Es ist eine Rekordsumme: Der Spendenaufruf der Wikipedia war erfolgreich, die Wikimedia Foundation freut sich über 20 Millionen Dollar. In Deutschland, wo extra gesammelt wird,*läuft die Kampagne noch für wenige Tage - hier sollen 3,8 Millionen Euro zusammenkommen.*
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...806911,00.html
Diese Gelder sind unterschlagene Schadenersatzzahlungen an dienenigen qualifizierten Fachautoren, die jahrelang, aber aufgrund ihrer Minderheitenstellung letztlich erfolglos, versucht haben, dieser üblen Desinformationsplattform durch Richtigstellungen wenigstens einige ihrer gefährlichsten Zähne zu ziehen. Und dies aufgrund des Wiki-Prinzips enorm zeitraubend und notgedrungen ineffizient.
Die Wikipedia ist der lebende Beweis, dass es im Netz auch ohne Werbung geht, wenn man Inhalte zu bieten hat. Natürlich sollte man sie nicht als einzige oder endgültige Informationsquelle betrachten, aber als erste Anlaufstelle eignet sie sich allemal.
Wenn es Wikipedia noch nicht geben wuerde, dann muesste es erfunden werden. Das Wissen der Welt fuer jedermann. Es ist einfach genial.
Es kann nicht angehen das M$, Google und Co. das Wissen der Menschheit vermarkten und den Leuten dafuer Geld aus der Tasche ziehen. Eingentlich waere es eine Verpflichtung der Regierungen dieser Welt diese Platform zu unterstuetzen, aber nicht zu kontrollieren !
Genau das ist Wikipedia eben nicht. Oft. Zu oft. Sondern der Laienirrglaube der Welt, durchgesetzt von Kindern und anderen Laien, gegen den Widerstand zu weniger Fachleute. Hinzu kommt gelegentlich absichtliche, böswillige Falschinformation über Minderheiten.
Es scheint auf den ersten Blick genial zu sein. Wenn man versucht, es genial zu machen, merkt man nach wenigen zermürbenden Jahren, dass es nicht genial zu machen geht.Es ist einfach genial.
Es wäre genial, wenn zu einem konkreten Fach nur schreiben dürfte, wer eine einschlägige Qualifikation oder gleichwertige Erfahrung nachweisen kann und wenn es sich im Besitz der Öffentlichkeit befände, beispielsweise wie das Usenet durch tausende von redundanten Servern.
Dafür sind nicht M$ und Google zuständig, sondern die Autoren der jeweiligen Fachliteratur. Einen enzyklopädischen Überblick für Laien findet man im Brockhaus, in der Encyclopedia Britannica und anderen seriösen Enzyklopädien, die von Fachleuten Korrektur gelesen wurden. Nicht von militanten Laien.Es kann nicht angehen das M$, Google und Co. das Wissen der Menschheit vermarkten
Zu glauben, dass Experten automatisch immer nur korrekte Informationen produzieren, ist genauso naiv, wie alles was bei Wikipedia steht unkritisch zu glauben. Wikipedia lehrt - gerade Schülern die abschreiben ohne nachzudenken - vor allem eines: nimm Informationen als Hinweis, glaube sie aber nicht unkritisch. Prüfe weiter, recherchiere, bilde dir deine eigene Meinung. Das ist Heranbildung von kritischem Umgang mit Medien und vielleicht eine der wichtigsten Fertigkeiten in der heutigen Zeit. Hätten Oma und Opa diese Fähigkeiten bereits erlernt, wäre Goebbels Propagandamaschine ins Leere gelaufen.
Weiterhin gibt es massig Beispiele für Fehler in den von Ihnen genannten Nachschlagewerken, die sich teilweise über Jahrzehnte dort gehalten haben. Hunderttausende Augen sehen einfach mehr, als die von ein paar wenigen Fachprüfern.
Ich bin selber WP-Autor und weiß, dass so manche Diskussion um Artikelinhalte ermüdend sein kann. Gleichzeitig habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass Dinge die ich sicher zu wissen meinte und in Artikel geschrieben habe, sich tatsächlich als falsch oder zumindest so nicht richtig herausgestellt haben. Die Wikipedia enthält nicht gravierend mehr oder wenige Fehler/Falschinformationen als irgend ein anderes beliebiges Medium - aber die Qualitätskontrolle funktioniert besser und deswegen fällt es schneller auf.
"Wissen" besteht schließlich nicht nur aus objektiven Tatsachen, sondern ist eine sozial ausgehandelte Realität auf die wir uns gemeinsam miteinander verständigen. Ich finde es gut, dass bei der WP prinzipiell alle Menschen an diesem Aushandlungsprozess beteiligt sind und das nicht ein paar Experten (wer ernennt einen eigentlich dazu?) für uns alle festlegen.
[QUOTE=Hamberliner;9385437]
keineswegs alle Artikel von Wikipedia werden von Laien geschrieben. Und selbst wenn es so wäre... irgendwann korrigiert einer etwas und der nächste korrigiert die Korrektur. Am Ende kommt was Vernünftiges dabei raus nach dem Motto: Die Mehrheit irrt nicht. Wer´s nicht glaubt, möge z.B. biomedizinische Artikel lesen, die meist ein erstaunlich hohes Niveau haben. Dgl. gilt für Musiktheorie. Es ist ein selbstorganisatorisches Konzept und allein deshalb genial. Es wäre wünschenswert, wenn die professoralen , typisch deutschen Eitelkeiten des gekränkten Expertentums in der Ablage der Vergangenheit verschwänden, damit wir uns in Zukunft unbeschwert dem kosmischen Angebot der Welt vorbehaltlos öffnen können, wieder kreativ werden und so neue Intelligenz entwickeln. Genau darum geht es. Dafür spende ich nur zu gerne und für meine Verhältnisse reichlich