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Statistik-Tücken: Arm ist nicht gleich arm

dapdEin geringes Einkommen bedeutet nicht zwangsläufig Armut - das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ergeben. Demnach besitzt jeder sechste Erwachsene, der offiziell als arm gilt, ein nennenswertes Vermögen: etwa Aktien, Sparbücher, Immobilien.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828175,00.html
  1. #80

    Zitat von blaudistel Beitrag anzeigen
    ich reibe mir verwundert die Augen ... Also ist gar nicht arm wer sagt dass er arm ist und mit seinem Einkommen nur das Existenzminimum erzielt - er/sie hat ja Aktienbündel und Immobilienfonds ... klasse, darauf muss man erstmal kommen dass jemand mit dem Existenzminimum lebt und in der Hinterhand dicke Aktienbündel verwaltet und mehrere Immobilien hat ...
    Sie verdrehen die in der Studie enthaltenen Tatsachen.
    Dort wird aufgeführt, dass jeder 6te Erwachsene welcher als "arm" gilt (d.h. über ein Einkommen < 60% des Durchschnittseinkommens verfügt) über ein wesentliches Vermögen verfügt.
    Was genau erachten sie hieran als falsch?
  2. #81

    Transparenz zu wissenschaftlichen Arbeiten

    Dann hat man sie wohl noch nicht richtig ausgepresst. Wird Zeit, dass das IW in Köln auch gleich Möglichkeiten vorschlägt, wie die Arbeitgeber und der Staat an deren "Vermögen" kommen.

    Im Sinne des IW Köln sollte das ja sein, denn "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Den Kommentar von Georg Erber "Politikberatung: Jedermann dienstbar, niemandem untertan" im DIW-Wochenbericht (http://www.diw.de/documents/publikat...de/12-11-5.pdf) kann ich nur jeden empfehlen.

    Deshalb wäre es auch sinnvoll, wenn die Medien einen Infokasten zu den Geldgebern der Studien bzw. zu den Geldgebern der Institute zu jedem Artikel ergänzen würden. Das würde die Transparenz immens erhöhen. Auch bei eigenen journalistischen Publikationen sollte man sich daran halten und benennen in wessen Auftrag man das erforscht hat.

    "Redlichkeit ist eine Zier, doch mehr Verkaufen kann man ohne ihr" (frei nach einem Sprichwort, das im Volksmund häufig gebraucht wird)
  3. #82

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein geringes Einkommen bedeutet nicht zwangsläufig Armut - das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ergeben. Demnach besitzt jeder sechste Erwachsene, der offiziell als arm gilt, ein nennenswertes Vermögen: etwa Aktien, Sparbücher, Immobilien.

    Statistik-Tücken: Arm ist nicht gleich arm - SPIEGEL ONLINE
    ...uuupsss. Da hat das IW seiner Klientel einen schlechten Dienst erwiesen und wohl auch die mit gerechnet, die sich mit Hilfe von Steuerberatern arm rechnen, damit sie nicht ihren Tribut an das Gemeinwesen (auch weithin "Staat" genannt) zahlen müssen. Böse Panne....
  4. #83

    Zitat von pepe_sargnagel Beitrag anzeigen
    Dann hat man sie wohl noch nicht richtig ausgepresst. Wird Zeit, dass das IW in Köln auch gleich Möglichkeiten vorschlägt, wie die Arbeitgeber und der Staat an deren "Vermögen" kommen.

    Im Sinne des IW Köln sollte das ja sein, denn "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Den Kommentar von Georg Erber "Politikberatung: Jedermann dienstbar, niemandem untertan" im DIW-Wochenbericht (http://www.diw.de/documents/publikat...de/12-11-5.pdf) kann ich nur jeden empfehlen.

    Deshalb wäre es auch sinnvoll, wenn die Medien einen Infokasten zu den Geldgebern der Studien bzw. zu den Geldgebern der Institute zu jedem Artikel ergänzen würden. Das würde die Transparenz immens erhöhen. Auch bei eigenen journalistischen Publikationen sollte man sich daran halten und benennen in wessen Auftrag man das erforscht hat.

    "Redlichkeit ist eine Zier, doch mehr Verkaufen kann man ohne ihr" (frei nach einem Sprichwort, das im Volksmund häufig gebraucht wird)
    Auch an Sie die Frage:
    was genau kritisieren Sie an der Studie, sind die Zahlen fehlerhaft, sind die statistischen Berechnungen fehlerhaft?
  5. #84

    ...

