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Start-up-Pioniere: "Ein Misserfolg ist kein Stigma für den Rest des Lebens"

CorbisÄngstliche Deutsche? Die Mentalität junger Unternehmensgründer hat sich gewandelt, sagt Christian Veith im Interview. Der Deutschland-Chef der Boston Consulting Group ist sicher: Die frischgebackenen Geschäftsleute werden dringend gebraucht - längst nicht nur in der New Economy.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...833901,00.html
  1. #1

    Interessante Erkenntnis

    "Die frischgebackenen Geschäftsleute werden dringend gebraucht ..." - von der Leyen ist da offenbar anderer Ansicht.

    Wer demnächst - alle bisher schon existierenden Zwangsabgaben hinzugerechnet - erstmal rund 12.000 Euro p.a. abdrücken darf, quasi als Grundgebühr fürs selbständig sein dürfen, der wird es sich das Risiko mehr als zweimal überlegen - oder eher früher als später auf H4 landen.

    Letztlich werden viele, die sich früher selbständig gemacht hätten, zu noch niedrigeren Dumpinglöhnen in befristeten Arbeittsverhältnissen landen.

    Ist es das, was gewollt ist? Ziemlich offensichtlich.
  2. #2

    Zitat von infoseek Beitrag anzeigen
    ... Wer demnächst - alle bisher schon existierenden Zwangsabgaben hinzugerechnet - erstmal rund 12.000 Euro p.a. abdrücken darf, quasi als Grundgebühr fürs selbständig sein dürfen, der wird es sich das Risiko mehr als zweimal überlegen - oder eher früher als später auf H4 landen.
    Letztlich werden viele, die sich früher selbständig gemacht hätten, zu noch niedrigeren Dumpinglöhnen in befristeten Arbeittsverhältnissen landen.
    Ist es das, was gewollt ist? Ziemlich offensichtlich.
    Danke Forist Infoseek für den Einwurf: - das ist die deutsche Realität.

    Dass Herr Veith von einer Beratungsfirma im „battle for brains“ für die eigene Firma, also „pro domo“ spricht, ist natürlich legitim.

    Nicht legitim aber legal ist das Vorgehen der deutschen Bürokratie, Frau von der Leyen ist daran nicht schuld, sie ist nur ein Platzhalter – die Auswirkungen haben Sie allerdings richtig beschrieben.

    Eine Säule der Beharrung in diesem Trauerspiel sind die IHKs. Diese Organisation, im 3. Reich als Institution gegründet, um die Juden systematisch aus dem Geschäftsleben zu drängen und zu enteignen, hat die Jahrzehnte danach überdauert. Inklusive die damals eingeführte Zwangsmitgliedschaft. Da der ursprüngliche Daseinszweck weggefallen ist, sucht man sich neue Betätigungsfelder. Diese sind im Falle der „Gründungsberatung“ besonders schädlich. Denn dort wird das Beamtendenken zementiert.

    Die Zielgruppe der BCG (smarte, polyglotte Generalisten) finden Sie überall auf der Welt, der „USP“ Deutschlands war bisher die ingenieurtechnische Umsetzungsfähigkeit. Diese Art von Gründern sind rar, und werden genau von der Organisation ausgebremst, die sie fördern sollte. Falls wir also eine Stellgröße suchen, wo man drehen kann, und nicht nur belang- und folgenlose Balkonreden halten wollen: die IHKs wären ein erster, vielversprechender Ansatz.
  3. #3

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ängstliche Deutsche? Die Mentalität junger Unternehmensgründer hat sich gewandelt, sagt Christian Veith im Interview. Der Deutschland-Chef der Boston Consulting Group ist sicher: Die frischgebackenen Geschäftsleute werden dringend gebraucht - längst nicht nur in der New Economy.

    Boston-Consulting-Chef Christian Veith lobt deutsche Existenzgründer - SPIEGEL ONLINE
    Auf SPON tummeln sich scheinbar lauter Selbständige, die ein Problem damit haben, dass sie es dem Zuckermonkey nicht gleich tun können und nicht das ewige Füllhorn für sich entdeckt haben. Die Gier ist in dieser Gruppe scheinbar besonder häufig anzutreffen, zumal man sich selbst als High-Potential hält und den Rest der Angestellten als Mindestleister.
    Und diese "jungen Leute" oder bessere karrieregeile Studenten kenne ich auch schon zu genüge. Aber soweit ich deren Ambitionen kenne, möchten die lieber in den Vorstand zu BMW als sich mit einem Start-Up die Finger schmutzig zu machen. Insofern ist dieser Artikel nur wieder Gehirnwäsche, ein Appell für mehr Selbständigkeit.
  4. #4

    Doch die im Dunklen sieht man nicht

    "Ein Misserfolg ist kein Stigma für den Rest des Lebens"

    Nööö. Nur ein Trauma. Und der Start für eine lange Jagd, bei der der gescheiterte Unternehmer das Frei-Wild ist.

