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Spider-Man als Afro-Amerikaner: Back in black

Spider-Man ist tot! Zumindest in einer Nebenreihe der populären Comic-Serie. Peter Parkers Nachfolger als Superheld im Spinnendress ist ein junger Afroamerikaner - eine clever kalkulierte - und*kontrovers diskutierte*Entscheidung des amerikanischen Marvel-Verlags.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...778202,00.html
  1. #10

    Death of the Pantihose-Universe

    Die Probleme der Kostümdesigner der Kino-Realfilme zeigen deutlich, dass die Ära der Männer in Strumpfhosen zu Ende gegangen ist. Ironische Zitate wie Kick-Ass sind da der Abgesang. Ob Marvel nun den Spinnenmann oder -knaben in ein neues schwarz-weißes Kostüm steckt oder den Inhalt austauscht. Die Leserschaft ist eine schrumpfende Schar alternder Fans, die den Titeln aus Sentimentalität die Treue halten und einer noch kleineren Gruppe von Filmfreaks, die sich über das Kino den Print-Comics nähern, aber keine dauerhaften Leser werden.

    Superhelden-Comics für junge Leser müssen Eskapismus und den Sense-of-Wonder bieten, sanfte Erotik in romantischem Umfeld und müssen frei von der Peinlichkeit bleiben beim Lesen gesehen zu werden. Da stört es, wenn der Held der Geschichte sich durch seine Abenteuer bewegt als wäre er ein Fall für die stationäre Psychiatrie.

    Geheime Identität in einer Zeit in der jeder für ein paar Dollar eine genealogische DNA-Analyse anfordern kann? Die Gründe eine Maske zu tragen oder ein buntes Dress sind nicht mehr zeitgemäß, die Superschurken mühsam konstruierte Opfer eines mythischen Schicksals oder tragischer Umstände. Mehr Maniac als Menace. Bezeichnend, dass eine der düstersten und realsten Figuren, Batman, die meisten seiner Antipoden in einer Irrenanstalt enden sieht.

    Hingegen Spider-Man, welcher Jugendliche findet hier eine Identifikation im Superhelden? Allerhöchstens im Heranwachsenden mit seinen Problemen, hier hatte das erste halbe Hundert der Ultimate-Spider-Man ein Angebot, zeichneten ein komplexeres Bild einer Coming-of-Age-Geschichte und verirrten sich im Versuch die Geschichte neu zu starten. Im Versuch die Figur logisch und plausibel erscheinen zu lassen, hat man sie demystifiziert und ihres Zaubers, ihres Charmes beraubt. Sie sterben und nach Marketinggesichtspunkten neu zu beleben wird das endgültige Verschwinden nur hinauszögern.

    Was mich persönlich schrecken würde, wäre dagegen ein Relaunch von Scrooge McDuck als australische Hühnergans. Oder von Superman mit einem schwulen Clark Kent, der mit seinem französischen Kameramann Loïs Lane zusammenlebt.
  2. #11

    .

    Unfassbar. Erst der neue Spiderman Film in dem es wieder mal darum geht wie Peter Parker seine Fähigkeiten bekommt, ja das hatten wir schon mit Tobi Maguire. Keine Ahnung warum es trotzdem so gemacht wird. Und jetzt noch ein schwarzer Spiderman. Der einzige schwarze Spiderman der durchgeht ist der der Venoms Symbionten trägt. Wie soll er überhaupt zur Spinne geworden sein? Doch wohl nicht wieder die Nummer mit der Radioaktiven Spinne.

    Damit verarscht man doch die ganze Fangemeinde und will nur alles ausschlachte so lange es geht.
  3. #12

    ...

    Zitat von elgarak Beitrag anzeigen
    Jedenfalls hat sich Nick Fury's Hautfarbe nicht erst mit den Filmen geändert. Der schwarze Nick tauchte erstmals in der Ultimate Serie in 2001 auf, lange vor'm ersten Auftreten von Sam Jackson in Iron Man (in der .....
    Danke. Diese Info fehlte mir im Artikel und ich wollte sie gerade selber anbringen.
    Nicht immer ist Hollywood der böse Hautfärber, oft genug macht es Marvel selber.
  4. #13

    Genau!

