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Städtetipp Buenos Aires: Tangoparty im Sonnenuntergang

Getty Images / CoverTanzende Egomanen, Straßentrommler, Einradkünstler im Park: Buenos Aires strotzt vor Lebensfreude. Reisebuchautor Wolfgang Rössig lotst Argentinien-Urlauber in die besten Nachtclubs - und erklärt Tango-Frischlingen, wie sie ihre erste Milonga überleben.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...827343,00.html
  1. #30

    ups

    Dieser Standardreiseführerartikel ist leider nicht einmal aktuell: Ein Kaffee für 5-6 Pesos? Inzwischen kostet selbst ein einfacher cortado locker 12 pesos. Und vor allem in den Touristenzentren die hier beschrieben werden.Außerdem würde ich niemandem raten zum Richmond Café zu pilgern. Das ist seit Monaten geschlossen. Ach ja, und es müsste heißen: "tat", nicht "tut". Carlos Gardel ist meines Erachtens seit den 30ern tot.
  2. #31

    Ihr Autor schreibt " beim Schlangestehen und im Richmond Café zur heiligen tea time" da muß ich mich fragen wann er denn letzenmal in Buenos Aires war denn das Cafe Richmond hat am 17 August 2011 geschlossen und das auf eine ziemlich brutale Art: sonntags um Mitternacht wurde das Lokal geräumt. Als am daraufolgeden Montag die Kellner kamen war es geschlossen und man hat ihnen gesagt sie sind alle entlassen !
  3. #32

    Wie gefährlich Bs As letztendlich wirklich ist, kann vermutlich niemand so richtig sagen.
    Was halt wirklich auffällt ist, dass viele Menschen im Gegensatz zu früher Panik haben. Das Beispiel mit den Mate Tee trinkenden Menschen Abends vor der Haustür trifft es ganz gut, das macht heut keiner mehr. Natürlich kann das auch alles Panikmache sein, aber wenn dann wie in meinem Fall der Nachbar erschossen wird, weil er seine Einkäufe aus dem Supermarkt aus dem Auto holt, dann setzt einem das schon sehr zu.
    Zum Thema Sprache: Ich liebe das castellano vom Rio de la Plata!
    Ich hab das auch so gelernt mit dem ganzen voseo und den lunfardo Wörtern, herrlich! Nach wie vor kann ich mit Portenos so richtig schön plaudern, wogegen ich mit Spaniern so meine Probleme habe.
    Außerdem fluche ich nach wie vor mit Vorliebe auf castellano, das sollte man dann aber möglichst nicht übersetzen.
    Und ein vernünftiges Asado fehlt mir natürlich auch sehr.
    Ich habe Bs As in den 90er Jahren wirklich sehr lieben gelernt, fühle mich da aber mittlerweile gar nicht mehr wohl. Das kann natürlich auch am älter werden liegen, mit 18 ist man halt noch sehr unbesorgt.
    Was geblieben ist, sind wirklich sehr herzliche Freundschaften und viele wunderschöne Erinnerungen.
  4. #33

    Wie gefährlich Bs As letztendlich wirklich ist, kann vermutlich niemand so richtig sagen.
    Was halt wirklich auffällt ist, dass viele Menschen im Gegensatz zu früher Panik haben. Das Beispiel mit den Mate Tee trinkenden Menschen Abends vor der Haustür trifft es ganz gut, das macht heut keiner mehr. Natürlich kann das auch alles Panikmache sein, aber wenn dann wie in meinem Fall der Nachbar erschossen wird, weil er seine Einkäufe aus dem Supermarkt aus dem Auto holt, dann setzt einem das schon sehr zu. Ich denke auch, das die Krise viele Menschen in ihrem Fundament erschüttert hat und sich das schon sehr auf die Psyche auswirkt.
    Zum Thema Sprache: Ich liebe das castellano vom Rio de la Plata!
    Ich hab das auch so gelernt mit dem ganzen voseo und den lunfardo Wörtern, herrlich! Nach wie vor kann ich mit Portenos so richtig schön plaudern, wogegen ich mit Spaniern so meine Probleme habe.
    Außerdem fluche ich nach wie vor mit Vorliebe auf castellano, das sollte man dann aber möglichst nicht übersetzen.
    Und ein vernünftiges Asado fehlt mir natürlich auch sehr.
    Ich habe Bs As in den 90er Jahren wirklich sehr lieben gelernt, fühle mich da aber mittlerweile gar nicht mehr wohl. Das kann natürlich auch am älter werden liegen, mit 18 ist man halt noch sehr unbesorgt.
    Was geblieben ist, sind wirklich sehr herzliche Freundschaften und viele wunderschöne Erinnerungen.
  5. #34

