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SPIEGEL-Gesprächsreihe: Bundesbank-Chef Weidmann rügt Euro-Retter

dapd"Das ist nicht mein Politikverständnis": Bundesbank-Chef Weidmann hat bei der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" das Krisenmanagement der Euro-Retter kritisiert. Die Notenbanker seien nicht dafür da, politische Versäumnisse auszubügeln.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...840862,00.html
  1. #1

    An einer Volksabstimmung über die Zukunft Europas führt kein Weg vorbei

    Seit im Mai 2010 der EFSF beschlossen wurde, wurde in einem nie gekannten Ausmaß "die Grenzen des Mandats" von EZB und Politik "gedehnt", wie es Herr Weidmann so schön formuliert. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, ohne vorweisbare Erfolge aber nachdem viel europäisches Prozelan zerschmissen wurde, die Bevölkerung zu befragen und sich ein Mandat für ein weiter so wie bisher abzuholen. Wenn jetzt eine Volksbefragung thematisiert wird, ist das ein Zeichen völliger Realitätsferne oder Ratlosigkeit. Der Vorschlag zum jetzigen Zeitpunkt kommt mir vor wie einst Gorbatschows Glasnost mit dem Ziel die UdSSR zu retten.
  2. #2

    Griechenlands Krise oder doch Pleite?

    Die Aussagen, dass ein Nachgeben gegenüber Griechenland Begehrlichkeiten der Anderen fördert, stimmen wohl. Aber ist es nicht so, dass Griechenland sicher nicht auf die Beine kommt, wenn die EU nicht endlich einen Rettungsplan entwirft? Wie lange will sich die Politik noch vor dieser Wahrheit drücken? Wie lange will sie ihr eigenes Versagen und Nichtstun vertuschen? Muss es erst am Ende der Fahnenstange sein? Warum nicht sofort?
    Warum nicht alle Regierungen kurzfristig absetzen und neu wählen? Es wäre gerade die richtige Zeit dafür.
  3. #3

    Habe versucht...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Das ist nicht mein Politikverständnis": Bundesbank-Chef Weidmann hat bei der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" das Krisenmanagement der Euro-Retter kritisiert. Die Notenbanker seien nicht dafür da, politische Versäumnisse auszubügeln.

    Weidmann beim SPIEGEL: Bundesbank-Chef kritisiert Euro-Retter - SPIEGEL ONLINE
    in dem "Interview" etwas Substanzielles zu finden, leider Fehlanzeige. Diplomatische Antworten -bloß nicht klare Position beziehen zu müssen- auf diplomatische Fragen.

    Auskunft zu Folgen/Risiken aus Target2 -das wäre ein Thema- das ist doch im "Zuständigkeitsbereich" von Weidmann, oder auch nicht mehr?
  4. #4

    Mein Politikverständnis ...

    ... sieht allerdings auch nicht vor, dass ein politischer Beamter, der keinerlei demokratische Legitimierung hat, der Politik die Vorgaben macht. Weidmann ist ein überzeugter Vertreter des exzessiven Neo-Liberalismus, dem wir u. a. die teure Bankenrettung, die Hauptursache für die aktuelle Schuldenkrise ist, zu "verdanken". Soll er doch zurücktreten!
  5. #5

    Hole ich ...

    Zitat von yovanka Beitrag anzeigen
    Auskunft zu Folgen/Risiken aus Target2 -das wäre ein Thema- das ist doch im "Zuständigkeitsbereich" von Weidmann, oder auch nicht mehr?
    gerne nach ;) Die Folgen aus den target2-salden sind folgende:

    Die Bundesbank sitzt bis ende des Jahres auf Aussenständen von ca. 1 Billion EUR. Die wird sie niemer wiedersehen.
    Übrigens: das ist die Hälfte der aktuellen deutschen Staatsverschuldung ...
  6. #6

