SPIEGEL-Gesprächsreihe: Bundesbank-Chef Weidmann rügt Euro-Retter

dapd"Das ist nicht mein Politikverständnis": Bundesbank-Chef Weidmann hat bei der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" das Krisenmanagement der Euro-Retter kritisiert. Die Notenbanker seien nicht dafür da, politische Versäumnisse auszubügeln.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...840862,00.html
  1. #30

    warum ich mir Strauss, Schmidt, Wehner, Drecker und Barzel zurückwünsche

    Nur zur erinnerung in den 70 Jahren war es auch sehr krisenhaft und da wurde durch Helmut Schmidt und dem französischen Staatspräsidentend das EWS initiert, es geht alles wenn man das will.

    eigentlich waren die 70 Jahre schlimmer, Ölkrise, währungskrise, inflation größer 5 %. wiederaufleben der Arbeitslosigkeit, dazu eine renidente unzufriedene Jugend die sich zum Teil auch blockiert gefühlt hat.

    Wir hatten andere Politiker und andere Medien, ich weis nicht, ob man Wehrmachtleutnant gewesen sein muß um Krisen lösen zu können und den zweiten Weltkrieg erlebt haben muss.

    Jedenfalls haben die Politiker gehandelt das ist der Unterschied.
  2. #31

    Welcher Rettungsplan?

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Die Aussagen, dass ein Nachgeben gegenüber Griechenland Begehrlichkeiten der Anderen fördert, stimmen wohl. Aber ist es nicht so, dass Griechenland sicher nicht auf die Beine kommt, wenn die EU nicht endlich einen Rettungsplan entwirft? Wie lange will sich die Politik noch vor dieser Wahrheit drücken? Wie lange will sie ihr eigenes Versagen und Nichtstun vertuschen? Muss es erst am Ende der Fahnenstange sein? Warum nicht sofort?
    Warum nicht alle Regierungen kurzfristig absetzen und neu wählen? Es wäre gerade die richtige Zeit dafür.
    Wo waren Sie in den letzten Wochen? Es gibt einen Plan, um Griechenland langfristig zu retten. Und dieser heißt sparen, sparen und nochmals sparen.
    Alles andere ist Unsinn und kann nicht funktionieren. Die aktuellen Schulden werden niemals verschwinden, wenn man sich nicht umstellt, sondern so weiter macht, wie bisher. Schon der aktuelle Plan der neuen Regierung ist Unsinn. Wozu will man jetzt die Beamten verschonen? Damit diese auch in Zukunft ND wählen und so ihre Pfründe erhalten? Hat Griechenland immer noch nicht eingesehen, daß ca. 30% Beamte kein Staat aushält?
    Ich kann nur vermuten, das Ihr Rettungsplan mein Geld (und Ihres) weiter vernichten soll und Deutschland in die Pleite treiben wird. Das wollen auch die Staaten im Süden? Und was kommt dann? Rückfall in die Steinzeit?
    Ich habe auch keine Universallösung, aber eins weiß ich: Griechenland muss die bereits beschlossenen Reformen umsetzen, um überhaupt eine kleine Chance zu haben. Alles andere verlänger nur das Siechtum.
  3. #32

    das ist nicht so schlimm

    Zitat von ThomasGB Beitrag anzeigen
    gerne nach ;) Die Folgen aus den target2-salden sind folgende:

    Die Bundesbank sitzt bis ende des Jahres auf Aussenständen von ca. 1 Billion EUR. Die wird sie niemer wiedersehen.
    Übrigens: das ist die Hälfte der aktuellen deutschen Staatsverschuldung ...
    Solange wir im Euro bleiben sind auch T2-Salden von 10 Billionen egal.
    Und wenn wir rausgehen schöpft die Bundesbank Giralgeld in gleicher Höhe.
    (Buchhaltergrundsatz: erkenne Dich selbst und belaste den andern).
    Aber Engelchen Murksel und Wohl-Locker Schräuble haben von einem gnädigen Schicksal eine 2. Chance erhalten: Griechenland in die Pleite zu schicken. Das übt eine unglaubliche Wirkung auf den Rest des ClubMed aus.
    Bitte nicht vergessen: das proKopf-Vermögen ist sowohl in Italien als auch in Frankreich höher als bei uns. Das sollen die Vermögens- und Erbschaftssteuer-Erhöher bei uns täglich 10 mal schreiben.
  4. #33

    ...