    Es ist schon interessant zu lesen, dass jeder der 1 oder 2 mal in Bs.As. gewesen ist, sich als Kenner und Klugscheißer bei SPON präsentiert.

    Montevideo ist sicher einer weniger gefährliche Millionenstadt, als Buenos Aires, dafür auch etwas langweiliger. Man muss dort schon mehr auf seinen Geldbeutel aufpassen, als in Hamburg oder Berlin, aber das muss jedem Südamerikabesucher klar sein. "Boludo" ist eine Vergrößerungsform von dem Wort "Bola" = Ball, Kugel. Gemeint ist: "Kerl mit großem Hoden", wobei man das Wort auch zu Frauen sagt (Boluda). Das ist definitiv kein nettes Wort und kein Lob, aber unter Freunden ist es nicht schlimm. Genauso kann man jemanden "hijo de puta" nennen (Hurensohn) und es kann je nach Tonfall und Situation ein Kompliment oder eine Beleidung sein.
  6. #35

    Es ist schon interessant zu lesen, dass jeder der 1 oder 2 mal in Bs.As. gewesen ist, sich als Kenner und Klugscheißer bei SPON präsentiert.

    Montevideo ist sicher einer weniger gefährliche Millionenstadt, als Buenos Aires, dafür auch etwas langweiliger. Man muss dort schon mehr auf seinen Geldbeutel aufpassen, als in Hamburg oder Berlin, aber das muss jedem Südamerikabesucher klar sein. "Boludo" ist eine Vergrößerungsform von dem Wort "Bola" = Ball, Kugel. Gemeint ist: "Kerl mit großem Hoden", wobei man das Wort auch zu Frauen sagt (Boluda). Das ist definitiv kein nettes Wort und kein Lob, aber unter Freunden ist es nicht schlimm. Genauso kann man jemanden "hijo de puta" nennen (Hurensohn) und es kann je nach Tonfall und Situation ein Kompliment oder eine Beleidung sein.
  7. #36

    Zitat von rimaldo Beitrag anzeigen
    Es ist schon interessant zu lesen, dass jeder der 1 oder 2 mal in Bs.As. gewesen ist, sich als Kenner und Klugscheißer bei SPON präsentiert.
    Ich habe insgesamt ca 1 Jahr in einer argentinischen Familie gelebt, bin dort im Schüleraustausch auf die Schule gegangen, hatte dort eine Freundin und denke schon, dass ich da einen gewissen Einblick in die Sache bekommen hab, als Klugscheißer mag ich mich eigentlich nicht bezeichnen lassen. Insgesamt waren es 4 mehr oder weniger lange Aufenthalte.

    "Che boludo" ist eigentlich unter Kumpels sehr geläufig, man sagt dann schon auch mal "la concha de tu hermana" ohne dass es einem übel genommen wird (unter guten Freunden, wohlgemerkt), bei uns ein Unding.
  8. #37

