... wenn der Herr Spielhagen sonst keine Probleme hat, scheint ja alles in Ordnung zu sein!
REUTERSDer Durst kommt plötzlich. Plötzlicher als vor 20 Jahren. Anders ist es nicht zu erklären, dass immer mehr Menschen die Straße nur noch am Becher nuckelnd bevölkern. Aus Togo kommen diese Kaffeefanatiker aber nicht.
http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...846155,00.html
... wenn der Herr Spielhagen sonst keine Probleme hat, scheint ja alles in Ordnung zu sein!
nicht eher sechs Millarden, fünfhundertsechzig Becher?
klassischer Fall von Beifall heischendem, pseudo- inidivualiserendem "ich-bin-besser-als-ihr-alle-weil-nicht-mainstream" Geschreibsel.. Das wäre unter der Bezeichnung "Gosse" besser aufgehoben als unter "Glosse"... und ausgerechnet die Zuckerplörre von Wilds Saftpanscherei als Gegenbeispiel für kultivierten Genuss? 100g Zucker pro 100ml und eine unter Recyclings -Aspekten mehr als zweifelhafte Verpackung aus Aluminium und Kunsstoff... einfach mal nix schreiben wäre besser gewesen, Herr Spielhagen.
Für Kaffee (oder das, was McD und Starbuck's dafür halten) triftt die Aussage des Beef-Mannes zu, aber die Monsterbecher mit Coke und Co sind seltener geworden, finde ich. Dafür sieht man wieder mehr Dosen.
Der Kaffee von Ditsch ist übrigens genießbar, aber nicht togo. Komischwerweise hat mich die Verkäuferin des Ladens blöd angemacht, weil ich den Becher vor ihrem Stand getrunken habe. Ts, die ist lustig ... ich entwende doch keine Pappbecher.
Und von Oetker gibt's jetzt Sahne mit eingebauter Bouillon. Die Welt ist blöd.
Vor 20, 30 Jahren trug kaum jemand eine Wasserflasche mit sich herum. Meine Oma war noch der Ansicht, dass "zuviel" zu Trinken gar "nicht gut" sei. Sie bezog sich da nicht auf Alkohol. Außerdem müsse man dann viel zu oft "auf Toilette". Wer auf Spaziergängen, Wanderungen oder auch nur bei einem Einkaufsbummel durch stickige Warenhäuser einer Dehydrierung vorbeugen will, der tut gut daran, seine Wasserflasche, mit oder ohne Nuckelsauger, dabei zu haben.
Leider meint der große Teil unserer Bevölkerung, dass die Moden und Manien aus USA sowas von cool seien und man sie deswegen unbedingt auch bei uns einführen müsse. Wie sonst ließe sich die Starbucks-Pest erklären? Anders als in den USA verfügt Deutschland über ein flächendeckendes und hochwertiges Caffe-Latte-Versorgungsnetz in Form von italiensichen Eiscafés. In jeder Brezelbude steht heute ein High-Tech-Vollautomat, der auch bei Abwesenheit talentierter Barista einen passablen Milchkaffee zaubern kann. Wozu also Starbucks?
Ganz einfach: weil es amerikanisch ist. Burger King, McDoof, Subway, KFC, Dunkin Donuts - das hat mit Geschmackserlebnissen absolut nichts zu tun. Der ARD "Markencheck McDonald's" fand in Massentests sogar heraus, dass die Fettbomben vom Marktführer im Vergleich mit Fritten und Hamburgern anderer Anbieter am schlechtesten abschnitten. Man ist inzwischen so weit in der Pervertierung des Essens fortgeschritten, dass Qualität und Geschmack zweitrangig sind. Was zählt, ist der Markenkick. Pardon, das "Erlebnis" so muss es auf marketingdeutsch heißen.
Ich warte nur noch darauf, dass irgendein neues US-Franchiseunternehmen den "McProbe" erfindet. Wenn dieser sein Produkt ausreichend trickreich vermarktet, sollte es gelingen, die Ernährung per Magensonde zum Erfolg zu führen.
"Hey, Essen war gestern. Sonde ist heute. Immer dieser fiese Mundgeruch, Fleischfetzen und Getreidekörner zwischen den Zähnen, und dann dieser Zeitverlust mit dem ewigen Kauen, wieder und wieder Zähneputzen und diese nagende Ungewissheit, die optimale Balance zwischen Fett, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen zu finden. Kommt zu McProbe und entdeckt die neue zeitgemäe Art der Ernährung mit unseren optimierten Flüssignahrungskonzentraten. Lassen auch Sie sich heute Ihre Magensonde legen, jetzt zum Einführungspreis." Sollte funktionieren, oder?
Pro Arbeitstag mindestens einen "Latte" von Starbucks täglich. In den USA spricht man das "kaffäi lattäi" und glaubt, es sei ein französisches Wort. French Fries, French Kiss - wenn es anders offensichtlich ausländisch ist, dann muss es französisch sein.... Das macht pro Monat locker 70 Euro für Amilatte. Bei ALDI wird aber der Geizhals rausgekehrt (man muss schließlich gucken wie man zurechtkommt, vor allem "heutzutage", wo doch alles so teuer wird, zumal nach der Euro-Einführung bla bla bla...). Und dann kann man nur Ausbeuterkaffeemüll für 3,99 EUR pro Pfund kaufen, ist klar. Oder Senseo-Pads, hach, das ist ja sooo praktisch: "Immer 'ne frische Tasse Kaffee." Bla Bla. Das Erschreckende an all dieser Perversion ist, wie schnell die Masse auf Werbeschrott hereinfällt und bereitwillig ihr Geld für schlechte Ware den Großkonzernen in den Hals wirft. Typisches Beispiel: Nespresso. "Saufe Kapselkaffe und du siehst aus wie Clooney"
Wenn ICH Kaffee trinken will, dann brühe ich mir zu Haus einen Hochland-Luxus-Bio-Fairtrade-Arabica und unterwegs schlürfe ich SITZEND aus PORZELLAN, ab und an. Pappbecher - nein danke!
... flächendeckend in Berlin anzutreffenden Bierschleicher, die glasig glotzend mit einer Halbliterpulle, die schlaff in der Hand am Arm baumelt, durch die Gegend trotten, in Bussen und Bahnen sitzen oder in Form von Touri-Youngster-Hipster-Cluster herum irrlichtern.
Toll übrigens, dass man sich endlich auch mal eine Mode von den Obdachlosen abgeschaut hat, die werden ja sonst ziemlich übergangen.
Und ganz große Klasse sind die Glasscherbenhaufen an nahezu jeder Straßenecke von den zerdepperten Flaschen.
Schmuddel-Normalität in Berlin. Wie eigentlich schon immer – außer nach'm Krieg, da war's kurz schlimmer ...