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Staatsanwaltschaft Hof: Guttenberg hat nicht mit Vorsatz betrogen
Karl Theodor zu Guttenberg hat nicht absichtlich getäuscht. Zu dem Schluss kommt die Staatsanwaltschaft Hof nach Informationen des SPIEGEL. Er habe aber in Kauf genommen, dass er mit seiner Doktorarbeit das Urheberrecht verletzen könnte. "Zeit"-Chefredakteur di Lorenzo äußerte sich selbstkritisch über sein Buch-Projekt mit dem Polit-Star.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...801533,00.html
- #50 04.12.2011 08:38 von
Plagiataffäre
Gegen Geldzahlung hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Die abgeschriebene Doktorarbeit möge zwar damit juristisch abgehakt sein, trotzdem, und das zu Recht bleibt die Schuldfrage noch offen. Die Nutznießer dieser vermaledeiten Plagiataffäre ist die Deutsche Kinderkrebshilfe, welche die 20.000 € Freikaufgebühr überwiesen bekam.
Auf der Strecke bleiben die Urheber der wissenschaftlichen Texte, welche von zu Guttenberg kackfrech für seine Dissertation benutzt hat.
Diese Übereinkunft ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, welche beispielsweise für einen unerlaubten Musik-Download aus dem Internet, verhältnismäßig hohe Geldstrafen, wegen Verletzung von Urheberrechten zu zahlen hatten. In diese Richtung funktionieren unsere Justizmühlen gnadenlos; und zu Guttenberg bekommt noch nicht mal einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis.
Es bestätigt sich wieder: Reiche können sich freikaufen, um dem Staat Geld für die aufwendigen Ermittlungen zu sparen! Ein Armutszeugnis für unsere Justiz. - #51 04.12.2011 08:42 von
- #52 04.12.2011 08:44 von
Roßtäuscher von und zu Guttenberg
Es ist eine Schande! Man kann zu der Auffassung kommen, dass offensichtich die oberpfälzische Justiz dem bayerischen Landadel verpflichtet ist.
Von und zu Guttenplag benimmt sich nach wie vor wie ein Roßtäuscher! Was sind schon für das Hause Guttenberg 20.000 € ? Jeder normale Mensch hätte allein schon daran zu knapsen - diese Summe aufzubringen.
Nur wenige BürgerInnen könnten sich nach solchen Betrugsvorfällen kurzfristig mit der saloppen Ansage: "Ich bin dann mal weg" ins Ausland verabschieden, bis Gras über die Betrugsgeschichte gewachsen ist.
Und nur wenige würden danach von der "Zeit" eine Plattform für einen möglichesn Wiedereinstieg in das Politgeschäft bekommen.
Die Zeit ist reif, das Abo der "Zeit" zu kündigen. Auf, ohne die "Zeit" in eine neue politische Zeit - und ohne Freiherr von und zu Guttenberg. - #53 04.12.2011 08:45 von
Ladendieb
Neulich bekam ich in einem Kaufhaus mit, daß eine Kassiererin einen Ladendieb ertappte. Die Ware hatte er so schlecht unter dem Mantel versteckt, daß man kein Meisterdetektiv sein mußte, um zu erkennen, daß er etwas geklaut hatte. Drei Kleidungsstücke, und die Etiketten waren noch dran.
Also, ich weiß ja nicht, ob Polizei und Staatsanwalt dem auf frischer Tat Ertappten später glaubten, daß er zwar das Diebesgut noch festhielt, jedoch das ganze ohne Vorsatz geschehen ist, weil er gerade etwas überfordert war und die Ware ihn in der Umkleidekabine ohne Vorwarnung einfach ansprang und sich unter seinen Mantel zwängte.
Guttenberg verhält sich hier wie ein Dieb, der erst behauptet, die Ware habe er mitgebracht, dann, wenn man weiß, daß das nicht stimmt, andere Ausreden erfindet und am Schluß noch eine Schluchzgeschichte von schwerer Kindheit und aggressiver Kaufhausware erzählt.
Also, ich denke, ich gehe heute nachmittag auf den Weihnachtsmarkt in Hof und werde mich nicht dagegen wehren, wenn mir lauter Glühweinbecher, Rauschgoldengel und anderer Leute Brieftaschen in die Jacke hüpfen. Glauben Sie mir, so etwas passiert in Hof!
Mir Absicht zu unterstellen wäre empörend. - #54 04.12.2011 08:47 von
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Ja klar. Es gibt ja auch überhaupt keine Indizien für Vorsatz. Mal sehen was passiert, wenn ich einige Einnahmen bei meiner Steuererklärung unter den Tisch fallen lasse, ob das dann auch nachvollziehbar ist.Zitat von Staatsanwalt - #55 04.12.2011 08:48 von
Ktg
Langsam kommt mir das vor, als wolle man diesen Betrüger und Hochstapler wieder salonfähig machen.
Ist denn Deutschland so arm an hochtalentierten jungen Menschen, so dass man Betrüger ständig umgarnen muss, oder stehen da erneut der Adelstitel und die Millionen von der Familie dahinter?
HR - #56 04.12.2011 08:50 von
Ein knapper, aber guter Artikel und kein Wiederkäuen
Es ist auf meiner Sicht ein knapper, aber guter Artikel, der nicht das "G-Thema" zum tausendsten Mal wiederkäut, sondern dem Leser einige interessante Einblicke in die charakterlichen Unterschiede zwischen einem Karl Theodor zu Guttenberg und einem Giovanni di Lorenzo und insofern Neues bietet.
Jeder kann seine eigenen (moralischen) Schlüsse ziehen, wenn Letzerer noch über die sehr respektable Fähigkeit zur Selbstkritik verfügt, die Ersterer im Zuge seiner Geltungssucht und narzißtischen Grandiosität schon längst hinter sich gelassen zu haben scheint. - #57 04.12.2011 08:51 von
Keine Ahnung vom Doktor
Offensichtlich hat die Staatsanwaltschaft nicht die geringste Ahnung, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet. Es geht bei einer Dissertation *nicht* darum, nur seinen Doktorvater zu beeindrucken, vielmehr sollen neue Erkentnisse und Sachverhalte gewonnen und wissenschaftlich zu einem neuen Ergenis aufbereitet werden. Einige wenige kurze Sätze ohne Urheberangabe kann man dabei gerade noch durchgehen lassen, sich ganze Passagen von Fremdautoren in seiner Arbeit zueigen zu machen ist aber sooooo weit weg von Schusseligkeit oder Fahrlässigkeit, dass es bestraft gehört. Aber wieder mal ein guter Beweis, wie unsere Justiz tickt.
- #58 04.12.2011 08:52 von
unfassbar
Alles wie gehabt in diesem Lande. Ein paar Wenige bekommen einen Bonus, egal welche Vergehen sie sich zu Schuden kommen lassen - und haben deshalb gar keinen Grund, etwas daraus zu lernen. So lief es für G. schon sein ganzes Leben lang - und so soll es wohl auch bleiben. Der Staatsanwalt kann nichts erkennen "Guttenberg hat zwar betrogen - aber selbstverständlich ohne Vorsatz". Wie blind darf man als Jurist eigentlich sein?
- #59 04.12.2011 08:53 von
Naiver Idealismus
Das Dauerthema Guttenberg zeigt (mir) vor allem, dass Glaubwürdigkeit keine notwendige Eigenschaft in der Politik ist. Wohl deshalb ist es Guttenbergs Privileg, nur an sich selbst scheitern zu können.
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