Forum


 

Städtetipp Buenos Aires: Tangoparty im Sonnenuntergang

Getty Images / CoverTanzende Egomanen, Straßentrommler, Einradkünstler im Park: Buenos Aires strotzt vor Lebensfreude. Reisebuchautor Wolfgang Rössig lotst Argentinien-Urlauber in die besten Nachtclubs - und erklärt Tango-Frischlingen, wie sie ihre erste Milonga überleben.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...827343,00.html
  1. #10

    naja...wie man so sagt: fällt in Santiago ein Mann auf der Strasse um, kommen 10 Leute um ihm zu helfen - passiert das gleiche in Buenos Aires, kommen sofort 10 Leute um ihn auszurauben.
  2. #11

    Nicht nur Buenos Aires

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Was Sie schildern ist mir bei meinem letzten Besuch auch überdeutlich aufgefallen, und ziemlich unangenehm. Buenos Aires wird zu einer mehrfach gespaltenen Stadt – das gesamte Barrio Norte, also das Wohngebiet der reichen Bevölkerung, scheint sich zu verschanzen. Selbst das normale Treiben auf den Straßen wirkt nicht mehr so locker wie zuvor, zum Beispiel in den Edel-Stadtteilen direkt am Rio de la Plata, in Recoleta oder Palermo. Für einige Tage war ich zu Gast in einem Haus an der Grenze zwischen Villa Pueyrredón und Coghlan – hier igelt sich die gehobene Mittelklasse ein, und wie. Ich kannte das Haus von einem früheren Aufenthalt, doch nun ist alles vergittert und verrammelt, ein neuer 3,5 Meter hoher Zaun grenzt das Grundstück von der Straße ab, und natürlich gibt es einen Wachdienst: Seguridad 24 horas, Rundumsicherheit Tag und Nacht. Sicherheit ist immer ein Thema. Das geht auch auf die Stimmung der Bewohner, sogar merklich. Wenn man nur mal in der Innenstadt herumgucken will oder etwas einkaufen will, dann kommen diese unsägliche Tipps: da nicht hingehen, das meiden, soetwas lieber lassen, und dann die Frage: „Wieso bleibst du nicht hier? Ich bring‘ dir mit was du brauchst.“ Tango, Lebensart, die feurigen Argentinier... mag ja sein, aber so richtig Spaß macht das alles in Buenos Aires nicht mehr.
    Ähnliches läßt sich fast für jede Megametropole in Drittwelt- oder Schwellenländern beobachten. Als ich mit einem Freund in den späten 90ern in Lagos, Nigeria, Fela's Shrine besuchen wollte, mußten wir uns einen Polizisten mieten. Der Shrine liegt im ansonsten recht beschaulichen Viertel Ikeja in einer der vielen No-Go-Areas, die wegen der Sicherheitslage nachts mit Straßengittern regelrecht zwangsparzelliert werden. "Unser" Polizist hatte eine Straßengang von unserem Kommen vorinformiert, die gegen Geld für unsere Sicherheit garantierte und uns durch die verschiedenen Checkpoints selbsternannter Security-Gruppen eskortierte. Neben dem sowieso hervorragenden nächtlichen Auftritt des Fela Kuti war diese "Randerfahrung" ein zusätzliches Highlight.
  3. #12

    Argentinien ist nicht Somalia

    Zitat von panzerknacker51 Beitrag anzeigen
    Ähnliches läßt sich fast für jede Megametropole in Drittwelt- oder Schwellenländern beobachten. Als ich mit einem Freund in den späten 90ern in Lagos, Nigeria, Fela's Shrine besuchen wollte, mußten wir uns einen Polizisten mieten. Der Shrine liegt im ansonsten recht beschaulichen Viertel Ikeja in einer der vielen No-Go-Areas, die wegen der Sicherheitslage nachts mit Straßengittern regelrecht zwangsparzelliert werden. "Unser" Polizist hatte eine Straßengang von unserem Kommen vorinformiert, die gegen Geld für unsere Sicherheit garantierte und uns durch die verschiedenen Checkpoints selbsternannter Security-Gruppen eskortierte. Neben dem sowieso hervorragenden nächtlichen Auftritt des Fela Kuti war diese "Randerfahrung" ein zusätzliches Highlight.
    Natürlich ist es schade, dass es in Bs. As. so viel Kriminalität gibt, aber Vergleiche mit Lagos, Karatschi, Caracas sind doch sehr übertrieben. Trotzdem bietet die Stadt sicher eine Vorstellung dessen, was uns noch bevorsteht.
  4. #13

    Kenne Buenos Aires durch viele lange Aufenthalte relativ gut und teile nicht die Meinung mit den meisten Kommentatoren. Ich habe mich immer sicher gefühlt, auch nachts und habe keinerlei negative Erfahrungen gemacht. Suburbs sollte man auch in Berlin oder Köln meiden, in Buenos Aires erkannt man die weniger guten Gegenden, sobald dort fast schrottreife Autos parken, das war für mich immer ein guter Indikator. Gefühlter Sicherheitsfaktor liegt für mich dennoch auf europäischem Niveau, Freundlichkeit der Menschen weitaus höher. Der Artikel reitet etwas das Tangoklischee und ist etwas geschönt, trifft es aber dennoch ziemlich auf den Punkt
  5. #14

