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Spritpreis-Debatte bei Jauch: Abgewürgt im Gasometer

DPAWer trägt die Schuld an den explodierenden Spritpreisen? Bei Günther Jauchs Talkrunde sollte nach den Verantwortlichen gefahndet werden. Stattdessen gab es allerlei Redebeiträge zum Thema Autofahren. Einzige Erkenntnis: die Benzin-Debatte ist zutiefst verlogen.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,825136,00.html
  1. #10

    Sprit downloaden

    Alles kein Problem. Wenn die Piraten im Parlament sind, wird der Sprit ganz einfach für lau als Freeware downgeloaded.
    Wo ist das Problem?
  2. #11

    Komische Sache...

    .. auch das mit dem Führerschein. Jauch meinte am Ende der Sendung "im Internet" hätte man lautstark gefordert dass er auch seinen Führerschein in die Kamera hält.

    Komisch nur dass die Sendung "Günther Jauch" überhaupt keinen interaktiven Bereich für derartige Rückmeldungen vorsieht.
    Weder Gästebuch noch Facebookgruppe.
    Ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber sowas lässt wieder einen schalen Beigeschmack aufkommen. Es wird überall nur nach Drehbuch gearbeitet... Auch bei Jauch!

    Zur Sendung: Ich dachte wirklich der Münchner Taxifahrer wäre eine Satire. Hab inzwischen woanders gelesen dass er wohl echt war. Warum setzen die da so eine seltsame Figur fürs Interview hin, und dann noch an einem ersten April?
  3. #12

    Auf den Punkt gebracht

    Doch genau das ist der Punkt. Denn so lange Spritspar-Modelle wie zum Beispiel der Lupo 3 L, der mit drei Litern Benzin auf hundert Kilometern auskommt, Ladenhüter bleiben (auch darüber wird in der Runde gesprochen), stattdessen aber große SUV mit durstigen Motoren der Renner sind, ist der Sprit noch nicht teuer genug.
    Der letzte Absatz hat es auf den Punkt gebracht.
    Außerdem sieht man mal wieder, dass die FDP eine vergangenheitsorientierte Partei die nichts gegen die Probleme der Gegenwart und Zukunft vorzuweisen hat.
  4. #13

    Spritpreis-Debatte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer trägt die Schuld an den explodierenden Spritpreisen? Bei Günther Jauchs Talkrunde sollte nach den Verantwortlichen gefahndet werden. Stattdessen gab es allerlei Redebeiträge zum Thema Autofahren. Einzige Erkenntnis: die Benzin-Debatte ist zutiefst verlogen.

    Spritpreis-Debatte bei Jauch: Abgewürgt im Gasometer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Zitat: „...und wettet, dass die Bundesbürger ihre Autos öfter reinigen als ihren Kühlschrank. Das mag sein, nur was, bitte schön, hat das noch mit dem Benzinpreis zu tun?...“
    Sehr viel sogar. Des Deutschen liebstes Kind ist nun mal das Auto. Da werden Unsummen für Fahrzeuge ausgegeben, die vielfach zu groß und zu übermotorisiert für den persönlichen Gebrauch sind. Wenn es ums Auto geht, schaltet Otto-Normalverbraucher das Hirn aus.

    Wäre der Benzinpreis wirklich zu hoch, würden nur noch Kleinwagen mit wenig Benzinverbrauch verkauft werden. Dem ist aber nicht so. Bevor Papi bei seinem Lieblingsspielzeug Abstriche macht, wird lieber bei Lebensmitteln und anderen Dingen gespart. Wozu braucht eine dreiköpfige Familie einen 7-Sitzer Minivan? Wofür sind all die Kombis eigentlich da, die man täglich im Straßenbild bewundern kann? Wozu braucht man eigentlich einen Pseudo-Geländewagen, der in richtigem Gelände eh nichts taugt? Man könnte meinen, die halbe Republik verdient ihr Geld als Vertreter, Förster oder Kleinbus-Unternehmer.

    Nein! Benzin ist offenbar immer noch nicht teuer genug!
  5. #14

    Autofreier Sonntag

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer trägt die Schuld an den explodierenden Spritpreisen? Bei Günther Jauchs Talkrunde sollte nach den Verantwortlichen gefahndet werden. Stattdessen gab es allerlei Redebeiträge zum Thema Autofahren. Einzige Erkenntnis: die Benzin-Debatte ist zutiefst verlogen.

