CorbisSprachwächter beschimpfen und bedrohen sie, doch sie macht weiter: Die Professorin Heike Wiese kämpft dafür, dass Kiezdeutsch genau wie Bayerisch als Dialekt anerkannt wird. Denn was sich anhört wie Kauderwelsch, habe System. Testen Sie im großen Quiz, ob sie den Slang beherrschen.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...824387,00.html
neuer Dialekt, sondern ein Kreolisch, das auf einem Nichtbeherrschen der deutschen Sprache fußt - wer es in seinem Alltag benutzt, kann und weiß es oft nicht besser, das hört und sieht der interessierte User schon in der U-Bahn.
Der gebildete Sprecher benutzt das "Kiezdeutsch" nur aus humoristischen Gründen.
Lustig ist auch das Quiz bzw. die Tatsache, dass man dabei etwas "falsch" machen kann, hat mich sehr amüsiert. ;-)
Die gute Frau Wiese will doch nur die Werbetrommel für ihr Buch rühren und vielleicht etwas Unterstützung für ihre Forschung an Land ziehen, der Untergang der deutschen Kultur oder Sprache ist das alles nicht. Es besteht aber auch kein Grund, diesen kleinsten gemeinsamen Nenner als "logischer" als irgendwas zu bezeichnen. In der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen.
So was kommt eben dabei heraus, wenn völlig unterschiedliche Sprachen aufeinanderprallen.
Die gute Frau Wiese will doch nur die Werbetrommel für ihr Buch rühren und vielleicht etwas Unterstützung für ihre Forschung an Land ziehen, der Untergang der deutschen Kultur oder Sprache ist das alles nicht.
Wird bei SpOn ja nun schon mindestens das dritte Mal dafür gemacht. Scheint sich trotzdem nicht so gut zu verkaufen.
Anders kann ich mir diese dauernde Wiederholung des Themas nicht erklären.
Sprachen spiegeln mit erbarmungsloser Klarheit Machtstrukturen wider. Stets wird versucht, sich sprachlich einer Elite anzupassen. Ob man die Übernahme des Lateinischen im antiken Gallien, des Englischen in Britannien (und hier später des Französischen) oder die Einführung von Anglizismen ins Nachkriegsdeutsch betrachtet, stets versucht der Mensch, mächtig, nach Oberschicht zu klingen.
In der ruppigen Welt des Großstadtschulhofs, in der sich die Hierarchien im Wesentlichen anhand der hormonellen Entwicklung und Körperkraft herausbilden, hat sich Kiezdeutsch als Sprache der lokalen Elite durchgesetzt.
Weil aber dieser Slang nach Unterschicht klingt, wird er in den übrigen Bereichen der Gesellschaft auf Ablehnung treffen. Es wird immer wichtiger werden, kein Kiezdeutsch zu sprechen, um zu signalisieren, dass man zur wirklichen Elite gehört.
Vielleicht versucht Frau Wiese, dieses Auseinanderdriften zu verhindern. Sie sollte konsequenterweise ihre Bücher und Vorlesungen nur noch in Kiezdeutsch verfassen.
Das stimmt. Vielleicht meint sie, ein neues Feld im Gebiet der Sprachwissenschaften als Avantgarde entdeckt zu haben und sucht Ruhm und Anerkennung - So wirklich neu ist das alles nicht, fällt mir gerade ein, man erinnere sich nur an die komischen TV-Figuren Erkan und Stefan oder Mundstuhl, die haben schon vor über zehn Jahren so geredet und es sich bestimmt eben so lange von realen Charakteren "abgeguckt".
Ich finde das alles sehr amüsant - insbesondere weil man den Tonfall dieses Kiezdeutsch komplett zu erwähnen vergessen hat - "Isch geh Fußballplatz" beispielsweise klingt nur authentisch, wenn man ihn schön aus dem Zwerchfell stößt, so wie man sich das in der Popkultur bei Steinzeitmenschen vorstellt: "Uga, uga!"