Starke Kursgewinne: Euro-Gipfel beschwert Börsen einen Jubeltag

DPAVon London bis Madrid: Europas Finanzmärkte feiern die Ergebnisse des Euro-Gipfels. Analysten warnen jedoch, die Euphorie könnte schnell nachlassen, wenn die Risiken der Beschlüsse deutlicher werden

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...841812,00.html
  1. #1

    Euro-Gipfel beschert Börsen einen Jubeltag

    Wenn die Börsen aufgrund von Gipfel-Entscheidungen der EU-Regierungen jubilieren, haben die Regierungen etwas falsch gemacht! Den Bänkern müßten die Tr#nen fließen, aber ihre Geldsäcke werden ja wieder gefüllt.
    Die Crux in der Finanzkrise liegt u. a. darin, dass die früheren Nationalstaaten mit eigener Währung Schulden in beliebiger Höhe machen konnten (die berühmten Politikergeschenke nach dem Motto: „Koste es, was es wolle“) und danach, wenn die Schulden zu hoch waren, einen (meist kalten) Währungsschnitt machten, um die Welt auf Kosten der Bürger wieder in Ordnung zu bringen. In der EU-Gemeinschaft mit Euro-Wirtschaft ist dieser Weg versperrt und die Politiker haben es bei ihren „Volksgeschenken“ nicht bedacht. So stehen nun alle vor einem Dilemma. Alle Schulden für die EU-Gemeinschaft, damit den Volksbetrug niemand bemerken soll? Im Übrigen mussten die Schuldenmacherstaaten das Geld bei ihren Banken aufnehmen, die sehr gut daran verdienten. Die Banken selbst haben das ihnen zur Verfügung gestellte Geld in der Hoffnung auf größtmögliche Rendite dann auf den Weltbörsen verzockt. Deswegen arbeiten Politiker und Banken (gegen den Bürger) eng zusammen, um ihre gemeinsam geschaffene Krise zu lösen. Nur so geht es eben nicht. Die Staaten mit den großen Schulden müssen ihr EU-Mandat ruhen lassen und aus dem Euro aussteigen, nicht aber aus der EU. Diesen Unterschied muss man bei den Lösungen beachten. Die Staaten müssen zurück in eine eigene ‚Zwischenwährung‘, die Währungsschnitt durchführen und bei „Null“ wieder anfangen. Erst wenn die Wirtschaftsrelationen den EU-Regelungen entsprechen, kann eine Rückkehr in den Euro zu einem bestimmten Kurs stattfinden. Eine Schuldenübernahme durch die „guten“ Länder der EU muss unbedingt vermieden, da ansonsten der einzelne Bürger in den entsprechenden guten Nationalstaaten hoch belastet wird (über mehrere Generationen!). Zudem muss die EU-Ratsherrschaft und die Führung der einzelnen EU-Mitgliedsländer einen Weg finden, um eine politische Basis für die Schuldenwirtschaft zu finden und die EU im Ganzen politisch zu stärken. Bislang zeigt sich, dass die EU-Politik im Grunde genommen handlungsunfähig ist.
    Frau Merkel handelt derzeit hinsichtlich der Schuldenhaftung der EU-Gemeinschaft richtig, es geht nicht an, dass Schuldnerstaaten von ihren Schulden freigesprochen werden und andere diese tragen müssen, wo verkommen wir sonst hin. Die US-amerikanischen Banker waren samt Regierungsparteien etwas schlauer. Sie pushten ihre Ratinggesellschaften an die Welt-Spitze, so dass sogar die Regulierungsbehörden (Bankenaufsicht) in Deutschland Ratinggesellschaften bzw. deren Bewertungskatalog in ihre Regularien schrieben (!). Diese von US-Banken und anderen maßgeblichen US-Wirtschaftseinheiten beherrschten Ratinggesellschaften werteten die europäischen Staaten und Banken – nach welchen Regeln auch immer – ab und damit griffen sie den Euro an. Somit wird die dem Dollar gegenüberstehende Währung samt der EU-Gemeinschaft abgewertet und die amerikanische Wirtschaft – obwohl sie schlimmer dran ist, als die EURO-Staaten – kann so tun, als ob es ihr gut gehe. Diese verlogenen US-Politiker samt US-Wirtschaftlern haben somit großen Einfluss auf den europäischen Konkurrenten und nutzen diesen über ihre Zocker bestens aus.
    Es wird Zeit, dass das Weltwirtschaftssystem und die EU neu gestaltet werden, doch wo sind diese Kräfte? Müssen erst die Bürger nachhelfen, bis die Politiker aufwachen? Die ruhige Lage kann sich sehr schnell drehen, wenn keine Lösung in absehbarer Zeit gefunden wird!
  2. #2

    Leider berichtet...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von London bis Madrid: Europas Finanzmärkte feiern die Ergebnisse des Euro-Gipfels. Analysten warnen jedoch, die Euphorie könnte schnell nachlassen, wenn die Risiken der Beschlüsse deutlicher werden