    Zitat von Paul von Arnheim Beitrag anzeigen
    Samuel L. Jackson ist jedenfalls keiner, denn Afroamerikaner sind in Afrika geboren und zumindest zeitweilig dort aufgewachsen, bevor sie den Kontinent gewechselt haben. .....
    Weder nennen Sie eine Quelle für Ihre Definition des Begriffs "Afroamerikaner", noch weisen Sie sich selbst als eine Autorität für dessen Festlegung aus. Insofern entbehrt Ihr Beitrag der notwendigen Grundlage.

    Abgesehen von der bereits angesprochenen Haarspalterei sind alle Wörter und die unter ihnen verstandenen Bedeutungen mehr oder weniger scharfe abgegrenzte Konventionen. Nur in der Wissenschaftssprache bemüht man sich um exakte Definitionen.

    "Afroamerikaner" ist eine Lehnübersetzung aus dem amerikanischen Englisch. Insofern liegt diesem Begriff eine US-amerikanische Definition zu Grunde.

    Weil in den USA die Rassenfrage eine allgegenwärtigen Thematik bzw. Problematik ist (wie ja dieser Artikel und die erwähnten Reaktionen belegen), versucht man im offiziellen Sprachgebrauch jede mögliche despektierliche Konnotation auszuschließen (vergleichbar mit der Vermeidung der deutschen Bezeichnungen "Neger" oder in anderem Kontext "Zigeuner").

    Und das US-amerikanische Konzept von Rasse basiert insbesondere in Bezug auf schwarze und weiße Menschen auf der Vorstellung, dass nur Menschen mit ausschließlich weißen Vorfahren Weiße sind, ein schwarzer Vorfahr macht einen automatisch zum Schwarzen.
  5. #14

    Unglaublich....

    wie das Thema überall aufsehen erregt.

    Zum einen spielt sich das Ganze im Ultimate Universum ab und nicht im standard 616-Universum. Das macht es schon einmal weniger relevant.

    Zum zweiten ist es doch ganz normal das wenn ein Held stirbt, jemand anderes seine Rolle übernimmt. Captain America starb -> sein Partner Bucky übernahm sein Kostüm. Tony Stark wurde alkoholsüchtig -> sein Partner Rhodey übernahm den Part von Iron Man.

    Nun ist Peter Parker gestorben, das bedeutet aber nicht das auch Spider-Man sterben muss! Hier wird also gar nichts ausgeschlachtet. Die Helden dürfen eben nicht sterben.

    Und was die Herkunft angeht, ist dies eine Hommage an einen jungen schwarzen Schauspieler der sich selbst ins Gespräch für die Rolle im neuen Spider-Man Film gebracht hat. Bendis, der Schreiber, war davon so beeindruckt das er dem Charackter Ähnlichkeiten verpasst hat. Zudem sind Helden die nicht weiß und amerikanisch sind, keine Seltenheit mehr!

    >>Unfassbar. Erst der neue Spiderman Film in dem es wieder mal darum geht wie Peter Parker seine Fähigkeiten bekommt, ja das hatten wir schon mit Tobi Maguire. Keine Ahnung warum es trotzdem so gemacht wird.<<

    Weil der dritte Teil unheimlich mies war und das Drehbuch zum 4. Teil noch mieser?! Alle sind abgesprungen, es wurde Zeit die Serie vernünftig aufzusetzen.

    PS: Welcher Host für Venom war denn schwarz?
  6. #15

    ...

    Zitat von Darantino Beitrag anzeigen
    >>Unfassbar. Erst der neue Spiderman Film in dem es wieder mal darum geht wie Peter Parker seine Fähigkeiten bekommt, ja das hatten wir schon mit Tobi Maguire. Keine Ahnung warum es trotzdem so gemacht wird.<<

    Weil der dritte Teil unheimlich mies war und das Drehbuch zum 4. Teil noch mieser?! Alle sind abgesprungen, es wurde Zeit die Serie vernünftig aufzusetzen.
    und wer war schuld daran, dass das drehbuch für teil 3 so schrecklich verunstaltet wurde? huch: marvel und sony. genau die, die nun den reboot zu verantworten haben. reimi und maguire sind nicht umsonst vor dem sonst enstandenen vierten teil ausgestiegen. weil sie sowas nicht nochmal mitmachen wollten.
  7. #16

    My Color is... what?