    Spritpreis-Debatte bei Jauch: Abgewürgt im Gasometer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    da der Sprit auch noch sehr hoch besteuert wird (Mehrwertsteuer/ Mineralölsteuer) ist der Staat wenig interessiert daran was zu ändern. Dasselbe trifft ja auch mit der Bewag zu, nachdem sie verhökert und anschl. Mehrwertsteuer belastet wurden.
    Die Konzerne lassen sich nicht in die Bücher schauen, wenn, dann sind sie so geschrieben, dass die Ausgaben (Anschaffungspreise/Raffinerien usw.) so enorm hoch sind (Heul) und somit den hohen Preis begründet.
    Um dagen zu steuern, sollte man einmal im Monat einen Autofreien Sonntag einführen. Es ist nähmlich auch sehr erholsam und schön für alle.
    Jedenfalls kann ich mich noch an einen Autofreien Sonntag in Berlin erinnern.
    Weiß das jemand, wann das war?
  6. #15

    das Beste

    Zitat von defycgn Beitrag anzeigen

    Zur Sendung: Ich dachte wirklich der Münchner Taxifahrer wäre eine Satire. Hab inzwischen woanders gelesen dass er wohl echt war. Warum setzen die da so eine seltsame Figur fürs Interview hin, und dann noch an einem ersten April?
    Der war noch das Beste an der Sendung, fand ich.
  7. #16

    Zitat von h_grabowski Beitrag anzeigen
    Wenn bei diesen Fahrzeugen dann auch künstlich der Preis oben gehalten wird...

    Wenn ich für das Geld.....
    Bei solchen Autos ist die Frage für Vielfahrer weniger die nach dem Spritverbrauch als die nach der Zeitersparnis. Ich bin ein Wochenendpendler und mir tut es einfach weh, wenn der Weg vom und zum Arbeitsplatz jedesmal eine Stunde länger dauern würde, weil mein Auto die Leistung nicht hat, schnell zu fahren. Dafür bezahle ich dann auch lieber etwas mehr, weil ich Zeit nicht kaufen kann.
    Genau das ist auch der Grund, warum ein Tempolimit auf Autobahnen so heftig diskutiert wird. Das hat wie die 3L Autos nämlich beileibe nicht nur Vorteile, sondern kostet Zeit...viel Zeit.
    Und wenn man sich Tarifverhandlungen und Betriebsratsarbeit so anschaut, wird es mit Sicherheit darauf hinauslaufen, das bald die Anerkennung des Arbeitswegs als Arbeitszeit gefordert wird...spätestens dann, wenn der Benzinpreis so hoch liegt, daß man auf den Strassen nur noch 80km/h fahren kann...
  8. #17

    Zitat von h_grabowski Beitrag anzeigen
    Warum subventioniert denn unsere ach so umweltbewusste Regierung nicht die Anschaffung solcher Fahrzeuge, anstatt ineffizienter Solaranlagen auf den Hausdächern?
    Auf einer Seite die böse Autoindustrie, die mit Bezinpreis von 2,5€/Liter zu bekämpfen gilt.

    Auf der anderen Seite die schicke Wählerklintel, die mit Giftdächern auf Subvention warten.
  9. #18

    Die letzten Sätze des entsprechenden Spiegel-Online Artikels....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer trägt die Schuld an den explodierenden Spritpreisen? Bei Günther Jauchs Talkrunde sollte nach den Verantwortlichen gefahndet werden. Stattdessen gab es allerlei Redebeiträge zum Thema Autofahren. Einzige Erkenntnis: die Benzin-Debatte ist zutiefst verlogen.

    Spritpreis-Debatte bei Jauch: Abgewürgt im Gasometer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    bringen es wunderbar auf den Punkt:

    "Doch genau das ist der Punkt. Denn so lange Spritspar-Modelle wie zum Beispiel der Lupo 3 L, der mit drei Litern Benzin auf hundert Kilometern auskommt, Ladenhüter bleiben (auch darüber wird in der Runde gesprochen), stattdessen aber große SUV mit durstigen Motoren der Renner sind, ist der Sprit noch nicht teuer genug. Das aber traute sich bei Jauch niemand zu sagen."

    Spritpreis-Debatte bei Jauch: Abgewürgt im Gasometer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

    Das ist Einer der Gründe, warum ich die meisten Kritiker der ständigen Benzinpreiserhöhungen nicht ernst nehmen kann, wenn ich dann sehe, mit was für einem Auto sich diese Leute fortbewegen.