    Börsen bejubeln Ergebnisse des Euro-Gipfels - SPIEGEL ONLINE
    ...der Spiegel ueber so etwas:

    Alles Schall und Rauch: LIBOR-Skandal zeigt wie korrupt Banken sind

    nicht.
    Warum eigentlich nicht?
  3. #3

    Man o Männer

    erklärt mir mal, wie der Kurs von Aktien zustande kommt. Bisher war ich der Meinung, man könnte ihn aus Rendite, KGV und dem Geschäftsmodell in etwa abschätzen... Jetzt steigt der Kurs von Technolgieaktien, nur weil sich sich mediterrane Pleitbanken billig aus dem Schuldendesaster schmugglen können. Börsianer, wie denkt ihr?
  4. #4

    Jubetag nach Trauerjahr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von London bis Madrid: Europas Finanzmärkte feiern die Ergebnisse des Euro-Gipfels. Analysten warnen jedoch, die Euphorie könnte schnell nachlassen, wenn die Risiken der Beschlüsse deutlicher werden
    Echt Wahnsinn!
    Da fällt der Dax seit Ende März von 7.000 auf fast 6.000!
    Und jetzt diese irre Ralley auf 6.400.
    Wem da nicht das Herz aufgeht ist wirklich kein Optimist!
    Leute - kauft Aktien!
  5. #5

    ...

    Zitat von littlegirl Beitrag anzeigen
    erklärt mir mal, wie der Kurs von Aktien zustande kommt. Bisher war ich der Meinung, man könnte ihn aus Rendite, KGV und dem Geschäftsmodell in etwa abschätzen... Jetzt steigt der Kurs von Technolgieaktien, nur weil sich sich mediterrane Pleitbanken billig aus dem Schuldendesaster schmugglen können. Börsianer, wie denkt ihr?
    Mir fehlen auch die Worte. Hab aber lange schon
    auf Sachwerte und Aktien gesetzt, die von solchen
    Nachrichten unbeeindruckt bleiben.
  6. #6

    wer zuletzt lacht...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von London bis Madrid: Europas Finanzmärkte feiern die Ergebnisse des Euro-Gipfels. Analysten warnen jedoch, die Euphorie könnte schnell nachlassen, wenn die Risiken der Beschlüsse deutlicher werden

    Börsen bejubeln Ergebnisse des Euro-Gipfels - SPIEGEL ONLINE

    Auch vor dem Jahr 2008 gingen die Kurse über Jahre hinweg steil nach oben, bis....
    Bis das Jahr 2008 kam.

    Das Kursfeuerwerk wird wie jedes reale Feuerwerk schnell abgebrannt sein und dann gehen die Kurse noch schnelle nach unten wie sie nach oben gegangen sind.

    Macht platz in den Gefängnissen, denn sie werden bald mit selbsternanten Kriminellen gefüllt werden!
  7. #7

    Seit heute endet die Demokratie und beginnt die Schuldenunion

    Zitat von DerKritische Beitrag anzeigen
    Mir fehlen auch die Worte. Hab aber lange schon
    auf Sachwerte und Aktien gesetzt, die von solchen
    Nachrichten unbeeindruckt bleiben.
    Aktien waren noch nie Sachwerte. Es stimmt zwar das sie den Wert eines Unternehmens widerspiegeln nur die Frage ist in welchem Verhältnis?

    Genau, das Verhältnis ist flexibel und kann sich jederzeit ändern, also auch auf 0,0001 sinken und das ohne realwirtschaftlichen Grund. Aktien gehören zu den Luftwerten und sind Teil eines gigantischen Pyramidenspiels, das ohne frisches Geld also frische Schulden sofort gegen eine Wand fährt.
  8. #8

    Zitat von alcowe Beitrag anzeigen
    Genau, das Verhältnis ist flexibel und kann sich jederzeit ändern, also auch auf 0,0001 sinken und das ohne realwirtschaftlichen Grund. Aktien gehören zu den Luftwerten und sind Teil eines gigantischen Pyramidenspiels, das ohne frisches Geld also frische Schulden sofort gegen eine Wand fährt.
    Der Wert einer Immobilien (Sachwert schlecht hin) kann auch schlagartig sinken, genau so ist es bei Unternehmen.
  9. #9

    Positionierte Insider

    gab es bereits seit gestern morgen an den Börsen, wie man leicht an den Umsätzen der Börsen, z.B. Stuttgart, nachvollziehen kann.
    Es ist einfach eine Sauerei, da haben sich im Vorfeld, als die Analysten noch von endlos fallenden Kursen predigten, die Insider eingedeckt, dann die Märkte hochgejubelt und Montag/Dienstag wird wieder abverkauft - schließlich will man mehr und neues Geld. Eine einziges Kasino finanziert von Steuerzahlern und Kleinanlegern.
    Eine Sauerei.
    Diejenigen, die im Vorfeld die vielen Zertifikate auf den Dax gekauft haben, müssten diese Gewinne umgehend in den Rettungsschirm einzahlen, auf dessen Kosten sie sich gestern und heute unermesslich bereichert haben.