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Staatsstreich in Westafrika: Uno verurteilt Militärputsch in Mali

APNach dem Militärputsch bleibt die Lage im westafrikanischen Mali angespannt: In der Hauptstadt sind Schüsse und Explosionen zu hören. International wächst die Kritik an dem Staatsstreich. Uno, EU und USA lehnen den Regierungssturz ab, sie fordern die Wiedereinsetzung von Präsident Touré.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...823322,00.html
  1. #1

    Eine UNO-Verurteilung ist ungefähr so ernstzunehmen wie ein T-Rex. Nein, Moment, ich ziehe den Vergleich zurück. Der T-Rex mag tot sein, aber er kann immer noch auf einen fallen.

    ...UND man weiß vor einer Zeit, da sein Anblick noch Respekt einflößte.
  2. #2

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach dem Militärputsch bleibt die Lage im westafrikanischen Mali an
    Mich interessiert es nicht, was diese Anzug-Heini´s meinen sondern was das Volk in Mali davon hällt. Aber danach fragt ja niemand. Sind ja nur blöde Bürger.
  3. #3

    Stimmen aus Mali

    ..habe gerade mit Basisaktivist_innen in Mali telefoniert, sie sagen:

    "95% der Bevölkerung seien froh über den Putsch und daß ATT entmachtet ist, der mit seiner Regierung als Verantwortlicher für die allgemeine Misere gilt. Die allgemeine Misere, die die Bevölkerung trifft und durch die es mit allem möglichen immer schlechter geht (Privatisierung, Vertreibungen in den Wohnvierteln und von den Märkten, Erschließung von Flächen nur für reiche HändlerInnen und BewohnerInnen, Landraub oder Vorenthaltung von Land für Landwirtschaft, keine Mittel für nix) drückt sich auch aus im Umgang der Regierung mit den Konflikten im Norden. Rebellen und ähnliche können sich immer mehr durchsetzen und die Armee hat keine Mittel, also Waffen, ist schlecht ausgebildet. Das heißt: Wie es in allen Bereichen der Bevölkerung geht, so ist auch die Armee sich selbst überlassen. In dieser immer zugespitzteren Lage haben sie jetzt halt geputscht.

    Die Leute sind also erstmal vertrauensvoll diesen Putschisten gegenüber, sehen sie als welche von ihnen an.In Djelibougou (Stadtteil Bamakos) auf dem Markt z.B. haben die jungen Soldaten nach dem Putsch demonstriert und die jungen Leute aus der Bevölkerung haben sich angeschlossen.

    Gleichzeitig macht die Ausgangssperre und die Militärpräsenz auch Angst und die verordnete Schließung allen Geschäftsbetriebs bis Dienstag bringt Sorgen um die Grundversorgung und Ängste, dass kleine Banditen es in dieser Zeit leicht haben werden Boutiken und ähnliches auszurauben. Der Flughafen ist auch geschlossen und die Straßen in der Stadt wie über Land sind abgeriegelt, die Schulen geschlossen.

    Unterm Strich ist also die Stimmung für den ersten Moment erleichtert, gleichzeitig auch irritiert, weil alle eher darauf eingestellt sind, in einem Monat einen neuen Präsidenten zu wählen und als nächstes einerseits verunsichert und ängstlich, weil nicht klar ist, wie sich diese Militärbewegung jetzt weiter verhalten wird und aber auch mit Hoffnung, dass sich jetzt endlich was ändern wird.
  4. #4

    Keine gute Nachricht für Afrika

    Seit der Unabhängigkeit vor über 50 Jahren gab es in Afrika über 100 Staatsstreiche oder Putschversuche. Jetzt ausgerechnet gegen Amadou Toumani Touré (in Mali liebevoll ATT oder "Soldat der Demokratie"genannt) der eine überragende Führungspersönlichkeit in Afrika ist. Es trifft eine der wenigen gefestigten Demokratien in Afrika. ATT war 1991 als Militär zwar selbst am Sturz des Diktators Moussa Traoré beteiligt, er übergab aber im Mai 1992 die Macht an eine zivile Regierung. Zehn Jahre später wurde der parteilose ATT demokratisch zum Präsidenten gewählt und 2007 nochmals für 5 Jahre bestätigt. Anders als andere afrikanische Staatschefs -wie etwa Wade im Senegal- fürchtet er nicht den Verlust der Macht und hat die Verfassung nicht ändern lassen. Bei den Wahlen am 29.4. 2012 wollte er nicht mehr antreten. Für die demokratisch gesinnte Bevölkerung in Mali und darüberhinaus ist diese Meuterei ein erheblicher Rückschritt.
    Die erste Pressekonferenz der jungen Soldaten(vgl. You tube) lässt nichts Gutes ahnen.
    Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
  5. #5

    Zitat von gladwell Beitrag anzeigen
    Keine gute Nachricht für Afrika
    Ja wann gab's denn mal zuletzt eine? Die letzte an die ich mich erinnern kann war das Ende des Kolonialismus. Und Ob das im Nachhinein betrachtet so eine gute Sache war...
  6. #6

    Es gibt gute Nachrichten aus Afrika

    Ein friedlicher Machtwechsel nach knappem Wahlausgang wie in Ghana im Januar 2009 und in Sambia 2011 war früher undenkbar. In Ghana und Sambia wurde er schon zum zweiten Mal geschafft.
    Das nigrische Militär hielt Wort und übergab im April 2011 dem legitimierten Präsidenten die Macht. Mahamadou Issoufou, war als oppositioneller Kandidat gewählt worden. Nationale und internationale Beobachter bestätigten, dass die Wahl friedlich und fair verlaufen ist. Auch in Guinea besteht endlich Hoffnung. Zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit 1958 wurde 2010 ein demokratisch gewählter Präsident vereidigt. Alpha Condé war vom ersten Präsidenten Sekou Touré (1958-84) zum Tode verurteilt und vom anschließenden Militärmachthaber Lansana Conté der das Land bis 2008 regierte, 2 Jahre ins Gefängnis geworfen worden.