    Ein anderer Grund ist, dass ich diese Diskussion geradezu lächerlich finde, wir leben im Kapitalismus, und die meisten von uns gern, das heißt, es geht auch um Gewinnmaximimierung....das was ALLE für sich auch erträumen und wünschen...die meisten zumindest....und eine gerechtere fairere Republik scheint auch niemand zu wollen, das legen die Umfragen bzgl. der möglichen Prozente der Linkspartei bei Wahlen nahe....also warum dann die Ölkonzerne kritisieren....die Menschen die in Raffinerien beschäftigt sind, freuen sich über den Gewinnzuwachs..wir Anderen finanzieren ihn, wie überall in der Marktwirtschaft.

    Und zu guter Letzt wissen wir ALLE, dass diese Empörung, das Marktgeschrei, meist vor den Ferien, nur den Lobbyisten hilft, ADAC und andere, die Senkungen fordern und sich so profilieren...oder jetzt Politiker, ich staune, der FDP..ganz merkwürdig......aber wir Autofahrer haben nichts davon:

    Fazit: Schön das wir mal wieder darüber geredet haben.

    Schönen Wochenbeginn Allerseits.
  10. #19

    Das Auto: ein Luxus.

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    Ich fahre ca 20tsd.Km im Jahr im Schnitt verbraucht mein Auto 7Ltr/100km. das sind 1400 ltr/Jahr bei einer Steigerung von 10 Cent/ltr. sind das 140€ Mehrkosten im Jahr. Das ist unerfreulich, aber eine Katastrophe sieht anders aus!
    Naja.
    140,- Euro sind 140,- Euro. Für "Normalverdiener" (lies: frühere Geringverdiener) ist das durchaus eine spürbare Menge Geld.

    Ich bring mal ein Beispiel an: Hans M. ist "Normalverdiener" mit einem Netto von 1500,- Euro pro Monat. Der tägliche Arbeitsweg beträgt 50km (gesamt, beide Richtungen). Es handelt sich um einen gemischten Arbeitsweg, also Stadtverkehr mit Ampeln und Landstraße.
    Fahrzeug: ein Kleinwagen, der Spritverbrauch wird mit 6 - 8l auf 100km angegeben, ich rechne mal mit dem schlechteren Wert (der auch idealisiert ist und in der Realität selten erreicht wird).

    Bei einem Arbeitsweg von 50km am Tag verfährt Hans M. ca 4l Sprit. Das Arbeitsjahr hat ca 230 Arbeitstage (21 x 12 - 22), d.h. Hand muss mit einem Spritverbrauch von 920l allein für die Fahrerei rechnen.

    Ein Anstieg um durchschnittlich 10 Cent zum Vorjahr bedeuten Mehrausgaben von 92 Euro - allein für den Arbeitsweg. Da sind andere Fahrten nicht mit eingerechnet.
    Die 92 Euro werden aber nirgendwo kompensiert: weder durch eine Lohnerhöhung noch durch andere Einnahmen, d.h. das Geld fehlt in der Kasse. Zwar kann Hans M. über die Steuererklärung Geld zurückbekommen (Kilometerkostenpauschale), aber auch diese Rückzahlung kompensiert die 92 Euro nicht aus.

    Kurzum: Hans M. hat 92 Euro weniger Geld in der Tasche, seine Kaufkraft sinkt um jenen Betrag.

    Und das ist NUR die Erhöhung! Die tatsächlichen Spritkosten belaufen sich bei durchschnittlich 1,68 Euro / Super auf ca. 1545,60 Euro - also etwas mehr als das Nettomonatsgehalt im Beispiel. Man muss sich das vorstellen: allein damit Hans M. arbeiten gehen kann, muss er Benzin in Höhe eines Monatsgehaltes erwerben - und das Jahr für Jahr. Dazu kommen noch sonstige Unterhaltskosten für das KFZ - je nach Modell, Baujahr, Verbrauch und Reparaturanfälligkeit, nicht zu vergessen den Wertverlust des KFZ können noch bis zu 3 weitere Monatsgehälter (Neuwagen) an Kosten entstehen.

    4 von 12 Nettomonatsgehältern landen bei Hans M. im Auto.

    Nur mal so zum Nachdenken. Jede Benzinpreiserhöhung ist schmerzvoll - leider kann man wohl kaum aufs Auto verzichten, außer man nimmt die deutlich längeren Wegezeiten in Kauf, die Fahrten mit Bus und Bahn mit sich bringen.


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