    Wer das verkraftet, kann dann wieder starten. Aber ohne Kredite und Hilfe??? Und wenn das Finanzamt sofort bei Neuanmeldung wieder pfändet?

    Wer als Unternehmer einmal über die Wupper geht, ist gezeichnet für das ganze Leben und wird nie wieder eine Stellung bekommen, die seiner Qualifikation angemessen ist. Weil er eine Lücke im Lebenslauf hat und ein Versager ist. Und mit 50 ist das Berufsleben hier in Deutschland doch sowieso vorbei.

    Weil sie was taugen, rappeln sie sich die mesiten wieder, haben aber ein Leben verspielt. Das sind die, die im Dunklen bleiben. Jetzt zehrt doch mal den ins Licht, der pleite ging und dann nochmal anfing. z.B. Lindner, FDP, der offenbar das Glück hatte, selbst für keine Kredite gezeichnet zu haben. Denn sonst hätte er die Eidesstattliche Versicherung ablegen müssen, die ihn für Jahre kreditunwürdig macht. Dann bekommt er noch nicht einmal ein Mobiltelefon auf seinen Namen.
  5. #5

    Zitat von Stauss Beitrag anzeigen
    "Ein Misserfolg ist kein Stigma für den Rest des Lebens"
    ...
    Weil sie was taugen, rappeln sie sich die mesiten wieder, haben aber ein Leben verspielt. Das sind die, die im Dunklen bleiben. Jetzt zehrt doch mal den ins Licht, der pleite ging und dann nochmal anfing. z.B. Lindner, FDP, der offenbar das Glück hatte, selbst für keine Kredite gezeichnet zu haben. Denn sonst hätte er die Eidesstattliche Versicherung ablegen müssen, die ihn für Jahre kreditunwürdig macht. Dann bekommt er noch nicht einmal ein Mobiltelefon auf seinen Namen.
    Jein, stimmt zum Teil schon, was Sie schreiben.

    Aber
    1. Heutzutage muss man nicht hoch verschulden, um ein Business zum Laufen zu bekommen.
    Wieso sprechen Sie nur von Schulden, Insolvenz etc.? Viel zu negative Ausgangslage.

    2. "Wer als Unternehmer einmal über die Wupper geht, ist gezeichnet für das ganze Leben und wird nie wieder eine Stellung bekommen, die seiner Qualifikation angemessen ist."

    Was meinen Sie mit "Qualifikation"? Den Uni-Abschluss? Die Qualifikation von jmd., der eine Firma an die Wand gefahren hat, ist durchaus zu hinterfragen. Vielleicht hat er keine gar keine? Denn sonst wäre der Laden ja nicht krachend an die Wand gefahren?!
  6. #6

    Ihnen fehlt...

    Zitat von max_copernicus Beitrag anzeigen
    Jein, stimmt zum Teil schon, was Sie schreiben.

    Aber
    1. Heutzutage muss man nicht hoch verschulden, um ein Business zum Laufen zu bekommen.
    Wieso sprechen Sie nur von Schulden, Insolvenz etc.? Viel zu negative Ausgangslage.

    2. "Wer als Unternehmer einmal über die Wupper geht, ist gezeichnet für das ganze Leben und wird nie wieder eine Stellung bekommen, die seiner Qualifikation angemessen ist."

    Was meinen Sie mit "Qualifikation"? Den Uni-Abschluss? Die Qualifikation von jmd., der eine Firma an die Wand gefahren hat, ist durchaus zu hinterfragen. Vielleicht hat er keine gar keine? Denn sonst wäre der Laden ja nicht krachend an die Wand gefahren?!
    ...auch nur die geringste praktische Erfahrung auf diesem Feld: Schon mal von einem Konzern nicht bezahlt worden ? Von satten Einkaeufern, die Ihre Produktmaengel schon definieren, wenn Sie den Auftrag erhalten ? Und den Abzug bereits vorab einkalkulieren ?

