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Sprachschutz in Österreich: Obacht, die Hochdeutschen marschieren!

Der Erdapfel heißt jetzt Kartoffel, und zum Abschied sagt man neuerdings "Tschüs!" Unsere Nachbarn in Österreich leiden, weil wir Deutsche das tun, was sonst nur unsere Wirtschaft richtig gut kann: Wir exportieren. Nein, nicht unser Bier, sondern unsere Sprache. Aua!

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...850479,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Erdapfel heißt jetzt Kartoffel, und zum Abschied sagt man neuerdings "Tschüs!" Unsere Nachbarn in Österreich leiden, weil wir Deutsche das tun, was sonst nur unsere Wirtschaft richtig gut kann: Wir exportieren. Nein, nicht unser Bier, sondern unsere Sprache. Aua!
    Aber wir sagen ja auch nicht "das Cola".
    Jaaa, im Norden sagt man das vielleicht nicht. Im Süden schon. Schon die zwei Landeshälften unterscheiden sich sprachlich enorm, Sie basteln eilig eine nicht vorhandene Einigkeit draus und schielen über die Grenze.

    Der Butter und der Teller sind in Richtung Meer wohl nicht Usus, in die andere Richtung schon.
    Bevor Sie und die Hochdeutschen über die Alpen marschiert sind liegt noch ein langer Weg über eigenes Gebiet vor Ihnen. Sie mögen Sich die Zähne dabei ausbeissen.
  2. #2

    Besser als die Denglisch-Seuche

    Vor wieviel Jahren haben Sie zuletzt Ihren Fernseher eingeschaltet? Deutschland IMPORTIERT Proleten-Amerikanisch (wenn es wenigstens noch kultiviertes Oxford-Englisch wäre). Denglische Wortkrücken, die kaum ein Normalbürger übersetzen kann. Echt cool? Würde man die Denglisch-Nebelwerfer durchschauen, dann würde sie niemand mehr ernstnehmen. Wie die leeren Worthülsen unseres politischen Personals. ;-))
  3. #3

    Felix Austria...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Erdapfel heißt jetzt Kartoffel, und zum Abschied sagt man neuerdings "Tschüs!" Unsere Nachbarn in Österreich leiden, weil wir Deutsche das tun, was sonst nur unsere Wirtschaft richtig gut kann: Wir exportieren. Nein, nicht unser Bier, sondern unsere Sprache. Aua!

    Das Hochdeutsche ist in Österreich auf dem Vormarsch - SPIEGEL ONLINE
    Ich war letztes Jahr mal Hochzeitsgast in Wien. Seit langem mal wieder in Österreich. Und ohne den Österreichern zu nahe treten zu wollen, ich hatte nicht mehr das Gefühl, im "Ausland" zu sein. Spätestens seit Einführung des Euros haben sich für mich die letzten Grenzen verwischt.

    Übrigens: Wien ist ne geile Stadt! Die Geschichte, die Kultur, die Architektur (Jugendstil), das gute Essen und das Nachtleben. Berlin hat dagegen bis auf letztgenannten Punkt nicht viel gutes zu bieten
  4. #4

    Karl Kraus..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Erdapfel heißt jetzt Kartoffel, und zum Abschied sagt man neuerdings "Tschüs!" Unsere Nachbarn in Österreich leiden, weil wir Deutsche das tun, was sonst nur unsere Wirtschaft richtig gut kann: Wir exportieren. Nein, nicht unser Bier, sondern unsere Sprache. Aua!

    Das Hochdeutsche ist in Österreich auf dem Vormarsch - SPIEGEL ONLINE
    ....wird ja das Zitat zugeschrieben: "Der Österreicher unterscheidet sich vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache".
    Was "die Jean" angeht habe ich einmal gehört wie eine Kunde zur Verkäuferin gesagt hat: "I hätt' gern a weiße blue jean"
  5. #5

    Also, Frau Burmeister,

    bevor Sie solchen Unsinn verzapfen, sollten Sie sich erstmal informieren! Napoleon besetzte damals Hamburg so um 1800. Die Franzosen brachten ihr "a dieu" mit. Der Hamburger machte daraus adschuess, wie manche alte Hanseaten noch heute sagen, spaeter wurde dann Tschuess daraus!! Adieu sagte man in anderen deutschen Laendern oder auch Ade. Ade Du mein lieb Heimatland.......
    Nun die Alemannen machten aus a dieu Gruess Gott.
    Die ersten Kartoffeln wurden in Merkels Heimat angebaut
    und hiessen auch so. Im Alemannischen ( Bawue) heissen die Aebiern.
    Erdaepfel haben da wohl auch denselben Urspruch.
    Pomme de Terre.
    Verhonepiepeln nennt man sowas.
    So, eine kleine Frage! Was ist bitte ein "Gsaelzebrotschnallzerle?" Stammt aus dem Hohenlohischen. Auch ihr Foristen duerft mitraten!!
  6. #6

    Von der Straße rundgeschliffen ...

