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Stefan Raabs neues Format: Germany's Next Schautalk

DPAMüssen Jauch, Will, Plasberg und Co. die Konkurrenz auf Pro7 fürchten? Nicht wirklich. Stefan Raab nennt sein neues Format "Absolute Mehrheit" zwar Talkshow - was er aber tatsächlich vorhat, ist eine Kandidatenshow im Politikermilieu, die auf ein junges Publikum zielt.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,855504,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Müssen Jauch, Will, Plasberg und Co. die Konkurrenz auf Pro7 fürchten? Nicht wirklich. Stefan Raab nennt sein neues Format "Absolute Mehrheit" zwar Talkshow - was er aber tatsächlich vorhat, ist eine Kandidatenshow im Politikermilieu, die auf ein junges Publikum zielt.

    Neues Format von Stefan Raab: Germany's Next Schautalk - SPIEGEL ONLINE
    Spontan möchte man die Idee für gut halten weil sie ein Publikum anzieht das sich sonst nicht für Politik interessiert. Weiter gedacht ist das Format aber schlecht denn der Sinn von Kommunikation und Diskussion sollte die objektivierte Wahrheit beziehungsweise das Ergebnis sein. Wenn Geld aber die Triebfeder für die Diskussion ist wird Politik endgültig zur Klamotte und alle Zivilisations Kritiker, Subkulturen Hartzer und Aussteiger bekommen die Bestätigung ihre Weltbildes.
  2. #2

    Stefan Raab ist ein Mann, der zu seinem Vorteil noch immer von vielen missunterschätzt wird, weil er Spaß hat und Spaß von vielen mit unseriöser oder unproduktiver Arbeit verwechselt wird. Es wäre keine Überraschung, wenn die Marktanteile ihm auch diesmal Recht geben werden und von meiner Seite wäre es ihm zu gönnen, nicht zuletzt, weil er sein Handwerk deutlich besser versteht, als seine Konkurrenten, allen voran die Öffentlich-Rechtlichen Medien.

    Es ist allgemein traurig zu beobachten, wie unterentwickelt das Fernsehen noch im Vergleich zu anderen Plattformen oder Netzwerken wie das Web ist. Dabei gibt es so viele so leicht umsetzbare Systeme und Funktionen, die in größerem Umfang auf TV-Formate angewandt werden können. Ein Punkt ist zum Beispiel die Steigerung der Interaktivität des Fernsehens, auch unabhängig von kostenpflichtigen Anrufen, aber übers Netz usw.

    Wieso werden z. B. bei Plasberg noch immer die Zuschauerkommentare von einer gelangweilten Frau vorgelesen anstatt unscheinbar mit geschicktem Design in Echtzeit samt Nutzerbewertungen eingeblendet zu werden? Wieso wird, obwohl mit solch einer hohen Frequenz neue Receiver-Hardware und -Firmware ausgerollt wird, nicht mal eine Schnittstelle entwickelt, die Zuschauern direkte Abstimmungen oder das Senden irgendwelcher Befehle direkt in die Sendungen per Knopfdruck mit der Fernbedienung (sogar evt. kostenpflichtig mit PayPal & Co., wodurch es für Beteiligte wieder interessant wird) ermöglicht?

    Es gibt noch so viele mögliche Ideen, die auf diese veralteten Medien angewandt werden könnten, aber den meisten Sendern ist noch nicht mal das sinnvolle Nutzen der Bildschirmfläche durch weniger störende Einblendungen zuzutrauen. Es ist ähnlich wie mit dem Kampf des Silicon Valley gegen Hollywood und die Musikindustrie, und letztere sehen gerade ziemlich alt aus, denn wenn sie selbst zu faul oder geizig sind, einfachste Ideen umzusetzen, werden sie ersetzt, weil Apple, Microsoft und die anderen Jungs es einfach selbst umsetzen. Oder sie sehen sich gezwungen, ihre veralteten Geschäftsmodelle mittels Klagen gegen Köpfe wie Kim Schmitz zu verteidigen...
  3. #3

    Ist schon klar,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Müssen Jauch, Will, Plasberg und Co. die Konkurrenz auf Pro7 fürchten? Nicht wirklich. Stefan Raab nennt sein neues Format "Absolute Mehrheit" zwar Talkshow - was er aber tatsächlich vorhat, ist eine Kandidatenshow im Politikermilieu, die auf ein junges Publikum zielt.

    Neues Format von Stefan Raab: Germany's Next Schautalk - SPIEGEL ONLINE
    öffnet die Tore der Arena und lasst die Löwen herein.
    Brot und Spiele für den Pöbel - Hauptsache man verdient sich am Voting dumm und dusselig. Die "Wahlentscheidung" dürfte sich bei der Zielgruppe nach den selben Kriterien richten wie bei DSDS und anderen Formaten - jedoch NICHT an der Reflektion des Gesagten. Passt ja dann wieder alles, um die nachfolgende Generation noch blöder zu machen, als sie leider ohnehin schon ist dank des Kommerzes.
  4. #4

    Und

    die 100000 € Irrensold der Showpolitiker werden dann in einen Fond eingezahlt um die Hirnschäden der Zuschauer behandeln zu können? Vielleicht fällt auch etwas davon für die Pro7 Strategen ab? Super Konzept!