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Weidmann hat im Klartext darauf hingewiesen,
    dass die Politik stets zu wenig zu spät macht und dass
    die Notenbanken nicht mehr lange als Lückenbüßer
    für die untätige Finanzpolitik einspringen wird.
    Das ist ziemlich "Dickes Holz" finde ich. Viel mehr
    kann er in seiner Position nicht sagen. ... MfG wibo2

    „Also, wer erwartet, dass in der Welt
    die Teufel mit Hörnern
    und die Narren mit Schellen einhergehen,
    wird stets ihre Beute, oder ihr Spiel sein“
    Schopenhauer
    Schopenhauer ist immer ein guter Ratgeber, wen man im Leben böse Überraschungen vermeiden will.

    Orlando Pascheit hat in den NDS eine guten Kommentar zum eigentlichen Problem verfasst:
    "Der Vorschlag, über eine neue Verfasstheit der EU das Volk abstimmen zu lassen, kommt viel zu spät. Und hat vor allem heute wenig Aussicht auf Erfolg. Eine deutliche Mehrheit möchte, dass Griechenland die Eurozone verlässt. Eine Mehrheit ist der Meinung, dass Deutschland die D-Mark hätte behalten sollen. Die Bereitschaft, die Haushaltskontrolle Brüssel zu übergeben, d.h. u.a. denjenigen, die auf deutsches Geld am meisten angewiesen sind, dürfte tendenziell gegen Null gehen. Die Medien und Finanzmärkte tendieren sich gegenseitig verstärkend dazu, Szenarien an die Wand zu malen, in denen nicht nur Spanien sondern auch Italien unter den Schirm rutschen müssen. Wie soll der Normalbürger verkraften, dass Deutschland und Frankreich zusammen für mehr als vier Billionen Euro Schulden bürgen müssten."
  5. #34

    ..

    Zitat von roland56 Beitrag anzeigen
    ... Südländer nicht so dar, als ob es eine Naturkatasrophe gegeben hätte. Das ist mitnichten der Fall! Jahrzehntelange Misswirtschaft par excellence gepaart mit abgrundtiefer Korruption. Aber Schuld haben immer die Anderen.

    In allen Ländern der EU und der USA werden die wirklich starken Schultern geschont bis zum geht nicht mehr. Dass das irgendwann nicht mehr funktioniert ist doch klar.
    Was ich nicht verstehe ist, dass "die Griechen", obwohl streikerprobt, und im Gegensatz zu unserem Michel auf die Straße geht, nicht ihre Elite, die sie maßlos betrogen hat, an den Eiern packt. Weshalb schafft es Griechenland nicht z.B. ihre Reeder Steuern zahlen zu lassen?
    Dass übrigens immer denen das Fell über die Ohren gezogen wird, die ohnehin wenig haben, ist auch bei uns in DE so. Aber ewig muss das so nicht bleiben.
    Obwohl sie recht haben, muss man auch an den 2.Teil des Problems erinnern, wenn man ehrlich ist.
    Wer sich so verschuldet, der muss vorher schon auch Geldgeber gefunden haben, die um des eigenen Profits Willen ihnen immer wieder neue Kredite gegeben haben. Und zwar GEGEN besseres Wissen! Man wusste, dass die Politik diese faulen Kredite zum Vorteil der Export Wirtschaft garantiert!
    Wenn sie also schreiben: "Jahrzehntelange Misswirtschaft par excellence gepaart mit abgrundtiefer Korruption. Aber Schuld haben immer die Anderen." Dann bitte mit dem Finger in beide Richtungen zeigen!
    Ausserdem bietet sich an bei den Überlegungen zu den Regierungen an, sich darüber klar zu werden wer denn in Demokratien für deren Auswahl letztlich verantwortlich war!