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Sportmedizin: Laktattest für Langsame

Getty ImagesHöher, schneller, weiter: Nach diesem Motto trainieren nicht nur Profis, auch Hobbysportler wollen mehr über ihre Leistungsfähigkeit erfahren. Neben Medizinern bieten immer mehr kommerzielle Anbieter teure Diagnostiken an. Was aber bringen Laktattest und Ergospirometrie dem Ottonormalathleten?

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...857048,00.html
  1. #1

    hab ich auch mal gemacht

    Im Münchner Olympiazentrum, damals inmitten einer Jugendmannschaft der Bayern... im Institut für Sportmedizin. Ich kanns sehr empfehlen, unabhängig vom Nutzen ist es ein riesen Spass und es ist schon beruhigend wenn ein Fachmann sagt, dass aus medizinischer Sicht nix gegen Marathon/Triathlon et al. spricht. Auch wenn ich dann 30% langsamer bin als ein Profi.
    Und im Endeffekt gehts doch beim ganzen Amateursport darum, sich gut zu fühlen und an seiner Leistung rumzubasteln. Da ist so eine Spiro-Kurve was ganz tolles, insb. wenn einem dazu noch gesagt wird, in welchem Perzentil man zur Altersgruppe liegt. Hmmm, Honig fürs Ego!
  2. #2

    optional

    Viele kennen das: In den jungen Jahren war man Leistungssportler, dann kam die Berufsausbildung, die ersten Berufsjahre, die Familie, und man kam immer weniger (oder gar nicht mehr) dazu Sport zu treiben. Irgendwann ist man dann in seinem Beruf und bei allen anderen Belastungen so routiniert, daß man wieder mehr Freizeit hat. Und dann erinnert man sich wehmütig an frühere Zeiten und möcht am liebsten gleich nahtlos anknüpfen. ------------ Hier kann ich nur dringlich waren: Um als Mittvierziger oder gar Mittfünfziger wieder Ausdauer aufzubauen und die körperliche Form zu verbessern muß man sehr langfristig denken. Und ich rede hier nicht von 3-4 Monaten, ich rede von 3-4 Jahren! Mit 20 sind unsere Körper noch so fit, daß sie wirklich viel Mißbrauch verzeihen, mit 40 sind sie es nicht mehr. Unsere Körper sind auch evolutionsgeschichtlich gesehen für gerade mal 35-40 Jahre Leben ausgelegt und diesem Faktor müssen wir Rechenschaft tragen! Wer es nicht tut wird frühzeitig medizinische Probleme bekommen: Verletzte Muskeln, Sehnen und Bänder sind da nur der Anfang - und können das sportliche Comeback sofort wieder beenden. ------------- Wer mit über 40 noch einmal mit Sport beginnt, sollte zunächst sein Herz-Kreislauf-System wieder an körperliche Belastungen gewöhnen und mit Ausdauersport anfangen. Es ist ziemlich egal, ob man Fahrrad fährt, läuft, schwimmt, ob man "indoor" oder "outdoor" trainiert. Es sollte einem Spaß machen oder zumindest "genehm" sein. Und man darf Dauer und Intensität des Trainings nur langsam über etliche Monate steigern, auch wenn man der Meinung ist, man könne mehr. --------- Am besten sucht man sich ein Trainingsstudio und läßt sich einen Trainingsplan ausarbeiten. Das Problem ist, ein gutes Studio zu finden. Groß und glänzend muß dabei nicht gut bedeuten. In einem guten Studio werden die Trainer zunächst die Schwächen ihres Schützlings erforschen, werden seine Wünsche und Vorstellungen erfragen, seinen Fitnessstand testen und dann einen Trainingsplan ausarbeiten. Sie werden ihm außerdem immer mit Rat und Tat beiseite stehen und von sich aus Fehler bei der Ausführung von Übungen korrigieren. Am besten mal im Freundes- und Bekanntenkreis herumfragen, ob jemand ein Fitnessstudio kennt und was er davon hält, der "Buschfunk" kann einem da gute Informationen zuspielen.
  3. #3

    Ich mache jedes Jahr zum Ende der Laufsaison eine Ergospirometrie (incl. Laktatmessung). Ich möchte nicht behaupten, dass es für den typischen typischen, ambitionierten Hobbyläufer ab 30 notwendig ist, um sich zu verbessern, aber es ist schön zu sehen, wie und ob sich das Training des letzten Jahres auf die Parameter ausgewirkt hat. Natürlich unter fachgerechter Anleitung und Erklärung. Allerdings orientiert sich mein Training wie wohl bei vielen an den Gegebenheiten des Alltags, so dass es in den meisten Fällen eh nicht möglich, "professionell" das Training zu steuern. Letztendlich kann man als Normalbürger fast nur an den Schrauben Intensität und Distanz drehen.

