Spitzentreffen zur Organspende: Ärzte wollen mehr Kontrollen einführen

DPADer Organspende-Skandal erschüttert das Vertrauen in die deutsche Medizin. Bei der Bundesärztekammer treffen sich heute Spitzenkräfte und Experten, um über Reformen zu diskutieren. Kritiker werfen den Ärzten vor, sie wollten eine Kontrolle von außen verhindern.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...849082,00.html
  1. #1

    geld für die edlen spender

    ich bin 75-facher blutspender und werde zu den bisherigen konditionen keine blutspende mehr leisten bzw. einen organspenderausweis mitführen, da sich dieser ja wie ein barscheck auswirkt.
    da braucht ja nur ein arzt einen notsanitäter bestechen, und man bekommt im falle eines unfalles eine plastiktüte über den kopf gestülpt, das wars dann..
    ne, ohne transparenz u n d kohle geht da nix mehr...
  2. #2

    Eine Nieren-Tx ...

    ... mit dem Laparaskop?
  3. #3

    "Organvergabe-Skandal"

    @ purawida..[/QUOTE]: Ihre Einstellung halte ich für überdenkenswert..
    1. Handelt es bei der ganzen Diskussion nicht um einen Skandal im Bereich der "Organspende", wie Sie suggerieren, sondern um eine kriminelle Beeinflussung der "Organvergabe".
    Die Angst als Organspender schlechter behandelt zu werden, halte ich für unbegründet. Nur wenige Patienten kommen durch die moderne Medizin in die schlimme Lage, dass ihr Körper noch gerettet wird, während das Gehirn als sensibelstes Organ bereits "abgestorben" ist.
    Die darauffolgende Hirn-Tod-Diagnostik, Vorraussetzung für jede Organspende, wird durch zwei unabhängige Ärzte durchgeführt, die keinen Einfluss auf das weitere Verfahren (Zustimmung durch Angehörige/ Vergabe der Organe) haben.
    2. Ich gebe Ihnen recht: Was da in den zwei Unikliniken passiert ist, ist eine große Sauerei, die Angeklagten sollten hart bestraft werden. Einen Generalverdacht gegen alle die dort arbeiten oder durch Transplantationen versuchen, Menschen zu retten, halte ich für ungerecht.
    3. Ich habe ihre Argumentation auch schon genau anders herum gehört: in der Diskussion mit einem Rettungsdienst-Mitarbeiter habe ich über die schwierige Entscheidung diskutiert, welche Patienten als erste in die Klinik gebracht werden, wenn nicht genug Fahrzeuge vor Ort sind. Er war der festen Überzeugung, im Falle der Notwendigkeit dieser Entscheidung zwischen zwei lebensgefährlich Verletzten lieber den Patienten mit Organspende-Ausweis zu transportieren, da dadurch selbst im Falle seines Todes potentiell Leben gerettet werden könnte. Ich möchte diese Meinung hier gar nicht vertreten oder diskutieren, möchte damit aber zum Ausdruck bringen: man kann es auch genau andersrum sehen.
    4. Alle Patienten, die ordentlichen Empfänger auf der Warteliste oder die ebenfalls auf der Warteliste stehenden - aber illegal Bevorzugten sind auf eine Organspende angewiesen. Jeden Tag sterben in Deutschland drei Patienten auf der Warteliste.

    Letztendlich ist es die persönliche Entscheidung jedes einzelnen, ob er im Falle seines Todes noch anderen Menschen helfen möchte oder die sterblichen Überreste lieber verwesen lässt. Meine Entscheidung für die Organspende bleibt bestehen. Ich hoffe, dass durch diese kriminellen Machenschaften nicht noch mehr Menschen auf der Warteliste sterben müssen, in diesem Fall sind sie die doppelten Verlierer.
  4. #4

    helfen wem?

    den ärzten oder kliniken die ein haufen geld mit der auschlachtung, organisch lebenden, verdienen. der hirntod ist doch nur ein konstrukt zur beruhigung der spendewilligen.
    was ist eigendlich hirntod entweder ganz tod oder lebend halbtod gibt es nicht.
    wenn oragnspende dann nur von lebenden und da sind die nahen angehörigen gefragt was natürlich organe die nur einmal vorhanden sind ausschließt. ihre anmerkung das täglich drei sterben die auf der liste stehen ist im verhältnis zur gesamtgröße der bevölkerungzahl zu vernachlässigen - irgendwann müssen wir alle sterben!
  5. #5

    Korruption in Medizin- und Pharmabranche

    Der Staat hat sich seinerzeit im grössten Pharmaskandal Contergan korrumpieren lassen und lässt die Opfer, die er sogar per Gesetz enteignet hat, seit Jahren im Stich und setzt offensichtlich auf die " biologische Lösung". Als Studentin habe ich mitbekommen, wie Herr von Thurn und Taxis innerhalb kürzester Zeit zwei Organspenden erhalten hat.

    Und da soll ich glauben, dass es bei Transplatationen korrekt zugeht ? Wo doch Täter fast nie bestraft werden, Opfer viel Geld und Geduld brauchen, wenn sie (vielleicht) Recht bekommen wollen ? Wo es keine Sammelklagen gibt ? Wo es Mengenrabatt bei Mord und Totschlag gibt und die Maximalsumme im Schadensfall gedeckelt und lächerlich klein ist, also kaum ein Risiko besteht ?

    Da glaube ich doch eher an den Osterhasen oder den Weihnachtsmann !
  6. #6

    Der Bürger ist schuld!