    @ibramaru, eine generelle Anmerkung: Dieser Beitrag ist in einer Reihe erschienen, in der Redakteure von Spiegel online ganz bestimmte Fragen an Reiseautoren stellen, die natürlich dementsprechend beantwortet werden. So wird im meines Erachtens wirklichen stimmungsvollen Beitrag von Helmut Taubald über Rio de Janeiro in der gleichen Serie von Spiegel online (Disclaimer: schreibt ebenfalls für den Stefan Loose Verlag) auch nicht ellenlang die schwierige Sicherheitslage diskutiert, schon deshalb nicht, weil danach auch nicht gefragt wurde. Das gilt für alle Beiträge in dieser Reihe. Was Sie beschreiben gibt es alles, nur wie gesagt, nicht nur in Buenos Aires sondern in ganz Südamerika. Würde man Ihre Warnungen beherzigen, wäre die Copacabana touristenfrei. Und im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Metropolen ist Buenos Aires noch recht sicher. Die berüchtigten „Expressentführungen“ sind in aller Munde, jeder Tourist weiß davon Schauriges zu berichten, nur seltsamerweise habe ich vor Ort noch keinen einzigen Touristen getroffen (und als Reiseautor befragt man ja gerne Touristen nach ihren Eindrücken), dem es tatsächlich passiert ist. Die lokale Sensationspresse dramatisiert vieles bis ins Unerträgliche. @ vivasaprissa, leider kann ich nicht ständig in Buenos Aires sein, das lässt der Beruf nicht zu. Die Schließung des Richmond Cafés wurde nachgetragen. Mein letzter Café cortado hat 6 Pesos gekostet, zugegeben in einem ganz gewöhnlichen Café. Dass er in den Touristencafés wesentlich mehr kostet, steht aber im Interview. Die Recherchen zum Argentinien-Reiseführer wurden im Sommer 2011 abgeschlossen. Die Preise in Argentinien erhöhen sich leider rasant, in vielen Bereichen haben sie sich innerhalb kurzer Zeit fast verdoppelt. Noch etwas zum Schluss: Die Perspektive eines Reiseautors auf eine Stadt, ein Land, ist eine andere als die eines Einheimischen oder deutschen Residenten, und sie muss dies auch sein. Ich muss gleichzeitig eine Innen- und eine Außenperspektive haben, sonst kann ich ein Reiseziel nur bedingt vermitteln. Wenn Sie in Buenos Aires leben und arbeiten, kennen Sie Ihre Umgebung natürlich viel besser als ich, aber möglicherweise schon nicht mehr die Nachbarviertel, geschweige denn das ganze Land. Außerdem gilt es, die eigenen Interessen zurückzustellen und sich in die Perspektive eines Reisenden zu versetzen, der vielleicht das erste Mal und vielleicht nur für wenige Tage die Stadt besucht. Das Thema Sicherheit ist dabei immer schwierig. Wer sich auch in Bogotá oder Sao Paolo angstfrei bewegt, wird Buenos Aires nicht als gefährlich empfinden, wer schon in Frankfurt ängstlich die Hand auf die Brieftasche presst, wird in Buenos Aires nicht glücklich. Für Barcelona gibt es ja online schon den „Manguilàndia“, einen Führer der Straßenkriminalität. Trotzdem sind dort die Straßen voll mit deutschen Touristen, und werden das auch bleiben. Und das wage ich zu behaupten: Die Gefahr, als Tourist Opfer eines Verbrechens zu werden, ist in Buenos Aires nicht höher als in Barcelona. Und wer nach Südamerika reist, stellt sich in der Regel automatisch auf eine andere Sicherheitslage ein als in Europa. Ich könnte Ihnen interessante Geschichten aus der Polizeidienststelle in der Nähe des Münchner Hofbräuhaus erzählen, in der tagtäglich amerikanische und japanische Touristen auftauchen, die im so „sicheren“ München beklaut wurden.
  9. #38