    Unter einem gewissen Level lohnen sich solche Untersuchungen eh nicht groß. Wer die Woche 20-30 km "joggt", der ist vermutlich eh noch viel zu weit von seinem Potential entfernt. Ambitioniertes Laufen fängt m.E. erst bei 50km / Woche an (* Marathonprofis laufen 200km / Woche - nur so als Vergleich).
  4. #4

    Diese ganze Leistungsdiagnostik ist doch Unsinn, wenn man mal den gesunden Menschenverstand einschaltet und einige grundlegenden Wahrheiten der Trainingslehre berücksichtigt. Wenn man sich nicht mehr unterhalten kann ist man sicher zu schnell für den lockeren Dauerlauf (Laufen ohne zu schnaufen) - so einfach ist das. In Laufbüchern gibt es so viele Tempotabellen, die ebenfalls einfache Wahrheiten beinhalten, da wird man durch den Laktattest auch nicht schlauer. Beispiel: Die 1000m Bestzeit in Min. ist die mögliche Bestzeit über Marathon in Std. Stattdessen wird versucht mit Leistungsdiagnostik und Nahrungsergänzung das Optimum aus 60km Laufleistung pro Woche zu holen. Die magischen 3 Std. über den Marathon sind aber nur mit mindestens 80km Laufleistung zu knacken - "Länge läuft", das gilt nicht nur fürs segeln. Ich bin früher ohne Nahrungsergänzung, Laktattest, Pulsuhr, GPS, Trinkflaschen, Nasenpflaster und sonstigem Killefitz unter 33 Min auf 10km gelaufen - allerdings mit 100km im Schnitt die Woche und Tempotraining, dass das Wasser im Arsch gekocht hat. Qualität kommt von quälen.
  5. #5

    Auch die Welt der Ausdauersportler ist sehr pluralistisch.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Höher, schneller, weiter: Nach diesem Motto trainieren nicht nur Profis, auch Hobbysportler wollen mehr über ihre Leistungsfähigkeit erfahren. Neben Medizinern bieten immer mehr kommerzielle Anbieter teure Diagnostiken an. Was aber bringen Laktattest und Ergospirometrie dem Ottonormalathleten?

    Laktattest und Co.: Was die Leistungsdiagnostik für Hobbyläufer bringt - SPIEGEL ONLINE
    Klar doch, die Schnelllauf- und Sekundenzählerfraktion innerhalb der Laufwelt ist bei Laufveranstaltungen bei weitem in der Überzahl. Bei jungen Athleten so bis in die 40-er Jahre ist das auch in Ordnung. Dann aber sollte man langsam erkennen, daß man bei übersteigerter Intensität dem Körper irreparablen Schaden zufügen kann.

    Um das erkennen zu können bedarf es weder Laktattests noch Ergospirometrie; der gesunde Menschenverstand auch Instinkt genannt, der die Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten weiß, genügt dafür völlig.

    Es mag zwar für den älteren Langstreckenläufer ein erhabenes Gefühl hervorbringen, nach wie vor bei den vorderen 3 % zu sein; letztendlich ist dafür ein hoher Preis zu zahlen.

    Es war einmal im März nach einem Marathon auf einer sehr flachen Strecke in der Südpfalz. Vor der Siegerehrung unterhielt ich mich mit einigen Lauffreunden in von Endorphinen erzeugter Hochstimmung, nachdem ich kurz vor 5 Stunden ins Ziel kam, als mich ein mir gegenüber sitzender spätjugendlicher Herr mit weißem Bart und weißen Haaren ansprach. "Kann man denn einen Marathon schmerzfrei laufen?" Ich wollte gerade antworten, daß ich Marathons fast immer ohne Schmerzen zu Ende bringe, als ich seine vor ihm liegende Finisher-Urkunde sah. Er war im gleichen Jahrgang wie ich - 1945 - und die Zeit war 2.58 h...

    Länger Freude an diesem wunderbaren Sport und am Leben hat der, der es versteht seine Priorität auf die Gesamtheit des Events zu projizieren, der nette Gespräche mit Laufkollegen führt, die Schönheit der ihm umgehenden Natur in sich aufnehmen kann und die Post-Marathonathmosphäre mit Gleichgesinnten in vollen Zügen genießen kann. Und um dieses Ziel zu erreichen bedarf es keiner der obigen aufwendigen Tests, Pulsuhren, Trainingsplänen etc..
  6. #6

    Wer sich mit meinem vorausgegangen Kommentar identifiziern kann, ....

    Zitat von Centurio X Beitrag anzeigen
    Klar doch, die Schnelllauf- und Sekundenzählerfraktion innerhalb der Laufwelt ist bei Laufveranstaltungen bei weitem in der Überzahl. Bei jungen Athleten so bis in die 40-er Jahre ist das auch in Ordnung. Dann aber sollte man langsam erkennen, daß man bei übersteigerter Intensität dem Körper irreparablen Schaden zufügen kann.

    Um das erkennen zu können bedarf es weder Laktattests noch Ergospirometrie; der gesunde Menschenverstand auch Instinkt genannt, der die Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten weiß, genügt dafür völlig.

    Es mag zwar für den älteren Langstreckenläufer ein erhabenes Gefühl hervorbringen, nach wie vor bei den vorderen 3 % zu sein; letztendlich ist dafür ein hoher Preis zu zahlen.

