Staatsfinanzen: Der doppelte deutsche Selbstbetrug

DPAHöchste Zeit für zwei unangenehme Wahrheiten: Die Deutschen sind alles andere als ein Vorbild für Haushaltsdisziplin. Und die Euro-Zone muss zur Transferunion werden, wenn sie überleben soll. Doch die Bundesregierung will das nicht wahr haben und malt sich lieber eine heile Welt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,832019,00.html
  1. #10

    Ein erster notwendiger Schritt wäre ...

    ... Frau Merkels Rente monatlich nach Chile zu überweisen. So wäre wenigstens eine kleine Chance, dass jemand mit Peilung ans Ruder käme.
  2. #11

    Selbstbetrug?

    Wovon redet der Autor? Mag ja sein, daß die Transferunion für viele Regionen wünschenswert wäre, Tatsache ist aber, daß mir als deutschem Bürger immer versichert wurde, eine Transferunion würde es nicht geben. Sollte diese zementiert werden, würde ich das als Wegfall der Geschäftsgrundlage auffassen. Das Mindeste wäre in diesem Fall eine Volksabstimmung über die Ausgestaltung der europäischen Union in dieser Frage. Ansonsten wäre, mit Verlaub, Bürgerkrieg angesagt.
  3. #12

    Malen nach zahlen

    Es ist Tatsache, dass die PIIGS jahrelang sich die Welt gemalt haben, wie sie ihnen gefallen haben. FR möchte hier wieder zurück. Fakt auch, dass Deutschland u.a. durch die Agenda 2010 (ironischerweise eingefädelt durch die SPD) und moderater Tarifabschlüsse seine (anfangs) schmerzlichen Hausaufgaben gemacht hat und daher jetzt so gut darsteht.

    Ansonsten: was für ein kurzsichtiger und ahnungsloser Artikel...
  4. #13

    Auch der Autor

    ist nicht frei von Selbstbetrug, insbesondere im Hinblick auf die 800 MRD Euro, die in den letzten drei Jahren zur Bankenrettung aufgebracht wurden. Und weiter gehts mit dem (Banken-)Rettungsfonds. Ansonsten aber richtig.
  5. #14

    Schuldenland Deutschland

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Höchste Zeit für zwei unangenehme Wahrheiten: Die Deutschen sind alles andere als ein Vorbild für Haushaltsdisziplin. Und die Euro-Zone muss zur Transferunion werden, wenn sie überleben soll. Doch die Bundesregierung will das nicht wahr haben und malt sich lieber eine heile Welt.

    Deutschland ist kein Vorbild für Haushaltsdisziplin - SPIEGEL ONLINE
    Deutschland hat inzwischen mehr als 2 Billionen Euro Schulden. Mich würde interessieren, ob dazu noch die Schulden der Bundesländer und Kommunen, welche allesamt – gut, bis auf ganz wenige Ausnahmen – auch verschuldet sind, hinzukommen?
    Es wäre schön, wenn hierzu jemand etwas sagen könnte.

    PS: Auch wenn ich eine Immobilie habe, würde ich einem Lastenausgleichgesetz sofort zustimmen. Es darf nicht sein, was sich über unseren Köpfen zusammenbraut.
  6. #15

    Europäische Arbeitsagentur

    Das kann etwa über eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung geschehen, in der alle Arbeitnehmer der Euro-Zone Mitglied sind. Im Moment würden die Deutschen besonders viel einzahlen und die Spanier überproportional profitieren. Eines Tages könnte es anders herum laufen.
    Sehr guter Vorschlag. Wenn dazu noch Vermittlungshilfe in andere Länder kommt (ansatzweise etwa in Spanien ja schon der Fall), bin ich voll dafür.
    Nur, eine Umsetzung wird laaange Zeit brauchen...
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Höchste Zeit für zwei unangenehme Wahrheiten: Die Deutschen sind alles andere als ein Vorbild für Haushaltsdisziplin. Und die Euro-Zone muss zur Transferunion werden, wenn sie überleben soll. Doch die Bundesregierung will das nicht wahr haben und malt sich lieber eine heile Welt.