    Wahrnehmung geändert

    Zitat von chupamela Beitrag anzeigen
    Ich wollte eigentlich nur sagen, dass sich die Stimmung in den letzten Jahren sehr verändert hat.
    Im Schüleraustausch 1990 bin ich oft alleine spät nachts durch die Stadt spaziert, ganz alleine, ohne irgend wie Angst zu haben. Die Gastfamilie hat einen sehr netten Garten mit Pool, da haben wir oft sehr schöne Feste gefeiert.....
    .
    Eigentlich hat sich Ihre Wahrnehmung geändert und nicht BA. BA war nie eine sichere Stadt wie man es in D gewohnt ist.
    Ich war selbst in den 90ern dort und man empfahl mir, abends nicht dem dem Auto bei Rot zu halten, ich ja könnte ausgeraubt werden.
  6. #15

    Liebe Spiegel-Kommentatoren, Buenos Aires ist, auch wenn manche es nicht glauben wollen, nach wie vor eine der sichersten Metropolen Südamerikas. Gerade weil ich so viel in Südamerika herumkomme, glaube ich das beurteilen zu können, und das schlimmste, was mir in Buenos Aires passiert ist, sind kleine, eher harmlose Betrügereien. Natürlich darf man keine mitteleuropäischen Standards anlegen, aber auf den Ramblas in Barcelona werden mit Sicherheit mehr Touristen beklaut als in den Avenidas von Buenos Aires. Dass man nachts besser im Taxi unterwegs ist und bestimmte Viertel ganz meidet, gilt eigentlich für jede Stadt Südamerikas, selbst für Havanna.

    Selbstredend sind die sozialen Kontraste härter als in Deutschland, und das von Ylex erwähnte zentrumsnahe Elendsviertel Villa31 wurde auch im Reiseführer Argentinien angesprochen wie auch viele weitere soziale Realitäten in Argentinien. Darüber werde ich aber sicher auch noch schreiben.

    Aber schon die beiden Barrios Almagro und Once entsprechen nicht den touristischen Klischees.

    Zu Carlos Gardel: Lieber morgen_wurde, wie können Sie so frech behaupten, dass Carlos Gardel tot sei? Nur weil er 1936 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist? „Cada dia canta mejor“ heißt es in Buenos Aires: Jeden Tag singt er besser! Aber Spaß bei Seite, der falsche Eindruck ist durch eine redaktionelle Zusammenziehung zweier Sätze entstanden. Ich sehe das als Hommage von Spiegel online an diesen wunderbaren Sänger.
  7. #16

    Kleiner Tippfehler, Gardel kam natürlich 1935 (nicht 1936) bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
  8. #17

    Alles in allem ein sehr informativer Artikel über die Perlen von Buenos Aires.
    In einem muss ich dem Autor allerdings unbedingt widersprechen: Als Tourist sollte man das Viertel um den Bahnhof Once unbedingt meiden. Dort wimmelt es nur vor so genannten "Negros" - Angehörigen der der untersten Gesellschaftsschichten - die Klauen und Rauben was das Zeug hält, sogar am hellichten Tag.
    Ich finde es sogar fast unverantwortlich, das Viertel für einen Besuch zu empfehlen. Denn ein Tourist, der nicht wie jeder Einheimische so schnell wie möglich durch das Viertel eilt um es wieder zu verlassen und sich "typisch touristisch" umschaut ist willkommene Beute für Taschendiebe. Ich lebe seit einiger Zeit in Buenos Aires und mache bewusst einen großen Bogen um das Viertel.
  9. #18

    Alles in allem ein sehr informativer Artikel über die Perlen von Buenos Aires.
    In einem muss ich dem Autor allerdings unbedingt widersprechen: Als Tourist sollte man das Viertel um den Bahnhof Once unbedingt meiden. Dort wimmelt es nur vor so genannten "Negros" - Angehörigen der der untersten Gesellschaftsschichten - die Klauen und Rauben was das Zeug hält, sogar am hellichten Tag.
    Ich finde es sogar fast unverantwortlich, das Viertel für einen Besuch zu empfehlen. Denn ein Tourist, der nicht wie jeder Einheimische so schnell wie möglich durch das Viertel eilt um es wieder zu verlassen und sich "typisch touristisch" umschaut ist willkommene Beute für Taschendiebe. Ich lebe seit einiger Zeit in Buenos Aires und mache bewusst einen großen Bogen um das Viertel.
  10. #19

    Alles in allem ein sehr informativer Artikel über die Perlen von Buenos Aires.
    In einem muss ich dem Autor allerdings unbedingt widersprechen: Als Tourist sollte man das Viertel um den Bahnhof Once unbedingt meiden. Dort wimmelt es nur vor so genannten "Negros" - Angehörigen der der untersten Gesellschaftsschichten - die Klauen und Rauben was das Zeug hält, sogar am hellichten Tag.
    Ich finde es sogar fast unverantwortlich, das Viertel für einen Besuch zu empfehlen. Denn ein Tourist, der nicht wie jeder Einheimische so schnell wie möglich durch das Viertel eilt um es wieder zu verlassen und sich "typisch touristisch" umschaut ist willkommene Beute für Taschendiebe. Ich lebe seit einiger Zeit in Buenos Aires und mache bewusst einen großen Bogen um das Viertel.


TOP



TOP