dapdEin geringes Einkommen bedeutet nicht zwangsläufig Armut - das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ergeben. Demnach besitzt jeder sechste Erwachsene, der offiziell als arm gilt, ein nennenswertes Vermögen: etwa Aktien, Sparbücher, Immobilien.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828175,00.html
Dann hat man sie wohl noch nicht richtig ausgepresst. Wird Zeit, dass das IW in Köln auch gleich Möglichkeiten vorschlägt, wie die Arbeitgeber und der Staat an deren "Vermögen" kommen.
Im Sinne des IW Köln sollte das ja sein, denn "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Den Kommentar von Georg Erber "Politikberatung: Jedermann dienstbar, niemandem untertan" im DIW-Wochenbericht (http://www.diw.de/documents/publikat...de/12-11-5.pdf) kann ich nur jeden empfehlen.
Deshalb wäre es auch sinnvoll, wenn die Medien einen Infokasten zu den Geldgebern der Studien bzw. zu den Geldgebern der Institute zu jedem Artikel ergänzen würden. Das würde die Transparenz immens erhöhen. Auch bei eigenen journalistischen Publikationen sollte man sich daran halten und benennen in wessen Auftrag man das erforscht hat.
"Redlichkeit ist eine Zier, doch mehr Verkaufen kann man ohne ihr" (frei nach einem Sprichwort, das im Volksmund häufig gebraucht wird)
....stimmt, wir tun uns sehr schwer mit dem Begriff Armut und den Konsequenzen daraus. Objektiv ist das kaum 'messbar', außer natürlich bei Abwesenheit von Grundbedürfnissen (also Essen, Trinken, Wohung). Der Punkt heute ist doch ein anderer. Es gibt immer mehr Menschen, die trotz Vollzeitjob nicht mehr ausreichend Geld bekommen, um ein normales Leben in Deutschland leben zu können. Es ist ein Skandal, dass diese Menschen aufstocken müssen, denn die Wirtschaft läßt sich diese Arbeitsplätze übers Aufstocken subventionieren. Klassischer Sozialmißbrauch seitens der Arbeitgeber, nur werden die nie zur Rechenschaft gezogen. Grundsätzlich hilft auch kein Vergleich mit Afrika, da die Lebensverhältnisse andere sind, und hier in D, als viertreichste Nation der Welt, etwas anderes möglich wäre. Wir haben kein Geldproblem, sondern ein Problem der Verteilung. Schauen wir uns doch einfach an, wie sich die Armut bei gleichzeitgem Wachstum der privaten Vermögen ausbreitet. Dann wissen wir, was in unserem Staat mit zunehmender Brisanz falsch läuft.
Menschen die am Existenzminimum leben haben idR kein Vermögen und sind damit arm - nur lebt längst nicht jeder, der in die Statistik als arm eingeht am Existenzminimum.
Und genau das führt dazu, das die ganze Armutsberichterstattung verzerrt wird. Man denke mal an das Bildungspaket für Kinder, dasswegen einer Veröffentlichung des DIW angestoßen wurde, nach der die Zahl armer Kinder in D dramatisch gestiegen war. Letztes Jahr mußte das DIW zugeben, dass man sich schlicht verrechnet hatte.
Man muß gerade in diesem Bereich aufpassen, dass man nicht über weiche Definitionen stolpert und dann auf Basis falscher Zahlen Politik macht. Mehr wird mit den Zahlen im Artikel eigentlich auch nicht gesagt, nur m,acht der voll ideologisierte Leser daraus gleich wiede reine kapitalistische Weltverschwörung, ohne sich mit dem ganzen Thema auch nur im Ansatz zu befassen :o(
Ich kritisiere, dass nicht alle Altersstufen analysiert wurden oder genauer angegeben wird welchen Abschluss die Personen haben. Im SOEP gibt es auch Information über das Vermögen der Eltern. All das wird nicht berücksichtigt - nur um darzustellen, dass "arm nich gleich arm ist". Das ist leider tendenziös: Und das liegt am Auftraggeber, dessen Lied dieses Institut singt.
Kurz und bündig: Fehlerhaft mögen die Berechnungen nicht sein. Allerdings sind die Analysen nicht mit gebotener Sorgfalt durchgeführt. Und damit geht man dann zur Politik und beeinflusst deren Meinung. Das ist moralisch nicht korrekt!
vgl. zu den Aufstockern auch
http://www.ifm-bonn.org/assets/docum...aper-02-11.pdf
oder
• Aufstocker | Daten & Fakten
Es scheinen erheblich mehr als 0,25 Prozent zu sein.