    Schon mal gegen Unternehmen konkurriert, die durch Foerdergelder voellig verzerrte Marktbedingungen schaffen ? Die luegen und betruegen, weil sie behoerdlich gedeckt werden - da sie zB der Stadt (mit)gehoeren ?

    Wer hier alles mitsprechen darf. Aber das ist auch schon ein Kernbestandteil des Problems - die bestimmende Mehrheit (wir sind ja stolze Demokratie) will fuer die Minderheit die Rahmenbedingungen abstecken - gerne top-down.

    Ganz ohne Ahnung. Aber laut. Sehr laut.
    Geändert von ( um Uhr)
    Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden.
    Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
  7. #7

    Tja:

    Zitat von .sagittarius. Beitrag anzeigen
    Auf SPON tummeln sich scheinbar lauter Selbständige, die ein Problem damit haben, dass sie es dem Zuckermonkey nicht gleich tun können und nicht das ewige Füllhorn für sich entdeckt haben. Die Gier ist in dieser Gruppe scheinbar besonder häufig anzutreffen, zumal man sich selbst als High-Potential hält und den Rest der Angestellten als Mindestleister.
    Und diese "jungen Leute" oder bessere karrieregeile Studenten kenne ich auch schon zu genüge. Aber soweit ich deren Ambitionen kenne, möchten die lieber in den Vorstand zu BMW als sich mit einem Start-Up die Finger schmutzig zu machen. Insofern ist dieser Artikel nur wieder Gehirnwäsche, ein Appell für mehr Selbständigkeit.
    ..sagte der Beamte, der seit Jahren ganz gut im Status Quo schmarotzt und das moeglichst lange erhalten will.

    Wenigstens bis zur wohlverdienten Pension.

    Hammerhart.
    Geändert von ( um Uhr)
    Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden.
    Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
  8. #8

    Das trifft den Kern ziemlich gut.

    Zitat von Hagen_von_Tronege Beitrag anzeigen
    Danke Forist Infoseek für den Einwurf: - das ist die deutsche Realität.

    Dass Herr Veith von einer Beratungsfirma im „battle for brains“ für die eigene Firma, also „pro domo“ spricht, ist natürlich legitim.

    Nicht legitim aber legal ist das Vorgehen der deutschen Bürokratie, Frau von der Leyen ist daran nicht schuld, sie ist nur ein Platzhalter – die Auswirkungen haben Sie allerdings richtig beschrieben.

    Eine Säule der Beharrung in diesem Trauerspiel sind die IHKs. Diese Organisation, im 3. Reich als Institution gegründet, um die Juden systematisch aus dem Geschäftsleben zu drängen und zu enteignen, hat die Jahrzehnte danach überdauert. Inklusive die damals eingeführte Zwangsmitgliedschaft. Da der ursprüngliche Daseinszweck weggefallen ist, sucht man sich neue Betätigungsfelder. Diese sind im Falle der „Gründungsberatung“ besonders schädlich. Denn dort wird das Beamtendenken zementiert.

    Die Zielgruppe der BCG (smarte, polyglotte Generalisten) finden Sie überall auf der Welt, der „USP“ Deutschlands war bisher die ingenieurtechnische Umsetzungsfähigkeit. Diese Art von Gründern sind rar, und werden genau von der Organisation ausgebremst, die sie fördern sollte. Falls wir also eine Stellgröße suchen, wo man drehen kann, und nicht nur belang- und folgenlose Balkonreden halten wollen: die IHKs wären ein erster, vielversprechender Ansatz.
    Dazu kommt der typische Satz eines Beamten 2 Tage nach der Gruendung: "Sie sind doch der Unternehmer, SIE muessen die Gesetze doch kennen."

    Auch das: Hammerhart.
    Geändert von ( um Uhr)
    Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden.
    Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
  9. #9

    Respekt

    Ich habe für jeden Respekt, der sich dem Risiko der Selbständigkeit aussetzt und damit Platz für Angestellte schafft, die es nicht zu würdigen wissen.

    Wenn es klappt, sagen alle: "Sieh Dir mal diesen Großkotz an!"

    Und wenn es floppt, gibt ihnen keiner der ehemaligen Angestellen, die sie möglicherweise bis zur privaten Insolvenz durchgeschleppt haben, auch nur mal ein Bier aus.


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