Die Probleme der Kostümdesigner der Kino-Realfilme zeigen deutlich, dass die Ära der Männer in Strumpfhosen zu Ende gegangen ist. Ironische Zitate wie Kick-Ass sind da der Abgesang. Ob Marvel nun den Spinnenmann oder -knaben in ein neues schwarz-weißes Kostüm steckt oder den Inhalt austauscht. Die Leserschaft ist eine schrumpfende Schar alternder Fans, die den Titeln aus Sentimentalität die Treue halten und einer noch kleineren Gruppe von Filmfreaks, die sich über das Kino den Print-Comics nähern, aber keine dauerhaften Leser werden.
Superhelden-Comics für junge Leser müssen Eskapismus und den Sense-of-Wonder bieten, sanfte Erotik in romantischem Umfeld und müssen frei von der Peinlichkeit bleiben beim Lesen gesehen zu werden. Da stört es, wenn der Held der Geschichte sich durch seine Abenteuer bewegt als wäre er ein Fall für die stationäre Psychiatrie.
Geheime Identität in einer Zeit in der jeder für ein paar Dollar eine genealogische DNA-Analyse anfordern kann? Die Gründe eine Maske zu tragen oder ein buntes Dress sind nicht mehr zeitgemäß, die Superschurken mühsam konstruierte Opfer eines mythischen Schicksals oder tragischer Umstände. Mehr Maniac als Menace. Bezeichnend, dass eine der düstersten und realsten Figuren, Batman, die meisten seiner Antipoden in einer Irrenanstalt enden sieht.
Hingegen Spider-Man, welcher Jugendliche findet hier eine Identifikation im Superhelden? Allerhöchstens im Heranwachsenden mit seinen Problemen, hier hatte das erste halbe Hundert der Ultimate-Spider-Man ein Angebot, zeichneten ein komplexeres Bild einer Coming-of-Age-Geschichte und verirrten sich im Versuch die Geschichte neu zu starten. Im Versuch die Figur logisch und plausibel erscheinen zu lassen, hat man sie demystifiziert und ihres Zaubers, ihres Charmes beraubt. Sie sterben und nach Marketinggesichtspunkten neu zu beleben wird das endgültige Verschwinden nur hinauszögern.
Was mich persönlich schrecken würde, wäre dagegen ein Relaunch von Scrooge McDuck als australische Hühnergans. Oder von Superman mit einem schwulen Clark Kent, der mit seinem französischen Kameramann Loïs Lane zusammenlebt.
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