    Es war einmal im März nach einem Marathon auf einer sehr flachen Strecke in der Südpfalz. Vor der Siegerehrung unterhielt ich mich mit einigen Lauffreunden in von Endorphinen erzeugter Hochstimmung, nachdem ich kurz vor 5 Stunden ins Ziel kam, als mich ein mir gegenüber sitzender spätjugendlicher Herr mit weißem Bart und weißen Haaren ansprach. "Kann man denn einen Marathon schmerzfrei laufen?" Ich wollte gerade antworten, daß ich Marathons fast immer ohne Schmerzen zu Ende bringe, als ich seine vor ihm liegende Finisher-Urkunde sah. Er war im gleichen Jahrgang wie ich - 1945 - und die Zeit war 2.58 h...

    Länger Freude an diesem wunderbaren Sport und am Leben hat der, der es versteht seine Priorität auf die Gesamtheit des Events zu projizieren, der nette Gespräche mit Laufkollegen führt, die Schönheit der ihm umgehenden Natur in sich aufnehmen kann und die Post-Marathonathmosphäre mit Gleichgesinnten in vollen Zügen genießen kann. Und um dieses Ziel zu erreichen bedarf es keiner der obigen aufwendigen Tests, Pulsuhren, Trainingsplänen etc..
    ...der findet viele, viele Argumente bei Bernhard Sesterheims Laufseiten
  7. #7

    nee

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Höher, schneller, weiter: Nach diesem Motto trainieren nicht nur Profis, auch Hobbysportler wollen mehr über ihre Leistungsfähigkeit erfahren. Neben Medizinern bieten immer mehr kommerzielle Anbieter teure Diagnostiken an. Was aber bringen Laktattest und Ergospirometrie dem Ottonormalathleten?

    Laktattest und Co.: Was die Leistungsdiagnostik für Hobbyläufer bringt - SPIEGEL ONLINE
    Laktattests machen eher als Längschnitt einen Sinn, Einzeltests haben nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit. Insbesondere die Ernährung spielt eine große Rolle da Laktat nur unter Kohlenhydratverbrennung entsteht. Eine KH-arme Diät manipuliert diese Werte also.
    Ergospirometrie hat den Charme der unblutigen Messung. Mit neueren Systemen muss ich nicht mehr hoch belasten, respiratorischer Quotient bei ca. 1,0 beendet die Messung.
    Die Preise sind kaum noch höher als bei der Laktatdiagnostik. Lohnt sich!
  8. #8

    nee

    Zitat von diplpig Beitrag anzeigen
    Diese ganze Leistungsdiagnostik ist doch Unsinn, wenn man mal den gesunden Menschenverstand einschaltet und einige grundlegenden Wahrheiten der Trainingslehre berücksichtigt. Wenn man sich nicht mehr unterhalten kann ist man sicher zu schnell für den lockeren Dauerlauf (Laufen ohne zu schnaufen) - so einfach ist das. In Laufbüchern gibt es so viele Tempotabellen, die ebenfalls einfache Wahrheiten beinhalten, da wird man durch den Laktattest auch nicht schlauer. Beispiel: Die 1000m Bestzeit in Min. ist die mögliche Bestzeit über Marathon in Std. Stattdessen wird versucht mit Leistungsdiagnostik und Nahrungsergänzung das Optimum aus 60km Laufleistung pro Woche zu holen. Die magischen 3 Std. über den Marathon sind aber nur mit mindestens 80km Laufleistung zu knacken - "Länge läuft", das gilt nicht nur fürs segeln. Ich bin früher ohne Nahrungsergänzung, Laktattest, Pulsuhr, GPS, Trinkflaschen, Nasenpflaster und sonstigem Killefitz unter 33 Min auf 10km gelaufen - allerdings mit 100km im Schnitt die Woche und Tempotraining, dass das Wasser im Arsch gekocht hat. Qualität kommt von quälen.
    Genau, und sie haben immer noch ein Grammophon und Morsen!
    P.S.: Die 33 min. sind trotzdem verdammt gut!
  9. #9

    Interessant, inzwischen ist die Welle der professionellen Ausrüstung (sowie Analysen, etc..) für Otto-Normalverbraucher auch in den Bereich der Laufsportler übergeschnappt... Nachdem jeder der jemals in betracht gezogen hat über 1500m über dem Meeresspiegel sich zu Fuß zu bewegen mit selbstlaufenden Stiefeln, polartauglichen Rucksäcken die ja nicht drücken sollen und carbon-Laufstöcke ausgestattet worden ist, muss nach einem neuen ungesättigten Markt gesucht werden. Nun zum eigentlichen Thema, klar ein paar Regeln sollte man zum Erhalt der eigenen Gesundheit schon befolgen, aber bei allem Respekt liebe Hobbysportler wenn Ihr euch nicht anstrengt und schwitzt wirds nix. Es gibt intelligentere Arten die Binnenwirtschaft anzukurbeln wenn man nicht auf dem Treppchen stehen will. 3000 m in zwischen 10-12 min oder in 15-16 min mit 12 kg aufm buckel und in stiefeln kann man auch allein durch regelmäßiges laufen erreichen...


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