Zitat von
Centurio X
Klar doch, die Schnelllauf- und Sekundenzählerfraktion innerhalb der Laufwelt ist bei Laufveranstaltungen bei weitem in der Überzahl. Bei jungen Athleten so bis in die 40-er Jahre ist das auch in Ordnung. Dann aber sollte man langsam erkennen, daß man bei übersteigerter Intensität dem Körper irreparablen Schaden zufügen kann.
Um das erkennen zu können bedarf es weder Laktattests noch Ergospirometrie; der gesunde Menschenverstand auch Instinkt genannt, der die Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten weiß, genügt dafür völlig.
Es mag zwar für den älteren Langstreckenläufer ein erhabenes Gefühl hervorbringen, nach wie vor bei den vorderen 3 % zu sein; letztendlich ist dafür ein hoher Preis zu zahlen.
Es war einmal im März nach einem Marathon auf einer sehr flachen Strecke in der Südpfalz. Vor der Siegerehrung unterhielt ich mich mit einigen Lauffreunden in von Endorphinen erzeugter Hochstimmung, nachdem ich kurz vor 5 Stunden ins Ziel kam, als mich ein mir gegenüber sitzender spätjugendlicher Herr mit weißem Bart und weißen Haaren ansprach. "Kann man denn einen Marathon schmerzfrei laufen?" Ich wollte gerade antworten, daß ich Marathons fast immer ohne Schmerzen zu Ende bringe, als ich seine vor ihm liegende Finisher-Urkunde sah. Er war im gleichen Jahrgang wie ich - 1945 - und die Zeit war 2.58 h...
Länger Freude an diesem wunderbaren Sport und am Leben hat der, der es versteht seine Priorität auf die Gesamtheit des Events zu projizieren, der nette Gespräche mit Laufkollegen führt, die Schönheit der ihm umgehenden Natur in sich aufnehmen kann und die Post-Marathonathmosphäre mit Gleichgesinnten in vollen Zügen genießen kann. Und um dieses Ziel zu erreichen bedarf es keiner der obigen aufwendigen Tests, Pulsuhren, Trainingsplänen etc..