamtes Hab und gut verliere und Hartz IV'ler werde, ziehe ich ebenfalls den Freitod vor!!
    ist leider keine Seltenheit. Trotz vieler Foristen, denen die Problematik offenbar nicht wirklich bekannt ist. Den Zynikern unter euch kann ich nur sagen: "Warte warte noch ein Weilchen..."
    Mir geht es wie Ihnen "Tom1869".
    Die Kunden zahlen nicht, die Aufträge bleiben aus und wenn man als Selbständiger einen Kredit möchte, zahlt man Zinsen, die einen früher oder später auffressen.
    Ich wache morgens schweißgebadet auf und weiß nicht wie es weitergehen soll. Dispokredit überzogen (über 17% Zinsen).
    Kreditkarte überzogen (über 15% Zinsen).
    Darlehen über 7 Jahre (13,95% Zinsen).
    Die Banken bekommen ihr Geld z.Zt. für ca. 1% Zinsen.
    Der Staat schafft es nicht, für mittelständische Betriebe Darlehen zu bezahlbaren Zinsen zu beschaffen. Bevor ich mit meinen 53 Jahren Hartz4 beantrage, in eine Sozialwohnung umziehe und Mülltonnen nach Essen durchsuchen muss, überlege ich sehr wohl welche Art des Freitodes für mich die Beste ist. Was kommt den noch in den letzten 20 Jahren meines Lebens? Besser wird es vermutlich nicht mehr, also gehen und das leider wenn es nicht am schönsten ist.


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