    Totales Unverständnis

    Ich sage immer: wer an der Börse geht, um dort zu spekulieren, muss das Geld einfach nur übrig haben. Sich dafür Geld zu leihen wäre genauso, wie mit geliehenem Geld Roulette zu spielen. Kann das auf lange Sicht gut gehen? NEIN. Das hat man schon als Jugendlicher gelernt. Und dennoch gehenerwachsene Menschen immer und immer wieder diesen Weg. Es wird gezockt mit billigem, geliehenem - manches Mal auch mit virtuellem - Geld. Es ist schief gegangen und jetzt kommen die angeblichen Fachleute an und sagen, wir müssen sie retten, da sonst alles kaputt geht. Wir hören uns von diesen angeblichen Fachleuten immer wieder an, wie schlecht die Wirtschaft überall läuft und die großspurigen Amerikaner - Entschuldigung, ich habe lange drüben gelebt und sie gemocht - wollen uns erzählen, was wir zu ihrer Rettung tun müssen. Liebe Amerikaner: vielleicht solltet ihr mal einfach mit ein bisschen Umverteilung beginnen. Bei einem Spitzensteuersatz, der so niedrig ist, das von Spitze keine Rede sein kann, ist es geradezu lächerlich, dass wir uns Eure Weisheiten anhören müssen. Deutschland hat die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit über zwanzig Jahren und heute wurde wieder gemeldet, der Außenhandel Käuferverhalten gut, der Binnenmarkt sei gesund. Wofür solltennwir also etwas ändern. Ja, wir müssen etwas ändern, wir müssen von unseren Staatsschulden runter kommen, aber nicht dadurch, dass wir immer mehr gutes Geld schlechtem hinterher werfen,msc wie es von Euch und den anderen angeblichen Fachleuten immer wieder gefordert wird. Würde z.B. Griechenland nur zwei Jahre lang die Steuerschulden eintreiben, wäre ihr Problem zum Großteil gelöst. Warum sollen wir für dieses Versäumnis bezahlen. Die Multimillionäre und Milliadäre in den USA fordern uns auf, wir sollten noch mehr tun, damit sie in ihrem eigenen Land nicht eingreifen brauchen und weiterhin ihre Millionen oder Milliarden Bunkern und vermehren können. Ich bin kein Sozialist, aber ich denke vernünftig sozial. Etwas, das in den Vereinigten Staaten noch nicht einmal im Ansatz wirklich vorhanden ist. Kommt ganz schnell runter von Eurem viel zu hohen Ross, denn da passen nur ganz wenige drauf, die Euch immer wieder erzählen, warum es Euch heute so "schlecht" geht. Fängt langsam einmal an, der Realität ins Auge zu sehen und richtetbEuren Blick weg von Nasdaq und Dax und Bonds und Eurostocks auf das, was wirklich zählt. Denn die Börsen dieser Welt sind nicht die Heilsbringer, sondern die Spielbankenund mit denen sollte man nur spielen, wenn man Geld übrig hat.
  7. #7

    Zu kurz gesprungen

    guteronkel:"Aber ist es nicht so, dass Griechenland sicher nicht auf die Beine kommt, wenn die EU nicht endlich einen Rettungsplan entwirft?"

    Der sog.Rettungsplan,ist mittlerweile für alle südl.Euro-Länder nötig.Klammern sich demnächst immer mehr Ertrinkende,an die Retter ?
  8. #8

    Legitimation

    Zitat von kp229 Beitrag anzeigen
    ... sieht allerdings auch nicht vor, dass ein politischer Beamter, der keinerlei demokratische Legitimierung hat, der Politik die Vorgaben macht. ...
    Momentan scheint das große Thema Legitimation - für das ich mich sehr interessiere - Konjunktur zu haben. Endlich muss man sagen.
    Auch mögen Sie nicht ganz falsch liegen, aber letztlich ist niemand in diesem Staat legitimiert. Selbst die Politiker bewegen sich nicht auf einer vom Volk verabschiedeten Verfassung. Konnten sich also nicht selbst legitimieren weil es an der Ursprungslegitimation mangelte.

    Trotzdem hat jede Institution seine Aufgabe. Und die Bundesbank soll nun mal das ökonomische Gleichgewicht - insbesondere Geldwertstabilität - möglichst herbeiführen. Ebenso wie eine Umweltbehörde für die Verbesserung oder wenigstens Sicherung der okologischen Bedingungen sorgen soll.

    Weidmann hat ja Recht, wenn er sagt, dass es nicht seine Aufgabe ist, Politik zu finanzieren.
    Hier stellt sich aber die Frage, inwieweit die Bundesbank oder die Bundesregierung überhaupt noch Möglichkeiten hat, dass die EZB nicht noch mehr Milliarden an deutschen Steuergeldern aufs Spiel setzt. Hier muss es doch ein Veto geben oder hat man auch bei der Konstruktion versagt.

    Wenn ja, dann sind wir auf ewig hilflos ausgeliefert. Gute Nacht Deutschland!
  9. #9

    Miese Politik, miese Politiker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Das ist nicht mein Politikverständnis": Bundesbank-Chef Weidmann hat bei der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" das Krisenmanagement der Euro-Retter kritisiert. Die Notenbanker seien nicht dafür da, politische Versäumnisse auszubügeln.

    Weidmann beim SPIEGEL: Bundesbank-Chef kritisiert Euro-Retter - SPIEGEL ONLINE
    De Euro ist ein Versagen der Politik. Wie immer in Europa, ob es in der Zeit der Koenige und Kaiser war, oder heute, findet man kaum Politiker mit der geistigen Groesse Europas Zukunft positiv zu gestalten.
    Fuer eine ganz kurze Zeit, zwischen Kriegsende und 1960 gab es Staatsmaenner welche in der Lage waren die historischen Trennungen des Kontinents abzuschwaechen und teilweise zu ueberbruecken. Aber deren Erfahrung und die durch das Blutvergiessen des zweiten Weltkrieges angelernte Einsicht konnte man an kommende Generationen nicht uebertragen.

    Herr Weidmann ist nun jemand mit dem Wissen und dem Mut am Euro Kritik zu ueben. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und ohne Reformen der EZB und des Finanzsystems ist er einfach nicht ueberlebensfaehig ist und bleibt. Heute ist der Euro in einer eisernen Lunge und wird kuenstlich beatmet. Der Stromerzeuger dazu ist die deutsche Wirtschaft und sobald diese schwaechelt geht denen in der eiserenen Lunge die Puste aus.

    Und dann?

    Von der Politik kann man auf jeden Fall nichts erwarten.


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