    Raab, Jauch, Will, Plasberg, whoever, müssen sich 10 Stunden lang, ohne Unterbrechung, Sendungen ihrer Konkurrenten ansehen und werden danach von irgendwem mit irgendwelchen Fragen bombardiert, bewertet und bestraft.
    Auch ein nettes Konzept?!
  5. #5

    Zwiegespalten

    Ich bin ja sehr skeptisch, was das Format angeht. Ich glaube, dass die Seriosität auf der Strecke bleiben wird, solange das Ganze als eine Art Gameshow aufgezogen wird. Damit bleibt zwar gewährleistet, dass sich entsprechende Abgeordnete auch für die Teilnahme interessieren und motivieren können; andererseits werden sich auf den Stühlen weniger bekannte Politiker tummeln, auch solche, deren Diäten und sonstige Bezüge "nicht zum Überleben reichen".
    Weiterhin vermute ich, dass es auch Stefan Raab an der nötigen Seriosität mangelt, auch wenn er bei Song Contests das Gegenteil bewiesen hat - trotzdem entgleitet ihm gelegentlich ein inadäquater Spruch, den wohl wieder einmal nur er selbst lustig finden wird.

    Darüber hinaus wird die Show sich auf wenige Themen aus der Bundespolitik beschränken, Themen auf Landesebene erreichen nur einen Teil der Zielgruppe. Das soll nicht heißen, dass das nicht möglich wäre, aber ich glaube kaum, dass sich ein Bajuware für Bremer "Lokalpolitik" interessieren dürfte. (Womit ich natürlich niemandem zu Nahe treten möchte...)

    Im Gegenzug ist die Idee gar nicht so verkehrt! Politikverdrossenheit und Desinteresse bezüglich des politischen Alltagsgeschehens ziehen sich durch alle Altersgruppen. Vielleicht erreicht Raab damit endlich auch mal die in dieser Hinsicht unaufgeklärten Jugendlichen und Geringverdiener, die sich tatsächlich mal ein eigenes (wenn auch verfremdetes) Bild von den entsprechenden Personen machen können, statt diese aus wohlbekannten Boulevardblättern vorgekaut zu bekommen und der Einfachheit halber zu adaptieren. Dies ist auch dringend nötig, um den Bürgern aufzuzeigen, dass sie mitbestimmen können und müssen; dass ihre Stimme auch Gewicht hat; dass nicht zu wählen und Nichtstun Hand in Hand gehen.
    Ihm obliegt dabei eine große Verantwortung. Ich werde trotzdem nicht einschalten, denn das deutsche Privatfernsehen habe ich ohnehin schon vor Jahren abgeschrieben.
  6. #6

    Schade

    Und da dachte ich grade noch Raab macht mal als Herzensangelegenheit was ernsthaftes.... Zugetraut hätte ich es ihm durchaus.
    Aber 4 Themen in 90 Minuten mit 5 Gästen... da wird es dann doch mehr um Unterhaltung gehen als um Inhalte...

    Wirklich schade.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Müssen Jauch, Will, Plasberg und Co. die Konkurrenz auf Pro7 fürchten? Nicht wirklich. Stefan Raab nennt sein neues Format "Absolute Mehrheit" zwar Talkshow - was er aber tatsächlich vorhat, ist eine Kandidatenshow im Politikermilieu, die auf ein junges Publikum zielt.

    Neues Format von Stefan Raab: Germany's Next Schautalk - SPIEGEL ONLINE
    - die Show weniger um das Talken drehen als um das Voten.
    Denglisch for runaways. Will der SPON so ein junges Publikum erreichen?

    Ansonsten bin ich mal auf die neue Show gespannt, ansehen werde ich mir das.
  8. #8

    Ich finde die Idee sehr gut

    Raab hat ja normalerweise ein sehr gutes Gespür dafür, was beim Publikum ankommt - und soweit ich das nach obigem Artikel beurteilen kann, trifft das auch in diesem Fall wieder zu.
    Ich glaube, dass diese Show durchaus erfolgreich werden wird, und teile die Einschätzung, dass die Show vor Allem solche Menschen ansprechen wird, die sich von dem gewohnten Polit-Zirkus nicht mehr angesprochen fühlen. Wer Bundestagsdebatten und die bisher üblichen Polit-Talkshows a la Maybrit Illner wirklich interessant findet, der wird sicher nicht bei Raab einschalten. Viel zu oberflächlich, viel zu populistisch, und vor Allem viel zu viel Einfluss des Publikums - im vemutlich recht elitären Weltbild solcher Leute bedeutet Demokratie schliesslich in etwa, Politik so gut es nur geht aus dem Einflussbereich des "Pöbels", der dummen und uninformierten Masse, herauszuhalten.

    Für die Leute aber, deren Interesse an Politik vor Allem deshalb gering ist, weil sie gerade das Gefühl haben im Grunde eh keinerlei Einfluss auf ein völlig abgeschottetes politisches Syetem zu haben (und ich glaube davon gibt es sehr viele), wird diese Sendung meiner Meinung nach attraktiv sein. Plötzlich darf man nicht nur alle vier Jahre zu einem 80-Millionstel zur Entscheidung beitragen, ob fünf Hinterbänkler der SPD, die nix zu sagen haben, ihren Platz räumen müssen für fünf Hinterbänkler der CDU, die genauso wenig zu sagen haben - nein, plötzlich kann man sich auch mal bei konkreten politischen Themen an einem Entscheidungsprozess beteiligen. Fast so etwas wie direkte Demokratie.
  9. #9

    Zitat von Preppy Beitrag anzeigen
    Raab hat ja normalerweise ein sehr gutes Gespür dafür, was beim Publikum ankommt - .
    Richtig. Ein sicheres Kriterium, um gar nicht erst einzuschalten.








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