    Deutschland ist kein Vorbild für Haushaltsdisziplin - SPIEGEL ONLINE
    Das wird auf lange Sicht nicht funktionieren, da die Deutschen sich zwar gerade noch dazu zwingen lassen, Bremen zu unterstützen (auch wenn es da schon dauerhaft Meckern gibt) aber nicht dafür, für ein anderes Land zu zahlen. Dabei macht das eigentlich keinen Unterschied, denn weder hat der Bremer irgendwas dafür getan dass er als Bremer geboren ist, noch der Grieche etwas dafür, dass er in Griechenland geboren ist, wo jeweils die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen schlechter sind als z.B. in Bayern. Das ist aber nichts typisch deutsches sondern überall so. Neidisch auf die sein, denen es besser geht (die habens so gut nicht verdient) und abschätzig über die reden, denen es schlechter geht (die haben es nicht besser verdient), so sind die Menschen nun mal. Da wir uns täglich selbst einreden dass es uns furchtbar schlecht geht mit unseren Smartphones und Pauschalreisen und All you can eat Buffet, dass all die faulen Griechen, die den ganzen Tag in der Sonne sitzen, selber Schuld an "ihrer" Pleite sind, und dass "die da oben" nur Politik für sich selbst machen, wird es irgendwann wieder zum Aufstieg nationalistischer Parteien kommen...
  8. #17

    Überleben?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und die Euro-Zone muss zur Transferunion werden, wenn sie überleben soll.
    Nicht "wenn" sie überleben soll, sondern "falls" sie überleben soll. Ich denke darüber sollte ruhig mal diskutiert werden. Ist der Euro wirklich gut für Europa oder war er wie so viele Brüsseler Ideen allerhöchstens "gut gemeint"?
  9. #18

    Och der Wähler...

    Zitat von joe sixpack Beitrag anzeigen
    Sollte man sowas nicht dem Deutschem Souveraen (dem Waehler) zur Abstimmung vorlegen?
    Wenn ich mich recht entsinne ist eine Transferunion in den Euro Vertraegen doch ausgeschlossen worden...
    Wass sagt Karlsruhe dazu?
    "Niemand hat die Absicht eine Transferunion zu errichten"

    Der Wähler gescheinigt Angela "EuroRettungsSchirm" Merkel sie würde gute Arbeit leisten (61 % der Wähler).
    Sie glauben, dass Mutti sich massiv gegen die Rettungsschirme wehrt, und nur das tut was "alternativlos ist". Weil ja Europa scheitert, wenn der Euro scheitert.

    Der Wähler will es NICHT wissen.
    Ja, Deutschland ist Exportweltmeister - prima.
    Aber diese Exporte werden eben dorch den EuroSchirm gegenfinanziert (U Boote an Griechenland).

    Das ganze ist ein beständiges Verschieben von Euros von einer Tasche in die andere. Das ganze wird noch ein paar Jahre gut gehen, dann kollabiert das ganze System, vielleicht in einer "Währungsreform".
    Mutti - da ist sie ganz Politikerin - ist das egal.
    Ihr geht es - wie ihren Vorgängern - nur um eins: MACHT.
    Wenn das dicke Ende kommt steht sie pfeifend und mit unschuldigem Dackelblick da. Wie alle Politiker die etwas in den Sand gesetzt haben.

    Verantwortung muß ja nicht übernommen werden, die eigene Pension ist gesichert - who cares?
  10. #19

    Den Euro aufgeben...

    ...wäre übrigens auch eine Alternative zur Transferunion.

    Glaubt wirklich irgendwer, das die Euro-Südzone tatsächlich eines Tages Transferleistungen gen Norden leistet? Dazu müssten diese Volkswirtschaften im globalen Maßstab wettbewerbsfähig sein - was sie nicht sind.
    Denn sonst würden die Kredite an Spanien, Portugal und Italien von Investoren kommen und nicht von der EZB.

    Wie der Cehf von Fitch es ja heute so schön gesagt hat: Die Euro-Zone als politische Einheit würde mit triple A bewertet, weil man davon ausginge, dass Deutschland notfalls alles zahlt...