    ZDF-heute Journal am 09.08.12: "Der Skandal um Organspenden wäre gar nicht entstanden wenn es genug Organspender gäbe." Als Jesuit oder Bankräuber könnte ich dieser Meinung beipflichten.
  7. #7

    Mehr Kontrolle ist keine Lösung

    Diese Diskussion und die Lösungsvorschläge sind ja wohl typisch deutsch, Wartezeit als Kriterium für Dringlichkeit, welch ein Blödsinn, aber natürlich einfach genug für Juristen. Derweil liegen auf deutschen Intensivstationen tausende und warten (!) auf ein Organ, sind auch verpflichtet dort auszuharren, weil sonst die Hochdringlichkeit weg ist. Wenn Deutschland eine Organspenderegelung hätte wie Österreich (man muß Ablehnen Organspender zu sein) wäre das alles unnötig. Felix Austria. So verschlechtert sich durch die erzwungene Untätigkeit der Patienten ihr Zustand. Was dazu führt, das zum Beispiel deutsche Herzklinken eine Überlebensquote von um die 85 % für das erste Jahr nach Transplantation haben, das AKH Wien 95 %. Wobei ich nicht glaube das die Ärzte so viel besser sind sondern der Zustand der Patienten durch die geringere Wartezeit.
    Die österreiche Lösung kam wohl zustande weil Bundeskanzler Kreisky eine Niere brauchte. Man soll ja niemanden etwas schlechtes wünschen...
  8. #8

    Da saßen nun die Spitzenkräfte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Organspende-Skandal erschüttert das Vertrauen in die deutsche Medizin. Bei der Bundesärztekammer treffen sich heute Spitzenkräfte und Experten, um über Reformen zu diskutieren. Kritiker werfen den Ärzten vor, sie wollten eine Kontrolle von außen verhindern.

    Organspende: Ärzte beraten wegen Skandal über Transplantationen - SPIEGEL ONLINE
    am langen Tisch in der Bundesärztekammer und stellten sich der Presse, Erscheinungsbild: Am Boden zerstört, sichtbar die eigene Unfähigkeit öffentlich nachgewiesen, nichts gegen die organisierte und unethische Geschäftemacherei in Teilen der Ärzteschaft getan zu haben, seit langen Jahren.
    Hieß es in den 90eren noch lustig in den Schulungen "Die Nacht geht von 8 bis 8",
    dann später verbrämt, tier- und geldlieb "Igel",
    so brechen derzeit mit dem Organspenden-Umgang alle Dämme,
    mit meiner Sorge, daß es bis zur Nachhilfe beim Spender nur noch ein kleiner Schritt wäre.
    Montgomerys "Vertrauen wiederherstellen": Bei mir vergeblich und er gibt zu, daß es allerorten keines mehr gibt.
    Wie gleichen sich doch die Motivationen menschlicher Gier und Machtsucht, hie die Banken, da die Medizinindustrie,
    und Gesellschaft und Politik schauen ohnmächtig zu.
  9. #9

    Naiv

    Zitat von explorer71 Beitrag anzeigen
    @ purawida..
    : Ihre Einstellung halte ich für überdenkenswert..
    1. Handelt es bei der ganzen Diskussion nicht um einen Skandal im Bereich der "Organspende", wie Sie suggerieren, sondern um eine kriminelle Beeinflussung der "Organvergabe".
    Die Angst als Organspender schlechter behandelt zu werden, halte ich für unbegründet. Nur wenige Patienten kommen durch die moderne Medizin in die schlimme Lage, dass ihr Körper noch gerettet wird, während das Gehirn als sensibelstes Organ bereits "abgestorben" ist.
    Die darauffolgende Hirn-Tod-Diagnostik, Vorraussetzung für jede Organspende, wird durch zwei unabhängige Ärzte durchgeführt, die keinen Einfluss auf das weitere Verfahren (Zustimmung durch Angehörige/ Vergabe der Organe) haben.
    2. Ich gebe Ihnen recht: Was da in den zwei Unikliniken passiert ist, ist eine große Sauerei, die Angeklagten sollten hart bestraft werden. Einen Generalverdacht gegen alle die dort arbeiten oder durch Transplantationen versuchen, Menschen zu retten, halte ich für ungerecht.
    3. Ich habe ihre Argumentation auch schon genau anders herum gehört: in der Diskussion mit einem Rettungsdienst-Mitarbeiter habe ich über die schwierige Entscheidung diskutiert, welche Patienten als erste in die Klinik gebracht werden, wenn nicht genug Fahrzeuge vor Ort sind. Er war der festen Überzeugung, im Falle der Notwendigkeit dieser Entscheidung zwischen zwei lebensgefährlich Verletzten lieber den Patienten mit Organspende-Ausweis zu transportieren, da dadurch selbst im Falle seines Todes potentiell Leben gerettet werden könnte. Ich möchte diese Meinung hier gar nicht vertreten oder diskutieren, möchte damit aber zum Ausdruck bringen: man kann es auch genau andersrum sehen.
    4. Alle Patienten, die ordentlichen Empfänger auf der Warteliste oder die ebenfalls auf der Warteliste stehenden - aber illegal Bevorzugten sind auf eine Organspende angewiesen. Jeden Tag sterben in Deutschland drei Patienten auf der Warteliste.

    Letztendlich ist es die persönliche Entscheidung jedes einzelnen, ob er im Falle seines Todes noch anderen Menschen helfen möchte oder die sterblichen Überreste lieber verwesen lässt. Meine Entscheidung für die Organspende bleibt bestehen. Ich hoffe, dass durch diese kriminellen Machenschaften nicht noch mehr Menschen auf der Warteliste sterben müssen, in diesem Fall sind sie die doppelten Verlierer.[/QUOTE]