    Zitat von #venturi Beitrag anzeigen
    Die ganze Debatte über reich und arm wird von Grund auf schon schwachsinnig geführt. Die Begriffe müssten dringend neu definiert werden. Reich ist jeder, der mehr hat als er für sein persönliches Leben braucht. Dazu gehören auch Hobbies, eine sinnvolle Arbeit und .....
    ....stimmt, wir tun uns sehr schwer mit dem Begriff Armut und den Konsequenzen daraus. Objektiv ist das kaum 'messbar', außer natürlich bei Abwesenheit von Grundbedürfnissen (also Essen, Trinken, Wohung). Der Punkt heute ist doch ein anderer. Es gibt immer mehr Menschen, die trotz Vollzeitjob nicht mehr ausreichend Geld bekommen, um ein normales Leben in Deutschland leben zu können. Es ist ein Skandal, dass diese Menschen aufstocken müssen, denn die Wirtschaft läßt sich diese Arbeitsplätze übers Aufstocken subventionieren. Klassischer Sozialmißbrauch seitens der Arbeitgeber, nur werden die nie zur Rechenschaft gezogen. Grundsätzlich hilft auch kein Vergleich mit Afrika, da die Lebensverhältnisse andere sind, und hier in D, als viertreichste Nation der Welt, etwas anderes möglich wäre. Wir haben kein Geldproblem, sondern ein Problem der Verteilung. Schauen wir uns doch einfach an, wie sich die Armut bei gleichzeitgem Wachstum der privaten Vermögen ausbreitet. Dann wissen wir, was in unserem Staat mit zunehmender Brisanz falsch läuft.
  6. #85

    Im Prinzip ja

    Zitat von blaudistel Beitrag anzeigen
    dass Menschen welche nur das Existenzminimum zur Verfügung haben weder dicke Aktienpakete noch mehrere Immobilien besitzen ...
    Menschen die am Existenzminimum leben haben idR kein Vermögen und sind damit arm - nur lebt längst nicht jeder, der in die Statistik als arm eingeht am Existenzminimum.
    Und genau das führt dazu, das die ganze Armutsberichterstattung verzerrt wird. Man denke mal an das Bildungspaket für Kinder, dasswegen einer Veröffentlichung des DIW angestoßen wurde, nach der die Zahl armer Kinder in D dramatisch gestiegen war. Letztes Jahr mußte das DIW zugeben, dass man sich schlicht verrechnet hatte.

    Man muß gerade in diesem Bereich aufpassen, dass man nicht über weiche Definitionen stolpert und dann auf Basis falscher Zahlen Politik macht. Mehr wird mit den Zahlen im Artikel eigentlich auch nicht gesagt, nur m,acht der voll ideologisierte Leser daraus gleich wiede reine kapitalistische Weltverschwörung, ohne sich mit dem ganzen Thema auch nur im Ansatz zu befassen :o(
  7. #86

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Auch an Sie die Frage:
    was genau kritisieren Sie an der Studie, sind die Zahlen fehlerhaft, sind die statistischen Berechnungen fehlerhaft?
    Ich kritisiere, dass nicht alle Altersstufen analysiert wurden oder genauer angegeben wird welchen Abschluss die Personen haben. Im SOEP gibt es auch Information über das Vermögen der Eltern. All das wird nicht berücksichtigt - nur um darzustellen, dass "arm nich gleich arm ist". Das ist leider tendenziös: Und das liegt am Auftraggeber, dessen Lied dieses Institut singt.

    Kurz und bündig: Fehlerhaft mögen die Berechnungen nicht sein. Allerdings sind die Analysen nicht mit gebotener Sorgfalt durchgeführt. Und damit geht man dann zur Politik und beeinflusst deren Meinung. Das ist moralisch nicht korrekt!
  8. #87

    Zitat von nixkapital Beitrag anzeigen
    ....stimmt, wir tun uns sehr schwer mit dem Begriff Armut und den Konsequenzen daraus. Objektiv ist das kaum 'messbar', außer natürlich bei Abwesenheit von Grundbedürfnissen (also Essen, Trinken, Wohung). Der Punkt heute ist doch ein anderer. Es gibt immer mehr Menschen, die trotz Vollzeitjob nicht mehr ausreichend Geld bekommen, um ein normales Leben in Deutschland leben zu können. Es ist ein Skandal, dass diese Menschen aufstocken müssen.
    Das sind ca. 100.000 Aufstocker.
    Bei ca. 41 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten macht das ungefähr 0,25%. Natürlcih ist das für den Einzelnen nicht befriedigend, aber als Beweis für den Untergang des Abendlandes ähh... des Arbeitsmarktes gänzlich ungeeignet.
  9. #88

    Zitat von unixv Beitrag anzeigen
    Viele unserer Alten schämen sich fast zu Tode, jetzt im Alter Betteln zu gehen, weil ihre Rente vorn und hinten nicht reicht, nach meist über 45j harter Arbeit!
    Wer 45 Jahre eingezahlt und durchschnittlich verdient hat, hat in den Alten Bundesländern eine Altersrente i. H. von 1.224 Euro.
  10. #89

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Das sind ca. 100.000 Aufstocker.
    Bei ca. 41 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten macht das ungefähr 0,25%. Natürlcih ist das für den Einzelnen nicht befriedigend, aber als Beweis für den Untergang des Abendlandes ähh... des Arbeitsmarktes gänzlich ungeeignet.
    vgl. zu den Aufstockern auch
    http://www.ifm-bonn.org/assets/docum...aper-02-11.pdf
    oder
    &bull; Aufstocker | Daten & Fakten

    Es scheinen erheblich mehr als 0,25 Prozent zu sein.








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