Zunächst einmal: (Blut-)Stammzell-Behandlungen sind auch in Deutschland zugelassen und werden jedes Jahr in großer Zahl durchgeführt, vor allem als Teil der Behandlung von Krebs. Sie sind besser bekannt unter dem Namen "Knochenmarktransplantation", aber es handelt sich faktisch um eine Stammzelltransplantation. In der Praxis muss oft nicht einmal mehr das Knochenmark angepieckst werden, weder beim Spender (der bekomt stattdessen Hormone, die das Zellwachstum der blutbildenden Zellen anregen, die daraufhin auch direkt ins Blut gehen, da es in den Knochen zu eng wird) und beim Empfänger sowieso nicht: Der bekommt die Stammzellen direkt ins Blut, wie auch eine Bluttransfusion.
Die Wirkung der Blutstammzelltransplantation ist zweierlei: Zum einen kann vorher die Chemo-Therapie in sehr, sehr hoher Dosis gegeben werden, so dass hoffentlich alle Krebszellen getötet werden. Zugleich hofft, man, dass das mit den Spenderzellen erhaltene "neue" Immunsystem besser gegen die Krebszellen vorgeht als das patienteneigene bisherige.
Wenn aber nun angeboten wird, mit autologen (patentien-eigenen) Stammzellen aus dem Knochenmark vollkommen andere Organe zu heilen (wie im Artikel genannt die Leber), dann ist das wohl nichts weiter als extrem teuer verkaufter medizinischer Hokuspokus. Ärzte, die so etwas über alle medizinische Ethik und gesetzlichen Verbote hinweg weiterhin verkaufen, sollte man wirklich die Zulassung wegnehmen. Und zwar auf Dauer.
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