Guter Artikel, dessen Inhalt Menschen, die sich vorgenommen haben, ab 1. Januar 2012 plötzlich zum Sportmenschen zu werden, genau überdenken sollten.
Ich habe berufliche Erfahrungen mit Menschen, die in möglichst kurzer Zeit möglichst anstrengungsarm wahlweise schlanker, leichter, stärker, muskulöser, ausdauernder oder auch rückenschmerzfrei werden wollen und fast immer beobachtet, daß das Hauptproblem das Halten der Motivation für das regelmäßige Training ist.
Denn Training, das verändern soll, ist anstrengend und Anstrengung neben der beruflichen Tätigkeit mehrmals in der Woche als positiv zu empfinden, ist fast unmöglich, vor allem für sehr unsportliche oder behinderte (Übergewicht) Menschen.
Gesundheit als übergeordnete Motivation ist zwar ehrenwert und richtig, taugt aber als Antriebsmotiv auf die Dauer nur mittelmäßig (außer bei sehr alten Menschen). Ein Skiläufer, der nach einer Verletzung mittels zielgerichtetem Rehatraining wieder zurück auf die Loipe will, ist eben wesentlich stärker motiviert als ein Couchpotatoe, dem ein Arzt vor kurzem gesagt hat, daß er sich mehr bewegen sollte, weil er so seinen erhöhten Blutdruck senken könnte.
Meiner Erfahrung nach muss sich jeder, der sich sportlich betätigen will, um irgend etwas an sich zu verbessern, jedes Mal auf's Neue kleine individuelle Ziele setzen und die können durchaus etwas "albern" sein - Hauptsache, man schafft sich ein befriedigendes Gefühl damit.
Frauen können sich sagen: Ich mache heute 40 Kniebeuge, damit mein Hintern danach (bis morgen) etwas höher hängt. Männer können sich für's anstrengende Krafttraining motivieren, indem sie ihre Muskeln oft im Spiegel betrachten und nach Veränderungen suchen, was nebenbei gesagt wirklich nicht ganz unnütz ist, weil es die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und das Gefühl für diesen verbessert. Waldläufer können versuchen, sich bildlich vorzustellen, wie ihre Lunge eine halbe Stunde lang von Dreck freigeblasen wird oder natürlich auch, daß ihre schlechte Stimmung durch das Laufen garantiert etwas aufgehellt wird und und und . . ..
Wie gesagt, manches klingt albern, aber ohne diese kleinen Programmierungen mit Belohnungscharakter für's Unterbewußtsein gelingt es nur sehr schwer, zum echten Sportler zu werden, dem wirklich etwas fehlt, wenn er sich nicht regelmäßig austoben kann.
Allerdings muss man eingesehen haben, daß die angestrebten Effekte (schlanker, leichter etc.) sich nur einstellen, wenn man
1. regelmäßig etwas tut
2. das Gefühl einer Anstrengung anstrebt und
3. sich unterstützend ernährt.

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