    Zitat von Kraizee Beitrag anzeigen
    Danke. Diese Info fehlte mir im Artikel und ich wollte sie gerade selber anbringen.
    Nicht immer ist Hollywood der böse Hautfärber, oft genug macht es Marvel selber.
    Hierbei sollte man bedenken, dass der Ultimate-Fury wiederum von Anfang an (2000) Samuel Jackson nachempfunden wurde, was in den Heften auch ironisch aufgegriffen wird. Insofern schließt sich da ein Kreis.

    Ich denke nicht, dass der Wechsel der Hautfarbe "böse" ist, oder? ;)
  8. #17

    ...

    Was ich persönlich sehr schön finde: Hier gibt es endlich mal eine echte und fundierte Diskussion ohne irgendwelche Beleidigungen. Phantastisch, ich habe nicht mehr daran geglaubt, daß das hier im SpOn-Forum noch möglich ist...! Weiter so, Leute! :o)
  9. #18

    Kreisch, ächz , umpf - eine Welt ohne Spiderman? Bitte nicht!

    "Superhelden...Sie sind neben dem Western das einzige originär amerikanische Genre..." <- Ich würde den Jazz noch mit dazu rechnen.
    Es ist natürlich traurig, hören zu müssen, dass Marvel finanzielle Probleme hat. Angesichts der erfolgreichen Verfilmungen der letzten Jahre hätte ich da eher das Gegenteil erwartet.
    Spiderman ist wohl nach wie vor die zentrale Figur des Marveluniversums, daher sind derartig einschneidende Veränderungen an dieser Figur natürlich ein Anlass zur Kontroverse, selbst wenn sie nur einen alternativen Erzählstrang zum "wirklichen" Marveluniversum betreffen. Die Idee alternativer Handlungsverläufe ist bei Marvel gar nicht mal so neu, so konnte man mindestens schon in den 80ern in Deutschland Episoden der "what if"-Reihe lesen, in denen abweichende denkbare Handlungsverläufe durchgespielt wurden, freilich jeweils nur auf den Umfang eines einzelnen Heftes beschränkt.
    Am interessantesten fand ich hier bisher den Beitrag von avollmer "Death of the Pantihose-Universe", auch wenn er vielleicht eher rein grundlegende Probleme des Genres benennt, als einen Grund, warum das Interesse bei jüngeren Generationen schwindet. Das Superheldengenre ist nun mal per se die reinste Plausibilitätslücke. Für seine These spricht immerhin die Machart der TV-Serie "smallville", die die Jugend des DC-Helden Superman ins Bild setzt, und zwar eben ohne Cape und Strumpfhosen und auch ohne die Hornbrille, mit der man Clark Kent auf einmal nicht mehr als Superman/-boy identifizieren kann (tolle Tarnung übrigens).
    Mir persönlich gingen bei den Geschichten irgendwann die ewigen Wiederholungen auf den Wecker: Harry Osborne zum zweiten oder dritten Mal als grüner Kobold geht ja noch, aber beim fünfzigsten Mal schleicht sich dann doch eine gewisse Langeweile ein. Von daher bin ich Veränderungen gegenüber eher aufgeschlossen (wie es damals etwa das neue Kostüm von Spidey war, das sich dann zum Charakter Venom verselbständigte). Dass sich der Stil der Hefte ohnehin stetig ändert, sehe ich, wenn ich heutzutage mal in eines der aktuellen reinblättere, das hat dann mit meiner 80er Sammlung nicht mehr viel zu tun (wie diese auch nicht mit den allerersten Geschichten der jeweiligen Helden). Schwindendes Interesse mag viele Gründe haben: Einerseits ist das Angebot an Comics wesentlich breiter geworden, man denke nur an das unermessliche Sammelgebiet der Mangas, das es hier früher kaum gab. Andererseits gibt es die vielen alternativen Interessengebiete, die mit Comics gar nichts zu tun haben. Dass Superhelden als solche nicht aussterben müssen, zeigen sicherlich die Erfolge von Film- und TV-Adaptionen. Ich möchte aber trotzdem nicht in einer Welt aufwachen, in der es Spiderman nicht mehr in bunten Sprechblasengeschichten auf Papier gedruckt gibt, auch wenn ich sie selber nicht mehr kaufe.
    :-)


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