    Der deutsche Sprachraum und seine schönen Dialekte sind eine reich gefüllte Schatztruhe. Es stimmt schon - kein deutscher Dialekt hört sich so hart und barsch an wie das "Standart-Deutsch". Man merkt unserem Hochdeutschen einfach an, dass es sich aus einer Schriftsprache entwickelt hat und weniger eine mündlich gewachsene Sprache ist.
    Die Verdrängung der Dialekte ist auch kein Deutsch-Österreichisches Phänomen. Es betrifft den gesamten Sprachraum. Man tendiert allerorts zur Standartausprache.
    Dabei sind die Dialekte die wirklich über Jahrhunderte gewachsenen Sprachen - das Standart-Deutsch gibts ja erst seit Luthers Bibel.
    Ich glaube aber dass unser Hochdeutsche Ausprache von der "Straße" ein wenig rundgeschliffen werden wird. Und das ist gut und ganz natürlich.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Erdapfel heißt jetzt Kartoffel, und zum Abschied sagt man neuerdings "Tschüs!" Unsere Nachbarn in Österreich leiden, weil wir Deutsche das tun, was sonst nur unsere Wirtschaft richtig gut kann: Wir exportieren. Nein, nicht unser Bier, sondern unsere Sprache. Aua!

    Das Hochdeutsche ist in Österreich auf dem Vormarsch - SPIEGEL ONLINE
    [Extra Klugscheißermodus]

    Eine Anekdote, um's anzudeuten.
    Es war mal im Fernsehen zu sehen, nämlich eine sehr betagte Dame mit deutscher Muttersprache, die in Slovenien lebte, und die erzählte das sie in ihrem Leben bereits in Drei Ländern lebte, Öserreich, Jugoslavien und jetzt eben in Slovenien. Dabei ist sie in dem Haus in dem sie lebt geboren und niemlas umgezogen, sie war noch nicht mal wieter weg.

    Auch wenn Österreich gegenüber dem Habsburger Reich deutlich kleiner ist, die Überbleibsel eines Vielvölkerstaates bekommt man ganz sicher nicht in 150 Jahren aus der Welt, wenn man vorher 400 Jahre kulturell zentralistisch für selbstverständlich alle Deutschsprachigen Regeln vorgab.

    Und faktisch ist das, nun mal alle deutschen Sprachen unergründlich verbindende Element, ob Preussen, Österreicher oder Rheinbündler, Bayern, oder wem auch immer, daß ein sachliches the, für eine Sache, nun mal fehlt.
    Logisch unrichtig ist die Sache mit "Jean" auf alle Fälle nicht. Dazu muß man auch nicht Karl Vallentin bemühen, denn Wittgenstein und Popper sind auch lieber in die Mathematik gewechselt, weil Sprache tückisch ist. Und selbst wenn die alle Drei keine Norddeutschen waren, Logik ist logisch, selbst in Hamburg, nehme ich mal an.

    [/Extra Klugscheißermodus]
  8. #8

    Küss die Hand, old bitch !

    Zitat von Rheinwein Beitrag anzeigen
    Deutschland IMPORTIERT Proleten-Amerikanisch (wenn es wenigstens noch kultiviertes Oxford-Englisch wäre). Denglische Wortkrücken,
    Bei den Einzelwörtern, die importiert und "gedeutscht" werden, macht es aber keinen Unterschied. Ob das Wort aus dem Ghetto-Slang einer usam. Großstadt oder dem OED entlehnt ist, ist für die Drolligkeit der germanifizierten Fassung ohne Belang.
  9. #9

    @Rheinwein (2.)

    Zur Denglish-Seuche kommt noch das politsch korrekte Neusprech, also die Wörter, welche man in der alten Version nicht mehr verwenden darf. Wien ist sehr schön. Vor langer Zeit dort gewesen, und das Wort Karfiol mir unbekannt. Im Restaurant an dem Tag wohl das -Stamm-Essen- denn jeder Gast hatte es auf dem Teller. Blumenkohl habe ich nicht auf der Karte entdeckt. Habe den Kellner dann gebeten, mir doch das Gleiche wie am Nebentisch zu bringen. Keine Ahnung woher das Wort Jeans kommt, aber meine erste (als Kind) war mit Latz und nannte sich auf deutsch : Farmerhose. Laut Anhänger eine Blue Denim. Worauf sich das bezieht, kann man ja heute dank Google schnell ergründen.


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