    Lunfardo

    Zitat von chupamela Beitrag anzeigen
    Zum Thema Sprache: Ich liebe das castellano vom Rio de la Plata!
    Ich hab das auch so gelernt mit dem ganzen voseo und den lunfardo Wörtern, herrlich! Nach wie vor kann ich mit Portenos so richtig schön plaudern, wogegen ich mit Spaniern so meine Probleme habe.
    Außerdem fluche ich nach wie vor mit Vorliebe auf castellano, das sollte man dann aber möglichst nicht übersetzen.
    Das gilt sicher auch für den Nick :-) Ja, Lunfardo ist faszinierend. Boludo kommt übrigens zwar tatsächlich von "große Eier haben", wird aber hauptsächlich im Sinn von "Dummkopf" etc gebraucht (wer große Eier hat, kommt nicht "zum Schuss", kriegt also kein Mädchen ab und ist daher eben ein Trottel). Es ist als Anrede unter Freunden nicht unbedingt beleidigend, ebenso wie man sich unter bayrischen Freunden als "verreckter Hund" titulieren darf. Wer aber einen Fremden so bezeichnet, kriegt Ärger. Es gibt das Wort inzwischen auch als Verb: "Me estas boludeando?" heißt soviel wie "Machst du dich über mich lustig?" Es bedeutet aber auch "nichts tun": Was machst Du gerade? "Nada, boludeando."
  10. #39

    Zitat von WolfgangRössig Beitrag anzeigen
    Das gilt sicher auch für den Nick :-)
    "Me estas boludeando?" heißt soviel wie "Machst du dich über mich lustig?" Es bedeutet aber auch "nichts tun": Was machst Du gerade? "Nada, boludeando."
    "Nichts tun" hieß bei uns damals auf der deutschen Hölters Schule: "Estoy haciendo huevo", warum auch immer.
    Auf der Schule sprach übrigens so gut wie kein Schüler wirklich deutsch (außer denen, die es daheim gelernt haben), dafür hab ich das castellano um so schneller gelernt;-)
    Ein Mädchen hieß Pamela, da haben die Jungs immer behauptet, ihr Nachname sei "Chu", irgend wie konnte ich mir das gut merken und so kam es zum "chupamela".
    Lunfardo wurde wirklich recht oft benutzt, zumindest einzelne Wörter wie "la cana" für Polizei oder "gita" für Geld. Und "la puta que te parío" rutscht mir heut noch ganz automatisch raus, wenn mir was blödes passiert.
    Dadurch, dass beinahe immer der indefinido benutzt wird, vereinfacht sich die Grammatik ziemlich und die 2. Person Plural kann ich heut noch nicht richtig. Dafür weiß ich, was "vos sos re macanudo" heißt, findet man wohl in kaum einem spanischen Wörterbuch;-)
    "Coger" benutz ich heut noch nicht, das Gelispel in Spanien hört sich furchtbar an und "ll" und "y" spricht man natürlich wie "sch" aus, ich tu mir da in anderen spanischsprechenden Ländern wirklich sehr schwer, da ich nichts anderes gelernt hab. Das castellano vom Rio de la Plata ist wohl so etwas wie das Schwitzerdeutsch under den spanischen Sprachen;-)

    Auf der Schule war es super lustig, alle Lehrer werden geduzt, im Chemielabor wurde auf dem Bunsenbrenner Mate Tee gekocht, die Mädels haben immer Kuchen mitgebracht und auf dem Dach hat man heimlich geraucht.
    So richtig toll war es auch in Jardin America in Misiones, da war ich ein paar mal bei Verwandten der Familie auf Besuch. Das war noch Freiheit pur, fahren ohne Führerschein, von Dorf zu Dorf mit dem Pferdeanhänger auf irgend welche Pferderennen, in der Dorfdisco beim Quilmes Wetttrinken gewinnen (dafür wird man auch mal mit Hitlergruß begrüßt) usw. Nur der blöde Gaul, der mich in den Stacheldraht geworfen hat, war nicht so lustig.
    Interessanterweise haben fast alle Freundschaften über 20 Jahre lang gehalten, dank regelmäßiger Besuche und vielen emails.
    Einen richtig guten lomito und die unheimlich leckeren chorizos vermisse ich wirklich sehr, Quilmes nicht wirklich, dulce de leche schon eher und Mate Tee hab ich immer nur aus Höflichkeit getruken.


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