    Der Präsident von Ruanda, Paul Kagame hat
    eine Vorstellung von der Zukunft seines
    Landes und davon wie Wachstum und Jobs
    geschaffen werden. Er ist ein Praktiker und
    Macher. Seine Ideen und Fähigkeiten kommen
    vorwiegend durch Probieren und Abschauen in
    Asien zustande.Die gesetzlichen
    Rahmenbedingungen für Unternehmen sind
    ausreichend kalkulierbar. Es gibt ein
    Funktionsfähiges öffentliches
    Finanzmanagement. Die Reformen
    werden dem Land nicht von außen auferlegt,
    sondern wurden von der ruandischen
    Regierung und der Verwaltung selbst
    entwickelt. Die erheblichen Fortschritte in
    Ruanda werden nicht wegen sondern trotz der
    Entwicklungshilfe gemacht. Ruanda ist keine
    Demokratie, wie sie uns gefällt, es gibt keine
    Zivilgesellschaft, keine Opposition. Das
    wird gerechtfertigt mit der notwendigen
    Versöhnung des ethnisch immer noch
    gespaltenen Landes. Aber es ist
    ein Staat, der aufgrund von hoher
    Eigenverantwortlichkeit, einer autonomen
    Steuerbehörde , einer fiskalischen
    Dezentralisierung, einem unabhängigen
    Rechnungshof, mit stabilen Rechtsregeln für
    die Wirtschaft, der Förderung der Frauen
    wesentlich besser vorankommt als die meisten
    anderen Staaten in Afrika. Vor allem arbeitet
    die Regierung nicht gegen die Interessen der
    Bevölkerung.Die Weltbank zeichnete Ruanda
    in ihrem jährlichen „Doing Business“ Bericht
    zum zweiten Mal in Folge als weltweiten
    führenden Reformer aus. Statt 16 Tage wie im
    Jahr 2008 benötigt ein Investor heute noch 3
    Tage für die Eröffnung eines Betriebs. Die
    Betriebseröffnungen stiegen folglich von 700
    pro Jahr auf über 3000.

    Die Frauen sind in Ruanda besser ausgebildet
    und sie bekommen deshalb weniger und
    gesündere Kinder. Sie bestimmen selbst über
    ihren Körper und die Zahl ihrer Kinder. Politik
    beginnt in Ruanda
    mit dem Nachdenken darüber, ob und wie
    man Ziele erreichen kann. Im afrikanischen
    Maßstab ist es einmalig: es gibt Sicherheit in
    allen Teilen Landes, die Schulpflicht und eine
    allgemeine Krankenversicherung wurden
    eingeführt. Ruanda ist das einzige
    Entwicklungsland , in dem es gelang, eine
    Gesundheitsversicherung flächendeckend
    einzuführen, in der 91 Prozent der
    Bevölkerung 2010 versichert waren. Es kam
    zu einer Senkung der Malariasterblichkeit und
    die ärztliche Versorgung der Mütter und
    Säuglinge wurde erheblich verbessert.
    Es gibt also auch gute Nachrichten aus Afrika.
    Volker Seitz, Bonner Aufruf - Eine andere Entwicklungspolitik!
  7. #7

    Bevölkerungsexplosion + Wassermangel

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Ja wann gab's denn mal zuletzt eine? Die letzte an die ich mich erinnern kann war das Ende des Kolonialismus. Und Ob das im Nachhinein betrachtet so eine gute Sache war...
    Seit mehr als zwei Monaten treibt es mich kreuz und quer durch Marokko. Das III.-Welt-Elend ist sicherlich in Mali nochmal um Stufen schrecklicher.

    Als mir dann diese vor Jahren aufgezeichnet Fernsehdiskussion mit einem Zivilisationsforscher vor die Augen kam, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren:

    Gunnar Heinsohn | Droht Europa ein dritter Weltkrieg? (2/2) - YouTube

    Mit dessen Argumenten wird vieles verständlich, was bislang außerhalb meiner Vorstellungskraft lag.
  8. #8

    Aha?!

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Ja wann gab's denn mal zuletzt eine? Die letzte an die ich mich erinnern kann war das Ende des Kolonialismus. Und Ob das im Nachhinein betrachtet so eine gute Sache war...

    1. Die meisten afrikanischen Kriege sind Folge der Kolonialisierung oder int. Witschaftsinteressen.

    2. Vielleicht hätte das barbarische Afrika Europa kolonialisieren sollen und somit 2 Weltkriege und den Holocaust verhindert?


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